Screenshot: Medienarchiv68 | BERLINER MORGENPOST vom 14.04.68, Seite 8,9
Selbstverständlich will sich der Axel-Springer-Verlag ein stückweit mit dem Medienarchiv68 reinwaschen. So schreibt Springer-Chef Mathias Döpfner: Mein persönliches, vorläufiges Fazit: Wenn man genauer hinschaut, ergibt sich ein differenziertes Bild. Die These, das Haus Axel Springer sei eine zentral gelenkte Meinungsmaschine gewesen, welche die Studentenbewegung verhindern wollte, bestätigt sich jedenfalls nicht. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Auch wenn neben den bekannte Springer-Postillen der Berliner Tagesspiegel und der damals SPD-nahe Telegraf in das Archiv aufgenommen wurden, fehlt selbstverständlich bei der Übermacht Springers trotzdem der Ausgleich, der Blick auf die Studenten, Artikel linker Publikationen. Das Medienarchiv68 ist nur eine Sicht der Dinge – und inwieweit hier nachträglich zensiert wurde, lässt sich kaum nachvollziehen.



Die haben ein Leck, ich dachte derlei Dinge gehören dort zum guten Ton und man selbst profitiert tagtäglich davon
Mitte diesen Jahres hat der Springer-Konzern den Briefzusteller Pin AG übernommen. Über eine halbe Milliarde Euro hat der Konzern angeblich auf Bestreben von Springer-Chef Döpfner locker gemacht — eine der größten Investitionen in der Springer-Geschichte. Schon im Vorfeld der Diskussionen rund um den Postmindestlohn hat der angebliche Anwalt des kleinen Mannes, der Springer-Konzern, Politik gemacht. Neben einer großen Anzeigenkampagne, die den Mindestlohn verunglimpfen sollte, gab es zudem eine Demonstration der eigenen Mitarbeiter, die mit diesem bisher gezahlten Hungerlohn leben mussten — sie Demonstrierten gegen [sic!] den Mindestlohn. Ob sie vom Anwalt des kleinen Mannes, von ihrem Arbeitgeber, dem Springer-Konzern dazu genötigt wurden, kann ich nicht sagen. 



