Schlagwort ‘Skandal‘

Die Telekom weiß, was Du letzten Sommer geschrieben hast

Wie oft haben wir in den letzten Monaten über die T-Spitzel der Deutschen Telekom geschrieben? Es lässt sich gar nicht mehr alles verlinken, dann wäre ich allein bis heute Abend mit dem mit dem Suchen der einzelnen Artikel beschäftigt. Und immer, wenn man denkt, es kann nicht schlimmer werden, braucht man nur die Zeitung aufzuschlagen. Der bisherige Höhepunkt war die Bespitzelung der Telefonate von DGB-Chef Sommer. Nun stellt sich heraus. dass nicht nur die Telefonate der Gewerkschafter überwacht wurden — auch der E-Mail-Verkehr wurde offensichtlich überwacht, mitgeschnitten und den Telekom-Oberen für Verhandlungen zur Verfügung gestellt. Sicherlich keine schlechte Taktik, mag sich der damalige Telekom-Chef Ricke gedacht haben. Sei darauf vorbereitet, welche Strategie Dein Gegenüber fährt — und Du bist ihm einen Schritt voraus. Zudem verfestigt sich wie immer der Eindruck, die Kleinen fängt man, die Großen lässt man laufen. Wir sind sehr misstrauisch geworden, auch, weil wir zunehmend den Eindruck gewinnen, dass bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bisher nur die kleinen Leute und nicht die Auftraggeber im Fokus stehen — mit diesen Worten wie keine geringere als Herta Däubler-Gmelin zitiert. Telekom — die machen das. :)

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Telekom — die machen das

Wir erinnern uns? Bespitzeln, bespitzeln und nochmals bespitzeln — denkt man an die Telekom, schaut man nur Abgründe. Ob es nun die Verarsche der Kleinaktionäre anno tobak war, die bereitwillige Herausgabe von Kundendaten, die Speicherung von Daten wider legislativer Richtlinien, der asoziale Kahlschlag in den Reihen der Angestellten und die gleichzeitigen Expansionsgelüste, die Abmahnung ob Farbmarke oder der Mißbrauch dank quasi-Monopol gegenüber Kunden und anderen Anbietern, das schlechte Karma ist Legion.

Und hierbei offenbart sich auch der Unterschied zu kleinen bis winzigen Anbietern, die ebenso mal Mist bauen: ein quasi-Monopolist eröffnet in derlei Bereichen völlig neue Dimensionen und kommt dank staatlicher Deckelung im Prinzip auch ungeschoren davon. Das nun auch DGB-Chef Sommer von der Telekom überwacht wurde … jo mei … ich mein ja nur, ist das derart verwunderlich? Verwunderlich ist auch kaum die Ruhe die in den Reihen der Politik gewahrt wird, möchte man doch selbst gerne derart handeln. Verwunderlich jedoch ist die stoische Gelassenheit der Bevölkerung, schließlich verweilt die Majorität alternativlos immer noch bei diesem Verein. Wo erklinkt das Jammern, das doch ob ein paar Cent mehr bei Lebensmitteln1 direkt sibirische Hungersnöte erahnen läßt? Solange es nicht weh tut, und der Verlust von Freiheit scheint den Deutschen nie wirklich geschmerzt zu haben, solange wird auch nie wirklich ein Aufschrei zu vernehmen sein. Ich weiß wirklich nicht was es braucht die Masse zu bewegen …

  1. ich denke da keineswegs an Leute die tatsächlich bedürftig sind, a la Hartz4 oder weniger []

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die Telekom schnüffelt weiter

Anders kann man es wohl nicht bezeichnen, wenn der überwachungstechnisch gestählte Telekommunikationsriese mit seiner teils recht seltsamen Rechtsauffassung gesammelte Daten weiterreicht, deren Speicherung normalerweise untersagt ist. Zumindest wenn man denn dem vorläufigen Urteil des BVerfG im März diesen Jahres Folge leistet, in diesem heißt es: Die Übermittlung und Nutzung der von einem Diensteanbieter auf ein Abrufersuchen hin erhobenen Daten sind allerdings in den Fällen nicht zu beschränken, in denen Gegenstand des Ermittlungsverfahrens eine schwere Straftat im Sinne des § 100a Abs. 2 StPO ist, […]1 Im Umkehrschluß bedeutet dies also, daß Bagatellen nicht Gegestand des Auskunftbegehrens sein dürfen.

