Schlagwort ‘Wirtschaft‘

Das Versagen des ehemaligen Nachrichtenmagazins

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Bild: F!XMBR

Auf vielen deutschen Blogs wird der SPIEGEL nur noch als ehemaliges Nachrichtenmagazin bezeichnet. Die Credits dafür gehen meist an Fefe — auch wenn die Bezeichnung schon ein paar Jahre länger im Netz kursiert. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich schon als kleiner Steppke immer den SPIEGEL gelesen habe. Ich komme aus einem Elternhaus, in dem eher SPD als CDU gewählt wurde. Ich würde mich selbst als sozialdemokratisch bezeichnen, auch wenn ich seit Jahren nicht mehr SPD gewählt habe. «Der SPIEGEL ist links», so habe ich es von Kindesbeinen an gelernt — er war das intellektuelle Gegenstück zu Springer und Konsorten. In den letzten Jahren jedoch ist der SPIEGEL zu einem lächerlichen Mainstream-Medium verkommen, man redet den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft nach dem Mund. Die Agenda 2010 hätte es ohne die propagandistische Begleitung des SPIEGEL nie gegeben. Unter Stefan Aust und auch dessen Nachfolger, Mathias Müller von Blumencron, abgezogen vom boulevardesken SPIEGEL Online, der nun gemeinsam mit Georg Mascolo das Blatt führt, hat sich der SPIEGEL zur rechten Speerspitze deutsche Politik gewandelt. Früher haben die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft am Sonntag gezittert, wenn der neue SPIEGEL anstand. Heute können sie sicher sein, dass ihre PR-Texte pseudo-journalistisch verpackt unter das Volk gebracht werden.

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Schäuble is my homeboy

Im Moment ist die Diskussion um Google Streetview im vollen Gange. Die einen würden am liebsten a la Christo das gesamte Anwesen verhüllen und selbst die verdutzt Dreinblickenden mit Gewalt von dannen jagen, andere schauen gar die letzte Bastion der Grundrechte in Streetview, die es zu verteidigen gilt.1

Ich möchte gar nicht auf die Irrungen und Wirrungen diverser Journalisten eingehen, die da einerseits vermeinen den «digitalen Einzellern» schmeicheln zu müssen bzw. jenen andere, die es Google heimzahlen möchten ob der «raubkopierten» Schlagzeilen in Form von Google News etc. Selbst die befremdliche Äußerung eines dieser Vertreter der Holzmedien, Mario Sixtus, sind mir da eigentlich schon arg abstrus, um diese denn näher zu beleuchten. Wenn jener Sixtus denn meint, dieses Recht unangepaßt in diese «digitale Welt» übertragen zu können, um damit seine absurde Betrachtungsweise vom «öffentlichen Raum» oder gar den Bürgerrechten zu rechtfertigen, dann erweist er eben jenen Kämpfern für ein Plus an Bürgerrechten mehr als nur einen Bärendienst. Plötzlich paßt auch das arg kritisierte Urheberrecht, plötzlich ist alles in Ordnung. Sinn und Unsinn liegen in der medialen Welt eng beieinander und es vergeht kaum ein Tag, an welchem nicht mindestens ein Vertreter dieser medialen Gefilde sich aufmacht, diese fragile Barriere eindrucksvoll zu durchbrechen.

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  1. Mario Sixtus: «Jeder Angriff auf Foto-Dienste wie Street View ist ein Angriff auf diese Grundrechte.» []

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Netzneutralität

Netzneutralität ist spätestens seit dem Google/Verizon-Deal in aller Munde. Doch schon die Telekom hierzulande bezog dazu Stellung und zwar klar kontra Netzneutralität, darüber hinaus auch diverse Kabelanbieter. Verständlicherweise echauffieren wir uns ob Googles fragwürdigem Vorstoß weitaus mehr, sind es doch jene, die stetig ihre Maxime «don’t be evil» propagieren. Schwerer wiegt es dennoch, wenn die Telekom derart agiert, ist diese doch für das Gros der Angebote in diesem Land zuständig.

Aber, wie dem auch sei, die Netzneutralität, also diese «wertneutrale» Übertragung von Datenpaketen jedweder Couleur, ist in Gefahr. Es handelt sich nicht um eine Notwendigkeit, wie uns viele Anbieter glauben machen möchten, sondern schlicht um eine neue Geschäftsidee oder wie es Kristian Köhntopp ausdrückte: «Deine Skype-Pakete sind Dir mehr wert als Deine P2P-Pakete. Wäre doch schade, wenn denen was passiert, oder?» Kristian beschäftigte sich darüber hinaus en detail in bis dato drei Artikeln mit der Netzneutraltität1, was an Management notwendig ist und was überhaupt nicht geht. Kurzum, ich bezeichne diese Absichten mal grob als «Zölle» für den Datenverkehr oder schlicht «Schutzgelderpressung» mittels Angstszenarien, seitens der Provider.

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  1. Vokabeln für Netzneutralität
    Netzwerk-Überlast vs. Netzwerkneutralität
    Netzneutralität — was ist okay und was ist es nicht? []

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Klarmachen zum Sperren!

[x] Nein, ich werde dafür genauso wenig bezahlt wie Stefan.
[x] Ja, viele Piraten haben das Prinzip Meinungsfreiheit nicht verstanden.
[x] Nein, Bodo Thiesen ist kein Einzelfall.
[x] Nein, die Distanzierung war die Energie nicht wert, sie zu lesen.
[x] Ja, ich bewundere Julia für Ihre Ruhe.
[x] Ja, die Piraten sind eindrucksvoll gekentert.
[x] Ja, obiges Wahlplakat ist Satire.
[x] Nein, bis auf Weiteres seid ihr nicht wählbar.
[x] Ja, Ihr habt einen langen und steinigen Weg vor Euch.

