Tatort Internet und die Folgen

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Foto: F!XMBR

Folgende Mail habe ich gerade gerade anonym aus unserem Toten Briefkasten gefischt, ich kann sie deshalb nicht verifizieren, würde ihr aber doch Authentizität unterstellen.


Hallo F!XMBR-Team!

Ihr habt in den letzten Wochen Tatort Internet kritisiert. Das finde ich gut. Danke dafür. Ich möchte Euch heute aber über einen Fall berichten, der sich vorgestern abgespielt hat. Mein Bruder liegt aufgrund eines Unfalls im Krankenhaus. Meine Schwägerin schmeißt den Haushalt mit 3 Kindern und muss auch noch arbeiten. Damit sie entlastet wird, habe ich mir den Jüngsten am Mittwoch geschnappt und bin mit ihm ins Hallenbad gefahren. Wir hatten sehr viel Spaß. Wir haben gelacht und uns natürlich auch gegenseitig unter Wasser gedrückt. Alles, was man im Schwimmbad macht. Es bleibt natürlich nicht aus, dass ich meinen Neffen angefasst habe. Er mich natürlich auch. Nach ungefähr einer Stunde bemerkte ich, wie uns der Bademeister beobachtete. Da er uns aber nicht ansprach, habe ich es nicht weiter ernst genommen.

Als wir keine Lust mehr hatten, gingen wir duschen und zogen uns wieder an um das Schimmbad zu verlassen. Als wir das Schimmbad verließen, wartete dort die Polizei und forderte mich auf, meinen Personalausweis zu zeigen. Mein Neffe wurde von einer Beamtin gefragt, wer ich sei und ob alles in Ordnung ist. Meine Personalien wurden aufgenommen und trotz meines Hinweises, ich sei der Onkel des Kleinen, wurde meine Schwägerin angerufen. Sie musste meine Angaben bestätigen. Nachdem die Überprüfung beendet wurde, fragte ich, was dieser Auftritt solle. Sie antworteten, dass das Schimmbad die Polizei gerufen hätte, weil mein Neffe sonst mit einer anderen Person schwimmen gehen würde. Seinem Vater oder der gesamten Familie. Die Polizisten entschuldigten sich und meinten, es hätte wohl auch etwas mit der gegenwärtigen Panik innerhalb der Bevölkerung zu tun.

Meine Schwägerin und ich haben ein sehr gutes Verhältnis. Sie schüttelte darüber genauso mit dem Kopf wie ich. Doch was wäre, wenn meine Schwägerin mir nicht vertrauen würde? So eine Geschichte kann Familien zerstören. Ich hoffe nicht, dass die Menschen, die uns mit der Polizei vor dem Schwimmbad gesehen haben, irgendwelche Gerüchte in der Stadt verbreiten. Ich habe schon Angst davor, dass mich jemand auf die Geschichte anspricht. Was passiert, wenn mein Arbeitgeber davon erfährt? Ihr habt mehrfach darauf hingewiesen, der Satz «irgendwas wird schon dran sein» ist weit verbreitet. Die gegenwärtige Diskussion hilft nicht den Kindern. Sie werden dadurch auch nicht geschützt. Tatort Internet und die Bild-Zeitung schüren Panik unter den Menschen.

Viel Spaß weiterhin mit F!XMBR. Ich bin ein treuer Leser.

Schönes Wochenende.

Da ist man dann doch ein stückweit sprachlos. RTL2 und BILD mit den Protagonisten Stephanie zu Guttenberg, Udo Nagel und die Werbepartner für «Tatort Internet», Xavier Naidoo und Til Schweiger, möchten vielleicht nicht, dass Panik verbreitet wird. Doch genau das wird in Kauf genommen — und die Denunziation ist dabei dann schon fast ein Kollateralschaden. Es ist an der Zeit, dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Zumindest eine gute Nachricht gibt es: der vermisste Leiter eines Kinderdorfes aus Würzburg ist wieder aufgetaucht.

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30 Antworten zu “Tatort Internet und die Folgen”

  1. Dieser arme Mann…

    Ich weiß warum ich R**2 und die B**d meide wie der Teufel das Weihwasser… Das erinnernt mich stark an die Verteufelung des Internets wegen Kinderpornografie dieses Jahr…

  2. Heiko sagt:

    Traurig, das in Deutschland schon so weit gekommen ist. Danke »Tatort Internet« und Frau von und zu G! Geht doch bitte unauffällig sterben, damit hier wieder Ruhe einkehrt!