Um diesen Passus nun geschickt zu umschiffen, bediente sich die Deutsche Telekom just einer Definition, die in deren Fall schon zu einem Gerichtsverfahren führte: Bei den gelieferten Daten handelt es sich nicht um Verbindungsdaten, sondern um Daten des Fernmelderechnungsdienstes. Zwar ist dies rechtlich möglich, jedoch verstößt wiederum die Speicherung dieser Daten gegen geltendes Datenschutzrecht, wenn es sich denn um eine Flatrate handelt!

Was nützen also Gesetze en masse, ja gar häufige maßregelnde Verordnungen des BVerfG, wenn denn der Gesetzgeber und somit auch dem guten Beispiel folgende ehemalige staatliche Konzerne sich einer ureigenen Interpretation befleißigen und somit im Prinzip doch das Gros dieser Dinge mißachten?

via heise

  1. Seite 4 der Pressemitteilung Nr 37/2008 []

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Ich ziehe voller Ehrfurcht meinen Hut [Update]

  1. Die beiden anonymen Blogger Lanu und hockeystick recherchieren in einem neuen Schleichwerbeskandal. Der ARD-Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer kennt sich augenscheinlich sehr gut mit Klostermelisse aus.
  2. Sie veröffentlichen ein Video.
  3. Reaktionen auf anderen Blogs — auch der Journalist Thomas K. greift das Thema auf.
  4. Lanu wird von der ARD ignoriert.
  5. Der Blogger-Selbsttest in der Apotheke. Und weitere Werbebotschaften.

Heute hat die ARD reagiert: ARD feuert Gesundheits-Guru Bankhofer.

Dem 67-jährigen Österreicher wurde ein anonym ins Internet gestellte Video zum Verhängnis, das auf der Video-Plattform Youtube eingestellt wurde und seit Mittwoch in Weblogs kursiert.

Grandiose Leistung. :) Wann musste eigentlich das letzte Mal jemand nach einer SPIEGEL-Recherche zurücktreten — oder ist nach einem SPIEGEL-Bericht gefeuert worden? Ich frag ja nur. ;-)

Update: Schlägt das Imperium zurück? Der STERN berichtet:

Holiczki droht den anonymen Bloggern: «Wenn das weitergeht, werden wir dagegen vorgehen.» Bankhofer selbst kündigt im Gespräch mit stern.de rechtliche Schritte an. Er sagt: «Mein Anwalt ist noch ein paar Tage im Urlaub. Dann wird er sich der Sache annehmen müssen.» Der aber wiederum muss erst einmal herausfinden, wer die «Stationäre Aufnahme» betreibt.

Schau m’er mal… ;-)

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Telekom. Die machen das!

Angst vor Hackern oder besser gesagt vor deren bösem Alter Ego trieb die Telekom schon Mitte der 90er hin zu abhörtechnischen Gefilden. Aktion Bunny wurde diese Bespitzelung genannt und selbst das damalige Post-Ministerium hatte Kenntnis davon, wurden dieses doch höchstselbst vom rosa Riesen in Kenntnis gesetzt, dort aber hielt man eine Rüge wohl für ausreichend. Unser aller Bundesdatenschützer Peter Schaar will die Praktiken der Telekom nun genauer unter die Lupe nehmen. Ein Wahlkampfversprechen? Denn mehr Resultate als bei jenen üblich wird man auch hier nicht erwarten können. In Anbetracht dieser Zustände, übrigens auch durch die Bank in anderen Bereichen usus, bietet Deutschland ein einziges Trauerspiel in puncto politischer Aktion, respektive öffentlichem Interesse. Nun ja es ist warm , Fußball läuft, sprich es wird sich schon etwas finden um geflissentlich wie üblich wegzuschauen. Es gibt halt wichtigeres

golem

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Telekom auf den Punkt gebracht

extra3 hat schon wieder gekonnt mittels einer Satire alles Wissenswerte in einem Video zusammengefaßt. Ob Bankenskandal oder jetzt die Telekom, einen besseren Extrakt wird man wohl kaum finden :D

