Schlagwort ‘Web 2.0‘

SZ & FAZ: Ein Großangriff auf die Pressefreiheit

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Foto: F!XMBR

Wer sich heutzutage im Internet bewegt, gar eine eigene Homepage ins Netz stellt, riskiert seine Existenz, wenn er nicht gerade ein gut gefülltes Konto sein eigen nennt. Blogger sind Abmahnungen schon fast gewohnt, immer wieder wird über juristisch Auseinandersetzungen berichtet. Das Geschäft von Abmahnanwälten blüht — Unternehmen machen Jagd auf alles, was nicht ihrem veralteten Weltbild entspricht und einen schnellen Euro verspricht. Blogger sind oftmals ein beliebtes Ziel, haben diese doch keine gut gefüllte Kriegskasse um sich zu wehren. In der Regel trifft man sich vor der Pressekammer Hamburg, wo Richter Buske Stück für Stück unsere Presse– und Meinungsfreiheit begräbt. Nachdem die Süddeutsche und die FAZ seit 2006 gegen den Perlentaucher vorgehen, war nun das junge Startup Commentarist an der Reihe. Commentarist hat sich zur Aufgabe gemacht, ausschließlich Kommentare und Meinungen der etablierten Medien in der Form von Google News zu aggregieren. Dabei wurde selbstverständlich der entsprechende Text verlinkt, die Überschrift übernommen und ein kleines Snippet gezeigt. Das war für die Süddeutsche und die FAZ zu viel — seit dem 04.02.2011 ist Commentarist offline.

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Die Tsunamiwelle

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Die Tsunamiwelle rollt — nur nicht so, wie gedacht. Sascha Pallenberg muss sich derzeit einem Shitstorm stellen, weil er ursprünglich in einem Tweet von einem Tsunami gesprochen hat. Diese Tatsache allein reicht schon, um diverse Auswüchse zu bewerten. Wer auf Twitter jedes Wort auf die Goldwaage stellt, sollte vielleicht anfangen, zu häkeln, aber doch bitte das mit dem Internet sein lassen. Jeder Internetausdrucker da draußen weiß einen Tweet besser zu beurteilen, als die ganzen SEOs, manch pOPELiger Blogger oder andere finstere Gestalten, die mit ihrer unfassbaren Dämlichkeit dafür sorgen, dass das Internet nicht als große Chance wahrgenommen wird, sondern als gefährlich verdammt und gebrandmarkt wird. Ich habe mich auch schon einmal mit Sascha «gefetzt» — in einem Artikel sprach in vom «PR-Gebrabbel von netbooknews.de». Ehrlich gesagt, war es ursprünglich nur ein Füllwort, ich hatte mich vorher nicht mit netbooknews.de beschäftigt und wollte nur die Besonderheit von Caschy hervorheben. Wenn man denn so will, ein Stilmittel. Sascha schoss zurück, und damit war die Sache gegessen. Wenn ich mir die letzten Tage so anschaue, dann komme ich mittlerweile zu der Erkenntnis, dass Sascha durchaus eine ehrliche Haut ist, der sein Herz auf der Zunge trägt. Das muss aber kein Nachteil sein, im Gegenteil.

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Schleichwerbung in Blogs

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Foto: Simon Willison | CC-Lizenz

Wöchentlich schlagen hier Anfragen von irgendwelchen SEO-Agenturen auf, die auf F!XMBR werben wollen, natürlich ganz diskret. Sascha Pallenberg von netbooknews.de und anderen Bloggern wurden nun einige Unterlagen zugespielt, die zeigen, wie es so läuft im weltweiten Netz. Dass es so läuft, ist nicht wirklich eine Überraschung, überraschen tut eher, dass immer wieder Leute gibt, die für ein paar Silberlinge rechtliche Konsequenzen riskieren. Im aktuellen Fall steht eines der bekanntesten deutschen Blogs im Mittelpunkt: Basicthinking (aus SEO-Gründen 😀 kein Link). Sascha schreibt, dass «Christoph Berger, Geschäftsführer der Onlinekosten GmbH» mehrere deutsche Blogger kontaktiert hat. In den E-Mails und auch Telefonaten ist eine Kooperation mit Basicthinking in Aussicht gestellt worden.