  3. Anonymus sagt:

    Das ist so unglaublich widerlich und nachdem z.B. auch Uschi Glas als «Promi» sich gegen diese Sendung verwahrt hat (Berliner Kurier)bekommt diese Sendung langsam die Aufmerksamkeit, die sie verdient, nämlich, dass diesem Mist endlich der Hahn abgedreht werden muss.Das erinnert wirklich an Methoden aus finstersten Zeiten. Was ich besonders perfide finde ist, dass es um den Schutz von betroffenen Kindern und Jugendlichen schon lange nicht mehr geht. Deren Rechte werden auf dem Altar des Medienhypes und der Showperformance geopfert. Ich sage hiermit schon einmal kalr und deutlich:
    Stephanie zu Guttenberg is not my Kanzlergattin, igitt!!!
    Ich könnte kotzen, aber sowas von.
    Dem anonymen Briefeschreiber und seiner Familie wünsche ich alles Gute!
    Wenn es jetzt schon soweit geht, dass divide et impera in die intakten Familien reingetragen wird, boahhh bin ich wütend!!!

  4. danielj sagt:

    Naja, andererseits… wenn dann was passiert lamentieren alle daß ja keiner mehr auf den anderen achte.
    Nein, ich heiße Tatort Internet nicht gut und ja, das klingt ein wenig als wenn da ein wenig überreagiert wurde. Aber hinterher kann man halt immer leicht meckern.
    Preisfrage — was wäre denn ein angemessenes Verhalten gewesen?

  5. Anonymus sagt:

    Der Bademeister hat den Onkel und den Jungen ja wohl unter Beobachtung gehabt, vielleicht auch jemand in die Umkleidekabine geschickt (wissen wir nicht). Es geht hier also um einen ganz transparenten Vorgang, nicht um ein heimliches «Irgendetwas».
    Im deutschen Recht gilt immer noch der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Da hat der Onkel, der sich vor aller Augen mit dem Jungen im Schwimmbad befand, das Recht, dass ihm nicht irgendwelcher paranoider Mist unterstellt wird!
    Aber genau so wie Sie @danielj argumentieren funktioniert ja das System. keine Tasachen, nur Behauptungen, irgendwas wird schon hängenbleiben… Adieu Rechtsstaat!

  6. Der Bademeister hätte den Mann auch einfach fragen können — da braucht es nicht gleich die Polizei!

  7. Ich weise daraufhin, dass ich weitere Kommentare, das Schwimmbad habe korrekt gehandelt, schließlich geht es um ein Kind, löschen werde.

    Der Argumentation folgen, könnte ich morgen durch die Innenstadt marschieren und zig Mal die Polizei rufen.

    Ansonsten das, was Anonymus über mir sagt…

  8. […] F!XMBR stolpere ich gerade über eine Geschichte, deren Wahrheitsgehalt ich zwar nicht prüfen kann, die […]

  9. […] Antje Sabine Gundel Guttenberg bedanken, dass es aufgrund ihrer schwindeligen Fernsehsendungen, Erlebnisberichte* wie diese […]

  10. ben gunn sagt:

    Nein hat es nicht, aber der Umstand (Bademeister erkennt Kind, aber in ihm unbekannter Begleitung) spricht für den Bademeister, der aber einfach hätte den Jungen ansprechen können «Du bist ja gar nicht mit deinen Eltern da, wie sonst immer…«
    Kommt 100mal am Tag in diesem Land vor, keiner registriert es, weil es nicht aufdringlich, rufschädigend und unverhältnismäßig ist, sondern schlicht humanes Zusammenleben…

  11. […] Und wem hat das dann geholfen? […]

  12. Das Kind oder den Onkel kurz ansprechen — okay, wie Du sagtest, kommt unzählige Male vor. Aber wenn wir soweit sind, dass man mit der Polizei rechnen muss, weil man mit einem Kind spricht, im Schwimmbad ist, whatever, dann ist jede Menge verkehrt gelaufen…

  13. AlaIgnea sagt:

    Aber es geht doch um die Kinder!!! :s

    Hab doch da letztens etwas ‘Interessantes’ zu einer Studie gelesen
    .

    Aber Paranoia ist ja seit einiger Zeit auch wieder in Mode (und irgendwas muss sich ja von der Politik in die Gesellschaft übertragen :s)

  14. Anonymus sagt:

    Ja, dagegen sagt doch niemand was. Ich werfe dem Bademeister doch nicht vor, dass er aufmerksam ist. Nur, er hat doch nichts problematisches gesehen, oder? Sonst häte er doch eingreifen müssen?
    Entweder gibt es einen wirklichen Angriff gegen das Kind, dann werde ich als Bademeister tätig, oder es ist ein normales familiäres Badevergnügen, mit Untertauchen und Spass, dann hat auch die Polizei da nichts bei verloren!

