Terror als Ursache für viele Dinge

Untersucht würden erstmals per computer-unterstützter Textanalyse die Inhalte von rund 10 000 Gesetzesinitiativen von Regierungen. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich auf die Zeit vor und nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA — insgesamt 15 Jahre.

SZ

Untersucht werden soll ob und wie mittels Terror legtimierte legislative Vorstöße umgesetzt wurden. Nun besser wäre es wohl in den 60ern zu beginnen, um das ganze Ausmaß, welches bis heute nachwirkt, zu erfassen. Zudem sollte dies selbst ohne Wortvergleich zumindest jedem Historiker der sich mit den jüngsten, respektive jüngeren Ereignissen beschäftigt unlängst ein Begriff sein. Wir vermuten, dass die Regierungen unpopuläre Anti-Terrormaßnahmen gerne mit politischen Verpflichtungen gegenüber der EU rechtfertigen. Was soll also der exakte Vergleich bringen? Der Computer gibt hierbei allenfalls einen Anhaltspunkt, welcher jedoch auch ohne diesen längst offenbar ist. Der Vater des Gedankens wird selten mittels identischen Inhalten offeriert, sondern durchschritt in der Regel eine langwierige Katalyse.

Es passiert jetzt, die Beweise durchziehen die Gesellschaft in Form mannigfaltiger Kolateralschäden. Wissenschaftler jedweder couleur, diverse Bürger haben die Zeichen der Zeit seit Jahren erkannt und trommeln dagegen. Gerät diese Arbeit also ob der technischen Finesse letztendlich nur zur Kür, welche das eigene wissenschaftliche Ego stählt? Alleine die in den Raum gestellte Frage, die mittels technischer Spielereien bewiesen werden soll, führt Legionen ernsthafter Anliegen die den Beweis antraten und fortwährend antreten indirekt ad absurdum. Es ist eine Zahlenspielerei, welche man letztendlich so oder so interpretieren kann und auch wird.

Die Ansprüche sind ehrenwert, der Zweck der Übung jedoch mehr als fragwürdig — da die Praktiken offenbar sind. Oder wurde man sich jetzt erst der desolaten Lage bewußt, weil vielleicht bisher die Excel-Charts fehlten? Geht der Wissenschaft so langsam das analytische Denken verlustig und weicht somit einem Computer-gestützten Kalkül? Ich bin wahrscheinlich der letzte der nicht dankbar ist bezüglich jeden Hinweises auf diese seit Jahrzehnten andauernde Zurechtstutzung von Demokratie und Freiheit, aber hier entzieht sich mir der direkte Nutzen. Etwas polemisiert ausgedrückt, ein word-count sagt auch nichts über die inhaltlichen Qualitäten eines Textes aus.

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Eine Antwort zu “Terror als Ursache für viele Dinge”

  1. Wotan sagt:

    Also wenn mir solche Dinge unterkommen erkläre ich mir das meistens mit verschiedenen Auffassungen innerhalb der Wissenschaftstheorien.
    Es ist — prinzipiell — schon etwas anderes, ob man es eine phänomenologisch orientierte Untersuchung geisteswissenschaftlicher Prägung anschließend empirisch betrachtet oder eine rein empirische Untersuchung durchführt.
    Das kommt halt darauf an, von wem man anerkannt werden will. 😉
    Im Fazit stimme ich voll und ganz zu: direkter Nutzen für die Allgemeinheit gleich null, Hauptsache was veröffentlicht.

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