Schlagwort ‘Tragödie‘

Wie viel Geld sind 21 Menschenleben wert?

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Foto: xtranews | CC-Lizenz

Obige Frage bereitet mir große Kopfschmerzen. Und doch – für Adolf Sauerland, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, scheint die Frage beantwortet zu sein: Es sind genau 3.748,25 Euro. Die Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen kennt keinen Rücktritt eines Bürgermeisters – so müsste Sauerland bitten, aus dem Beamtenverhältnis entlassen zu werden. Das allerdings würde den Verzicht auf alle Beamtenbezüge und Pensionsansprüche bedeuten.

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Löschen statt sperren bei derWesten.de (Update 2)

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Foto: F!XMBR

Noch während der Tragödie von Duisburg machte ein Kommentar unter einem älteren Artikel auf derWesten.de die Runde. Thomas Lückerath hatte ihn in einer «zufälligen» Recherche ausgegraben – hier beschreibt er, wie er darauf gestoßen ist und welche Kreise sein Screenshot zog. Nicht nur dieser eine Kommentar, mehrere Befürchtungen, die vor der Loveparade im Netz geäußert wurden, sind mittlerweile zum Teil der Berichterstattung geworden. Vielleicht sollte die Medien, namentlich die WAZ, die BILD und der WDR, einmal in das eigene Archiv schauen. Die taz hat einen wunderbaren Artikel veröffentlicht, dass die Loveparade auch auf Druck der Medien nach Duisburg geholt werden «musste»:

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Zitat des Tages

Die Tragödien von Erfurt, Emsdetten und Winnenden betrachtet er als gefährliche Serie, die Trittbrettfahrer, schlimmstenfalls sogar Nachahmungstäter auf den Plan rufe. Er warnt aber vor übereilten gesetzgeberischen Reaktionen. Denn für die Tat selbst hätten die Fachleute bisher kaum eine Erklärung. „Wir wissen nicht wirklich, warum ein Siebzehnjähriger so etwas tut.“

FAZ, Rudolf Egg (Direktor der Kriminologischen Zentralstelle von Bund und Ländern)

Wie wir es hier schon desöfteren bemerkten: Kompetenz existiert, nur eben findet man diese selten bis gar nicht in Politik und Medien.

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gesperrte Intelligenz

Bei der großen Mehrzahl der Kinderporno-Konsumenten handelt es sich nicht um technische Experten, die eine Seiten-Sperre ohne Weiteres knacken können.

heise

In politischen, sowie gleichgeschalteten Kreisen ist Kompetenz oder gar Intelligenz ohnehin ein hehres Gut, von daher darf man nie zuviel dergleichen erwarten. Vielleicht gibt man sich sinnigerweise gepflegten Cassandrarufen hin — erfüllt werden diese in heutiger Zeit meist umgehend, die einzige verläßliche Komponente. So auch in diesem Fall: der Name Zypries ist Legion in puncto Wankelmut oder geschicktem Bombardement mittels politischer Nebelkerzen a la Links 2.0, gemeinhin auch als SPD verschrien. Von daher, schwamm drüber — wo der Name Zypries fällt und SPD legen wir nur allzu gerne eine Schweigeminute für Demokratie und Freiheit in diesem Lande ein.

Das aber vermehrt auch die Exekutive, in diesem Fall Europol, in diesen grenzdebilen Tenor einstimmt läßt Schlimmes erahnen. In diesem Fall ist die mangelnde Kompetenz offenbar, der zuständige Spezialexperte war wohl gerade nicht greifbar, Chef wird es schon richten und landete, wie soviele des Führungspersonals in guter Tradition, einen gepflegten Griff ins Klo geht. Geht es um Details muß man an das Fußvolk herantreten, diese aber sind nicht tauglich für die Öffenlichkeitsarbeit, da tendetiell mehr der Realität verpflichtet, ergo stülpt man die bekannten «Wir-haben-alles-im-Griff-und-sind-frohen-Mutes»-Filter über.

Der gemeine User kann diese Sperren umgehen, derjenige mit einem geringen Maß an krimineller Energie kennt auch andere Mittel, um sein Treiben geschickt zu verschleiern. Geschickt genug, um die Spezialexperten aufs Glatteis zu führen. Aber darum dreht es sich letztendlich auch nicht, es geht um Wahlkampf, es geht um Macht und Kontrolle — es dreht sich alleinig um die Erweiterung der Befugnisse, mittels an den Haaren herbeigezogener Argumente und Erfolgsmeldungen. Tragödien jeweder Natur müssen dafür herhalten, aber nicht um diese zu vereiteln, sondern damit die Demontierung von Demokratie und Freiheit in diesem unserem Lande leicht von statten gehen kann.