  15. Stimmvieh sagt:

    Meine Mutter — Polizistin im Bereich Prävention mit Schwerpunkt auf der Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche — erzählte mir unlängst, die Stadtverwaltung hätte in ihrem Kommissariat angefragt, ob die nicht eine Schulung für die Bademeister(Innen?) in den städtischen Bädern machen könnten, damit die erkennen, wenn Kinder Opfer sexueller Gewalt [außerhalb der Badeanstalten] sind.
    Fragte ich ganz blöd zurück, ob man so etwas überhaupt Kindern ansehen könne. Meinte meine Mutter, nein, das könne man natürlich nicht, und die Idee sei großer Schwachsinn.
    Ich denke, der Fall, der in der Mail geschildert wird, gibt ihr darin recht.

  16. danielj sagt:

    Nebenbei habe ich gar nicht damit argumentiert daß es um ein Kind gehe — ich nehme mal an daß ich angesprochen war — aber prinzipiell finde ich es positiv daß dem Personal nicht nur aufgefallen ist daß da was ungewöhnlich ist (im Sinne daß das Kind nicht mit der üblichen Begleitung unterwegs ist) sondern dann auch reagiert hat. Und ja — überreagiert.
    Und dann wiederum — vielleicht hat sich das Verhalten der beiden für Aussenstehende auch einfach anders dargestellt, keine Ahnung, ich war nicht dabei und hier Kommt nur eine Seite zu Wort (und nein, ich will nichts unterstellen).

  17. Anonymus sagt:

    @danielj Ja, richtig, wir kennen nur die eine Seite, das müssen wir konzedieren. Nur, darf man daraus eben auch nicht sofort schließen, dass der Onkel etwas falsch gemacht hat.
    Wie gesagt, es ist gut, dass der Bademeister aufmerksam ist, nur darf das eben auch nicht so weit gehen, dass ein Onkel sofort der Pädophilie verdächtigt wird, nur weil er mit seinem Neffen Quatsch macht.

  18. Jokey sagt:

    Also ganz ehrlich, ich mach mir inzwischen auch schon meine Gedanken, wie ich mich meiner knapp dreijährigen Tochter gegenüber auf der Straße verhalte.
    Wenn da ein Fremder vielleicht nur einen (Bruch)Teil einer Situation falsch mitbekommt, hat man schnell schlimme Konsequenzen zu tragen, daher ist gerade der letzte Absatz für mich total nachvollziehbar

  19. Meiner einer sagt:

    So ein bisschen sind die Leute aber auch selbst schuld an der Panikmache. Bevor das Web so verbreitet war, hätte diese Geschichte wohl kaum jemand erfahren. Heutzutage wird sie potentiell millionenfach gelesen und nicht wenige werden sie sich zu Herzen nehmen. D.h. sie werden jeglichen Kontakt mit Kindern vermeiden, Kinder die z.B. nach der Uhrzeit fragen ignorieren, Kindern nicht die Hand geben, Kinder nicht anlächeln, nicht zurückwinken und schon gar nicht auf Kinder von Freunden oder Verwandten aufpassen. Manchen vergeht womöglich gar die Lust aufs Kinderzeugen. Man sollte auch einmal bedenken, was man den Kindern damit vermittelt. Die sind ja nicht blöd.

    Der Effekt davon ist letztlich eine Eskalation, sodass die oben genannten Dinge immer stärker als «Grenzüberschreitungen» oder gar unnormal wahrgenommen werden.

    Es gilt aber immer noch: Das Web ist nicht die reale Welt, es ist nicht repräsentativ. Das gilt noch in viel stärkerem Maße für die Parallelwelt «Blogosphäre». Die richtige Reaktion wäre, genau das Gegenteil zu tun. Jetzt erst recht Kinder grüßen, anlächeln, an der Bushaltestelle auch ruhig mal altersgerechten Smalltalk führen — hat meine Oma schließlich auch gemacht.

