Schlagwort ‘Urheberrecht‘

Nein, liebe FAS, ich möchte Eure Artikel nicht 1:1 übernehmen

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Foto: F!XMBR

Es irritiert mich immer wieder, wenn Journalisten, die jünger sind als ich, Unsinn über die sogenannte Netzcommunity schreiben, wahlweise auch Twitter-Generation genannt oder schlicht Onliner. Heute sind das in der FAS Melanie Amann und Hendrik Ankenbrand, beide Jahrgang 1978 und somit 5 Jahre jünger wie der Autor dieser Zeilen. Ihr Artikel Aufstand der Generation Internet zu den weltweiten ACTA-Demonstrationen wird derzeit stark auf Twitter verlinkt, weil er sicherlich wahre Dinge enthält, aber eben auch unsäglichen Unsinn. Amann und Ankenbrand schreiben: Er [Anm.: Kevin Culina, eine Person, die mir bis gerade kein Begriff war] repräsentiert die Netzgemeinde, die jeden hasst, der online nicht teilen will: Neben den Filmstudios sind das Professoren, die ihre staatlich alimentierte Forschung ungern gratis veröffentlichen, oder Verlage, die sich wehren, wenn ihre Artikel ungefragt in der Blogosphäre verstreut werden.

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der Mythos der freien kulturellen Entwicklung

Lauscht man heutzutage diversen Zeitgenossen, welche Urheberrecht, Copyright und ähnliche Dinge argumentativ verdammen, so wird als Argument immer gerne auf die früheren Zeiten zurückgegriffen. Jene Zeiten, in welchen ein irgendwie geartetes «Urheberrecht» jenseits der Vorstellung lag, jene Zeiten in denen Kultur sich schrankenlos verbreiten konnte und sich dem Einzelnen ein Eldorado an Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung bot.

Kurzum, wir sehen uns einem Irrglauben gegenüber, ebenso wie jener Glaube an die Unzulänglichkeit der Menschen der «Steinzeit», die Mär vom «dunklen Mittelalter», die vermeintliche «Dummheit» der Menschen in jener Zeit, der Mythos der flachen Erde, etc. pp. Unausrottbare Folklore, die wir einer nur mäßigen historischen Bildung verdanken, die immer noch große Männer und Weltpolitik absurderweise als Marksteine der Menschheitsentwicklung ansieht und die Menschheit selbst, die Kulturgeschichte, außen vor läßt.

Die Steinzeit war fortschrittlicher, als viele heute glauben mögen, das «dunkle» Mittelalter war kein Paradies, aber auch kein fundamentalistischer Albtraum, der Mythos der «flachen Erde», also der Glaube die Erde sei eine Scheibe, war eigentlich schon in der Antike bestritten und im Mittelalter keiner Diskussion mehr würdig. Was diese Beispiele jedoch zeigen, daß die Menscheit heute, trotz ihrer gewaltiger Ressourcen, nicht in der Lage ist, mit stetig steigendem Wissen adäquat umzugehen bzw. dieses entsprechend zu vermitteln. Heutzutage konkurrieren Wissen und Amusement, letzteres behält allzuoft die Überhand. War zu früheren Zeiten das Wissen spärlich aber heiß begehrt, so ist es heut mannigfaltig, jedoch oft verschmäht.

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Kinderpornografie politisch gewollt?

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Ich gebe zu, die Überschrift ist provokativ gewählt. Doch in der Diskussion um die so genannten Netzsperren wurde von den Befürwortern, der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen, anderen Unionspolitikern und diversen Behörden wie dem LKA, immer wieder behauptet, man könne nicht gegen Kinderpornografie auf der gesamten Welt vorgehen, ich erinnere mich zum Beispiel an die Indien-Lüge von der Leyens. Eine Studie der Universität Cambridge hat gezeigt (PDF), dass es möglich ist, so genannte Phishing innerhalb vier bis acht Stunden weltweit zu löschen. Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur hat mit einem Test bewiesen, dass dies auch von Deutschland aus möglich ist. Seit gestern macht die GVU von sich reden, die das Video «Du bist Terrorist» von Alexander Lehmann und vier Folgen des Elektrischen Reporters auf Vimeo hat löschen lassen. Interessant ist dabei nicht dieser «Kollateralschaden», sondern die heutige Presseerklärung der GVU.

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Kopieren ist kein Diebstahl

via Schockwellenreiter

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Wie wollen wir die Kreativen im Netz bezahlen?

In der Diskussion rund um die Piratenpartei stellt sich die immer wiederkehrende Frage des Verwertungsrechts und des Urheberrechts. Verkürzt gesagt, suchen Verlage, Journalisten und Kreative nun seit Anbeginn des Internets nach Möglichkeiten, Ihr kreatives Tun zu vergolden. Der kürzlich veröffentlichte Heidelberger Appell ist dabei nur die Spitze des Eisberges: Die Unterzeichner appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung und die Regierungen der Länder, das bestehende Urheberrecht, die Publikationsfreiheit und die Freiheit von Forschung und Lehre entschlossen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen. Allein mit diesem Schlusssatz zeigt sich, dass die Unterzeichner und Besitzstandswahrer schon verloren haben, auf ganzer Linie — wenn man es denn so ausdrücken will.