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IndiePlayer

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Ich habe hier schon an der einen oder anderen Stelle ein Blog empfohlen. So zum Beispiel Caschy, als noch lange nicht so bekannt war, wie heute. Heute ist Caschy die unumstrittene Nummer 1 unter den Techblogs in Deutschland. Caschy bloggt mit Herz und Verstand, wie ihm seine Schnauze gewachsen ist — gerade das macht ihn so sympathisch und hebt ihn gegenüber den ganzen Gadgetblogs ab, die (nicht nur) in Deutschland reine Werbe– und PR-Blogs sind. Und auch Michael Spreng, der heute das mit Sicherheit meinungsstärkste und beste deutsche Politblog führt, wurde schon auf F!XMBR empfohlen und vorgestellt, als die Zugriffszahlen beim Kollegen noch nicht allzu hoch waren.

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die guten Vorsätze …


Bild: Caspar David Friedrich, «Der Wanderer über dem Nebelmeer», gemeinfrei

Gute Vorsätze gibt es viele, die einen möchten abnehmen, andere möchten mit dem Rauchen aufhören, wahrscheinlich existieren gar Zahlen, die eine Häufigkeit bestimmter Vorsätze belegen. Wie dem auch sei, die Mehrheit weiß sehr wohl, daß es um die Nachhaltigkeit jener zu Neujahr gefaßten Vorgaben eher schlecht bestellt ist im neuen Jahr. Drum verzichte ich auch liebend gerne auf derlei Nonsense und verfolge eine gänzlich andere Maxime, die weitaus häufiger mit Erfolg gekrönt ist.

Facta, non verba. Traditionen sind gut, solange diese nicht nur den Schatten einer Erinnerung pflegen, sondern auch zu neuem Tatendrang gereichen. Diese Tradition zu Neujahr ist solch eine liebgewonnene Erinnerung, ohne merklichen Mehrwert.

Dennoch, einen «Vorsatz» faßte ich, wenn auch nicht zu Neujahr, sondern spontan im Sommer dieses Jahres: weniger Internet, mehr andere Aktivitäten. Ich trenne nicht Reallife und Virtuallife, daß Internet ist schlicht eine Aktivität im Reallife, welche ich mehr und mehr zu Gunsten anderer Aktivitäten einzuschränken gedenke. Dies funktioniert nicht über Nacht, aber bis dato habe ich schon gute Fortschritte gemacht. Der Grund war auch eher, daß die Tat dem Vorsatz vorausschritt und das Vorhaben somit Momentum erlangte. Dies bedeutet jedoch keineswegs, daß ich eine Abstinenz pflegen werden, sondern mehr Ruhe einkehren lasse. Ich überlasse vermehrt die Banalitäten anderen, blogge weniger und schränke auch vermehrt die Vernetzungen des Web 2.0-Alltags ein. Auf der anderen Seite bin ich bei Open Source wieder aktiver, fotografiere mehr und frische teils maßvoll verloren geglaubte Web 1.0-Aktivitäten wieder auf.

Es ist interessant mit anzuschauen, wenn man abseits der Oberfläche wieder deutlich Tiefe erblickt, echte Informationen, Wissen, in aller Ausführlichkeit formulierte Gedanken. Slow Media kommt mir da in den Sinn, kein Vorsatz, aber etwas, daß man einfach tun sollte. Heute, nicht morgen!

Ich werde weniger bloggen und dennoch mehr schreiben. Videos oder Lesetipps sehe ich nur als Schmankerl für zwischendurch, kaum als tatsächlichen Beitrag. Die Beiträge, welche zu einem kurzatmigen Echauffieren gereichen, sind längst Vergangenheit, dafür genügt heute das Setzen eines Links, jene nachhaltiger Natur sind rar gesät, da man sich tiefschürfende Gedanken etc. nicht einfach mal so an einem Nachmittag aus dem Ärmel schüttelt. Teils paraphrasierte und zur Noblesse erhobene Worte, mögen zwar dem einen oder anderen «Unbedarften» den Schein von Tiefe vermitteln, wie sooft in der Blogosphäre, aber dies ist nicht meine Art.