    Tatsächlich ist die Welt da draußen noch ganz anders als es uns die Panikmacher auf allen Seiten weismachen wollen. Berichte wie im Artikel sind immer noch absolute Ausnahmen und nicht die Regel. Er ist aber ein Indiz dafür, dass wir uns in die falsche Richtung bewegen. Würde eine Frau im Minirock begrabscht, wäre die richtige Reaktion doch auch nicht, eine Burka zu tragen. Das Problem ist der Grabscher, nicht der Minirock. Genauso sind die Pädophoben das Problem und nicht die sozialen Menschen, die sich um Kinder kümmern bzw. einfach nur als vollwertige Mitmenschen in ihrem Alltag behandeln.

  20. Genau, auf diesen Kommentar haben alle gewartet. Jetzt ist das Netz an der Panik im realen Leben schuld, die durch eine TV-Sendung und der BILD verbreitet wird. Mensch, dass wir darauf nicht gekommen sind…

    Naja, heute ist Samstag, sonst hätte ich den Kommentar gelöscht…

  21. cornelia p. sagt:

    Männer, die sozialkritische Problemfilme wie «Hasenohrmetastasen» ins Kino bringen und selber ihre Frau betrügen, sind eigentlich die glaubwürdigsten und kompetentesten, wenn es um solche ernsten Themen geht. Deshalb darf der liebe Till uns auch in der moralisch sauberen Tittenzeitung «Bild» alle als Pädo-Liebhaber diffamieren und sich von oben herab entrüsten, was für eine Moral (Witz komm raus) in diesem Land überhaupt noch herrscht, wenn es tatsächlich Menschen gibt, die sich einbilden in diesem Land würden alle Menschen gleich sein und das Grundgesetz (hä, wattn dat?) gelten.

    In der selben einfältigen Logik liegt es dann auch wohl, dass gelangweilte Ministergattinen und/oder Ex-Adelige von ihren «mühsam ererbten» Milliönchen auf dem Konto so gelangweilt sind, dass sie mal «in Charity machen» und sich dann als Prototyp der «kompetenzfreien Expteröse (ähnlich wie Friseurin zu Friseuse) zum Thema» darstellen können, natürlich immer zu Themen von denen man keinen blassen Schimmer hat (Zitat: Kinder werden heutzutage von Standleitungen ins Internet bedroht).

    Man muß garnicht wissen, was Frau von und zu dem Hofberichterstatter der BILD als neueste «Guttenberg ins Kanzleramt»-Story verzapfen wird, man kann am kompeteten Titel «von» (der mit einem erworbenen Doktortitel in Kriminalistik und Sexualwissenschaft gleichzusetzen ist) längst erahnen: «Das Internet ist tödlich! Das Internet vergewaltigt Kinder! Unsere Kinder! Warum denkt denn niemand an unsere Kinder!!»

    Und jetzt liebe Eltern, nachdem ihr euren Kindern das Internet endlich verboten habt (huch, wie beruhigend), könnt ihr sie auch wieder zurück ans Handy lassen, damit diese weiter heimlich mit den komischen alten Herren telefonieren und SMS schreiben und die Kinder danach auf den Spielplatz zum «netten Onkel» schicken, der den Kindern (zum Glück ohne Internet!) leckere Süßigkeiten mitgibt, damit diese ihm mit nach Hause folgen.….ach wie schön, dass das teufliches Internet nicht mehr unsere Kinder in seiner Gewalt hat und wir von RTL und Frau Guttenberg endlich mal aufgekärt (und garnicht verdummt) wurden!

  22. Anonymous sagt:

    Haben BKA und Contentmafia erstmal ihre VDS und Netzzensur etabliert, ist schlagartig Schluss mit dem Budenzauber auf dem Rücken der Kinder.

  23. stabi sagt:

    Ich stimme zu, dass da gerade ein Trend instrumentalisiert wird, allerdings teile ich die Hoffnung nicht, dass der «Budenzauber» vorbei ist, wenn er seinen Job getan hat. Ich hoffe natürlich auch, dass der Job (=Contentmafia und BKA kriegen alles, was ihnen in ihren feuchtesten Träumen einfällt geliefert) nicht getan wird, aber das ist eine andere Baustelle.

    Der Trend den ich meine, ist der einer neuen, absurden Prüderie, die erst Nacktheit (Nippelgate, Textilzwang in Saunas etc.) und als zweiten Schritt jeden Körperkontakt (Erzieherinnen in Kindergärten dürfen Kinder nicht mit Sonnenschutz eincremen, wer nicht geschützt erscheint darf nicht draussen spielen) sexualisiert. Wer schonmal in der gemischten Sauna schwitzt und schonmal jemanden tröstend in den Arm genommen hat, der kann Nacktheit/Berührung von SexSexSex wohl trennen. Aber diese Trennung soll nicht mehr gelten. Alles ist verdächtig. Erst recht (aber nicht nur) wenn Kinder ins Spiel kommen.