Weitere Infos: F!XMBR

via Schockwellenreiter

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Die Geister die ich rief — Warum der Journalismus in Deutschland eine Mitschuld an dem T-Skandal trägt

T-SkandalDie Praktiken der Telekom sind in journalistischen Kreisen nicht erst seit gestern bekannt. Wie Journalisten, Redaktionen und Verlage in den letzten Jahren behandelt wurden, sie selbst (nicht) gehandelt haben, zeigt uns das NDR-Magazin Zapp. Zapp ist eines der wenigen Magazine, welches ich noch das Attribut journalistisch verpassen würde. Die Telekom ist offensichtlich schon seit Jahren der größenwahnsinnigen Meinung, dass kritische Berichterstattung über das magentafarbene T verboten gehört. Und so hat man es wohl zur Regel gemacht: Gab es Kritik, wurden Anzeigen gestrichen. Und der kritische Journalismus? Nicht vorhanden. Hat es fast immer mit sich machen lassen und so den einen oder anderen Kollegen im Regen stehen lassen — so mancher bekam erst ganz späte Genugtuung. Das Spiel der Telekom, bekannt wurde gerade erst die Spitze des Eisberges, konnte nur funktionieren, weil der Journalismus in Deutschland gekuscht hat. Und wie das so ist — nicht nur die Telekom streicht die Anzeigen. Auch andere bekannte Namen der letzten Wochen, fallen auf: ALDI, Die Bahn, um nur zwei zu nennen. Das Problem ist hausgemacht. Der Journalismus in Deutschland ist abhängig von den Anzeigekunden — und bevor man einen verprellt, verkauft man lieber das Volk. Sendung | Video | CC-Lizenz.

Weiterlesen: »Die Geister die ich rief — Warum der Journalismus in Deutschland eine Mitschuld an dem T-Skandal trägt«

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T-Geheim: der Kreis schließt sich

Ich glaube das wirkt schon alles recht ermüdend und diese Aussage hier einfach irgendwie unglaublich. DDR, BRD, der Kreis schließt sich :)

Das war klassische Observation und nicht illegal.

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T-Geheim III: ein globales Überwachungsnetzwerk?

Die ermittlungstechnischen Taten der Telekom erlangen von Tag zu Tag gewaltigere Ausmaße. Darf man den Aussagen von Journalisten glauben schenken, so besorgte sich die Telekom auch die Kundendaten anderer Mobilfunkteilnehmer. Zwar rückten diese jene Daten nicht heraus, was wir nun einfach mal als gegeben hinnehmen, aber in puncto Abrechnung z.B. muß jeder dieser Anbieter Daten bei der Telekom abliefern. Denn das gute an der Sache ist, so ein Monopolist hält alle Fäden in der Hand, auch jene kommunikativer Natur und so ist es kaum verwunderlich, daß das Gros der Kontaktdaten wiederum in telekomische Gefilde fließt. Selbst die Bundesnetzagentur soll sich nach Aussagen dieser Journalisten im Zielfeld der telekomischen Ermittler befunden haben. Einflußreiche Personen dieser Behörde sollten innerhalb der Telekom datentechnisch für vogelfrei erklärt werden. Natürlich distanzieren wir uns davon, denn den Medien schenkt man ohnehin keinen Glauben, auch verleugnen wir die Existenz dieser Publikation (Bielefeld läßt grüßen) und auch die Existenz unserer selbst, wir sind Kunstfiguren in einer digitalen Popkultur. Ich glaube nicht, das es angebracht ist noch von einer Spitze des Eisbergs zu reden, vielmehr schlug so ein gigantisches Teil jeglichen, noch vorhandenen Restglauben in puncto Datenschutz, Privatssphäre, Pressefreiheit etc. gekonnt in zwei.

