Thunderbird im Sturzflug

Wie schon hier vor einiger Zeit bemerkt: Wenn vermeintlicher Erfolg den Charakter verdirbt — Mozilla will den Thunderbird abschieben, treten nun anscheinend die ersten Kolateralschäden auf. Mitbegründer und Chefentwickler Scott MacGregor kehrt dem Projekt den Rücken. Gründe wurden keine genannt, wohl aber ist anzunehmen, das eins mit dem anderen zusammenhängt. Letztendlich kann Opensource zwar alles, jedoch kann es nicht tatsächlich fähige Köpfe mal eben so ersetzen.

golem

13 Antworten zu “Thunderbird im Sturzflug”

  1. tante sagt:

    Thunderbird hat ja nun auch große Probleme:

    Webmailer haben eine gewisse Renaissance erlebt, vor allem auch, weil sie sehr gut und «convenient» geworden sind.

    Google bietet Dir Gigabyteweise Speicher auf den Du von überall aus zugreifen kannst. Du verlierst Deine Emails nicht mal mehr wenn der allmonatliche Reformat kommt (bei Windowsbüchsen).

    Weshalb sollten Leute da sowas wie Thunderbid brauchen?

    Die, die wirklich «rich Clients» einsetzen, wollen dann auch Kalender und der ganzen Kladderadatsch, den man dann mit dem Handy/PDA synchonisiert usw., Dinge, die man bei Thunderbird mühsam zusammensuchen muss.

    Insgesamt bietet Thunderbird auch zu wenig «Innovation», es ist wie ein Skin für Outlook Express, das machts auch nicht leichter: Es fehlen die Alleinstellungsmerkmale, die Firefox hat.

  2. Oliver sagt:

    Warum so umständlich? Mutt kommt auch täglich bei mir mit knapp 500 Mails einwandfrei klar und ich behalte dennoch den Überblick zwischen Mailinglists und personalisierten Mails 😀

  3. tante sagt:

    Ich war nie ein Freund von mutt, ist mir zu verbaut 😉

  4. Torsten sagt:

    Okay, sorry, aber Mutt ist ja eher was für die Verhärmten im Wollpullover.

    Thunderbird ist nie das geworden, was der Firefox im Browserbereich werden konnte (oder zumindest annimmt, was er ist). Gerade die Performanz ist arg enttäuschend geblieben, von Zusatzfeatures wollen wir mal nicht reden, da gehen ja die Geschmäcker auseinander.

  5. Oliver sagt:

    elm — pine — mutt, nur eine logische Konsequenz bei mir 😉

  6. Oliver sagt:

    @torsten, wenn ich Spielkram will nehme ich nen Mac, das tue ich mir dann gewiß nicht unter einem freien Betriebssystem an. Das Gros der Leute braucht doch ihren «Toys’R’us»-MUA nur ob der email-Parodie html-Mail.

  7. Torsten sagt:

    Wenn man es sich geschäftlich leisten könnte, alle Nur-HTML-Mails rauszukicken und ausreichende Spamvorsorge trifft, würde ich auch wieder meinen Wollpullover rauskramen… 😉

  8. Torsten sagt:

    Oh, Olivers letzten Kommentar habe ich zu spät gelesen, aber intuitiv drauf geantwortet. Das Problem entsteht, dass Du mit Leuten zu tun hast, die Dich bei der Bitte «Keine HTML-Mails schicken!» einfach nur doof anglotzen und bei einer HTML-Mail meinerseits (die ich nicht mag)sagen «Das ist aber eine schöne Signatur, das sieht professionnell aus», kann ich mich in meinen Purismus verkriechen (elm hatte ich auch schon mal, ist aber zehn Jahre her) oder auf etwas umsteigen, mit dem ich leben kann (AK-Mail mit Abstrichen, Pegasus). Ansonsten hast Du natürlich Recht. Und Macs sind nur für Mädchen, habe ich gestern gelernt…

  9. tante sagt:

    Das Gros der Leute braucht doch ihren “Toys’R’us”-MUA nur ob der email-Parodie html-Mail.

    Das ist sicherlich richtig, hängt aber vor allem damit zusammen, dass Mailprogramme so fürchterlich schlecht sind und immer noch auf dem ganzen «Email in Bäumen aus Ordnern» Ding festhängen ohne zu sehen, was sonst so ginge.

  10. Oliver sagt:

    Ach Torsten das Todschlagargument Nummer Eins, wenn man es sich leisten kann. Nein man kann auch verzichten, man muß sich nicht alles leisten können. Das *Wollen* ist meist das hauptsächliche Problem, Unwissen ist es gar nicht so häufig wie man meinen könnte.
    In einer großen Firma die ich z.B. kenne läuft der ganze Mailverkehr nur ohne HTML, alles andere wird gelöscht. Das Büro der Sekretärin natürlich ausgeschlossen, denn dort muß man noch mit benebelten Kunden arbeiten — aber dieser Bereich ist auch wieder vom prof. Teil abgetrennt, der Sicherheit wegen.
    Und der Mittelstand, jo mei, der scheißt, gemäß einer letzten Studie, ohnehin in der Regel auf Sicherheit, weil er sich als «unwesentlich» betrachtet. Ein Trugschluß der schon so manchem wieder als Boomerang entgegen kam.

    Elm und Pine sind sogar noch länger her und das mit den Mädchen, meine Frau würde nicht mal einen mit der Beißzange anrühren. Obwohl ich auch mal ein Mac Fan Mitte Anfang der 90er war 😀

  11. dakira sagt:

    Den Schritt den Mozilla da gemacht hat finde ich auch nicht nur unsinnig sondern schaedlich. Thunderbird ist in den Kleinbetrieben, die ich so kenne, mittlerweile zum Standard geworden. Ich selber mag ihn zwar auch nicht, aber wenigstens ist es kein OE.

    Ich hab uebrigens lieber alles in einem Programm und benutze Opera (Browser/Mail/IRC). Die IRC-Funktionen reichen mir da auch vollkommen aus. Ansonsten benutze ich noch putty (fuer mutt stell ich mich irgendwie zu doof an ;-))

  12. […] diese Worte, besser die, die nicht dort stehen, ganz gut interpretieren. Oliver hatte dazu auch ein paar passende Sätze geschrieben. Heute dann die nächste aufschlußreiche Nachricht für die Thunderbird-Fans — der […]

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