Schlagwort ‘Rant‘

Liebe Piraten, wir müssen reden!

piraten_dystopie

Ich bin sauer. Sauer, sauer, sauer, sauer, sauer. Ich habe Euch Piraten in den letzten Jahren schon stark kritisiert, aber unterm Strich immer gewählt und vor der Wahl in Berlin eine Wahlempfehlung abgegeben. Nicht falsch verstehen: Ihr schuldet mir rein gar Nichts, Ihr seid mir gegenüber zu Nichts verpflichtet. Trotzdem müsst Ihr jetzt meine Kritik aushalten. Und wenn ihr Größe habt, denkt Ihr vielleicht mal drüber nach.

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stille Feiertage

Heute ist Ostermontag, für einige schlicht ein freier Tag, für andere ein Feiertag, den sie im Rahmen des Osterfests entsprechend würdigen. Der gestrige Sonntag, ebenso wie Karfreitag, waren beispielsweise zwei dieser «stillen Feiertage», welche dieses Jahr die Gemüter einiger nimmersatter Zeitgenossen in Erregung versetzen.

Ein paar dieser Feiertage erliegen also einem Tanzverbot, welcher sich auf Teile des Tages bzw. den gesamten Tag erstreckt, je nach Bundesland. Ist dies schlimm? Nein, für mich ist es schlicht ein deal, ich habe einen freien Tag und die Gläubigen können in sich gehen oder was man auch immer sonst an dem jeweiligen Tag tut. Der Rest in der Bevölkerung hat, abgesehen von diesen wenigen Tagen, das ganze Jahr über die Möglichkeit irgendeiner Art von Gaudi nachzugehen. Beseitigt man den Charakter von Feiertagen, fällt auch die letzte Bastion und somit der Feiertag selbst. Freie Tage, gänzlich profan begangen, wird es also nicht geben. Man kann von diesen träumen, aber letztendlich ist einzig der spirituelle Charakter dieser auch eine Versicherung für den Erhalt jener Tage. Wirtschaft und Staat versuchen längst an diversen Ecken und Enden dieses letzte verbleibende Bollwerk eines möglichen Innehaltens1 niederzureißen.

Ich frage mich ohnehin, wer dieses Thema in den Mittelpunkt rückte — Sommerloch, here we come. Hatte etwa jemand dieser Tanzwütigen genug Zeit und Muße in der Wikipedia zu stöbern, um ein wenig Wissen zu erlangen? Dann bitte mehr dieser Tage! Gemeinhin lernt man derartige Dinge in der Schule, zumindest wenn man aufgepaßt hat. Man kann sich natürlich auch a la Fefe, wie bei diesem oftmals usus beispielsweise in Sachen Geschichte: «das hat man uns damals im Unterricht verschwiegen», herausreden und eine notwendige bildungstechnische Abstraktion2 zur Erlangung von Basiswissen usw. «verschwörungstechnisch» aufarbeiten. Jeder eben nach seinem Gusto. Vielleicht sollten jene Tanzwütigen, die sich eifrig jüngst zu einem Flashmob formierten, einmal ihre Prioritäten überdenken. «Hitzwellen», die es auch schon anno 2000 im April mit teils 28°C gab, waren noch nie ein adäquater Anlaß die verbliebenen Hirnzellen zu überlasten. Geht Grillen, genießt die Ruhe und verschiebt den Gaudi eben auf übermorgen — weit über 300 Tage dürften dazu mehr als genug sein. Einmal «die Beine still halten» sorgte letztendlich auch für ein Plus an Wissen :-)

Für Atheisten, Scheinheilige und andere nicht wirklich Gläubige gibt es ohnehin nur eine Lösung: die Profanation, sprich Abschaffung der Feiertage oder eben den vereinbarten Burgfrieden einhalten. Dürfte so schwer nicht sein, oder?

  1. für andere ist es u.U. auch ein Arbeitstag mit einem entsprechenden Obolus in der Lohntüte, nichtsdestotrotz etwas «besonderes» []
  2. mir verschwieg man damals im LK auch komplexe Zahlen und schob uns stattdessen arglistig Zeigerdiagramme unter, um Wechselströme zu handhaben. Freimaurer, my ass 😉 []

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Deutschland: something is rotten in the state of …

Der Studie zufolge ließen sich für ein generell knappes Fachkräfteangebot «keine Belege finden». Im Gegenteil bildeten etwa die kaum gestiegenen Löhne ein Indiz dagegen, dass so etwas wie ein Wettbewerb um Fachkräfte bei den Unternehmen eingesetzt habe. Auch sei die Zahl von qualifizierten Arbeitslosen höher als die Zahl der offenen Stellen.

Aufmerksamen Zeitgenossen wird es sich schon zu Ohren gekommen sein, daß die üblichen Verdächtigen, namentlich Politk und Verbände wie Bitkom, erneut zum Halali auf die Löhne blasen. Konnte man schon vor Jahren Arbeiter und Angestellte in die Gefilde der Dumpinglöhne treiben, mit Hilfe von Schröder und seiner «sozialdemokratischen Bande», sollen nun ebenso hoch– und höchstqualifizierte Zeitgenossen folgen.

