Ein sehr guter Freund von mir hat mal ein paar Jahre als Geschäftsführer in einem Pornokino gearbeitet. Vorgestern erzählte er die Geschichte vom Finanzamt-Opi. Finanzamt-Opi kam jeden Tag in seiner Mittagspause ins Pornokino, ging in die Schwulenecke, blieb dort 45 Minuten und ging wieder. Nun gibt es im Pornokino auch Einzelkabinen — und in der Schwulenecke so genannte Glory Holes. Heißt: Der Interessierte steckt seinen Finger in dieses Loch als Zeichen für seinen Nachbarn, dass dieser seinen kleinen Freund da durchstecken kann und beide erfahren wundervolle Befriedigung. An einem Tag jedoch reichte es unserem Finanzamt-Opi nicht, seinen Finger in das Glory Hole zu stecken, er nahm die ganze Hand und betatschte den Nebenmann. Dieser fand das gar nicht lustig, stürmte in die Kabine des Finanzamt-Opis und gab ihm was auf die Glocken. Als mein Kumpel gerufen wurde, hatte Finanzamt-Opi bereits das gesamte Kino vollgeblutet und lag vor der Großbildleinwand. Natürlich musste ein Arzt her, doch Finanzamt-Opi bedeckte seine Wunde mit der Hand und wiederholte immer wieder den gleichen Satz: Nicht der Hildegard erzählen, Nicht der Hildegard erzählen. An diese Geschichte musste ich denken, als ich den Artikel von Heinrich Wefing in der Zeit, Wider die Ideologen des Internets!, gelesen habe. Die offensichtliche Ahnungslosigkeit und die Ideologie, die diesem Artikel zugrunde liegen, sind erschreckend.
Schlagwort ‘Web‘
Die Krise des Journalismus ist hausgemacht
Anfang 2001 zog ich in die große, weite Welt nach Hamburg. Es wartete ein Job bei der damals größten europäischen TV-Nachrichtenagentur auf mich. Das Geschäft einer TV-Nachrichtenagentur ist ähnlich dem der dpa und anderer Agenturen gelagert, nur halt mit Bewegtbildern. Kein Fernsehsender der Welt hat die personellen Kapazitäten und finanziellen Möglichkeiten, rund um die Uhr Kameraleute zu beschäftigen, die dann bei Unfällen und anderen wichtigen Ereignissen raus fahren und die entsprechenden Bilder liefern. Hier kamen wir ins Spiel. Zwei klein Beispiele zur Verdeutlichung:
Grüne Schizophrenie
Dass Union und SPD unwählbar geworden sind, die FDP lassen wir mal außen vor, ist mittlerweile vielen Menschen bewusst geworden. Vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sich auch bei den Linken nur schütteln, erscheinen die Grünen als letzter Ausweg. Man ist geneigt, dem zuzustimmen. Bis, ja bis die Damen und Herren in Grün an der Macht sind. Unvergessen, wie sie als Steigbügelhalter einer neoliberalen Rot-Grünen Regierung dieses Land tief gespalten haben, die Schere zwischen Arm und Reich weiter geöffnet haben, Kinder– und Altersarmut gefördert haben, die Heuschrecken ins Land geholt haben, von den heute noch kaum absehbaren Folgen für die Mittelschicht, die Agenda 2010 mit dem Angriff auf die Menschenwürde, Hartz IV, ganz zu schweigen. Im Moment lässt sich diese Haltung wieder wunderbar beobachten. Wir haben gesehen, wie die Grünen im Gleichschritt mit Otto Schily unsere Bürger– und Freiheitsrechte massiv abgebaut haben — nach der Bundestagswahl wurden die Grünen urplötzlich zu Bürgerrechtlern. Natürlich ist da das Thema Netzsperren eine schöne Sache für die Grünen, sich in Szene zu setzen. Auf der Homepage der Grünen lassen sich gleich vier Artikel finden:
Reden wir doch mal Tacheles #2
Wie ich im ersten Teil festgehalten habe, ist das Gebilde, welches sich bedeutungsschwanger Blogosphäre nennt, innerhalb der deutschen Medien völlig irrelevant. Es hält manchmal für den einen oder anderen Treppenwitz her, das war es dann aber auch. Bei aller Kritik haben deutsche Journalisten wahrlich wichtigere Dinge zu tun, als sich mit einer (neuen) Luftblase zu beschäftigen. Und ja, natürlich gibt es Ausnahmen, aber ein ständiger Austausch von Informationen, ein regelmäßiger Ausdruck von gegenseitiger Hochachtung und gegenseitigem Respekt findet nicht statt. Es ist mehr ein Kampf, als ein Miteinander.
