Schlagwort ‘Replik‘

Schirrmacher schafft sich ab

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Foto: F!XMBR

Frank Schirrmacher hat sich wieder einmal in die Sarrazin-Debatte eingeschaltet – und wieder einmal kann man über seinen Einwand nur mit dem Kopf schütteln. Ich persönlich werde aus Frank Schirrmacher nicht schlau. Er gilt als intellektueller Meinungsmacher, was ich persönlich anzweifle. Er hat ein gutes Buch geschrieben – aber auch fragwürdige Thesen unter die Menschheit gebracht wie das Methusalem-Komplott. Aufhänger für Schirrmachers neuesten Sarrazin-Artikel ist das «Eingeständnis» der Bundeskanzlerin, sie habe Sarrazins Buch nicht gelesen, die öffentliche Debatte reiche ihr aus, um sich ein Bild zu machen und eine Meinung zu bilden. Schirrmacher nimmt dies zum Anlass zu einem Rundumschlag gegen die Politik, insbesondere Angela Merkel. Ich hätte mir nie träumen lassen, einmal die Bundeskanzlerin zu verteidigen – doch der neueste dreifache Rittberger des Frank Schirrmacher lässt einem keine andere Wahl.

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Rassismus bleibt Rassismus – eine Replik (Update)

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Foto: F!XMBR

Thilo Sarrazin hat heute in Berlin offiziell seinen Fantasy-Roman vorgestellt. Nach Vorabdrucke im SPIEGEL und der BILD diskutiert Deutschland bereits seit Tagen über jüdische Gene, vererbte Dummheit und Rassismus. Natürlich meldet sich auch Methusalem Frank Schirrmacher zu Wort, Herausgeber der FAZ – und vermag seine Begeisterung für Thilo Sarrazin kaum zu verbergen. Schirrmacher schwadroniert über eine Neudefinition unserer Kultur, die intellektuellen Fähigkeiten Sarrazins und vergisst dabei den entscheidenden Punkt: Rasissmus bleibt Rassismus. Kameldung bleibt Kameldung. Auch wenn man es in Gold verpackt. Eine Replik.

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adical — Eine Replik

BlogfundamentalistWir befinden ins im Jahr 2007 n. Chr. Kleinbloggersdorf ist von Werbetreibenden besetzt. Ganz Kleinbloggersdorf? Nein! Ein von 2 unbeugsamen Bloggern bevölkertes Blog hört nicht auf, den Werbetreibenden Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die werbenden Blogger, die als Besatzung in den befestigten Lagern adical, Shoppero, Edelight und Trigami liegen.

Gestern hat Johnny (endlich) das kommunikative Heft bei adical in die Hand genommen. Er hat seinen Artikel schlicht und einfach Antworten genannt. Die Blogosphäre jubelt — die ganze Blogosphäre? Nein! Auch wenn der Text an manchen Stellen entwaffnend ehrlich ist, habe ich ein paar Anmerkungen zu machen schließlich zielt ein Teil der Antworten auch auf F!XMBR, hier wurde und wird adical besonders kritisch begleitet.

1. Start-Up oder nicht.

Das ist völlig unerheblich. adical ist ein gewinnorientiertes Unternehmen und ist dementsprechend den Gesetzen des Marktes unterworfen, genauso wie Eure Mitbewerber. Und Ihr habt sehr wohl Risikokapital eingesetzt — und wenn es nur Euer eigenes war. Diese auf Emotionen schielende Argument, wir sind die Guten, greift nicht. Das adical-Netzwerk ist schlicht und ergreifend ein Unternehmen. Ich höre schon das Gegenargument, das muss doch nichts Schlechtes sein, Chris. Richtig, doch wird man doch wohl die negativen Begleiterscheinungen ansprechen dürfen.

