Schlagwort ‘Tagebuch‘

Tagebuch eines stellvertretenden Chefredakteurs

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15. Juni 2010
Tolle Idee unserer PR-Abteilung: Wir lassen eine Ausgabe der WELT KOMPAKT kostenlos von diesen so genannten Bloggern, Wikipedianern und Amazon-Rezensenten füllen. Wir nennen das Medienexperiment und schon rennen die uns die Bude ein. Statt Enteignet Springer heiß es zukünftig Bloggt Springer. Neusprech sei Dank. Ich freu mich.

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Das geheime Tagebuch des Marcell D’Avis

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Screenshot: blog.1und1.de (via)

01. November 2009
Nach 16 Jahren im Call Center bin ich endlich befördert worden. Ich bin nun Teamleiter. Unsere Marketing-Leute haben eine ganz tolle Idee und nennen mich Leiter Kundenzufriedenheit und wollen nun Werbespots mit mir drehen. Statt 7,35 Euro verdiene ich nun 9,50 Euro in der Stunde. Nie wieder Geldsorgen. Ich freue mich über meine neue Stelle. Die Zukunft sieht rosig aus. Call Center sind toll und bieten riesige Aufstiegsmöglichkeiten. Bis ins Fernsehen.

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Endlich — König von Deutschland

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Liebes Tagebuch,

endlich bin ich König von Deutschland. Das wurde auch langsam Zeit. Wir haben gemeinsam mit den Splitterparteien der Union die Rot-Rot-Grüne Pest in die Opposition geschickt. Leider musste ich dieses eine Mal noch meiner gute Freundin Angela den Posten der Bundeskanzlerin überlassen, in vier Jahren wird aber alles anders werden. Wir, die FDP, mit mir als Vorsitzenden, sind die Partei der Mitte und werden bald die einzige Volkspartei der Bundesrepublik Deutschland sein. Endlich haben die Menschen begriffen, dass nur die FDP die Lösung für unsere Probleme bereit hält. Natürlich gab es auch die eine oder andere Kritik, aber was wissen diese hirnverbrannten Schmierfinken der Presse schon? Ich kenne als einziger die Lösung auf alle Fragen, die unser Land beschäftigt. Ich bin König von Deutschland.

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Tagebuch eines Piratenpartei-Mitgliedes*

Piraten05. Juni 2009
Habe heute mit einigen Kameraden gesprochen. Die NPD hat bei der Europawahl keine Chance. Wir sehen uns nach einer neuen Partei um. Mir wird die Piratenpartei empfohlen, die tritt auch für unsere Meinungsfreiheit ein, so wurde mir gesagt. Habe mit Bodo Thiesen telefoniert. Er empfiehlt den Eintritt in die Piratenpartei, damit man gemeinsam marschieren kann. Ich trete der Kameradschaft bei und träume davon, den Reichstag zu erobern. Nur was ist eigentlich ein Wiki?

07. Juni 2009
Meine Kameraden und ich haben bei der Europawahl 0,9% erreicht. Das ist ein gute Anfang. Leider hat es in der BRD nicht zu mehr gereicht, doch werden wir bald die Führung im Deutschen Bundestag übernehmen. Unsere schwedische Division schickt einen Kameraden ins Europaparlament. Er ist der Pionier in unserer Kameradschaft. Jetzt werden andere Regierungen infiltriert. Klarmachen zum Ändern!

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Tagebuch eines Vodafone-Vorstandes*

Vodafone15. Februar 2009
Wir planen eine neue Kampagne. Scholz & Friends hat uns geraten, ins Web 2.0 zu gehen. Das sei überhaupt kein Problem. Man kaufe einfach ein paar Blogger und schon läge uns die deutsche Blogosphäre zu Füßen. Klasse, wir freuen uns. Bald gehören wir dazu.

09. März 2009
Die deutschen Top-Stars unter den Bloggern, Sascha Lobo und Nico Lumma, sind bereits eingekauft worden. Mit ihnen wird unsere Kampagne die erfolgreichste der letzten Jahrzehnte. Da bin ich mir ganz sicher. Das sind Profis. Bald werben alle Blogger kostenlos für uns, schließlich gehören wir jetzt dazu. Ich überlege, ob ich mir einen E-Mail-Account anlege. Das Web fasziniert mich. Da gibt es alles kostenlos, sogar Werbung für uns.