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demographischer Unsinn

Eine Rücknahme der Rente mit 67 wäre unverantwortlich, weil wir in der langen Zeit, bis sie eintritt — nicht etwa 2012, sondern erst 2029 — etwa drei Jahre älter werden. Sie bedeutet also zwei Jahre länger arbeiten und ein Jahr länger die Rente genießen.

Rente mit 65: »Verantwortungslose Vogel-Strauss-Politik«

Man kann recht anschaulich an diesem Beispiel beobachten, welchen Unfug man mit Zahlen anstellen kann. Diese Wissenschaften abstrahieren die Gesellschaft derart, dass letzendlich nur noch nackte Zahlen über bleiben, die wiederum jedoch ausgiebig genutzt werden, um eben diese zuvor mittels Zahlen geleugneten Menschen dennoch in ihrem weiteren Lebensverlauf dramatisch zu beeinflussen. Mein spontaner Gedanke, hat dieser Wirtschaftswissenschaftler und Mathematiker in seinem Leben schon einmal über eine längere Periode harte körperliche Arbeit genossen? Kennt jener Handwerker, Industriearbeiter, Leute vom Hoch– u. Tiefbau, Fernfahrer etc. pp und deren gesundheitliche Problematiken? Sicherlich nicht — Zahlen und statistische Modelle sind dessen Metier. Aber diese Menschen, welche hier wohlwollend vernachlässigt werden, werden selten in ihrer Gesamtheit statistisch erfaßt, da sie gesundheitliche Mali ihres Berufes wegstecken ob Angst vor dem allgegenwärtigen Arbeitsplatzverlust.

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Das mit der Krise

Die derzeitige Weltwirtschaftskrise ist für viele Menschen noch weit weg, sie betrifft sie nicht, sie hatten ja keine Aktien — und überhaupt, ihre Sparbücher sind sicher. 27 Jahre lang habe ich in Osnabrück gelebt, bin dort aufgewachsen und eben alles getan, was man im ersten Viertel seines Lebens so tut. Osnabrück hat, wie andere Städte auch, große traditionsreiche Unternehmen. Eines davon ist Karmann. Wer bei Karmann arbeitete, hatte es geschafft, war stolz — der Karmann Ghia ist legendäre Automobilgeschichte. Nun hat die Weltwirtschaftskrise dem großen, alten Osnabrücker Unternehmen das Ende bereitet. Karmann hat Insolvenz angemeldet. Selbstverständlich soll der Kern des Unternehmens, mit so vielen Arbeitsplätzen wie möglich, gerettet werden — warme Worte, die nicht verhehlen können, dass die Krise bei den Menschen eben doch angekommen sind. Nach Märklin, Schiesser stirbt nun eine weitere Traditionsmarke. Und ich behaupte, wir stehen erst am Anfang dieser Krise. Sie — wir — fallen wie die Fliegen…


Ham Hock | CC-Lizenz

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Pro Krise

murdelta mit dem Dent des Tages:

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der gemeine Buchdieb

Es muss auch künftig der Entscheidung von Schriftstellern, Künstlern, Wissenschaftlern, kurz: allen Kreativen freigestellt bleiben, ob und wo ihre Werke veröffentlicht werden sollen.

Ein Zitat aus dem offenen Brief Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte, welcher in der FAZ offeriert wird und von Verlegern und einem Literaturwissenschaftler verfaßt wurde. Es dreht sich um das leidige Thema Google Books und dem kann ich auch gerne beipflichten, Google zieht daraus kommerziellen Nutzen und das kann nicht sein. Gleichsam geht jedoch mit diesem Anspruch, sofern man seitens des Staats dem Ruf Folge leisten würde, eine massive Beschränkung der Kultur einher. Schon heute ist es ein Unding sinnvoll wissenschaftlich zu arbeiten, man schlittert zwischen Urheberrechten umher, Verlagen die den Kulturremix wieder und wieder vergüldet sehen möchten.

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… nach der Krise ist vor der Krise

geek and poke

😀

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Datenpannen 2008 — was war, was sein könnte, was nicht sein darf

Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten? Die zuständigen Mitarbeiter halten sich strikt an das Gesetz? Überwachung hat für die Betroffenen keine negativen Folgen? Im Jahr 2008 sind diese Irrtümer so häufig widerlegt worden wie noch nie: Datenskandale bei LIDL, Telekom und dutzenden anderen, per Internet zugängliche Meldedaten, Massenverkauf von Bank– und Telefondaten – eine Liste ohne Ende im Datenskandaljahr 2008.

25C3

Ein Rückblick und Ausblick der gänzlich anderen Art …

Upload: F!XMBR, Quelle: 25C3

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2009. Was wird.

2008Die Oeffinger Freidenker wagen einige Voraussagen für das Jahr 2009. Wenn es wirklich so kommen wird, dann sieht es sehr düster für dieses Land und natürlich den Menschen aus. Die soziale Spaltung der Gesellschaft wird zunehmen, die Kinder– und Altersarmut wird weiter ansteigen. Die Politik wird sich nach Wahlen weiter selbst feiern, ohne auch nur im Ansatz eines der großen Probleme zu lösen, vor dem dieses Land steht. Es hat den Anschein, als würde die Politik, getragen von einem immer noch großen Teil der Bevölkerung mit großer Geschwindigkeit ohne abzubremsen wie mit dem ICE gegen die Wand fahren. Die Frage wird sein, ob dies absichtlich geschieht. Je tiefer die Menschen am Boden liegen, umso lauter schreien sie nach den Rettern – in unserem Fall den Politikern. So wird sich auch das Kreisel im Jahr 2009 drehen. Schauen wir uns aber mal an, welche Wahlen uns bevorstehen:

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