    This trend was brought to you by our friends from the U.S./U.K./Australia/and so on. Wie auch die Blaupause für Tatort Internet. Wobei das Internet im Gesamttrend nur eine kleine Statistenrolle spielt.

    Was das soll, dazu habe ich keine Verschwörungstheorie parat. Passt auch zum aktuellen Rollback bei der Akzeptanz von Schwulen/Lesben in den U.S. Ein seltsam verkniffener Puritanismus mit Heugabeln und Fackeln.

    Wäre auch ohne Tatort Internet hier angekommen. Das war — besonders dank der Print-Begleitung — natürlich ein extra Schubs in diese seltsame Richtung.

    Ich denke, gemischte Saunen und familienfreundliche FKK-Clubs wird es in 15 Jahren hier nicht mehr geben. Aber ich bin auch grad pessimistisch gestimmt heute.

  24. Jürgen sagt:

    Unsere Politiker haben leider das gleiche geistige Niveau wie die Banker, die sinnlos hunderte Milliarden verzocken. Guttenberg sollte die Verantwortung für seine Frau übernehmen und zurücktreten.

    Offensichtlich ein neuer Frontalangriff auf Internet und Meinungsfreiheit. Grund– und Menschenrechte sowie Lebensstandart der Bürger werden seit Jahrzehnten parteiübergreifend systematisch immer weiter heruntergefahren. Es wird höchst Zeit, dass unsere Scheindemokratie reformiert wird.

    Die aktuelle Hass– und Panikpropaganda erinnert sehr an die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg — nicht nur islamistische Hassprediger sind in der Zivilisation unerwünscht!

  25. Chewie sagt:

    Ich bin mal so frei und kopiere hier das rein, was ich in einem anderen Forum geschrieben habe:

    —————————————-
    Es ist dann wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es im Fernsehen auch «Running Man» geben wird.
    Und schafft zu «Aufklärungszwecken» doch bitte die Verpixelung der Gesichter ab, schließlich will der Lynchmob ja wissen, wen man am nächsten Baum aufhängen muß!

    Nee, mal ehrlich:
    Natürlich muß was getan werden, damit Pädophile keine Opfer im Internet finden und dann auch noch mißbrauchen können. Aber ein Pranger ist dabei wohl das falsche Mittel. Aufklärungsarbeit bei den Kindern UND Eltern, vor allem ein Aufbau von Medienkompetenz bei letzteren, ist wichtig!
    Viele Eltern wissen gar nicht, was ihre Kinder am PC spielen und/oder was sie im Internet machen (können). Da gibt es höchstens verallgemeinernde Verteufelungen a la «Egoshooter bilden Amokläufer aus».
    Dieser TV-Pranger ist sicherlich der falscheste Weg, der nur auf Effekthascherei und Befriedigung der Spanner-Mentalität vieler Zuschauer abzielt (man denke nur an den Mob, der sich um einen Unfall bildet…wo keiner hilft, sondern nur gafft) und damit niedere Instinkte anspricht und einer weiteren Verrohung der Gesellschaft dient!
    Ich bezweifle, daß dies unsere gesellschaftliche Entwicklung wirklich weiterbringt.
    Das läuft irgendwie auf «Tausche Kinderschänder gegen Pranger und Lynch-Justiz» hinaus.

    Es gehört zum Eltern-Job, sich mit der Alltagswelt ihrer Kinder und deren Gefahren auseinanderzusetzen…so wie meine Eltern mich vor 30 Jahren vor fremden Männern, die mich auf der Straße ansprechen, gewarnt haben, so müssen die Eltern von heute (auch ich) sich zusammen mit ihren Kindern der neuen Gefahren bewußt werden. Hierbei wäre es wichtig, Hilfestellung zu geben. Aber auf seriöse, ehrliche Art — nicht im Rahmen dieser billigen Effekthascherei dieses TV-Formats!

    —————————————-

    Zunächst einmal vorweg:
    Kindesmißbrauch in jeglicher Form verurteile ich, egal ob es sich um körperlichen (sexuellen) oder seelischen Mißbrauch handelt!

    Ziel ist es doch, die Kinder zu schützen. Und grad bei solchen Sachen, die übers Internet (Chatrooms) beginnen, wo also die Kinder noch keinen direkten persönlichen Kontakt zu den Tätern haben, sollte das eigentlich leichter möglich sein als zu meiner Kinderzeit, wo meine Mutter mich vor dem «bösen Onkel» auf der Straße gewarnt hat.
    Dazu bedarf es aber Eltern, die sich mit dem Thema Internet und den dortigen Gefahren beschäftigen und dann ihre Kinder aufklären!