2. Die Auseinandersetzung, der Tonfall

Eines meiner bliebtesten Stilmittel, welches ich gerade bei emotional geführten Debatten verwende, ist das der Polemik. Das Problem dabei ist, dass die Antworten darauf sich häufig mit diesem Stilmittel beschäftigen und nicht mit dem Inhalt der Kritik. Das weiß ich, das wird auch immer so sein, selbst mir passiert das ab und an. Nichtsdestotrotz verwahre ich mich gegen die Unterstellung der Beleidigung oder gar — wie es der gute Mike, wahrscheinlich als lächerliche Retourkutsche, ausdrückte — der Verleumdung. Ich hier auf F!XMBR, ich bin kleiner Privatblogger, der sich mit den Methoden eines Unternehmens oder dem Unternehmen selbst und seinen handelnden Personen auseinanderetzt. Nichts weiter.

Wenn sich jemand persönlich, privat, als Mensch beleidigt gefühlt hat, sory for that, das war nicht meine Absicht.

Johnny schreibt zum Schluß das richtige: Das adical-Netzwerk mit allen Blogs, alle wie sie da sind haben nun regelmässige Einnahmen, ich hoffe, sie sind sich der rechtlichen Konsequenzen bewusst, hat professionell zu kommunizieren. Wenn ich hier mal nen Fehler mache, who cares — ich verdiene nicht einen Cent mit F!XMBR, das Gegenteil ist der Fall. Ich als kleiner Privatblogger kann es mir erlauben, auch ohne das kleinste Stück Glaubwürdigkeit zu verlieren. Das adical-Netzwerk will professionell — ein Unternehmen — sein? Dann seid es auch.

3. Die verschiedenen Ideen der Werbung

Das ist mir ja sowas von egal. Werbung ist und bleibt nervig, schlicht und einfach crap. Besonders natürlich bewegende Werbung wie der Flashdreck. Der Vergleich mit YouTube hinkt im Übrigen, den lasse ich nicht zu — YouTube startet erst, wenn ich auf Play drücke — bei adical fing der Mist mit dem Betreten der Seite selbstständig an zu laufen. Was ich damit sagen will: Der User hatte nicht die Chance, selbst zu entscheiden, ob das Flash eben anfängt zu laufen oder nicht. Und wenn Ihr nun argumentiert, Euer Kunde ist für neue Werbeformen noch nicht bereit, dann hätte man das vielleicht von vornerein kommunizieren müssen, und nicht vollmundig versprechen, wir sind neu, wir sind besser. Zudem Werbung immer crap ist, aber wiederhole mich. Die Form der Werbung ist meiner Meinung da völlig egal. Aber ich lasse mich da gerne in Zukunft überraschen, welch großartige Ideen Ihr ausarbeitet. Überzeugt mich!

4. Der Datenschutz

Es ist völlig egal, ob nun IP’s gespeichert werden oder nicht — Techniker anwesend, wie will man sonst unique IP’s erkennen? Es werden Statistiken en masse angelegt — über jeden Besucher. Es kann ein Bewegungsprotolkoll angelegt werden, uswusf. User Y surft um 10.00h auf Spreeblick, um 12.30h war er dann beim Pottblog… Der Verweis auf andere Systeme greift — wie immer — auch hier nicht. Auch die anderen Systeme werden hier und auf .get privacy kritisiert. Tacheles: Wir kämpfen hier täglich gegen die Überwachungsflut — ich setze um den Adservern zu entgehen wie unzählige andere Internetuser Adblocker ein — das Thema (Überwachung) ist sogar schon auf Spreeblick angekommen. Geht es nun aber um den schnöden Mammon, ist auf einmal alles egal und vergessen. Das ist doch Blödsinn — steht zu dem Müll, explizit genannt sei hier auch netzpolitik.org, und gut. Lasst solche Themen dann aber auf Euren Blogs sein. Da huscht dann immer ein Lachen über mein Gesicht.

