Tagebücher aus dem ersten Weltkrieg


Quelle: lessie, CC-CB (Klick aufs Bild für größere Auflösung)

lessie, Mitglied auf dem CC-CB, hat beim Aufräumen Tagebücher seines Großvaters gefunden, der im ersten Weltkrieg bei Arras dabei war. Von ursprünglich wohl 9 Büchern konnte er die Bücher 5–9 finden. Er kann die Briefe leider nicht lesen. lessi fragt:

Wer kann ihm beim Lesen (Übersetzen) der Bücher helfen?
Welche Organisationen (Museen) könnten Interesse an den Büchern haben?

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15 Antworten zu “Tagebücher aus dem ersten Weltkrieg”

  1. schmitte sagt:

    Wunderlich, oh, wunderlich, dass alle zwei-drei Generationen Deutsch derart verändert wird, dass Wissen der Allgemeinheit nicht mehr zugänglich ist.

  2. Christian sagt:

    Wow. Da hab ich ja Glück, dass mein Großvater vergleichsweise richtig lesbare Aufzeichnungen hinterlassen hat.

    Lesen kann ich die Sütterlin leider auch nicht, aber Interesse könnte das Deutsche Historische Museum in Berlin haben und wenn’s was offizielles ist, evt. auch das Bundesarchiv.

  3. Andy sagt:

    Eindeutig Sütterlin, allerdings ist die Handschrift wirklich schwer lesbar.

    Ich finde es auf jeden Fall beruhigend, daß es auch damals Leute mit krakeliger Handschrift gab. Nach der Lektüre der Tagebücher von Großmutter und Großtante dachte ich schon, daß damals jeder akkurat und wunderschön geschrieben hat 😉

  4. Ricarda sagt:

    Durch meine Ausbildung zur Denkmaltechnischen Assistentin habe ich Sütterlin sogar noch lernen müssen. Allerdings kann auch ich sagen, dass der Großvater wohl eher einer der Schnellschreiber gewesen sein muss, der Anfangs noch deutlich und dann unleserlich geworden ist. Einige Worte kann ich da ganz gut lesen. Alle Bücher werde ich ihm wohl nicht übersetzen können 😉 Aber wenn er fragen hat, gib ihm meine Emailadresse. Helfen würde ich gern.

  5. Andy sagt:

    @Andy.

    Ich lese gerade, daß es die Sütterlinschrift erst ab ca. 1915 gab, deswegen vermute ich, daß es sich hier um die ältere Deutsche Kurrentschrift handelt.

  6. phoibos sagt:

    ich denke, sütterlin und kurrentschrift kann man synonym gebrauchen (auch wenn für ein paar typofreaks unterschiede bestehen). da es sich um _hand_schriften handelt, wird die normierte schulausgangsschrift nicht mal am ende der dritten klasse erreicht: sie erhält immer eine individuelle note (vergleicht mal eure handschrift mit der schulausgangsschrift oder der vereinfachten ausgangsschrift oder der ausgangsschrift).

    lange rede, kurzer sinn: http://www.amazon.de/Deut.….6667533/ ist imo das beste buch zum lernen (wurde mir vom leiter des hamburger staatsarchivs empfohlen bei nem seminar). aber unbedingt das übungsbuch dazubestellen, denn lesen lernt man auch durchs schreiben 😉

    ciao
    phoibos

  7. Oliver sagt:

    Da kann ich phoibos nur beipflichten, «Deutsche Schreibschrift. Lesen und Schreiben lernen» ist sehr empfehlenswert. Wobei für mich in der Praxis jedoch eher Dinge wie römisches Graffiti interessant sind. Interessant wäre dies als Leihgabe an ein Museum, welches kulturhistorische Exponate aus den beiden Weltkriegen thematisiert, dort tummeln sich in der Regel auch die Experten. Das Lesen ist die eine Sache, die fachgerechte Analyse eine andere — zudem würde ich, ob etwaiger Intimitäten, nicht jedem derartiges überlassen. Wenn ich als Archäologe derlei Kram aus der Antike verarbeite kann ich keinem mehr mit den erlangten Informationen schaden. Das sollte man nicht nur spaßeshalber bedenken 😉

  8. Yuggoth sagt:

    die unis könnten auch interesse daran haben.

  9. Oliver sagt:

    Unis und Denkmalpflege haben untereinander ohnehin Kontakte.

  10. Gehirnmensch sagt:

    Es gibt in Emmendingen ein Tagebucharchiv, das für solche Aufzeichnungen eigentlich wie geschaffen ist. Dort werden die Tagebücher auch alle gelesen und verschlagwortet und nicht wie in so manchen anderen anderen Archiven nur archiviert oder gar aussortiert und nicht ins Archiv aufgenommen. Das dürfte die richtige Anlaufstelle sein, vor allem, da die entsprechenden Forscher auch wissen, dass man dort gut an Tagebücher kommt.

    Ansonsten: Gerade da das Ding ja aus persönlichen Gründen wichtig ist, sollte der Betreffende versuchen, die Schrift zu lernen. So schwierig ist es nicht.

  11. Zeitblog sagt:

    Ich bin kein Spezialist, aber vielleicht kann ich wenigstens zum Verständnis beitragen — wenn ich gute Scans in die Finger bekommen. Ich frage lessi mal danach.

    Je nachdem bei welcher Armee sein Großvater gedient hat, könnten das Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg oder eines der Landesarchive Interesse an den Tagebüchern haben. Ich persönlich würde das BA-MA empfehlen, die haben da schon einige aus der Zeit.

  12. Anonymous sagt:

    Das Militärarchiv in Freiburg wäre vielleicht die richtige Adresse: Bundesarchiv-Militärarchiv, Wiesentalstraße 10, 79115 Freiburg.

  13. Anonymous sagt:

    Genau. Bundesarchiv-Militärarchiv, Wiesentalstraße 10, 79115 Freiburg

  14. Moonica sagt:

    War bestimmt ein emsiges Kerlchen wenn er Zeit hatte bis mittags zu schlafen.
    Der hat genausone Sauklaue wie ich. Mit besseren Scans könnte man da wohl recht viel entziffern. Hätte der nur mal nen andren Stift benutzt…

  15. Chuck sagt:

    Das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen hätte bestimmt auch interesse: DEUTSCHES TAGEBUCHARCHIV e.V. Dort werden die Tagebücher auch inhaltlich ausgewertet.

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