    Stichwort Aufklärung: Heute reicht es halt nicht mehr, darüber zu reden, wie Babies entstehen und wie man ein Kondom benutzt!

    Eine Mutter wie XXX (anderer Forumteilnehmer) beispielsweise ist jemand, die keinerlei Ahnung über die Gefahren des Internets hat, dann aber durch solch eine Sendung panisch aufgeschreckt wird und quasi nach der Lynchjustiz ruft — einfach weil sie total hilflos ist und überhaupt nicht weiß, wie sie nun mit dieser neuen «Gefahr» umgehen soll (ich setze «Gefahr» bewußt in Gänsefüßchen, denn sie ist ja nicht unmittelbar und auch keine direkte Bedrohung — man kann sie eigentlich relativ leicht ausschalten).

    Redet offen mit den Kindern, so daß sie das Thema Sex auch von sich aus ansprechen können und mit allem, was damit zu tun hat, zu euch kommen können. Das Schlimmste, was man machen kann, ist das Thema tabuisieren — denn dann ist der «nette Mann aus dem Internet», der einen über alles aufklärt, um vieles interessanter…und auch gefährlicher.

    Nun zu den Tätern:
    Diese Menschen, egal ob Männer oder Frauen, sind psychisch krank. Für diese Erkrankung können sie nichts, die haben sie sich nicht ausgesucht und auch nicht darum gebeten, sie zu bekommen.

    Natürlich entschuldigt dies in KEINSTER Weise den Mißbrauch eines Kindes!!

    Aber anstatt nun eine Hexenjagd einhergehend mit einer Lynchjustiz zu betreiben wäre es doch wohl sinnvoller, diesen Leuten zu helfen, bevor etwas geschieht! Eine öffentliche Zurschaustellung (Verpixelung und Stimmenverfremdung sind da nicht unbedingt ausreichend, die Körpersprache, Wortwahl und Betonung können einen auch verraten) zwingt diese Leute schlimmstenfalls zu einem Umzug und Abbruch aller bisheriger Kontakte zu Freunden und Familie — und dann befinden sie sich in einer fremden Stadt unter fremden Leuten, haben einen Sexualtrieb, den sie ausleben möchten bzw. müssen. Und die Anprangerung im TV kann dann u.U. zu einer «Jetzt ist mir alles egal»-Einstellung führen, d.h. sie leben dann ihren Sexualtrieb erst recht richtig aus.

    Diese Sendung ist daher in keinster Weise hilfreich:
    Sie entbindet Eltern von ihren Aufklärungspflichten und führt schlimmstenfalls zum Internetverbot für die Kinder. Den Tätern wird nicht geholfen, sie leben weiter als potentielle Gefahr in unserer Gesellschaft.

    Wie eine Hilfe aussehen könnte?

    Pädophile gehen eigentlich erst dann zu einem Therapeuten, wenn sie aufgeflogen sind und ein Gericht sie zu einer Therapie zwingt. Bedeutet also, daß schlimmstenfalls schon etwas passiert ist, nämlich der Mißbrauch eines Kindes. Es muß daher in unserer Gesellschaft eine Entwicklung stattfinden, wo sich jemand eingestehen kann: «Ich steh auf Kinder, ich brauche Hilfe!» Und dann muß diese/r auch tatsächlich umgehend Hilfe bekommen — und zwar ohne Stigma, die ihn/sie vom sonstigen gesellschaftlichen Leben ausschließt.
    Das ist aber wohl ein Entwicklungsprozeß, der noch viele Jahre dauern wird. Eine öffentliche Hexenjagd, Lynchjustiz und Pranger führt da aber in die total falsche Richtung!

