
So eine gewaltige Macht und das nur mittels eines simplen Mausklicks …

Schachmatt, mag Angela Merkel gedacht haben, als die Koalitionsverhandlungen zu Ende gegangen sind. Wie bei einem perfekten Schachspiel, hat sie innerparteiliche Gegner ins Abseits geschoben, treue Bauern zu einer perfekten Verteidigungslinie aufgestellt. Helmut Kohl, der das kleine Mädchen in die große Politik holte, verweilte 16 Jahre im Bundeskanzleramt, Angela Merkel kann diesen Rekord brechen. Die SPD liegt selbstverschuldet am Boden, und wird eine Generation brauchen, um zumindest ein wenig Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Innerhalb der Union gibt es niemanden, der Angela Merkel in Zukunft herausfordern könnte. Angela Merkel steht im Zentrum der Macht, und es gibt niemanden, der sie auch nur ansatzweise herausfordern könnte.
Die Grünen sind nach Jahren der Dürre wieder dick im Geschäft. Deutschland ist fest im 5-Parteiensystem angekommen, die einzige Partei, die dies offensichtlich akzeptiert hat, sind die Grünen. Im Saarland und in Thüringen fällt den Grünen nun eine Schlüsselrolle zu. In Thüringen verweigern sie jedoch den legitimen Anspruch Bodo Ramelows, Ministerpräsident zu werden. Da die SPD sich auch weigert, das Wahlergebnis anzuerkennen, könnte es eine Große Koalition unter Führung von Dieter Althaus geben. Die Mehrheit der Menschen wünscht Rot-rot-Grün. Werden sich die Grünen diesem Wunsch wirklich verweigern? Das wäre nicht nur für die SPD ein weiterer Sargnagel, auch die Grünen würden mal wieder beweisen, wie sehr man sich als Wähler auf sie verlassen kann. Noch viel extremer ist die Situation im Saarland: Im flächenmäßig kleinsten Bundesland können sich die Grünen aussuchen, ob sie in eine Jamaika-Koalition eintreten oder die von der Bevölkerung gewollten linken Mehrheit Rot-Rot-Grün akzeptieren. Es steht zu befürchten, dass die Grünen sich dem Wählerwillen entgegen stellt.