Testballon kopierschutzfreier Mp3-Song von EMI

Die 4 großen Musikkonzerne EMI, Sony BMG, Warner Music und Universal haben eines gemeinsam: Ihre (bisherige) Abneigung in ihren Online-Shops (oder den ihrer Partner) kopierschutzfreie Songs im Mp3-Format zu verkaufen. Die Argumenatation: So würde der Song den Weg schneller ins P2P-Netzwerk finden. Gut, dazu wurde schon viel geschrieben: Fakt ist: Damit wurden nur die Personen, Menschen verärgert, bevormundet, zu den Indipendent Labels getrieben, die den Konzernen eigentlich am Wichtigsten sein sollten: Die Kunden. Aber das interessierte ja alles nicht — bis heute?

Mittlerweile scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass kopiergeschützte Songs als Hemmschuh für den Wachstum gelten. Und so lässt man nun einen Testballon starten. Der Song Little Things von Britin Lily Allen wird im Mp3-Format ohne Kopierschutz vom Major EMI vertrieben.

Ein neuer Trend? Zu begrüssen wäre es, auch wenn ich der Meinung bin, dass es schon fast zu spät ist. Zum Abschluß soll ein Zitat von Musikmanager Paul Birch stehen:

DRM, wie wir es kennen, ist tot.

Fragt sich nur, ob sie wirklich aufwachen, oder sich wieder was Neues einfallen lassen, um den Kunden zu gängeln und auszunehmen… (via)

5 Antworten zu “Testballon kopierschutzfreier Mp3-Song von EMI”

  1. Oli sagt:

    Die Ruhe vor dem Sturm, die Fehler da auf den Scheiben sind ja kein tatsächlicher Schutz und solche Dinger wie SuperAudioCD etc. haben ja wirklich nen echten Kopierschutz drauf, da anders konzipiert. Aus der Ecke da kommt nichts mehr gutes imo.

  2. Grainger sagt:

    Also ich kann mich dunkel erinnern das es shcon mal einen Testballon im MP3-Format gab.

    Der Song kam aber aus irgendeinem der Genres die mich absolut nicht interessieren (Volksmusik war es nicht, aber sehr viel besser war es auch nicht, vielleicht Techno oder HipHop ;)) und so habe ich mich nicht weiter darum gekümmert.

    Grundsätzlich bin ich nach wie vor bereit für den DL von Musik zu zahlen, aber eben zu meinen Bedingungen als Kunde. Wer die nicht erfüllt kriegt halt auch mein Geld nicht, ich muss das nicht ausgeben, das liegt auch gut auf meinem Konto.

    Und meine Bedingungen wären natürlich:

    1) kein DRM
    (in welcher Form auch immer und egal welchen Namen die Marketing-Heinis dem Mist geben)

    2) akzeptable Preise
    (schließlich wird die ganze Produktionskette und der Zwischenhandel einer herkömmlichen CD ausgeschaltet, ich erwarte das dieser Preisvorteil zumindest anteilig an mich als Kunde weitergegeben wird)

    3) bequemes Shopsystem mit der Möglichkeit, ganze Alben mit einem Klick herunter zu laden
    (mich interessieren für gewöhnlich nur komplette Alben, einzelne Songs nur selten, und ich will mir die Alben nicht aus den ganzen einzelnen Songs zusammenklicken müssen)

    4) vernünftige Qualität (Bitraten)
    idealerweise wählbare Formate, auch verlustfreie, aber ich wäre ja auch mit 192er Bitraten und MP3-Format fürs erste zufrieden)

  3. Falk sagt:

    Grainger, deine Wunschliste hab ich mal gespeichert — ich glaub ja auch, dass viele es genau *so* wie von dir beschrieben haben wollen. Allerdings werden (lt. Statistik) mehr Einzelsongs als ganze Alben verkauft. Was denkst du denn über printfähige Artworks im Komplettpaket?

  4. Grainger sagt:

    Allerdings werden (lt. Statistik) mehr Einzelsongs als ganze Alben verkauft.

    Liegt vielleicht daran, das Alben bei den bestehenden großen Online-Musik-Portalen preislich noch unattraktiver sind als Einzelsongs.

    Wenn ein Song 1 Euro kostet (rechnen wir mal mit glatten Zahlen und lassen Marketingpreise wie 99 Cent außen vor) und ein durchschnittliches Album 14–15 Songs hat würde der DL eines Komplettalbums in den meisten Fällen ja genauso viel kosten wie die Bestellung einer «echten» CD bei Amazon (ich wähle diesen Versandhändler absichtlich als Beispiel weil hier ab einem Bestellwert von 20 Euro keine Versandkosten mehr anfallen).

    Wozu soll ich mir ein Album denn dann noch downloaden?

    Der einzige Vorteil für mich als Verbraucher besteht dann in einer evtl. schnelleren Verfügbarkeit, auf der Gegenseite habe ich keine Original-CD, kein Jewelcase und kein Cover bzw. Booklet mehr.

    Für einen Kundenkreis, der den DL von Komplettalben vorzieht sind die üblichen DL-Angebote wirtschaftlich also deutlich unattraktiver wie für Kunden, die Einzelsongs bevorzugen.

    Vielleicht bin ich da auch voreingenommen, aber imho sind das grundsätzlich zwei verschiedene Zielgruppen (zwischen denen es zwar Überschneidungen geben mag, aber dürfte nur eine relativ kleine «Schnittmenge» sein).

    Was denkst du denn über printfähige Artworks im Komplettpaket?

    Als Zugabe sicherlich eine schöne Sache, evtl. auch als Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz.

    In der Praxis relevanter wäre die Beigabe eines Bildes des Frontcovers in mittlerer Größe (etwa 500×500 im JPG-Format bei guter Qualität) als Datei, Dateiname Folder.jpg oder Cover.jpg.

    Viele Player binden solche Dateien direkt ein, der Windows Media Player sowieso, aber auch für WinAMP oder foobar gibt es dafür Erweiterungen (Albumart, usw.).

    Als Folder.jpg würde WinXP auch bei der Thumbnailansicht im Explorer einen Ordner mit einem verkleinerten Cover anzeigen.

    Sicherlich nur ein Gimmick, aber vermutlich eines das von der Kundschaft gerne entgegen genommen wird.

  5. Falk sagt:

    Das größte Hinderniss (und daher auch der recht große Erfolg von iTunes) sind immer aber noch die Bedienung solcher Angebote und die möglichen Bezahlsysteme und deren Integration. Das in einem Programm ala amarok mit einer «Supersuche», einer vereinheitlichten API seitens der Anbieter und einem Empfehlungssystem ala Amazon…(man darf doch hoffentlich träumen oder?) und natürlich der freien Wählbarkeit des Formates. Dann in Echtzeit den Download als Komplettpaket (egal ob Alben oder diverse Einzelsongs) und schon wären einige Probleme gelöst oder?

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