    Relativ kurzfristig wäre nachfolgendes möglich:
    Bei vielen Pädophilen gibt es 2 unterschiedliche Wege, auf die sie geraten können:

    Sie gelangen in den Besitz von Kinderpornos und befriedigen sich beim Betrachten derselben. Die meisten Pädophilen wollen Kindern gar nichts tun, aber irgendwie müssen sie ihren Sexualtrieb nun mal «ausleben». Daß die Aneignung von Kinderpornos natürlich keine adäquate Lösung ist, ist klar — aber im Vergleich zu der folgenden Variante noch die «harmlosere»…

    Viele Pädophile wissen nichts von ihrem Verlangen. Oder sie gestehen es sich selbst nicht ein, u.a. aus Scham vor sich selbst. Der Sexualtrieb ist aber nun mal ein sehr starker Trieb, der irgendwann mal ausbricht, dagegen kann man kaum was machen. Und sofern man sich keine Ersatzbefriedigung gesucht bzw. gefunden hat (siehe oben: Kinderpornos), macht man sich an ein Kind in der eigenen Familie ran. Und sobald er/sie einmal diese Hemmschwelle überschritten hat, sobald einmal dieser Damm durchbrochen ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß es immer öfters passiert. Aus diesem Grund geschehen die meisten Mißbrauchsfälle auch innerhalb der eigenen Familie — durch Personen, die zuvor in keinster Weise durch eine pädophile Veranlagung aufgefallen sind.

    Dazu mal eine Zahl zum Nachdenken: Lt. wissenschaftlicher Studien sind 25% aller Männer durch nackte Kinderkörper stimulierbar! Das heißt selbstverständlich nicht, daß sie deswegen alle pädophil wären. Aber es läßt erahnen, wie groß das gesellschaftliche Problem ist — und daß man was effektives dagegen tun muß, einerseits durch Aufklärung der Kinder, andererseits durch wirkliche Hilfsangebote für die Pädophilen.

    Zu letzterem folgendes: Es gibt Experten, die die Meinung vertreten, daß man vielen Pädophilen helfen könnte, indem man ihnen die Möglichkeit zur Ersatzbefriedigung gibt, also in Form von Bildern. Natürlich keine Kinderpornos, schließlich werden dabei ja auch Kinder gequält und mißbraucht. Aber es gibt ja auch Zeichnungen, z.B. japanische Hentai-Comics. Und selbstverständlich muß es dazu eine begleitende Therapie geben!
    Bevor jetzt wieder der Aufschrei der Empörung durchs Forum hallt: Nur ca. 0,5% derjenigen, die sich Kinderpornos anschauen, vergehen sich auch tatsächlich an einem Kind! Für 99,5% reicht die Ersatzbefriedigung also vollkommen aus!

    Mir als Vater ist es daher lieber, daß diese Leute eine Möglichkeit zur Ersatzbefriedigung UND eine echte Hilfe erhalten, um mit ihrem Trieb umgehen zu können ohne jemandem zu schaden anstatt wie bisher die totale Verweigerung der Gesellschaft zur Befriedigung ihres Sexualtriebes — weshalb sie als tickende Zeitbombe durch die Gegend laufen!

    Nochmals und in aller Deutlichkeit (da ich weiß, daß Leute gerne wichtige Sachen überlesen):

    Ich vertrete NICHT die Ansicht, daß Pädophile Kinder mißbrauchen dürfen oder echte Kinderpornos erhalten sollen!
    Ich glaube aber, daß auch diese Menschen irgendwie ihren Sexualtrieb befriedigen müssen. Eine Kastration (chemisch oder körperlich) eliminiert nicht die Gedanken und Bedürfnisse im Kopf. Und für einen sexuellen Mißbrauch bedarf es nicht unbedingt des sexuellen Aktes.
    Also sollte man ihnen die (KONTROLLIERTE) Möglichkeit zur Ersatzbefriedigung geben. Viele Pädophile werden dann erst gar nicht straffällig und sehr viele Kinder werden vor einem sexuellen Mißbrauch bewahrt!

  26. Falterchen sagt:

    «Also sollte man ihnen die (KONTROLLIERTE) Möglichkeit zur Ersatzbefriedigung geben.»

    Und die sollte wie aussehen???

    Grüße
    Alter Falter/Falterchen

  27. Chewie sagt:

    Ich bin weder Arzt noch Therapeut noch kann ich einschätzen, welche Möglichkeiten man zur Kontrolle hat. Darüber müßten sich die Fachleute (RICHTIGE Fachleute, nicht die Aushilfs-Jogis und Ja-Sager, deren sich die Politiker so gerne bedienen) den Kopf heißdenken.

    Fakt ist, daß das jetzige System versagt. Weder schützt es unsere Kinder noch bietet es (potentiellen) Tätern eine echte Hilfe an, so daß diese keine Gefahr mehr darstellen.
    Mir ist durchaus klar, daß weitergehende Hilfsangebote für die Täter auf breites Unverständnis in der Bevölkerung stoßen werden — dies aber hauptsächlich deshalb, weil sie nicht aufgeklärt ist und lieber den Stammtischparolen a la «Eier ab», «auf ‘ne einsame Insel verfrachten» oder «Erschießen» folgen. Nur sind dies alles ganz gewiß keine praktikablen Lösungen.