golem

Update:

Projektname: Linda. Das Mobilfunknetz von T-Mobile hat im Jahr 2006 offenbar erhebliche Sicherheitsmängel aufgewiesen. Kundendaten seien nicht ausreichend geschützt worden, kritisiert ein interner Bericht. Na und wer war der damalige Chef? Richtig Obermann. Klar der stieß die Untersuchung damals an, wußte aber sonst auch von nichts :)

Bild: DryIcons Free License

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T-Geheim II

Man mag es kaum glauben, aber die Telekom bespitzelte was ihnen vor die bespitzelungstechnische Flinte kam, u.a. auch Bankdaten. Komplette Bewegungsprofile wurde erstellt etc. Aber who cares, in Zeiten in denen diverse Discounter schon zu derlei Praktiken greifen, gehört das doch geradezu zum guten Ton eines Kommunikationsunternehmens. Und das Schäuble Obermann nun nach Berlin zitiert ob dieses großen Lauschangriffs birgt allenfalls ironisches Potential in diesem Staat, denn Genugtuung ob einer etwaigen Zurechtweisung. Auch wird man das mulmige Gefühl nicht los, das diese Dinge, ähnlich den erwähnten Discountern, nur die Spitze des Eisbergs darstellen …

SPON

NDR-TV: Werbung Telekom

Bild: DryIcons Free License

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T-Geheim

In den letzten Tagen bewegt alle Datenschützer und mündigen Bürger ein Thema, die Bespitzelungsaktion der Telekom. Nicht nur das diese anscheinend schon seit anno 2000 in vollem Gange war und neben Managern auch Journalisten, deren private Kontakte etc. durchleuchtete, nein man plazierte auch mittels einer Detektei einen Maulwurf in der Redaktion des Wirtschaftsmagazins Captial. René Obermann soll beispielsweise schon 2007 davon Kenntnis gehabt haben, ließ dabei auch Köpfe rollen, vermied es jedoch die Capital-Redaktion zu informieren. Während im Zuge dieser unglaublichen Vorfälle, gerade im Zusammenhang mit einem beinahe Kommunikationsmonopolisten, weite Kreise ziehen, versuchen auch schon die ersten Kapital daraus zu schlagen und die Verbindungsdatenspeicherung zentral unter die Aufsicht des Staats zu stellen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hingegen hält davon verständlicherweise nichts und plädiert für eine unabhängige Kontrolle: Um Missbrauch vorzubeugen, könnten die bei den Unternehmen anfallenden Verbindungsdaten dort verschlüsselt werden. Der Schlüssel zur Freigabe ließe sich bei einer unabhängigen Treuhänderstelle, einer Art Datennotar, hinterlegen. Währenddessen übt sich die Telekom selbst wohl eher in Schadensbegrenzung und gibt sich dem internen Schlagabtausch in der Chefetage hin, wer denn nun verantwortlich sei und wem man den schwarzen Peter wohl geschickt in die Schuhe schieben könne. Interessant dabei, das wie so oft in derlei Konzernen anscheinend keinerlei Unrechtsbewußtsein vorhanden ist, weder im Vorfeld noch danach, jeder versucht nur den eigenen Vorteil zu mehren respektive die eigene Haut zu retten.

Nach dem allgemeinen Desaster das Vater Staat unlängst anrichtete in diesen Gefilden, wundert nun auch eine solche Aktion nicht mehr wirklich. Und wie immer bleibt hier der schale Beigeschmack über, wenn schon in derlei Kreisen solche Aktionen laufen, wen kümmert dann wohl die Privatssphäre von Otto-Normal-Bürger?

Bild: DryIcons Free License

Update:

Zentrale der Deutschen Telekom durchsucht

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