Unser Land hat einen neuen Politstar – Dr. Kristina Köhler ist, nachdem sie ihren Amtseid abgelegt hat, in Umfragen in der Beliebtheitsskala weit nach oben geschossen. Die Medien feiern das unverbrauchte Gesicht und lassen jeglichen Versuch, Objektivität zu zeigen, vermissen. Blogleser wissen nicht nur in diesem Fall mehr – auf F!XMBR und anderen Publikationen wurde die neue Bundesfamilienministerin bereits entzaubert. Dr. Kristina Köhler mag es die Selbstherrlichkeit von Bloggern nennen – ich nenne es die notwendige Aufklärung unserer Leser. Zumindest unsere Leser hinterfragen Texte, die sie lesen und können sich so ein umfassendes Bild machen – das sind Dinge, die auf den etablierten Medien schon weitestgehend nicht mehr möglich sind. Dietmar Näher ist einer dieser selbstherrlichen Blogger und publiziert nebenan auf Politblogger.net und hat sich die PI-Geschichte rund um Dr. Kristina Köhler noch einmal genauer angeschaut und bei unserer Bundesfamilienministerin nachgefragt.
Sie ist aus Hessen. Zu dieser einfachen aber doch zutreffenden Schlussfolgerung kommt Michael Spreng, warum Frau Dr. Kristina Köhler neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geworden ist. Die Presse jubelt, ein neuer Shootingstar ist geboren, jung, gutaussehend – das allein scheint heute auszureichen um von den Medien hofiert, geliebt und mit positiven Schlagzeigen versorgt zu werden. Wer allerdings über die Hintergründe und das politische Wirken Köhlers informiert werden wollte, der musste sich in den letzten Tagen auf anderem Wege mit Informationen versorgen. In den USA wird vom zukünftigen Präsidenten jedes Mitglied seiner Regierungsmannschaft von der Geburt bis zur eventuellen Ernennung durchleuchtet – findet sich auch nur ein kleiner dunkler Fleck auf der vielleicht sonst so weißen Weste, ist die Karriere verbaut. Die Medien in den USA würden dies gnadenlos ausschlachten, hinterfragen und kritisieren. In Deutschland ist diese Gefahr nicht gegeben. Dr. Kristina Köhler ist Hessin, jung und entspricht offensichtlich die Schönheitsideal der deutschen Politredakteure. That’s it. A new star is born.
Der deutsche Krieg am Hindukusch hat nun sein erstes prominentes Opfer gefunden: Franz-Josef Jung ist heute als Minister zurückgetreten. Der Rücktritt ist selbstverständlich richtig, doch kommt der Rückzug des heutigen Arbeitsministers knapp drei Monate zu spät. Franz-Josef Jung hätte bereits Anfang September die Konsequenzen ziehen müssen, nicht erst nach einem monatelangen Tauziehen, welches jedes Vorurteil über so genannte Pattex-Politiker, die an ihrem Stuhl kleben, bestätigt hat. Nicht die heute auch von den Medien verniedlichend genannte Informationspanne war und ist das Problem. Deutschland trägt die Verantwortung für den Tod unschuldiger Zivillisten, darunter Kinder und Jugendliche.
Ich habe aus gutem Grund zur mediale Hetzkampagne der letzten Tage gegenüber Oskar Lafontaine nichts geschrieben. Selbst wenn man Gerüchte um die Liaison mit einer Parteikollegin kommentiert und die boulevardesken Trashblätter in die Ecke stellt, in der sie hingehören, trägt man die Information weiter, der berühmte Streisand-Effekt schlägt zu. Jens hat heute sehr gut nachgezeichnet, worum es ging: Oskar Lafontaine wurde auf infame Art und Weise eine Affäre mit Sahra Wagenknecht angedichtet. Dabei war des Rätsels Lösung so einfach wie tragisch: Oskar Lafontaine ist an Krebs erkrankt.
Es kommt ja selten vor, dass ich fassungslos bin, aber heute ist wieder so ein Tag. Es geht natürlich um Frau Dr. Eva Schweitzer, die einen Blogger hat abmahnen lassen. Hier die vier wichtigsten Links:
Sehr geehrte Frau Buckley, Sehr geehrter Herr Korosec, Sehr geehrter Herr Meitinger,
Sie kennen mich nicht, doch das beruht bislang auf Gegenseitigkeit. Ich muss Ihnen gestehen, dass mich Ihr Blatt bisher nicht interessiert hat. Das heißt, einmal schon, Sie wissen schon, die Selbstreferenzialität von uns Bloggern. Dies war aber die Ausnahme, seien wir ehrlich, Werbung bedeutet nichts anderes, als Menschen von Dingen zu überzeugen, die sie nicht brauchen – um nicht das Wort Abzocke gebrauchen zu müssen. Dementsprechend habe ich bisher auch Ihr Blatt eingeordnet. Ich gestehe Ihnen aber selbstverständlich zu, dass Sie diese Dinge anders sehen. Das gehört sich in unserem Land so.
Joachim Kersten von der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster ist entsetzt über den Journalismus während des Amoklaufes von Winnenden. In 02:54 Minuten zerlegt er den deutschen Journalismus in seine Einzelteile. Bleibt zum Schluss eigentlich nur die Frage, warum er dem Interview zugestimmt hat…
Das ist für Leute, die steil rauskommen wollen durch so eine Tat (Anm.: Er meint mögliche Nachahmungstäter], gibt es kein besseres Material. Der Nachahmungseffekt ist durch die Medien verursacht. Durch sonst gar nichts. […] Die Verfügbarkeit von Bildern, die kommentarlose Zur-Verfügung-Stellung möglichst dramatischer Bilder ist für so einen Täter das, was ihn über die Grenze bringt und ihn dann zur Tat veranlasst.