    Wie schon gesagt: Pädophile sind krank. Und genau wie jeder andere Kranke auch brauchen sie Hilfe. Diese Hilfsangebote sind umso leichter anzubieten, ehe diese Leute etwas getan haben.
    Zusammen mit der Aufklärung von Kindern und Eltern wären das mMn die besten Ansätze, um zukünftig mehr Kinder vor Schaden zu bewahren!

    Nicht daß mich jemand falsch versteht:
    Natürlich müssen Täter für ihre Taten bestraft werden, gar keine Frage. Immerhin handelt es sich um (dem Grunde nach) vernunftbegabte Menschen, die «falsch» und «richtig» einschätzen können. Aber die Strafe allein reicht nicht, wünschenswert wäre es, wenn es Hilfsangebote gäbe für diese Leute, BEVOR sie einem Kind etwas antun können.

    Ein Pranger und Hexenjagd, wie sie diese Sendung praktiziert, hilft da gewiß nicht weiter. Eher ziehen sich die potentiellen Täter noch weiter und länger in ihr Schneckenhaus zurück, um dann doch irgendwann zuzuschlagen. Das ist einer der Punkte, weswegen ich diese Sendung für so gefährlich halte!

  28. Hackwar sagt:

    Ich fordere in Zukunft den finalen Rettungsschuss für solche klaren Fälle von abartigem, pädophilen Missbrauch.

    Wer Ironie findet, darf sie behalten.

  29. reapers blog sagt:

    Kollateralschaden…

    Beim Schutz unserer Kinder gibt es eben auch Reibungsverluste. Ist doch ganz normal jedem zu misstrauen, so bei dem ganzen Überwachungskram sind wir doch auch alle ein bisschen Paranoid.…

  30. Jürgen sagt:

    Man sollte ernsthafte Probleme auch einmal sachlich betrachten:

    Das Internet ist ein digitales Abbild unser Welt in ihrer ganzen Vielfalt — vom Kindergarten bis zur schwersten Kriminalität und Taliban.
    Es bringt also überhaupt nichts, wenn man jeden Nutzer eines willkürlich herausgepickten Mediums als gemeingefährlich darstellt. Wer will ernsthaft behaupten, dass Schwerverbrecher nicht telefonieren oder Briefe schreiben — kommen bald alle Anschlußinhaber in die Sicherungsverwahrung?!

    Für die Sicherheit unmündiger Kinder sind in erster Linie die Erziehungsberechtigten sowie unterstützend auch die Gesellschaft verantwortlich.

    In der Realität würde man einem Kind je nach Alter und Reifegrad Schritt für Schritt mehr Freiheiten und beherrschbare Risiken zumuten — erst Laufstall, später Fahrrad, noch später Porsche fahren.

    Es ist aus meiner Sicht ein Vorwand zur weiteren Entmündigung der Bürger, wenn gefordert wird, das Internet zu zensieren und das gesamte Netz zum Kindergarten zu machen. (Auch Fernsehen und Printmedien haben ein starkes Interesse, das Internet zu sabotieren — man denke an den milliardenschweren Werbemarkt!)

    Sinnvoller wäre sicherlich, die technischen Möglichkeiten zu schaffen, ein Benutzerkonto für Kinder auf jedem Computer einrichten zu können, von dem aus nur altersgeeignete und überwachte sichere Bereiche erreichbar sind, z. B.:
    Real = Jugendzentrum — Internet = überwachter Chat

    Für Kinder wäre dann altersgeeignete Aufklärung wichtig — auch zu meiner Zeit gab es schon den «bösen Mann» mit Süßigkeiten. Weiterhin muß auf Kinder viel mehr — aber vernünftig — geachtet werden: 50 kg Übergewicht mit acht Jahren stellen wahrscheinlich einen ähnlich großen Schaden dar, wie ein sexueller Mißbrauch.

    Auch für Gefährder sollten sachliche Maßnahmen getroffen werden — siehe Aktion «kein Täter werden» der Charite um Straftaten zu verhindern.

    Letztlich müssen Maßmahmen getroffen werden, unverbesserliche Täter aus dem Verkehr zu ziehen mit möglichst geringen Kosten.

    Fazit:

    Wenn man nicht die politik– und mediengesteuerten Scheißhausparolen unendlich wiederholt, sondern die Probleme sachlich löst, wären umsetzbare Konzepte noch vor Weihnachten fertig!


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