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Die mediale Hinrichtung der Piratenpartei

Logo PiratenparteiGestern wurde der Phoenix-Zuschauer Zeuge eines beeindruckenden Schauspiels. Der Vorsitzende der Piratenpartei, Dirk Hillbrecht, war in der Talkshow Unter den Linden zu Gast. Geplant war eine Diskussion mit Rupert Scholz (CDU) ehemaliger Justizsenator von Berlin und Bundesverteidigungsminister. Moderiert wird die Talkshow von Christoph Minhoff. Thema der Sendung: Unter Piraten — Wem gehört das geistige Eigentum? Es war also ein Thema, bei dem die Piratenpartei in Person ihres Vorsitzenden hätte punkten können — es hätte mehr oder weniger ein Heimspiel werden können. Dirk Hillbrecht scheiterte jedoch auf ganzer Linie, was auf zwei wesentliche Punkte zurückzuführen ist.

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Bananenrepublik Deutschland

Im Prinzip dient es nur der Chronistenpflicht, wenn ich heute wiederum ein Urteil erwähne welches pro Privatsphäre daher kommt. Exemplarisch verdeutlicht dieses auch die desolate Lage in unserer schönen Republik und den Umstand des massiven Vertrauensverlusts in Legislative und Exekutive. Wenn also die Generalbundesanwältin Vertrauen fordert, dann sollte sie und ihre Kollegen sich dieses erst einmal verdienen.

Wer ein gesamtes Musikalbum, zudem in der relevanten Verkaufsphase, «der Öffentlichkeit zum Erwerb» anbiete, trete wie ein gewerblicher Anbieter auf. Das neuerliche Urteil des OLG Köln bestätigt zumindest diesen Passus des LG Köln, welcher vor einiger Zeit für Aufsehen sorgte. Neu ist jedoch die Einschränkung, daß im Zuge des Eilverfahrens kein Auskunftsanspruch besteht, allenfalls die Option die Löschung der Daten beim Provider zu verhindern. Kurzum u.U. wird es aufwendiger für Rechteverwerter an die begehrten Daten zu gelangen, an der realitätsverzerrenden Logik ändert sich jedoch nichts. Mitunter ist es so aber möglich eher realitätsnahe Logik vor dem Kadi zu erwirken, wenn dieser auch die Zeit besitzt sich mit den halbgaren Aussagen der Rechteverwerter eingehender zu beschäftigen.

Dieses Urteil zeigt wiederum nur die Spitze des Eisbergs auf, Filesharer usw. — in der Gesamtheit betrachtet schauen wir hier auch exemplarisch wie schnell Otto-Normal-Bürger zu etwas völlig anderem mutiert, wenn ein Gericht es denn nur so möchte. Hier wird man stante pede zum gewerblichen Anbieter ob einer(!) Kopie, anderswo wird man zum Terroristen und gerät augenblicklich in antidemokratische Gefilde.

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Legibus solutus?

Besonders weit gehen laut den beiden Lobbyverbänden die Richter in Oldenburg. Sie sehen bereits in der einfachen Nutzung einer Tauschbörse ein Indiz dafür, dass der Rahmen des Privaten «endgültig» überschritten sei.

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Lautet im Klartext die Tauschbörse per se, beispielsweise Bittorrent, wird grundsätzlich stigmatisiert und der profane Nutzer legaler Inhalte pauschal kriminalisiert? Das kann doch wohl gar nicht sein? Wenn ich also eine Linux-Distro herunterlade und die Demokratiefeinde der Wirtschaft möchten da an die Daten heran wird mal stante pede der Rechtsstaat außer Kraft gesetzt? Welches Indiz? Ist die Flasche Bier im heimischen Kühlschrank ein Indiz für den Suff am Steuer? Ist der Besitz eines Brotmessers ein Indiz für eine Gewalttat? Wie lange wird es noch möglich sein derartige Dinge wie diese hier überhaupt noch zu schreiben? In der heutigen Zeit braucht es Richter mit fachlicher Kompetenz und jährliche Schulungen inkl. Kontrollen.

Viele Zivilrichter scheinen das Problem illegaler Downloads höher zu bewerten als einige Staatsanwälte.

Die Damen und Herren Staatsanwälte sind wohl mehr in der Realität verhaftet und kennen die Fallensteller der Content-Mafia.

Denn wenn ein Staat stürzt, so stürzen auch seine Gesetze.

