Schlagwort ‘Zeit‘

Was der Zeit die Bildung wert ist …

Nun sicherlich zum einen eine gepflegte Neiddebatte, so a la der Mär von der «alles zahlenden Frisöse», die zwar sicherlich entsprechende Beiträge zur Sozialversicherung entrichtet, aber so richtig und wahrhaftig niemanden finanziert. In dem Artikel wird auch sogleich von den Gebühren für Kindergärten fabuliert und wie diese den Studiengebühren gegenüber stehen, wobei letztere, gemäß dem Autor, die Republik bewegen und erstere mit einem Schulterzucken abgetan werden.

Ja, die Welt ist grausam und die Medien sind ein Spiegel dieser Grausamkeiten. So zumindest in der Theorie, in der Realität hingegen sind «83€» pro Monat eine stattliche Summe für einen Studenten. Natürlich nicht für jemanden, der in den Staaten studierte und dort die teils horrenden Gebühren, inkl. Aufenthalt, entrichtete. Ich denke hier fehlt dem Autor schlicht die Erfahrung oder sagen wir, der Bezug zur Materie. Was sind denn diese Gebühren? Nun der Autor ging von diesen «500€» pro Semester aus und verteilte diese auf das Jahr. In der Praxis übersehen wir dabei geflissentlich die Gebühren für Asta, Ticket, etc. pp., diese rangieren durch die Republik von 140–250€ extra. Klar, so ein Semesterticket ist recht nett, läßt es sich doch nur selten ausnutzen und muß zudem .u.U. auch finanziert werden, wenn kaum eine Verbindung mit dem öffentlichen Personennahverkehr möglich ist.

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der Mythos der freien kulturellen Entwicklung

Lauscht man heutzutage diversen Zeitgenossen, welche Urheberrecht, Copyright und ähnliche Dinge argumentativ verdammen, so wird als Argument immer gerne auf die früheren Zeiten zurückgegriffen. Jene Zeiten, in welchen ein irgendwie geartetes «Urheberrecht» jenseits der Vorstellung lag, jene Zeiten in denen Kultur sich schrankenlos verbreiten konnte und sich dem Einzelnen ein Eldorado an Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung bot.

Kurzum, wir sehen uns einem Irrglauben gegenüber, ebenso wie jener Glaube an die Unzulänglichkeit der Menschen der «Steinzeit», die Mär vom «dunklen Mittelalter», die vermeintliche «Dummheit» der Menschen in jener Zeit, der Mythos der flachen Erde, etc. pp. Unausrottbare Folklore, die wir einer nur mäßigen historischen Bildung verdanken, die immer noch große Männer und Weltpolitik absurderweise als Marksteine der Menschheitsentwicklung ansieht und die Menschheit selbst, die Kulturgeschichte, außen vor läßt.

Die Steinzeit war fortschrittlicher, als viele heute glauben mögen, das «dunkle» Mittelalter war kein Paradies, aber auch kein fundamentalistischer Albtraum, der Mythos der «flachen Erde», also der Glaube die Erde sei eine Scheibe, war eigentlich schon in der Antike bestritten und im Mittelalter keiner Diskussion mehr würdig. Was diese Beispiele jedoch zeigen, daß die Menscheit heute, trotz ihrer gewaltiger Ressourcen, nicht in der Lage ist, mit stetig steigendem Wissen adäquat umzugehen bzw. dieses entsprechend zu vermitteln. Heutzutage konkurrieren Wissen und Amusement, letzteres behält allzuoft die Überhand. War zu früheren Zeiten das Wissen spärlich aber heiß begehrt, so ist es heut mannigfaltig, jedoch oft verschmäht.

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Angriff auf Karlsruhe

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Wolfgang Schäuble war in seiner Zeit als Innenminister nicht gut auf unser Bundesverfassungsgericht zu sprechen. Zu häufig hatten unsere obersten Richter die Entscheidungen der Politik zumindest in Teilen als verfassungswidrig eingestuft. Insbesondere kam Schäubles Meinung in einem Streitgespräch mit dem ehemaligen Verfassungsrichter Winfried Hassemer in der FAZ zum Ausdruck. Schäuble damals: In der Tat muss man sich fragen, wie weit das Bundesverfassungsgericht in seiner Rechtsprechung gehen kann. Ich habe zum Beispiel verfassungsrechtliche Zweifel, ob das Verfassungsgericht wirklich entscheiden sollte, für welche Straftaten man welches Instrument gesetzlich vorsehen kann oder nicht. In der einstweiligen Anordnung zur Vorratsdatenspeicherung hat es das getan. Schäuble hat für seine Äußerungen sehr viel Kritik eingesteckt, das Bundesverfassungsgericht bedeutet heutzutage für viele Menschen die letzte Hoffnung, den Staat und unsere Politiker zu stoppen, wenn diese über das Ziel hinausschießen. Das ist in den letzten Jahren viel zu häufig passiert.