Die alten Meister
Screenshot: journalist 04/09, Karikatur: Berndt A. Skott
Anfang des Monats wurde ich auf einen wunderbaren Artikel im Medienmagazin journalist aufmerksam. Im Teaser zum Artikel Die alten Meister heißt es: Sie spitzen zu und federn ab. Und sie halten der Gesellschaft einen Spiegel vor: Karikaturisten sind zeichnende Journalisten. In Deutschland nimmt ihre Zahl immer weiter ab. Eine Branche vor dem Aussterben? Nicht nur, weil wir das große Glück haben, Bulo zu unserem Freunden zählen zu dürfen, habe ich den Artikel verschlungen. Ich habe vom Chefredakteur, Matthias Daniel, und auch vom Redakteur des Artikels, Holger Isermann das Okay bekommen, den Artikel hier auf F!XMBR den Lesern per PDF anbieten zu dürfen. Dafür meinen ganz herzlichen Dank.
Reden wir doch mal Tacheles
Chat Atkins stellt fest, dass Blogs in Deutschland regelmäßig kein Geld verdienen können. Ich interpretiere das einfach mal so. Da hat er ohne Frage recht. Es ist auch einfach zu erklären, wenn man mal den Pathos, Blogs sind der Heilsbringer der Medien, beiseite schiebt. Die Medienlese zum Beispiel soll 2.500 Leser (pro Tag) haben. Das sind doch meiner Meinung nach einfach nur lächerliche Zahlen.
FreeBSD 7.2 und Adobe Flash 10
Flash 9 stellt schon seit einiger Zeit kein wirkliches Problem für FreeBSD mehr dar1, Flash 10 ist Adobes aktuelles Verbrechen am Web und zwar bisher kein Muß, aber zumindest der Aktualität geschuldet. Wer also meint es benötigen zu müssen kann dieses ohne Probleme einsetzen. Vorraussetzung ist jedoch einserseits die FC8 Infrastruktur, als auch andererseits compat.linux.osrelease 2.6.16. Letzteres ist nicht 100-prozentig mfced, ein Test verlief jedoch ohne Probleme. Zwar muß ab und an auch npviewer.bin abgeschossen werden2, mehr an Unpäßlichkeiten sind jedoch nicht zu erwarten. Der Installationsvorgang ist bis auf Flash 10 identisch. Zwingende Vorrausetzung, um eine höchstmögliche Kompatiblität zu wahren, ist ein aktuelles FreeBSD stable bzw. das kommende 7.2 Release.
Have phun
- ich hatte da mal eine Anleitung für Flash 9 verfaßt [↩]
- mehr ein nspluginwrapper Problem das auch diverse 64Bit Linux User kennen bzw. kannten [↩]
Das Versagen der Berliner All-Star-Blogger und deren Anhang
Wenn man im wunderschönen Hamburg in der U-Bahn sitzt, kann es schon einmal passieren, dass man gestört wird. Meist betritt ein junger Mann den Zug und fängt laut an zu reden: Entschuldigung, dass ich Sie störe und anspreche. Aber ich bin obdachlos und möchte Sie um eine kleine Spende bitten. Ähnlich vernimmt man es seit Jahren aus Berlin, genauer: aus der so genannten Blogossphäre. Seit Jahren schreien sie nach Geld, nach Aufmerksamkeit — nur kein Mensch hört sie. Naja, vielleicht die eigekauften Jubelperser aus Funk und Fernsehen. Da erlebt die Medienbranche gerade einen riesigen Umbruch, hat einen kleinen nuklearen Winter hinter sich — und wer kann davon nicht profitieren? Die Berliner All-Star-Blogger mit Anhang. Don Alphonso bringt es auf den Punkt: Wie repräsentiert man eine Veränderung, wenn man seit Jahren nichts auf die Reihe gebracht hat? Da sitzen im Moment also 1.400 Leute1 in Berlin und — mir sei dieser Ausdruck verziehen — man krault sich gegenseitig die Eier. Seit Jahren wird immer wieder der gleiche Blödsinn erzählt, mittlerweile muss man mit den Leuten fast schon Mitleid haben.
Weiterlesen: »Das Versagen der Berliner All-Star-Blogger und deren Anhang«
- Ja, es gibt wenige positive Ausnahmen, die ich mag und schätze. [↩]
April, April
Ich hasse Aprilscherze — zumindest im realen Leben. Muss damit zusammenhängen, dass ich ein so gutgläubiger Mensch bin und dem Gegenüber unvoreingenommen erst einmal glaube. Anders sieht das im Web aus. Im Gegensatz zu lanu liebe ich hier Aprilscherze. Warum? Ganz einfach — in den meisten Aprilscherzen steckt sehr viel Liebe und eine Menge Kreativität. Die Ideen, die Aufmachung — ich finde es einfach klasse. Und da ich auch nicht erst seit gestern im Web bin, weiß ich, wie schwer es jedes Jahr ist, sich einen feinen Aprilscherz zu überlegen. Den Anfang heute Morgen machte Identi.ca:





