Schlagwort ‘Zukunft‘

Was war nur schiefgelaufen?

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Die ersten Herbststürme erreichten Berlin. Innenminister Christopher Lauer saß in seinem Dienstwagen und wurde von seinem Chauffeur ins Schloss Bellevue gefahren. Lauer dachte zurück, an die letzten Jahre, den Kampf, Erfolge und Niederlagen. Er lächelte: 22 Jahre waren es jetzt her, seit er und 14 weitere Mitstreiter in das Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen waren. Politische Sensation wurde es damals genannt, eine Protestwahl, eine Eintagsfliege. Doch die Piraten hatten alle Kritiker Lügen gestraft. 2013 erreichten sie bei der Bundestagswahl 5,4% und zogen in den Deutschen  Bundestag ein. Die gleichen Experten, die zwei Jahre zuvor die Piraten als Eintagsfliege bezeichnet hatten, erklärten im Oktober 2013 warum die Piraten die neue fünfte Kraft im Parteienspektrum seien, nachdem die FDP pulverisiert wurde. Lauer blieb in Berlin Abgeordneter — erst vier Jahre später sollte seine große Bundestagskarriere beginnen.

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Herr Rösler, zurücktreten bitte!

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Philipp Rösler, derzeit noch Bundesgesundheitsminister, ist Favorit auf dem Posten des FDP-Vorsitzenden. Wie bereits dargelegt, wird der Spross Westerwelles und die restliche Boygroup die FDP nicht wirklich zu neuen Ufern führen, das hat Jens bei den NachDenkSeiten auch noch einmal deutlich gemacht. Wie verkommen der Politiker Philipp Rösler bereits ist, zeigt die von ihm gestellte Bedingung, unter der er FDP-Vorsitzender werden will: Er möchte von Rainer Brüderle das Wirtschaftsministerium übernehmen. Als Grund wird von unzähligen FDP-Mitgliedern und ebenso vielen Journalisten argumentiert, Rösler müsse sich profilieren können. Entschuldigung. Wie bitte?!?

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Die FDP bleibt die FDP — auch unter Bahr, Lindner und Rösler

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In und über die FDP wird derzeit viel diskutiert. Dass Guido Westerwelle sich als Parteichef nicht mehr halten kann, war spätestens seit den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz klar. Neue Hoffnungsträger werden gesucht, und scheinen gefunden: Daniel Bahr, Landesvorsitzender der NRW-FDP, Christian Lindner, Generalsekretär, und Philipp Rösler, Bundesgesundheitsminister, gelten als die neuen Hoffnungsträger der selbst ernannten Liberalen. Warum eigentlich? Es sind junge Politiker, die im System Westerwelle groß geworden sind, das System Westerwelle von Kindesbeinen aufgesogen haben. Bahr, Lindner und Rösler stehen für das gescheiterte System Westerwelle, wie keine anderen Politiker innerhalb der FDP. Mit den neuen Hoffnungsträgern der FDP wird es keine neue FDP geben. Die drei jungen Herren werden den alten, gescheiterten Weg fortsetzen.

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Liebe Paywall, Du kannst mich mal!

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Foto: F!XMBR

Hey Paywall,

wir haben lange nicht mehr miteinander gesprochen. Es ist mir auch egal, ob Du für die Verleger erfolgreich bist, oder nicht. Im Moment wird halt ein politischer Kampf gekämpft, und ob sich Schwarz-Gelb nun kaufen und unter Druck setzen lässt, oder auch nicht — who cares. Du und Deine Verleger, Ihr habt schon verloren. Ihr führt einen Rückzugs– und Rechtfertigungskampf. Dass Ihr dabei jegliche Moral verloren habt, ist Euer Problem, nicht meines. Politische Mehrheiten ändern sich — und solltet Ihr es tatsächlich schaffen, unsere Demokratie und Meinungsfreiheit ein stückweit abzubauen, hoffe ich stark, dass dies dann korrigiert wird. Ich bin halt ein unerschütterlicher Optimist. Weißt Du, liebe Paywall, seitdem Du beim Abendblatt, der Berliner Morgenpost, der Financial Times oder der New York Times eingezogen bist, habe ich Dich und Deine Auftraggeber nicht mehr verlinkt. Warum sollte ich auch? Du möchtest mich nicht als Leser und meine Empfehlung? Ich kann das akzeptieren. Natürlich kommen gerade im Web 2.0 durchaus Links zu Dir an, sei es über Twitter, Facebook oder wie die Dienste alle heißen. Und soll ich Dir Etwas verraten? Ich stehe dann nicht vor einer Schranke. Wie ich das anstelle? Nun, im Gegensatz zu Dir kenne ich das Netz, seine Möglichkeiten und großen Chancen. Auch wenn mir viele Dinge nicht gefallen, so besteht mein Internet hauptsächlich aus positiven Dingen. Jeder Nutzer ist selbst dafür verantwortlich, was auf seinem Bildschirm erscheint — das gilt nicht nur für die Twittertimeline, sondern für alle Inhalte. Du, liebe Paywall, erscheinst garantiert nicht auf meinem Bildschirm.

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Die verschmähte Liebe des Jörg Tauss

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Jörg Tauss, in den letzten zwei Jahren im politischen Berlin mehr oder weniger zum politischen Hofnarr avanciert, kritisiert in seinem aktuellen Blogartikel den Chaos Computer Club. War Jörg Tauss vor Jahren noch der einzig glaubwürdige Netzpolitiker, ist er heute zur tragischen Figur verkommen. Seine befremdlichen Recherchen im Kinderporno-Milieu sollen hier aber nicht das Thema sein. Es ist bekannt, dass Tauss mittlerweile im Heise-Forum-2.0 angekommen ist, sprich der Piratenpartei. Auch wenn er sich offiziell nach seiner Verurteilung zurückgezogen hat, so gehört er doch zu dem politischen Arm Deutschlands, der von sich behauptet, das Internet erfunden zu haben und alle netzpolitischen Forderungen, die derzeit durch die Parteien geistern, aufs politische Tableau gehoben zu haben. Tauss kritisiert in seinem Artikel die Politisierung des CCC, dessen politische Zusammenarbeit mit allen Parteien, insbesondere die Gespräche mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Die sicherlich an der einen oder anderen Stelle berechtigte Kritik wird aber ad absurdum geführt, wenn er rhetorisch fragt, ob der «CCC Verbündete oder gar einen politischen Arm, wie beispielsweise die Piratenpartei» braucht. Die Piratenpartei als politischer Arm des CCC? Das wäre ungefähr das gleiche, als wäre Paris Hilton der verlängerte Arm von Stephen Hawking.

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Warum Facebook del.icio.us kaufen muss

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Yahoo. Dead Man Walking. Ich denke, niemand der derzeitigen Web-2.0-Generation kann sich vorstellen, dass es Google einmal nicht mehr geben wird. Im Hause Googles wird man jedoch das schleichende Ende von Yahoo genau beobachten und analysieren. Dead Man Walking — Yahoo wird vielerorts nur noch als Schatten seiner selbst bezeichnet. Diese Woche wurde wieder einmal bekannt, dass mehrere Hundert Mitarbeiter ihre Kündigung unter dem Weihnachtsbaum vorfinden — zusätzlich wird Altavista, einer der Internetpioniere wohl geschlossen. Auch del.icio.us, so wurde gemutmaßt, sollte geschlossen worden. Nun heißt es, del.icio.us solle «nur» verkauft werden. Yahoo schiebt den schwarzen Peter der Presse zu — doch ist die Posse um del.icio.us nur ein weiteres Beispiel rund um die Unfähigkeit des ehemaligen Giganten. del.icio.us selbst, als eigenständiges Unternehmen, ist meiner Meinung nach nicht überlebensfähig. Deshalb kann es für einen Käufer nur darum gehen, mit del.icio.us sein Angebot an die Nutzer zu erweitern, einen zusätzlichen Service zu bieten, die Nutzer noch enger an das eigene Unternehmen zu binden. Hervorzuheben ist hier sicherlich Facebook, hier würden sich einige Vorteile ergeben.

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Das Versagen des Journalismus

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Foto: F!XMBR

Es besteht die Gefahr, dass unsere Demokratie zur Folklore verkommt. Zu diesem Schluss kommt Harald Schumann in der Zeit. Sein Artikel «Die Einflüsterer der Republik» zeigt, wie sehr sich unsere Republik von einer Demokratie entfernt, wie unser Parlament Lobbyisten aus der Wirtschaft nur noch als Erfüllungsgehilfe dient. Und doch zeigt der Artikel nur die halbe Wahrheit. Die Frage nach dem heutigen Journalismus wird nicht gestellt. Journalisten werden nach Artikel 5 unseres Grundgesetzes besonders geschützt, ihnen kommt in einer Demokratie eine besondere Funktion, die der Kontrolle der Mächtigen, zu. Versagt unsere Demokratie also gerade in ihrem Innersten, so ist es eine direkte Folge des Versagens des Journalismus. Wird unser Parlament von mächtigen Einflüsterern gesteuert, so ist der Journalismus der verlängerte Arm des Marketings und für die PR zuständig.

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Bruce Schneier: die Zukunft der Privatsphäre

Bruce Schneier spricht über die Zukunft der Privatsphäre. Via Open Rights Group

Ein Jahr später, wir veröffentlichten dieses Video letztes Jahr zur gleichen Zeit auf F!XMBR, ist Post-Privacy en vogue, sprich eine Art «Biedermeier» der digitalen Elite. Anstatt zu kämpfen, gibt man klein bei, postuliert allerlei abstruse Theorien, allen voran jener Michael Seemann (aka mspr0) mit seinem ganz persönlichen Kontrollverlust, nicht zu vergessen Zeitgenossen wie Jens Best oder auch Jeff Jarvis. Ich möchte gar nicht das Augenmerk auf jene richten, dazu ist die Zeit zu schade und deren Beiträge mehr oder weniger substanzlos. Vielmehr haben diese Vertreter der «erweiterten Öffentlichkeit» exemplarischen Charakter, interessanter hingegen ist obiger Vortrag Bruce Schneiers, der das Gut Privatsphäre thematisiert und den fundamentalen Anspruch des Einzelnen auf dieses Gut verdeutlicht, ebenso wie die sich zusehends manifestierende Bedrohung diesem gegenüber.

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Wir befinden uns im Krieg

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Foto: F!XMBR

Befinden wir uns um Krieg? Das mag auf den ersten Blick weit hergeholt sein — und doch kämpfen weltweit die Menschen gegeneinander, virtuell wie real. Auf der einen Seite Politik und Medien, die den alten Status Quo bewahren möchten, auf der anderen Seite diejenigen, die das Informationszeitalter mit seinen positiven und auch negativen Begleiterscheinungen akzeptiert haben. Wikileaks ist derzeit in aller Munde — nach der Veröffentlichung der Diplomaten-Depeschen fordern in den USA namhafte Politiker die Tötung von Julian Assange. Und ja, wir sprechen von den USA, das große demokratische Vorbild der westlichen und freien Welt. Wikileaks ist dabei nur die Spitze des Eisberges. In Europa stehen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung auf dem Plan, im Iran schaffen es Oppositionelle immer wieder, Informationen via Internet außer Landes zu bringen. Weltweit kämpfen Regierungen verbissen gegen das Internet, sei es in Deutschland, dem Iran, den USA oder in Nordkorea. In diktatorischen Staaten und den USA müssen Aktivisten wie Julian Assange damit rechnen, getötet zu werden — soweit ist es in Deutschland noch nicht, jedoch ist der Jugendmedienschutzvertrag der erste Schritt, um unliebsame Aktivisten der Existenz zu berauben. Anwälte und Gerichte werden es möglich machen.

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Die Piratenpartei liegt am Boden

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Auf am Boden Liegende soll man nicht auch noch eintreten. Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum die Piratenpartei an diesem Wochenende medial kaum stattfindet. In den letzten Monaten sind viele Dinge eingetreten, die nicht nur vom Autor dieser Zeilen befürchtet und kritisiert wurden. In den Medien finden sie bis auf wenige Ausnahmen gar nicht mehr statt, der Vorsitzende glänzt bei wichtigen Terminen mit Abwesenheit und es scheint, als wäre Jens Seipenbusch mit der Partei unzufriedener als die Partei mit ihrem Vorsitzenden. Diesen Umstand könnte man durchaus als ironisch bezeichnen. Der große Hype ist vorbei, Wahlergebnisse von 2,0% erscheinen fernab jeglicher Realität — es geht eher in Richtung 1,0% als in Richtung der propagierten 5%. Die Piraten liegen am Boden — und es schaut nicht danach aus, als würde man wieder aufstehen können.

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Der Anfang vom Ende für Angela Merkel

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Bild: Agenda 2013

Gestern fand wie jedes Jahr die Generaldebatte im Bundestag zum Bundeshaushalt statt. Die Medien hyperventilieren, Gabriel greift an, Merkel kontert – wie immer in den vergangenen Jahren, egal wer nun Oppositionsführer oder auch Kanzler war. Und doch ging eine Nachricht eher unter, die das Ende der Kanzlerschaft von Angela Merkel einläuten könnte. Ohne Not hat sie sich hinter Stuttgart 21 gestellt und die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 27. März nächsten Jahres als «Bürgerbefragung» zu Stuttgart 21 bezeichnet. Als Gerhard Schröder und seine SPD die Landtagswahl 2005 im Stammland der SPD, in Nordrhein-Westfalen, verloren, war es das Ende des Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Angela Merkel steht nun vor einer ähnlichen Situation. Verliert Schwarz-Gelb ihr Stammland, das Ländle, ist dies nicht nur eine Abstimmung über Stuttgart 21, sondern auch über die Politik Merkels und Westerwelles.

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