Selbstredend existieren Grenzen, wie z.B. dieser 66.000€ Mindestverdienst pro Jahr, welcher nun auf 40.000€ gesenkt werden soll. Und wer hierzulande konkurrenzfähig bleiben möchte, muß diese Summe unterbieten bei seinen Gehaltsvorstellungen, schließlich hat man per Definition nur eine unzureichende Qualifikation. Darüberhinaus tummeln sich bei Hartz IV und Co ohnehin nur «bildungsferne» Gesellen, die vielen Abiturienten und Akademiker bzw. hochqualifizierten Arbeiter/Angestellte werden dabei jedoch regelmäßig unterschlagen. Denn diese passen nicht in dieses Bild von «Faulheit», «Dummheit» usw., welches fortwährend zur Stigmatisierung von Erwerbslosen genügt. Während jene also, die bei der Bildung zu kurz kamen, auch in ALGII-Gefilden keine Besserung erfahren und allenfalls als dienstbare Geister von Zeit zu Zeit ein Schattendasein in arbeitstechnischen Gefilden fristen, sehen sich jene hochqualifizierten in einem Limbus der Ignoranz gefangen, welcher deren Vita den Todesstoß versetzt.

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Hurra, wir haben ein Internet Manifest

Mit einem Manifest erklärt man sich, gibt seine Absichten preis, aus dem Munde der Initiatoren wirkt das jedoch ob vielerlei Gründe oftmals mehr als zynisch. Dieses Internet Manifest nun wurde von Leuten ersonnen mit denen sich der Rest dieses Internets im Prinzip gar nichts assoziiert wissen möchte bzw. denen diese Leute teils völlig unbekannt sind. Die Berliner Lobby hat zwar viele willfährige Follower, doch recht wenige Freunde bzw. Kontakte in diese Szene, die abermals herhalten muß für biedere Absichten. Kauf mich … ist der gemeinsame Nenner jener, Kauf mich … auch hier Aufhänger und gemeinsam erklärtes Ziel.

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Besser kann man es nicht ausdrücken

Auf diese prägnante Form könnte man meine Abscheu gegen Technikfetifaschisten zusammenfassen, wenn ich wollte. Will ich aber nicht. Ich will ausführlich und überdeutlich diesen Typen sagen, dass Leute, die bei einer Katastrophe zuallererst wissen wollen, ob sich dazu was bei Twitter findet, in meinen Augen in ihrer Technikverblendung kein Jota besser sind als Gaffer, der unterirdischste Menschenschlag jenseits gemeinen Kriminellen und Bildzeitungskampagnenmacher, den man sich vorstellen kann.

Der Don — Warum ich Twitterfans in Katastrophen zum Kotzen finde

Gott sein Dank geht es bei Identi.ca noch familiär zu. Es steht nicht das Geld, der Hype oder ein nicht vorhandenes Geschäftsmodell im Vordergrund. Naja, zu Twitter habe ich schon mehrfach etwas gesagt… 😉

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Deutschland hätte noch Bedeutung in heutiger Zeit

… wenn denn nicht seit ehedem Blockwarte jedweder Couleur den Rest der Bevölkerung geiseln würden. Sei es nun der altbekannte Orthographie-Fetisch jener Gesellen, die gemäß dem Credo außen hui, innen pfui dahinvegetieren und Inhalt per se nur vom Hörensagen kennen oder sei es beispielsweise jener, der mit Argusaugen gewappnet die Wikipedia überwacht und nicht nur Löschanträge mannigfaltiger Art wirkt, sondern auch jene eiliger Natur — wenn der Hafer besonders hart sticht, vom Inhalt dennoch auch dort keine Spur. Ja Deutschland hätte dann vielleicht noch irgendeine Art von Bedeutung. Stattdessen vollzog man die Wandlung vom einstigen Land der Dichter und Denker, zum berüchtigten Land der Richter und Henker und letztendlich siecht man als geistiges Prekariat dahin, erfreut sich an TV, Fußball, Stammtisch und sinnbefreiten Aktivitäten Web2.0-beseelter Abgründe — den Blockwart, den vergaß man jedoch nie …

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Lieber Jakob Augstein #2

Dann noch einmal in aller Ruhe. Ich mag den Freitag – wenn ich schreibe, er ist einer der letzten Bastionen humanistischer und kultureller Gedanken, gibt es wohl kaum ein größeres Kompliment. Allerdings habe ich nach der Übernahme des Freitag durch Sie große Befürchtungen gehabt, die sich nun offensichtlich nach und nach bewahrheiten. Kommen wir als Erstes zu der Werbung, die nun auf freitag.de vorgeschaltet ist – der Auslöser, für meinen – zugegeben — nicht ganz ausgeglichenen Rant.

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