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Bloggen? Eine Art Tagebuch?

Chris stellt sich die Frage aller Fragen: Was ist Bloggen? Nun abseits von der semantischen Analyse, die da von einer Art Kreuzung aus Tagebuch und WWW spricht, ist ein Blog schlicht ein Tagebuch. Aber Moment, ist ein Tagebuch nicht diese oldschool Angelegenheit — Privates zu Papier gebracht, vor den Augen der Welt verborgen? Kurzum also ein Widerspruch in sich? Denn wie könnte man ein privates Tagebuch in dieses WWW transferieren? Nun als erstes muss man Begrifflichkeiten trennen, sprechen eingeschworene Nerds von Tagebüchern meinen diese tatsächlich Poesiealben bzw. degradieren ob Unverständnis Tagebücher zu trivialen Anhäufungen irgendwelcher Intimitäten — cat content eben.

Doch dem ist nicht so. Ein Tagebuch gibt Erlebtes wieder, formuliert Gedanken aus, ist ein Spiegel dessen was den Schreibenden bewegt. Ein omnipotenter Anspruch, welcher jedem Raum en masse reserviert. Neu ist ausschließlich die Öffentlichkeit, ermöglicht durch dieses WWW. Gelogen, beschönigt wird traditionell im Privaten als auch im öffentlichen Raum — von daher nehmen sich beide Darreichungen nicht viel. Allenfalls diktiert die zusätzlich vorhandene Öffentlichkeit ein Plus an etwaiger Zurückhaltung, gegenüber dem schon vorhandenem Diktat seitens des Egos.

Bloggen ist also nichts neues, Bloggen kann alles sein — nur die eigene Fantasie setzt Grenzen. Man muss sich also nicht eines Begriffes wie Tagebuch schämen, große Männer und auch Frauen verfassten diese im Laufe der Geschichte und hinterließen somit nachfolgenden Generationen teils unschätzbare kulturhistorische Einblicke.

Wenn also Oscar Wilde schreibt: Das Gedächtnis ist das Tagebuch, das wir immer mit uns herumtragen., so gilt dies vice versa ebenso für diese mittels Papier oder Virtualität transportierten Worte — eine Vielfalt des Geistes eben, welche genutzt werden sollte. Insofern ende ich mit den Worten eines bekannten Tagebuch-Verfassers: Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn, indes ihr Komplimente drechselt, kann etwas Nützliches geschehn.1

Bild: Wikimedia Commons

  1. aus Faust []

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Tagebücher aus dem ersten Weltkrieg


Quelle: lessie, CC-CB (Klick aufs Bild für größere Auflösung)

lessie, Mitglied auf dem CC-CB, hat beim Aufräumen Tagebücher seines Großvaters gefunden, der im ersten Weltkrieg bei Arras dabei war. Von ursprünglich wohl 9 Büchern konnte er die Bücher 5–9 finden. Er kann die Briefe leider nicht lesen. lessi fragt:

Wer kann ihm beim Lesen (Übersetzen) der Bücher helfen?
Welche Organisationen (Museen) könnten Interesse an den Büchern haben?

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Tagebuch eines Journalisten

01. November 2008
Ich bin gefeuert worden. In der derzeitigen Krise müsse man nun alle Kräfte und Kompetenzen in einer Zentralredaktion bündeln, so mein ehemaliger Chefredakteur. Da brauche man mich nicht mehr. Ich war schockiert. Das war doch überhaupt nicht abzusehen. Andere Kollegen, die schon länger ohne Job sind, raten mir nun, in die Zukunft zu blicken und ein Blog zu eröffnen. Das klappt sofort. Schnell schreibe ich den ersten Artikel. Ich habe schon einen Leser – mich selbst. Bloggen ist toll. Zur Feier des Tages gönne ich mir eine Flasche Rotkäppchen aus dem ALDI. Bald ist mehr drin. Ich habe gesehen, Alyssa Milano, Dieter Bohlen und viele Prominente bloggen auch. Das ist die Zukunft.

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