The Afghanistan War Logs — Biggest leak in intelligence history

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Screenshot: The Guardian, Klick aufs Bild für interaktive Karte

Der Spiegel hatte extra seinen Redaktionsschluss von Samstag auf Sonntagabend verlegt. Dann platze die «Bombe». In Zusammenarbeit mit dem Guardian und der New York Times wurden die «Afghanistan War Logs» veröffentlich, die der «Whistleblower-Plattform» Wikileaks zugespielt wurden. In den nächsten Wochen wird sehr viel zu lesen sein und noch mehr Politiker werden sich erklären müssen. Eines hat der Leak schon jetzt erreicht: die deutschen Medien sprechen unverblümt vom «Afghanistan-Krieg».

Die Folgen sind wohl kaum absehbar. Bis zum Redaktionsschluss hat das Weiße Haus gemauert, keine Stellungnahme abgegeben und Wikileaks verurteilt, weil Leben von Soldaten der USA und den Verbündeten gefährdet sein sollen. Wenn auch der Spiegel, der Guardian und die New York Times in den letzten Monaten wahrscheinlich an der «Geschichte des Jahrzehnts» gearbeitet haben, so ist die Veröffentlichung doch ein Armutszeugnis für den Journalismus.

Warum sind die Unterlagen Wikileaks zugespielt worden und eben nicht einer Zeitung? Vertrauen Whistleblower Journalisten nicht mehr? Hat es mit der ausufernden Überwachung zu tun, die seit 9/11 in allen westlichen Ländern initiiert wurde, in Europa denke man beispielsweise an die Vorratsdatenspeicherung? Die Protokolle geben viele Antworten auf den Krieg in Afghanistan, das Tun der Alliierten und die Gefahr, die von den Taliban droht. Gleichzeitig aber werden viele neue Fragen mit dem Veröffentlichen der Protokolle gestellt werden müssen, an die Politik und auch den Journalismus. Ich persönlich bin sehr gespannt…

Der Spiegel — Die Afghanistan-Protokolle
The Guardian – Afghanistan The War Logs
New York Times – The War Logs
Wikileaks — Afghan War Diary, 2004–2010

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5 Antworten zu “The Afghanistan War Logs — Biggest leak in intelligence history”

  1. Chris sagt:

    Na Du bist ja schlau, hast die Frage aber nicht verstanden…

  2. Oliver sagt:

    Das sind nicht unbedingt die d Großen, jedoch dachte man wohl Spiegel sei ähnlich liberal wie NYT. FAZ und vice versa Fox in den Staaten, wären wohl unter dieser Annahme, die denkbar schlechtesten Alternativen gewesen. Darüber hinaus muß Assange sich und Wikileaks gut verkaufen, um auch entsprechende Sponsoren an Land ziehen zu können, die die Kosten tragen.

    Da wird dann auch mal der eine oder andere Publicity-Stunt gepullt, wie bei diesem hier. Captain Obvious ist manchmal auskunftsfreudiger, als die «ultrageheimen» Infos des von «allen Nationen gejagten» Assange. Ein Whistleblower-Netzeerk ist eine geile Sache, nur fehlt hier eben das Netzwerk und die den Umständen entsprechende Quellenkritik. Bevor jetzt jemand kommt «du die Quellen müssen aber geschützt werden», sollte derjenige sich ersteinmal mit dem Komplex Quellenkritik auseinandersetzen.

    Wenn man sich letztendlich doch wieder auf die «Experten» der alten Medien verlassen muß, dann ist nicht viel gewonnen. Denn Bloggern per se kann man nahezu alles unterjubeln, wenns denn dem eigenen Gusto schmeichelt.

  3. […] initiiert wurde, in Europa denke man beispielsweise an die Vorratsdatenspeicherung?Mehr dazu bei http://www.fixmbr.de/the-.….ory/Alle Artikel zuInformationsfreiheitPersönlichkeitsrechtPolizei, Militär und […]

  4. adrian oesch sagt:

    «Warum sind die Unterlagen Wikileaks zugespielt worden und eben nicht einer Zeitung? »

    die frage sollte nicht sein, wikileaks oder journalisten, sondern entweder nur einem journalist oder der ganzen welt. wikileaks will sich als ein tool für die journalisten verstehen, nicht als konkurrenz. plus soll jeder die möglichkeit haben, einsicht in die akten zu haben, um ein sogenanntes phänomen namens «groupthink» zu vermeiden. nur wenn alle leute, alle informationen teilen (pooling), kommt alles ans licht und ein möglichst unverzerrtes bild der welt zustande.

    wikileaks hat sich zum ziel gemacht die ihnen zugespielten informationen mit einem möglichst grossen «impact» zu veröffentlichen, weswegen ich vermute dass sie zuerst die drei grossen zum zuge kommen lassen, aber das material ist glaub ich jetzt schon, oder zumindest bald online.


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