Die Erfahrungen im Ausland seien durchweg positiv.

Großbritannien, China et al.? Wahnwitzig wohl, aber kaum positiv im Sinne von erfolgreich oder einzig der Kriminalitätsbekämpfung dienlich.

In einem Land in welchem Legislative und Exektutive vermehrt Hand in Hand arbeiten und somit die Gewaltenteilung ad absurdum führen oder gar öffentlich gegen das Bundesverfassungsgericht Partei ergreifen, ist ohnehin nicht mehr viel zu erhoffen.

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billiger Wahlkampf im Jahr der Wahlen

Angesichts der Ereignisse und des schrecklichen Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen, bei dem 15 Menschen getötet wurden, können wir eine solche Veranstaltung derzeit in unserer Stadt nicht akzeptieren.

heise: Stuttgart untersagt Computerspiele-Wettbewerb

Wenn man denn schon Unfähigkeit in Reinkultur wirkt und dem prof. Stand derer angehört, welche diese Disziplin zur Kür erhoben, warum nicht gleich Nägel mit Köpfen machen und die Absurdität auf die Spitze treiben? Indem man für eine gewisse Zeit alle Schützenvereine schließt, alle Auslandseinsätze unserer Truppen storniert, das Deutsche Netz gewaltfrei macht etc. pp.? Wäre doch eine Idee, der Monat der Gewaltlosigkeit — Deutschland setzt zum ersten Mal gegenteilige Akzente in der Geschichte. Und einmal mehr werden die Augen vor den tatsächlichen Problemen der heutigen Gesellschaft und insbesondere ihrer Jugend verschlossen. Einmal mehr macht man sich schuldig …

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Verbote, Zensur, Stigmatisierungen, Dämonisierungen

Es ist ein Anfang und ein Zeichen, wie man Verantwortung dafür übernehmen kann, die Tragödie von Winnenden möglichst unwiederholbar zu machen.

FAZ

Die Artikel diesbezüglich sind Legion, der Tenor ebenso laut wie eintönig: Killerspiele allerorten, verbieten, dingfest machen. Taten verhindern indem man Menschen, ganz dem Gusto diverser Psychologen, in Schubladen steckt, diese mit einem kräftigen Rumms zuschiebt und für immer verschließt. Ebenso ist dieses wissenschaftliche Schubladendenken mit welcher man der Vielfalt des menschlichen Geists gegenübertritt weitaus öfters ursächlich für Fehlentscheidungen diverser Experten die letztendlich gar noch zu Tragödien führten und führen.

Es ist auch der Computer, der die Generationen voneinander entfremdet.

Nicht der Computer entfremdet Menschen, nein der Mensch entfremdet sich vom Menschen. Und wenn ich heute dieser einfachen, ultimativen Lösung erliege eine Sache zu dämonisieren, um die vielfältigen Problematiken der heutigen Gesellschaft zu bekämpfen, so mache ich mich ebenso schuldig. Oder wie Joseph Weizenbaum treffend bemerkte: Der meiste Schaden, den der Computer potenziell zur Folge haben könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.

Der erste Schritt wäre also getan sich mit dem Menschen per se zu beschäftigen, die Universalmedizin existiert nicht — vermeidbar sind menschliche Ausfälle nie, da der menschliche Geist nicht in die Schublade eines Therapeuten paßt

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das ging recht schnell

Amokläufer spielte kurz vor der Tat Killerspiele, diese Erkenntnisse lieferten nun die Ermittler, sofern man dem Spiegel glauben schenken kann, denn dort entnahm die FR diese Nachricht. Nun gut die Eltern streiten eine Behandlung ihres Sohnes ab, die Ermittler oder besser gesagt jene die mit der Außenwelt kommunizieren und den politischen Filter durchliefen verstricken sich desöfteren in Widersprüchlichkeiten. Möglich ist auch das die Medien schneller Infos postulieren als diese denn überhaupt in den Redaktionen eintreffen. Keine Ahnung seit 9/11 und Gladbeck ist so ziemlich alles möglich in dieser Republik — seitens des Staats und dessen teils willfähriger Steigbügelhalter medialer Gefilde.

Ich bleibe dabei: hier kosten einige die Tragödie aus, um Quote zu machen und andere versuchen in Zeiten großer Verunsicherung Wahlkampf zu betreiben.

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