–Martin Luther

Titel: von Gesetzen entbunden, in feudalen Zeiten galt das Gesetz nur für den gemeinen Pöbel

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Filesharing: living easy, living free

Living easy, living free so denken wohl viele die sich dem Filesharing von der illegalen Seite her nähern. Robin Hood-Mentalität, das tut denen schon nicht weh, ich bereite Kultur den Weg etc. pp. — derlei Argumentationen sind schnell parat, wenn es darum geht den nur-nehmen-Habitus zünftig zu verteidigen. Andererseits muß man jedoch auch eines klarstellen: privat, für lau, mal eben so … ist eben anderes, zwar nicht legitimer, aber auch nicht Ziel drakonischer Vergeltungsschläge der totalitär agierenden Content-Mafia und ihrer legislativen Lobbyisten.

So dachten sich wohl auch just Pfälzer Richter, wie schon zuvor ihre saarländischen Kollegen, und ordneten den Fall als Bagatelle ein. Kein Persilschein für hemmungslose Geisterfahrer auf der Datenautobahn, aber immerhin eine Wahrung des Verhältnisses. Denn das es auch anders geht zeigten vor einiger Zeit Richter in Düsseldorf, die bei der Interpretation von gewerblichem Ausmaß doch ein wenig der Vernunft entsagten.

Fazit: kein Frohlocken, keine Entwarnung, wer als Geisterfahrer seinen Weg zurück legt muß damit rechnen irgendwann aufzuprallen, den Kolateralschaden trägt indirekt die Gemeinschaft mit. Nicht das die Content-Mafia je andere Absichten gehabt hätte, doch eine Legitimation ob diverser negativer Beispiele seitens der unverbesserlichen Jäger und Sammler macht sich dann schon rein von der Optik besser. Insofern sollte man sich eines überlegen: wäre es nicht besser tatsächlich an Kultur zu partizipieren, Kultur zu wirken, etwas zu geben und Dinge zu nehmen die wiederum auch dafür vorgesehen sind um im kulturellen Pool aufgehen? Denkt mal drüber nach, hat auch etwas mit Respekt gegenüber dem anderen zu tun. Tadeln ist das eine, ähnliches Handeln nur selten angebracht.

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Raubleser aufgepasst: DRM & Co. für Webseiten

Die Musik– und Filmindustrie sensibilisiere die Nutzer bereits für den Wert von Inhalten wie Filme und Musik und appelliere an einen fairen Umgang. „Die Medienunternehmen sollten diesem Beispiel folgen“, sagt Fischbuch.

So die ZEIT und Holger Fischbuch, Leiter Electronic Media der Financial Times Deutschland, über die Internetnutzer, die Werbeblocker wie Adblock Plus einsetzen. Mal vom pseudo-objektiven Artikel über Adblock Plus der ZEIT abgesehen: Meint der Herr Fischbuch das ernst? Wie kann ich mir das vorstellen? Zukünftig soll also jeder Webseitenbesucher, der einen Adblocker einsetzt, kriminalisiert, verfolgt und mit Abmahnungen überhäuft werden? Soll demnächst ein DRM-System entwickelt werden? Nur mit bestimmter Browser-Konfiguration kann eine Seite aufgerufen werden. Nicht mehr der Internetnutzer hat die Herrschaft über seinen PC und seinen Browser — die Medienunternehmen bestimmen, was wie wo installiert und angezeigt wird. Werden wir demnächst das Wort Raubleser zu hören und zu lesen bekommen? Wie kann man nur die kundenfeindlichen Machenschaften der Musik– und Filmindustrie in dieser Art und Weise verniedlichen? Ich bestimme, was und wie auf meinem PC angezeigt wird. Wenn ich Adblock Plus oder Proxomitron einsetze, ist das mein gutes Recht — ebenso wie es dann meine Entscheidung ist, bestimmte Seiten auf die Whitelist zu setzen. Wenn mir jemand etwas von Fair Use erzählen will und als Beispiel die Musik– und Filmindustrie nennt, dann sei mir der Hinweis nach einem Realitätscheck des betreffenden Herrn gestattet. (via)

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Die Macht der Künstler

ConcertStelle Dir vor, Du bist Drummer und warst unter anderem in einer kleinen unbekannten Band dabei. Nennen wir diese Band AC/DC. Dein Name ist Chris Slade. Diese Band hat einen Vertrag bei Sony BMG, weil diese die Band am besten vertritt. Sony BMG ist ein tolles Unternehmen, welches sich voll und ganz für seine Künstler einsetzt — ein besonders Augenmerk wird auf die Copyright-Verweigerer gelegt. Nieder mit dem Pack — das ist gerade in heutiger Zeit von Hard-Drive-Partys sehr wichtig. Nun stelle Dir vor, Du hast eine eigene Homepage. Was macht man auf so als Drummer auf seiner eigenen Homepage? Richtig, man stellt auch Videos ein. Und auf welche Plattform weicht man da aus? Natürlich YouTube. Und so verlinkst Du als Drummer halt ein paar Videos. Doch — vielleicht hättest Du jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt: Das wundervolle Unternehmen Sony BMG steht bestimmt in den Gelben Seiten:

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