5. Die Moral und die Kunden

Zu Cisco muss man nicht mehr viel schreiben. Ich bin der Überzeugung, Ihr habt es einfach verpennt, verschlafen, whatever — Ihr wart Euch nicht bewusst, welcher nette Kunde Cisco war. Okay, das kann passieren. Menschen mit Rückgrat hätten aber, nachdem es hier auf F!XMBR bekannt gemacht wurde, sofort den Banner von der eigenen Homepage entfernt. It’s so easy, or not?

Aber dann wäre ja Geld verloren gegangen, evtl. sogar Vertragsstrafe fällig gewesen, nicht wahr?. Also redet bitte nicht über Moral, die gibt es in der Werbeindustrie nicht. Ihr seid, ich schrieb es oben schon, den Gesetzmässigkeiten des Marktes unterworfen, da existiert schlicht und einfach keine Moral. Da nutzen auch keine Hinweise à la, wir haben schon Abzocker abgelehnt. Ihr habt für die Great Firewall of China , mit der auch Dissidenten, Regimekritiker verfolgt, gefasst, gefoltert, eingesperrt wurden, geworben. Wollen wir uns wirklich über Moral unterhalten? Ich denke nicht, dann wird es wieder arg polemisch.

6. Abhängigkeit — Unabhängigkeit

Immer wieder wird von den Befürwortern von Werbung angeführt, dass Geldeinnahmen unabhängig machen. Das sehe ich nicht so, das Gegenteil ist meiner Meinung der Fall. Gerade der Fall Cisco hat es bewiesen, man muss sich nur mal Johnnys Worte anschauen, wie er versucht, was zu sagen, was er nicht sagen darf oder nicht sagen möchte — aus Verpflichtung gegenüber einem (ehemaligen) Kunden. Der Fall beweist meiner Meinung nach, dass eine Abhängigkeit zum Kunden gegeben ist — und ganz im Ernst: Es wäre ja auch schlimm, wenn es nicht so wäre. Da kann zigmal geschrieben werden, ich darf auch über den Werbekunden schreiben, was ich möchte. Es ist einfach Blödsinn. Die Abhängigkeit ist schlicht und einfach gegeben. Ich behaupte sogar, sie geht noch einen Schritt weiter. Gerade vom Interesse her, die Kenntnis ist auch vorhanden — warum hat sich keines der adical-Blogs in die Shoppero-Diskussion eingeschaltet — mal von einem Screenshot-Gag von Felix abgesehen? Weils ein Mitbewerber ist? Weils um die gleiche Thematik geht, sie auf adical zurückfällt. Ich bin mir sicher, der eine oder andere adical-Netzwerker hätte mit Sicherheit etwas zu sagen gehabt — hat aber aus vielleicht unterschiedlichen Gründen den Mund gehalten. Und das soll sie nun sein, die neue Unabhängigkeit. Nope — willkommen in der neuen Abhängigkeit, Folks.

Ich habe in diesem Artikel versucht, die Polemik beiseite zu schieben, da ich u. a. in den letzten Wochen einen sehr konstruktiven und auch offenen Mailkontakt mit Johnny hatte. Ich hoffe, es ist mir weitesgehend gelungen. Wenn nicht — ich verschicke gerne Taschentücher. 😀

Persönlich und menschlich wünsche ich Johnny und den Adicalianern alles Gute, keine Frage — nur, es tut mir leid, mit der Werbung habe ich es nicht so. Und wer sagt, Werbung sei toll, der lügt sich selber was vor. Ich habe noch niemanden im realen Leben getroffen, der Sonntagabend den RTL-Spielfilm wegen der Werbung schaut — im Gegenteil. Wegen der Werbung holt man sich den Film auf DVD. Genauso wirds hier auf den Blogs laufen. Wegen der Werbung wird keiner vorbeischauen — es werden aber Leute wegen der Werbung abschalten.

adical auf F!XMBR:

adical — Und die nächste Inzestveranstaltung?

adical, AAL, Datenschutz und andere Luftschlösser

Alice im Wunderland ?oder
adical in der Blogosphäre

adical startet — schlimmer als befürchtet

adical und die Hilflosigkeit

adical — wann und wie folgt der Relaunch?

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