Telekom — die machen das

Wir erinnern uns? Bespitzeln, bespitzeln und nochmals bespitzeln — denkt man an die Telekom, schaut man nur Abgründe. Ob es nun die Verarsche der Kleinaktionäre anno tobak war, die bereitwillige Herausgabe von Kundendaten, die Speicherung von Daten wider legislativer Richtlinien, der asoziale Kahlschlag in den Reihen der Angestellten und die gleichzeitigen Expansionsgelüste, die Abmahnung ob Farbmarke oder der Mißbrauch dank quasi-Monopol gegenüber Kunden und anderen Anbietern, das schlechte Karma ist Legion.

Und hierbei offenbart sich auch der Unterschied zu kleinen bis winzigen Anbietern, die ebenso mal Mist bauen: ein quasi-Monopolist eröffnet in derlei Bereichen völlig neue Dimensionen und kommt dank staatlicher Deckelung im Prinzip auch ungeschoren davon. Das nun auch DGB-Chef Sommer von der Telekom überwacht wurde … jo mei … ich mein ja nur, ist das derart verwunderlich? Verwunderlich ist auch kaum die Ruhe die in den Reihen der Politik gewahrt wird, möchte man doch selbst gerne derart handeln. Verwunderlich jedoch ist die stoische Gelassenheit der Bevölkerung, schließlich verweilt die Majorität alternativlos immer noch bei diesem Verein. Wo erklinkt das Jammern, das doch ob ein paar Cent mehr bei Lebensmitteln1 direkt sibirische Hungersnöte erahnen läßt? Solange es nicht weh tut, und der Verlust von Freiheit scheint den Deutschen nie wirklich geschmerzt zu haben, solange wird auch nie wirklich ein Aufschrei zu vernehmen sein. Ich weiß wirklich nicht was es braucht die Masse zu bewegen …

  1. ich denke da keineswegs an Leute die tatsächlich bedürftig sind, a la Hartz4 oder weniger []

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8 Antworten zu “Telekom — die machen das”

  1. Jochen Hoff sagt:

    Mhm. Warum haben die den Sommer bespitzelt. Ich dachte der wäre längst gekauft. Wollten die kontrollieren ober auch verkehrt träumt. Rätselhaft.

  2. Foxxi sagt:

    Vielleicht ist es die schiere Angst bei einem Anbieterwechsel plötzlich ohne jegliche Kommunikationsmittel dazustehen. Ich kenne niemanden bei dem das in den letzten …na sagen wir mal …2 Jahren reibungslos geklappt hätte.

    Solange es hier keine Möglichkeit gibt jenseits von Hotlines, Callcentern und anonymen Ansprechpartnern vernünftige Techniker zu beauftragen gilt eben: «Never change a running system!»

  3. Oliver sagt:

    >Vielleicht ist es die schiere Angst bei einem Anbieterwechsel

    Wo zwischen Majorität und alternativlos (die Majorität der Telekom-User) bzw. Ich weiß wirklich nicht was es braucht die Masse zu bewegen war es denn nun zu schwer? Es geht nicht darum ob ein paar Telekom-Dösel — wohlgemerkt eine Minderheit — in Ballungszentren die Wahl zw. Hansenet, Telekom etc. pp. hat, sondern darum das die Leute aufwachen und diese Dinge allgemein ebenso beklagen, wie die paar Cent mehr bei Milch! Es geht um das allgemeine Bewußtsein, das man eben kleinlaut alles frißt sofern nicht unmittelbar die eigene Börse betroffen ist.

  4. Foxxi sagt:

    Ich habe das schon verstanden (mein’ ich zumindest). Nur welche Art von Aufschrei schwebt Dir den so vor?
    Das Einzige was diese Nasenbären doch erschrecken würde wäre ein Einbruch Ihrer Profite aufgrund gezielter Wechsel zu alternativen Anbietern. Nur dies wird eben nicht passieren und ein Grund ist eben die Alternativlosigkeit.

    Das heißt ja nicht, dass man stoisch alles ertragen muss, nur fällt mir keine wirklich beeindruckende Protestform ein, zumindest keine Legale 😉

    …und schreien die Leute wirklich wegen ein paar Cent mehr für die Milch, oder ist das nicht einfach ein netter und vorallem populistischer Aufreger für die Medien?

    Weder habe ich eine Demo gegen die Telekom noch eine gegen steigende Lebensmittelpreise erlebt und immerhin wohne ich in Berlin.

  5. Oliver sagt:

    >Nur welche Art von Aufschrei schwebt Dir den so vor?

    Wo der letztendlich Nutzen liegt sei mal dahin gestellt, aber es hilft auch kaum etwas gen nahen Osten zu brüllen, nur weil der Van daheim mal wieder ein paar Hunnies geschluckt hat. Es ist ein Trigger für das fehlende Bewußtsein um gewisse Werte die eben nicht mit klingender Münze zu messen sind. Aber es ist doch nicht einmal eine wirklich Aufmerksamkeit im Netz ersichtlich, klar der Schäuble-Button ist quasi wie bei einem Ablaßhandel bei jedem zweiten Blog in der Ecke vorzufinden. Damit hat man den Schuldigen bebrandmarkt und kann unbesorgt weiterleben.

    >…und schreien die Leute wirklich wegen ein paar Cent mehr für die Milch

    Ja, ich zerre meine Informationen/Eindrücke u.a. aus den Medien, keinesfalls ausschließlich. Ohren auf beim Tanken, im Geschäft, auf dem Markt, in der Bäckerei etc. pp.

  6. Foxxi sagt:

    Natürlich hast Du recht: Was Ihr oder z.B. auch Fefe tagtäglich bloggt gehört (zumeist) wirklich so laut vor dem Reichstag gebrüllt bis es weh tut. Und ich glaube es gibt eine Menge Menschen, die das genauso sehen. Nur ist das Gefühl der Ohnmacht eben einfach sehr groß und manchmal könnte man echt verzweifeln.

    Ich hab’ auch schon lange aufgehört über politisches Kabarett zu lachen, den teilweise wird ja einfach nur die Realität geschildert und zwar ohne jegliche Übertreibung.

    Der Schäuble-Button im Eck (auch bei mir) ist zumindest ein Statement und ich gehe damit in meinem (doch eher konservativen) Umfeld sehr offensiv damit um und scheue auch keine Diskussion. Nur ich kann diskutieren eben weil ich dieses Umfeld habe. Die meisten Homepagebesitzer die ein solches Statement machen bewegen sich ja ohnehin schon in den «aufgeklärten» Kreisen.

    Aber ganz im Ernst: Um wirklich etwas bewegen zu können muss man in einer Demokratie eben selber in die Politik eingreifen, d.h. sich wählen lassen. Der Weg dahin geht über Beziehungen und damit läuft man Gefahr sich selber zu korrumpieren — dies sind die demokratischen Spielregeln.

    Ich würde eine direkte und drastischere Methode bevorzugen (vielleicht mal wieder soetwas wie einen Pranger), aber leider kenne auch ich zur Demokratie keine richtige Alternative.

  7. Sven sagt:

    «Warum haben die den Sommer bespitzelt.»

    Der Vollständigkeit halber. Damit der nicht aus dem Ruder läuft.^^

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