Telekomische Nullrunden

Wir haben klargemacht, dass wir uns natürlich, so wie übrigens schon einmal vor zwei Jahren und wie in den letzten Jahren durch mehrere Nullrunden, jetzt auch durch Gehaltsverzicht solidarisch an der Aktion beteiligen

heise

Die Telekom-Mitarbeiter machen mal wieder Nullrunden etc. und was sonst noch alles mit den Sparmaßnahmen einher geht. Solidarität gibts natürlich auch, René Obermann verzichtet auf zwei Monatsgehälter, sprich knapp 200.000?. Hat was, die einen haben weniger zum fressen, die andere können sich nen Benz weniger leisten — mal überspitzt ausgedrückt. Weh tun sollte es, so wie es den profanen Mitarbeitern weh tut, die nicht einmal ein Monatsgehalt des Herrn Obermann im Jahr verdienen.

4 Antworten zu “Telekomische Nullrunden”

  1. Jan sagt:

    Weiß nicht, ich finds ein gutes Symbol. Natürlich ist es eher symbolisch — aber zu erwarten, dass ein Firmenchef ganz auf Gehalt verzichtet oder hinschmeißt halte ich nicht für zielführend. Irgendwer muss sonen Laden nunmal leiten und dass die Telekom große Probleme hat ist auch kein Geheimnis.

    Die Telekom-Bosse haben nur Feinde. Die Belegschafft mag sie nicht besonders (was verständlich ist), die Kunden gehen auch Flöten und was die Aktionäre angeht… nunja, die haben die Telefkom auch hassen gelernt.

    Unter solchen Umständen find ichs schon eher bemerkenswert, sich nicht einfach einen anderen Laden zu suchen, bei dem man sich nicht zum Hassobjekt macht, egal was man unternimmt.

  2. Oliver sagt:

    Was nützt den Leuten das Symbol? Tuts ihm weh? Nein, tuts den Leuten weh? Aber ja und nicht nur das in der heutigen Zeit. Wer in Zeiten von Siemens oder Dingern wie Benq noch von symbolischen Werten in der Wirtschaft spricht hats echt nicht verstanden. Zudem hat die Telekom sich seit Jahrzehnten auf ihrem Monopol ausgeruht. Und wenns mal wirklich eng wird geht er halt, Ron Sommer wurder der Abgang auch versüßt. Keine Angst da gehts schon keinem schlecht in der Chefetage.

    Ich sehe es als Kritik, ich bin seit 97 Internetkunde bei der Telekom. Rate mal warum? Bestimmt nicht wegen der Überqualität des Vereins.

  3. Jan sagt:

    Den Leuten nützt ein Symbol natürlich gar nichts aber hätte er es deshalb lassen sollen?

    Und natürlich sind viele Fehler gemacht worden, ist doch kenie Frage. Darum gibt es ja die Probleme, die jetzt irgendwie gelöst werden müssen und dass das weh tut ist klar und dass das natürlich den Menschen weh tut die dort arbeiten ist auch völlig klar — wem denn auch sonst?

    Den Kunden kann man nicht weh tun, weil die dann weglaufen. Dem Management könnte man weh tun, man könnte es sicher sogar recht einfach komplett wegekeln — und dann? Einfach dichtmachen den Laden oder wie?

  4. Oliver sagt:

    >aber hätte er es deshalb lassen sollen?

    Ich kann zwar nicht für die Masse sprechen, aber zumindest für zwei mir bekannte Telekom Techniker.

    >Den Kunden kann man nicht weh tun, weil die dann weglaufen.

    Hmm, so ein richtig langer und intensiver Telekomkunde warst du wohl bisher noch nicht, oder? Dadurch das man den Kunden seit Jahrzehnten(!) in den Allerwertesten tritt rennen die in Zahlen davon, die andere nicht einmal als Kundenstamm besitzen.

    >Einfach dichtmachen den Laden oder wie?

    Nein einfach ein wenig einfallslose BWL-Rethorik aus dem Hut zaubern, Leute rausschmeißen, ähnlich wie bei der Post Geschäftszweige durch Dritte erledigen lassen und der Tod folgt auf Raten. Dauert zwar bei einem monopolistischen Megakonzern wie der Telekom etwas länger, ist aber absehbar.

    Das Spielchen kann man dann weiterführen, ähnlich Siemens — die schon immer berüchtigt waren für ihren Verwaltungswasserkopf — und auch dort sieht man auf was es hinaus läuft.

    Noch ein paar Phrasen dreschen gefällig? Nur weil ich nicht die 1a Lösung aus dem Hut zaubern kann, ist die obige a) die beste bzw. b) überhaupt eine adäquate Lösung!

    Der Fehler liegt im System, die Verlierer sind so oder so Angestellte/Arbeiter und Kunden. Das Management geht auch weiter, wenns wirklich brenzlig wird. Beispiele gefällig? Nein, ein aufmerksamer Beobachter der BRD kennt die Spielchen. Das alle Konzerne seit Jahrzehnten massiv staatlich gefördert werden ist auch kein Geheimnis.
    Die polemische Aussage deinerseits «dicht machen», wäre als tatsächliche Lösung gar nicht so unangebracht, wenn auch hier betrachtet illosorisch.
    Als ich mich mal Mitte der 80er ungefähr auf meine Lehre als Informationselektroniker vorbereitete, war die damalige Post noch auch das Nonplusultra. Warum? Nun Staatsbetrieb, sichere Arbeitsplätze und das flutscht immer. Gott-sei-Dank schlug ich später den universitären Weg ein. Jeder staatliche Betrieb ist ein kranker Betrieb, bei dem einzig der Neuanfang helfen könnte. Selbst die sogenannte «Privatisierung» der Post/Telekom anno 89/90 war doch nur etwas für die PR, der Staat behielt seinen massiven Einfluß, die Post/Telekom ihr Monopol.
    Und da meint man allen ernstes mit Kürzungen, Aufsplitterung etc. noch einen müden Pfifferling retten zu können? Da müßte man doch schon wirklich naiv sein …

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