Wir lesen uns, dies mit Sicherheit — weniger im Web 2.0, aber gewiß irgendwo abseits davon. Guten Rutsch :-)

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Paid Content funktioniert

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Foto: F!XMBR

Kai Diekmann hat einmal das «kostenlose Internet» einen «verfluchten Geburtsfehler» genannt. Unzählige Beispiele zeigen mittlerweile, dass diese Aussage und der Kampf der Verleger falsch ist und sie sich auf einem Irrweg befinden. Paid Content funktioniert, allerdings nicht so, wie es sich Verleger und Contentindustrie vorstellen und «uns» aufzwingen wollen. Das Internet revolutioniert die Kommunikation und unsere Demokratie. Noch nie war es einfacher, an Informationen zu kommen und selbst Informationen zu senden. Im neuen Informationszeitalter ist jeder Teilnehmer des Internets nicht nur schlichter Empfänger, sondern auch Sender. Allein dies zu akzeptieren, wird bei Verlagen und Contentindustrie sicherlich noch einige Zeit dauern — es steht zu befürchten, dass sie dies nie verstehen werden und weiter Druck auf die Politik ausüben, damit diese die Kontrolle über das Internet endlich herstellt. Dass dieser Kampf nicht zu gewinnen ist, werden sie irgendwann lernen müssen — bis dahin werden noch viele Zeitungen und Zeitschriften mit der Ausrede «das Internet sei schuld» eingestellt werden. Doch ist es nicht die Schuld des Internets, das Internet bevölkert nicht in erster Linie Raubkopierer, sondern Menschen, also potentielle Kunden. Wenn es Verleger und Contentindustrie nicht endlich schaffen, die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen, werden sie weiter einen langsamen und qualvollen Tod sterben.

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Warum Facebook del.icio.us kaufen muss

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Yahoo. Dead Man Walking. Ich denke, niemand der derzeitigen Web-2.0-Generation kann sich vorstellen, dass es Google einmal nicht mehr geben wird. Im Hause Googles wird man jedoch das schleichende Ende von Yahoo genau beobachten und analysieren. Dead Man Walking — Yahoo wird vielerorts nur noch als Schatten seiner selbst bezeichnet. Diese Woche wurde wieder einmal bekannt, dass mehrere Hundert Mitarbeiter ihre Kündigung unter dem Weihnachtsbaum vorfinden — zusätzlich wird Altavista, einer der Internetpioniere wohl geschlossen. Auch del.icio.us, so wurde gemutmaßt, sollte geschlossen worden. Nun heißt es, del.icio.us solle «nur» verkauft werden. Yahoo schiebt den schwarzen Peter der Presse zu — doch ist die Posse um del.icio.us nur ein weiteres Beispiel rund um die Unfähigkeit des ehemaligen Giganten. del.icio.us selbst, als eigenständiges Unternehmen, ist meiner Meinung nach nicht überlebensfähig. Deshalb kann es für einen Käufer nur darum gehen, mit del.icio.us sein Angebot an die Nutzer zu erweitern, einen zusätzlichen Service zu bieten, die Nutzer noch enger an das eigene Unternehmen zu binden. Hervorzuheben ist hier sicherlich Facebook, hier würden sich einige Vorteile ergeben.

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Grooveshark

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Es fällt schwer, Grooveshark, nicht in den Himmel zu loben, den Dienst damit insbesondere in Deutschland bekannter zu machen und bald vor verschlossenen Türen zu stehen. Neutral betrachtet ist Grooveshark ein Online-Musikdienst, auf dem sich praktisch jeder Song finden lässt. Inoffiziell stellt sich natürlich die Frage nach der Legalität, da die Nutzer selbst die Songs hochladen und sich für Grooveshark natürlich die Frage nach dem Urheberrecht stellt. Den großen Labels ist Grooveshark natürlich ein Dorn im Auge, doch scheint es da Hoffnung zu geben: neben den üblichen «Klappern gehört zum Handwerk» hat Grooveshark mit EMI bereits eine Lizenzvereinbarung unterschrieben. Man kann nur hoffen, dass der Rest bald folgt. Vielleicht hat es die Musikbranche ja endlich begriffen, dass das Internet kein Feind, sondern ein Freund ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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memolane — die digitale Zeitmaschine

Memolane captures your entire online life in one timeline making it easy for you to travel back in time and re-live great memories. Whether you’d like to re-discover your holiday of a lifetime, re-live that great party last week or get all nostalgic about when the kids were little, now with Memolane it’s easy to keep the memories alive.

