So langsam verebbt die Empörungswelle. Mittlerweile hat sich die Stellungnahme von Don Alphonso und meine Einschätzung1 bestätigt — wie man bei CARTA nachlesen kann. Freie Übersetzung: Unser freier Mitarbeiter hat sich wie die Axt im Walde verhalten und jegliches Vertrauen missbraucht und verspielt. Wer als Kunde, als Dienstleister seinen digitalen Mob und einen Shitstorm auf den Auftraggeber loslässt, darf sich über die Folgen nicht wundern. Kein Unternehmen der Welt kann und wird sich so ein Benehmen bieten lassen.
15. Juni 2010 Tolle Idee unserer PR-Abteilung: Wir lassen eine Ausgabe der WELT KOMPAKT kostenlos von diesen so genannten Bloggern, Wikipedianern und Amazon-Rezensenten füllen. Wir nennen das Medienexperiment und schon rennen die uns die Bude ein. Statt Enteignet Springer heiß es zukünftig Bloggt Springer. Neusprech sei Dank. Ich freu mich.
So manche Bloggerseele fühlt sich in diesen Tagen arg gebauchpinselt ob solcher Berichte wie gestern Abend im heute journal oder in anderen etablierten Medien. Doch ist dem wirklich so? Ein kleiner Realitätscheck.
Einer der größten Kritikpunkte zu Beginn des neuen Freitag waren neben den technischen Unzulänglichkeiten die von Anwälten und vom Verleger ausgearbeiteten AGB. Blogger auf freitag.de verlieren alle Rechte an ihren eigenen Artikeln, sobald sie sie dort veröffentlichen. Auf die Kritik wurde damals relativierend geantwortet, es wurde versprochen, sich darum zu kümmern – nur passiert ist selbstverständlich nichts. Man kann die damaligen Aussagen der Verantwortlichen durchaus Lügen nennen. Nun hat auch der Freitag Flattr integriert – und in einer Aussage von Jörn Kabisch, immerhin stellvertretender Chefredakteur, zeigt sich, dass das AAL-Prinzip durchaus gewollt ist und sich bereits in den Köpfen der Verantwortlichen des Freitag manifestiert hat. In der Debatte, ob Flattr auf freitag.de auch auf den Community-Seiten integriert werden soll, schreibt Kabisch:
Tweetdeck, einer der meistgenutzten Desktop– und Mobile-Clients für Twitter hat ein größeres Update erfahren. Monster Update nennt es Tweetdeck selbst. Tweetdeck unterstützt nun Twitter, Facebook, LinkedIn, Google Buzz, Foursquare, MySpace und Identi.ca. Um einen Identi.ca-Account anzulegen, muss als Account Twitter ausgewählt und dann über Advanced Options die Identi.ca-API (http://identi.ca/api/) unter Twitter Base URL eingegeben werden:
Flattr schwört: Trust that we neither rent nor sell your personal information to anyone and that we will share your personal information only as described below. Um die eigene Aussage dann gleich ad absurdum zu führen: Business Transfers: In some cases, we may choose to buy or sell assets. In these types of transactions, user information is typically one of the business assets that is transferred. (via)
Im Übrigen halte ich 10% Provision für Flattr selbst für puren Wucher — mal völlig davon abgesehen, dass wieder mal ein System geschaffen wurde, bei dem die Macher und wenige große Blogs verdienen werden, der Rest steht lachend daneben, wie er über den Tisch gezogen wird. Die Paypal-Gebühren lassen wir auch mal unter den Tisch fallen. Wäre noch ein dritte Instanz dazwischen, wäre man pleite bevor man den ersten Euro gespendet hätte. Die Idee ist gut, die Ausführung darauf ausgelegt, dass Flattr großen Reibach macht. Social Micropayment wird es genannt, mal wieder ein Beweis, wie sehr mit dem Buzzword Social Schindluder getrieben wird.
heute fand die letzte von Dir (in dieser Form) organisierte Twittnite statt. Ich war bei der ersten Twittnite dabei, als Sie noch ein Er war und Twittwoch hieß und ich war am heutigen letzten Abend dabei. Es ist an der Zeit, danke zu sagen. Du hast mit der Twittnite Menschen zusammengeführt, Menschen haben sich kennengelernt und wieder getroffen, kurzum: Du hast Menschen zusammengebracht. Für Dich ist das Social Web nicht nur digital, sondern digital und analog und lebst dies uns allen vor.
Ich frage mich ernsthaft, wie intelligente Menschen einer Springer-Postille, wie der Welt, und sei es nur auf Twitter, folgen können. Nachdem heute die Geschäftsführung der Welt das BILDblog abgemahnt hat und die Kosten für die Macher durchaus existenzgefährdend werden können, ist der Aufschrei groß. 15.370 Follower hat @weltkompakt zur aktuellen Stunde immer noch, das sind immer noch 15.370 Follower zu viel. Nicht wegen der Abmahnung, wer das BILDblog im Übrigen unterstützen möchte, kann das hier tun, sondern aus Prinzip. Unsere Eltern haben Enteignet Springer skandiert, unsere Generation lädt Springer und Konsorten auf BarCamps & Co. ein, weil sie ja welche von uns sind. Wer sich mit dem Teufel einlässt, verändert nicht den Teufel, der Teufel verändert ihn. #deppen20