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Warum mich Frau Dr. Eva Schweitzer sprach– und fassungslos macht

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Es kommt ja selten vor, dass ich fassungslos bin, aber heute ist wieder so ein Tag. Es geht natürlich um Frau Dr. Eva Schweitzer, die einen Blogger hat abmahnen lassen. Hier die vier wichtigsten Links:

Journalistin lässt Blog abmahnen, fordert 1.200 Euro Schadensersatz für Textzitate
Empire Strikes Back
Stellungnahme von Eva Schweitzer zur Blog-Abmahnung
A New Hope

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Die nackte Angst

Man muss die Frage einfach stellen: Pfeift Holtzbrinck aus dem letzten (finanziellen) Loch? Wie steht es um die Zukunft des ehemals ehrwürdigen Verlages? Regiert dort schon die pure nackte Angst ums Überleben? Ich kann es mir nicht anders vorstellen, wenn ich die Pamphlete lese, die dort mittlerweile wöchentlich das Haus verlassen — natürlich geht es um das abgrundtief böse Internet. Den ersten so genannten Artikel von Adam Soboczynski hatte ich noch unkommentiert gelassen — er beklagt den Hass im Internet auf Intellektuelle. Ich habe selten Dümmeres gelesen. Der Autor hat offensichtlich vor dem Spiegel gestanden und seinen eigenen Hass auf den Internet projiziert und dann seine Zeilen geschrieben. Nicht der Rede wert. Heinrich Wefing war dann der nächste, der einmal so richtig draufhauen durfte. Oliver und meine Wenigkeit haben das entsprechend gewürdigt. Ich dachte zuerst die gehen jetzt bei der Zeit mit diesen Tiraden in Serie, so Oliver noch lachend in den Kommentaren. Wenn er da gewusst hätte, wie recht er damit haben sollte. Gestern durfte dann Kulturchef Jens Jessen in die Tasten hauen — und spricht dem Internet die Demokratie ab.

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Warum Journalisten kaum noch Journalisten sind

Die PR-Maschinerie läuft. Holtzbrinck hat heute bekannt gegeben, ZEIT Digital zu gründen. Dem neuen Unternehmen werden in Zukunft ZEIT ONLINE, tagesspiegel.de und zoomer.de angehören. Nach den PR-Desaster von Gruner & Jahr, hat sich Holtzbrinck nun besser angestellt. Kein sogenannter Journalist nennt es, was es wirklich ist:

Zentralredaktion

Wie man aus Mist – Zentralredaktion – Gold machen kann, beherrschen die PR-Mitarbeiter von Holtzbrinck sehr gut. Die Gründung von ZEIT DIGITAL ist ein klares Bekenntnis zu weiteren Investitionen in unsere Onlineaktivitäten und ein gutes Signal für den Qualitätsjournalismus im Internet. So kann man es natürlich ausdrücken. Kann man, muss man aber nicht. Wir nennen es Waldsterben. Schon gar nicht Journalismus. Die Liste des Grauens:

Für die einen ist es Qualitätsjournalismus, für die anderen pure PR…

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Brigitte Fehrle, die ZEIT und warum Lord Voldemort in Form von Oskar Lafontaine wieder auferstanden ist

Lafo VoldiLord Voldemort ist tot, Joanne K. Rowling verklagt Fansites — und somit hat auch Harry Potter seinen gerechten Platz in der Hölle der Verdammnis gefunden. Zumindest dachte ich das bisher. Falsch gedacht. Die Leiterin des Hauptstadtbüros der ZEIT, Brigitte Fehrle, beweist: Lord Voldemort lebt! Er lebt weiter als Reinkarnation im Körper des Oskar Lafontaine. Lord Voldemort ist zurück — er unterdrückt ganze Parteien, besonders seine ehemaligen Gefolgsleute und Todesser der SPD — ja, er unterdrückt sogar ein ganzes Land. Von welchem Land die Rede ist? Natürlich von Deutschland — über 70 Jahre mussten wir warten, bis, ja bis wir endlich wieder von einem Diktator beherrscht werden. Ihr glaubt das nicht? Dann lest folgenden Artikel aus der ZEIT von Brigitte Fehrle. Oskar Lafontaine muss und sollte kritisiert werden — wenn das auf so plumpe Art und Weise geschieht, wie im neuesten ZEIT-Artikel, dann fragt man sich nicht mehr, was aus dem deutschen Journalismus geworden ist — hier hat man es dann schwarz auf weiß. Dem Artikel fehlt jegliche Substanz, jegliche Quellenangabe für angebliche Zitate — sprich: Selbst auf jedem noch so kleinen Weblog wäre so ein Artikel dem Autor um die Ohren geflogen. Und das heißt verdammt viel. Schauen wir uns mal ein paar Schmankerl an, die Brigitte Fehrle zu Lord Voldemort zu sagen hat:

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Preisfrage der Woche

Kann jemand verstehen, warum ich einfach nur gegrinst habe, als ich diese Werbung an der U-Bahn-Haltestelle Hagenbecks Tierpark gesehen habe?

Zeit Internet Special

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Deutschland hat ein Spießerproblem — Wenn es doch nur das wäre

Jens Jessen ist Feuilleton-Chef der Zeit. In einem Video-Podcast spricht er — durchaus an einer Stelle diskussionswürdig — Klartext:

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