Schlagwort ‘Scoop‘

Das Versagen des ehemaligen Nachrichtenmagazins

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Bild: F!XMBR

Auf vielen deutschen Blogs wird der SPIEGEL nur noch als ehemaliges Nachrichtenmagazin bezeichnet. Die Credits dafür gehen meist an Fefe — auch wenn die Bezeichnung schon ein paar Jahre länger im Netz kursiert. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich schon als kleiner Steppke immer den SPIEGEL gelesen habe. Ich komme aus einem Elternhaus, in dem eher SPD als CDU gewählt wurde. Ich würde mich selbst als sozialdemokratisch bezeichnen, auch wenn ich seit Jahren nicht mehr SPD gewählt habe. «Der SPIEGEL ist links», so habe ich es von Kindesbeinen an gelernt — er war das intellektuelle Gegenstück zu Springer und Konsorten. In den letzten Jahren jedoch ist der SPIEGEL zu einem lächerlichen Mainstream-Medium verkommen, man redet den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft nach dem Mund. Die Agenda 2010 hätte es ohne die propagandistische Begleitung des SPIEGEL nie gegeben. Unter Stefan Aust und auch dessen Nachfolger, Mathias Müller von Blumencron, abgezogen vom boulevardesken SPIEGEL Online, der nun gemeinsam mit Georg Mascolo das Blatt führt, hat sich der SPIEGEL zur rechten Speerspitze deutsche Politik gewandelt. Früher haben die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft am Sonntag gezittert, wenn der neue SPIEGEL anstand. Heute können sie sicher sein, dass ihre PR-Texte pseudo-journalistisch verpackt unter das Volk gebracht werden.

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The Afghanistan War Logs – ein Desaster für den Spiegel

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Bild: F!XMBR

Die Veröffentlichung der Afghanistan War Logs auf Wikileaks, journalistisch begleitet und aufbereitet durch den Spiegel, den Guardian und der New York Times ist sicherlich einer der größten Scoops der jüngeren journalistischen Geschichte. Drei der renommiertesten Redaktionen haben wochenlang an der Recherche und der Überprüfung der Dokumente zusammengearbeitet – sie sind übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen, dass die Protokolle authentisch sind und dass ein großes öffentliches Interesse an der Veröffentlichung besteht. Eine großartige globale journalistische Zusammenarbeit. Wikileaks-Gründer Julian Assange hat den Redakteuren gemeinsam in der Londoner Redaktion des Guardians die Dokumente übergeben – es drang keine Informationen vorab nach draußen. Selbst als der Spiegel am Sonnabend angekündigt hat, dass das ePaper des Spiegel erst am Sonntagabend erscheinen würde, tippten fast alle Beobachter auf die Berichterstattung zur Tragödie der Loveparade. Nun ist die Bombe geplatzt – und für den Spiegel entwickelt sich die Geschichte zu einem großen Desaster. Das lässt sich an zwei Punkten festmachen.

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Time Magazine — Marble Cake Also The Game

TimeSpaß versteht das Time Magazine offensichtlich. Als es zur Wahl der weltweit einflussreichten Persönlichkeit in Politik, Wissenschaft, Kunst und Technologie aufgerufen hat, dachte man sicherlich an Barack Obama, den Dalai Lama oder vielleicht den einen oder anderen Showstar. Wenn man aber über das Web abstimmen lässt, dann kommt es meist anders als man denkt. Gewonnen hat die Wahl moot, im realen Leben auch Christopher Poole genannt, und Gründer und Macher von 4chan.org. Natürlich haben jetzt nicht die normalen Besucher des Time Magazines moot zum Sieger gewählt — die Umfrage wurde selbstredend manipuliert. Wie die Netzgemeinde die Admins des Time Magazines zum Wahnsinn getrieben hat, schlussendlich den Sieg davon getragen hat, ist hier nachzulesen. Und als wäre diese Schmach nicht genug, hat man dem Time Magazine noch eine Nachricht hinterlassen, in Form eines kleinen Eastereggs. Die Anfangsbuchstaben der 21 Top-Platzierten ergeben die Wortfolge marble cake also the game. marblecake heißt der IRC-Channel, indem die anonymen Proteste gegen Scientology ihren Anfang nahmen:

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