Deutschland ist stark. Es gibt Vertrauen in die, die politisch handeln, in Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände.
Die Deutschen sind nicht wirklich unzufrieden, dieses Murren ist das täglich Brot in dieser biedermeierschen Lethargie — man hat sich daran gewöhnt, die da oben und die da unten in ihrem Sing-Sang. Tendentiell mag dieses Murren derzeit an Stimmgewalt zunehmen, über viele Jahre betrachtet wäre ein jeder Konzern jedoch mit einem derart gleichmäßigen Verlauf zumindest in krisengebeutelten Zeiten mehr als zufrieden. Das nun eine kleine Minderheit, teils im Netz und teils da draußen, tatsächlich den real existierenden Aufstand probt — zumindest auf dem Papier — mag für die werten Mitmenschen mitunter etwas besonderes darstellen — zumindest für jene im unmittelbaren Dunstkreis dieser lauten Minderheit. Allgemein jedoch gab es in der Geschichte dieser Republik weitaus höhere Ausschläge auf der Unzufriedenheitsskala.
Was also bleibt ist der here Traum einiger Aktiven — diverse Generationen träumten ihn schon und vermochten mehr zu bewegen und erlagen dennoch dem allgemeinen Versagen. Andererseits vielleicht liegt Müntefering gar nicht so falsch, würde es denn dem Deutschen tatsächlich schlecht gehen, wären diese herablassenden, beschwichtigenden Worte wahrscheinlich schon Anstoß genug mehr zu wagen als ein Haufen gedrechselter Worte, wie die meinen.
Träumen wir also weiterhin den heren Traum von Demokratie und Freiheit — lassen wir uns also weiterhin beherrschen, dirigieren, manipulieren. Carpe diem … andererseits, morgen ist auch noch ein Tag …





