Thomas Kistner/Jens Weinreich — Das Millardenspiel

Das MillardenspielIhr glaubt immer noch an den Fußball, an das Fairplay im Volkssport Nummer 1? Nun, dann ist es mal an der Zeit, Euch Eurer Illusionen zu berauben und Euch ein Buch aus dem Jahr 1998 vorzustellen. Es heißt Das Millardenspiel und wurde geschrieben vom Thomas Kistner und Jens Weinreich.

Thomas Kistner, geboren 1958 in Karlsruhe ist seit 1990 Redakteur der Süddeutschen Zeitung, schreibt über Sportpolitik und berichtet von Großereignissen wie von Fussball-Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.

Jens Weinreich, 1965 in der Magdeburger Börde geboren, tummelt sich als freier Journalist mit Vorliebe auf dem Gebiet der Sportpolitik, berichtet über IOC-Sessionen und von Olympischen Spielen, sowie von der FIFA und deren Veranstaltungen.

Auf die Schriftsteller Kistner und Weinreich wurde ich im Vorbereitungskurs zum Zivildienst aufmerksam 😀 als dort ein Dozent einen Artikel aus dem Buch Muskelspiele — Ein Abgesang auf Olympia zur Diskussion stellte — ab da war ich ein Fan — nicht nur von den beiden — sondern allgemein von Büchern, die die Thematik Sportpolitik beinhalten. Nach dem ersten Buch stehen einem die Haare zu Berge, ab dem zweiten ist man gefesselt, und nachdem man das dritte Buch gelesen hat, verfolgt man Pressekonferenzen von Blatter, Beckenbauer, Rogge & Co. mit ganz anderen, ich behaupte mal mit geöffneten Augen.

Fußball Der internationale Sport ist ein Millardenspiel, daran besteht wohl kaum ein Zweifel, und doch erschreckt die Direktheit der Einflußnahme von Diktatoren, korrupten Funktionären, älteren Herren auf den Sport. Kistner und Weinreich schreiben über Waffengeschäfte und Bestechungen, Inkompetenz und Vetternwirtschaft — alles zum Wohle des Sports. Die Oberen des Sports werden ganz liebevoll Dinosaurier genannt, ältere Herren, die nichts von ihrer Macht abgeben wollen, warum auch, werden sie doch in jedem Land der Welt besser behandelt wie normale Staatsgäste.

Wer Das Millardenspiel gelesen hat, lesen möchte, den kann ich folgende Bücher wärmstens empfehlen: Kistner/Weinreich — Muskelspiele — Ein Abgesang auf Olympia, Kistner/Weinreich — Der olympische Sumpf — Die Machenschaften des IOC, Andre Jennings — Das Olympia-Kartell — Die schäbige Wahrheit hinter den 5 Ringen und zur FIFA noch mal David A. Yallop — Wie das Spiel verlorenging — Die korrupten Geschäfte zwischen FIFA und Medien.

Literatur

Wie ich die heute drauf komme? Nun, die neuesten Meldungen bei den gulli:news (1, 2) über die FIFA, deren Vorgehen in Sachen TV-Mitschnitte, Bilder, etc. im WWW sind nicht wirklich überraschend, eher ist das Verhalten der «Wir stehen über jeglicher Politik»-FIFA-Oberen sogar noch zurückhaltend. Nichts Neues aus der Schweiz also, Joao Havelange wäre da meiner Meinung nach noch viel härter vorgegangen, als nun der gute Joseph S. Blatter, in dem Bereich war er kein guter Schüler, lest aber selbst, wo er es doch war. 😉

Update:

Kaum geschrieben, gibt es schon ein neues Buch:

Andrew Jennings — Foul

Jennings wirft ihr Bestechlichkeit vor, Sepp Blatter soll sich seine Wahl erkauft haben. Affären über Affären listet er auf und das mit einer Schnoddrigkeit, die sich deutsche Sachbuchautoren leider nicht mal ansatzweise erlauben.

Weiterlesen bei Thomas vom Handelsblatt.

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3 Antworten zu “Thomas Kistner/Jens Weinreich — Das Millardenspiel”

  1. […] sportpolitischen Bücher von Thomas Kistner und seinem Partner Jens Weinreich hinzuweisen. Hier hatte ich bereits das Millardenspiel angesprochen — ebenso ein Buch, welches seit seinem Erscheinen 1998 nichts an Aktualität […]

  2. […] für die besten Sportjournalisten in Deutschland halte, habe ich bereits an der einen oder anderen Stelle erwähnt. Jens Weinreichs Blog habe ich im Feed — ich war in den letzten Wochen ein […]

  3. […] Spiele sind ein Geschäft. Da geht es nicht um etwas Großes, gar um Ruhm und Ehre. Hier hatte ich schon über Jens Weinreich und Thomas Kistner ein paar Zeilen geschrieben. Die dortigen Bücher sind heute aktueller denn je. Da heißt es […]

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