Memolane bezeichnet sich selbst als «your timemachine for the web». Auf einem Zeitstrahl angeordnet, kann man beispielsweise die eigene Netzaktivität verfolgen und bei Bedarf behände auf Vergangenes zurückgreifen. Memolane bietet dazu Importfilter für bekannte Dienste wie Twitter, Facebook, flickr, Picasa usw., aber die Möglichkeit einen RSS-Feed zu importieren besteht ebenso. Der Import selbst gestaltete sich problemlos, die Bedienung ist selbsterklärend und auch ansonsten gibt es bisher keinen Grund zu klagen. Stellt sich einzig die Frage, ob der Dienst einem größeren Ansturm standhalten wird. Die Datenakquise erfolgt zeitnah, dem Import sind keine mir bekannten Grenzen gesetzt.

Gemäß dem Motto «Organisation ist alles», wird dieser Dienst sicherlich dem einen oder anderen recht gelegen kommen, um Überblick bezüglich des virtuellen Treibens zu behalten. Darüber hinaus wird auch die Möglichkeit geboten, aus den vorhandenen Daten eine Handlung zu kreieren. Letzteres kann wohl auf diverse Art und Weise kreative Anwendung finden, aber auch zur Übersicht beitragen, indem man beispielsweise bestimmte Thematiken einer Artikelserie/Bildserie herausarbeitet. Im Moment ist dieser Dienst leider noch eine geschlossene Veranstaltung und man kann einzig mittels einer Einladung daran teilnehmen, eigene Einladungen verteilen kann man jedoch bis dato noch nicht.

Aktuelle Informatioen findet man auf dem Blog zu memolane.

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Rohrkrepierer Web 2.0

Kris bestätigte mit «Die unerträgliche Lameness des Web 2.0″ eine meiner häufigsten Kritiken an diesem Web 2.0: eine teils unendliche und auch unerträgliche Redundanz und somit ein Input, den man kaum noch adäquat zu konsumieren vermag. Natürlich existieren einige Applikationen, die hier und da ein wenig zur Ordnung beitragen. Doch bei diesen wird mehr an Symptomen herumexperimentiert, denn die eigentliche Ursache bekämpft. Und zu letzterem ist einzig der Dienst selbst in der Lage, dort aber scheut man sich, denn man möchte Nutzer binden, nicht verteilt wissen über eine Vielzahl von Konkurrenten.

Dieses Web 2.0 ist nicht wirklich vernetzt, allenfalls recht lose Verbindungen sollen den Alleinstellungsanspruch diverser Anbieter kaschieren, dem Nutzer eine Vernetzung vorgaukeln. Bezeichnend sind dabei oftmals die äußerst ausgeprägten Fähigkeiten eines Dienstes in puncto Informationsakquise, aber die relative «Sprachlosigkeit», geht es denn darum sich anderen Diensten vernetzt mitzuteilen. Facebook ist in diesem Zusammenhang ein recht markantes Beispiel, hier versucht man quasi ein «Netz im Netz» aufzubauen, d.h. FB versucht seinen Nutzern alles zu geben, sei es der Chat, der Bilderdienst, Ersatz für Twitter/Blog etc. pp. Puristen wird immer das eine oder andere fehlen, doch die Mehrheit hat längst gewählt. Aber dies nur am Rande.

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Flattr, Peter Sunde und die NPD

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Foto: F!XMBR

Als ich vor knapp zwei Wochen Flattr und die dazugehörigen Blogs dafür kritisierte, dass zugelassen wird, dass die NPD Teil ihres kleinen Netzwerkes ist und somit auch ein stückweit von Flattr, dem System und der Community finanziert wird, war der Aufschrei groß. Peter Sunde meldete sich in den Kommentaren zu Wort und merkte an, dass sich Flattr als schwedisches Unternehmen an schwedische und nicht an deutsche Gesetze halten müsse. Er führte weiter aus, dass es ihm per Gesetz untersagt sei, die NPD von Flattr auszuschließen, das sei Diskriminierung. Mehrere Kommentatoren sprangen darauf an — der gute Peter Sunde hätte doch gute Gründe genannt, warum er Geschäfte mit der NPD macht. Der Held der Community hatte gesprochen. Hugh! Elke Wittich, @Elquee, hat recherchiert und eine Anfrage diesbezüglich an das schwedische Justizministerium gestellt. Die Anfrage wurde an das Ministerium für Integration und Gleichstellung weitergeleitet. Die Antwort fiel wie erwartet aus.

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