Schlagwort ‘Rundfunk‘

… mit Volldampf voraus gen Abgrund

Ein PC mit Internetzugang sei ein neuartiges Rundfunkempfangsgerät im Sinne des Rundfunkgebührenstaatsvertrags und damit gebührenpflichtig. Die tatsächliche Nutzung als Radio sei nicht erforderlich, es genüge die Bereithaltung.

Oberverwaltungsgericht bestätigt GEZ-Gebühr für beruflich genutzten PC

Bin ich erstaunt? Mitnichten, in Erstaunen können mich heutzutage nur noch die Lichtblicke pro Volk der Deutschen Justiz versetzen.

Der SWR begrüßte die Entscheidung.

Hach nein, tatsächlich? Die ÖR begrüßen eine solche Entscheidung? Schleichwerbung, Kopfgelder etc. pp. mittels Neusprech kaschiert und verharmlost, business as usual in diesem unserem Lande. Was bleibt? Nun eine gehemmte Republik, die zu recht beim weltweiten Technologieeinsatz nicht (mehr) zur Spitze gehört. Die Geisteswelt erblickte auch schon bessere Zeiten, schwamm drüber — wenn man denn schon den Karren gegen die Mauer fährt dann auch richtig. Mit Volldampf vorraus …

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Hö? Kulturbremsen am Werk …

Am Anfang steht ein zeitgemäßer Rundfunkbegriff. Er muss technologieneutral sein. Es kommt nicht auf die Art der Verbreitung an. Sondern auf die besondere Qualität und eine entsprechende Reichweite. Da ist es dann unerheblich, ob er über Antenne, Kabel oder Satellit, Internet oder Mobilfunk kommt.

taz

Also Rundfunk = alles was im Internet postuliert wird und eine Lizenz genau dann, wenn man vielleicht 10–50 regelmäßige Leser hat?

Welche Kriterien sollten dabei im Vordergrund stehen?

Es geht um alte Bekannte: um Meinungsmacht, Relevanz, Suggestivkraft. Und um Reichweite. Aber dann kommen die Oberschlauen und fragen tückisch: Was genau ist Relevanz, wie misst man die? Denen sage ich: Es zählt eben nicht nur, was man zählen kann.

Die verwendete Technik ist irrelevant, auch der traditionelle Rundfunkbegriff etc. — sprich absahnen, regulieren, zensieren im Netz? Ob einer extra schwammig gehaltenen und somit allumfassenden Definition? Kultur bremsen, weil man selbst die Zeichen der Zeit verschlafen hat und nun hofft mit einer Regulierung die eigene Position wieder zu stärken? Das Internet ist eben kein Rundfunk und das Internet gehört auch nicht einem bestimmten Land.

Was für ein Schrott, die sollen sich Gedanken um ihren Inhalt machen und nicht versuchen Kultur gemäß ihrem begrenzten Horizont regulieren zu wollen. Irgendwie bewegt, irgendwie Ton, irgendwie Text und irgendwie News, ein Schuß Relevanz dazu und ein wenig von Rundfunk fabulieren und schwupps haben wir wieder ein mal den ÖR-Klotz am Bein.

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