In letzter Zeit vernimmt man vermehrt Stimmen die nach einer massiven Simplifizierung bestehender Computer, Betriebssysteme und zugehörigen Applikationen verlangen. Oft gehörtes Argument, daß muß so leicht bedienbar sein wie ein Videorekorder, ein Auto oder manche vermeinen gar in der Art wie ein Toaster. Woher stammt dieser Wunsch? Nun dieser Wunsch ist der Glaube daran hochkomplexe Technik mit einem Tastendruck gefügig zu machen, ganz so wie es die PR-Agenturen Microsofts und Apples tagtäglich propagieren.
Dem ist aber nicht so, nehmen wir beispielsweise den Videorekorder, den viele anscheinend nur noch aus den Erzählungen der Eltern kennen. Vieles war dort möglich, eine einfach Bedienung sicherlich nicht und gar mancher wird noch vom Abenteuer Programmierung berichten können, sprich den unzähligen Versuchen des Nachts beispielsweise den Film der Wahl aufzuzeichnen. Vom oben erwähnten Auto ganz zu schweigen, Verkehrsunfälle jedweder Couleur sprechen Bände – dort sind folglich also die Könner unter sich, die nun auch auf dem Desktop für den einen oder anderen Crash sorgen möchten.
Ein Klick auf obiges Bild1gewährt Einblick mittels einer höheren Auflösung, das Original findet sich auf Flickr. Wer zudem noch die UNIX History sehen möchte findet dort entsprechendes.
Ich glaube mein erstes Red Hat hatte damals die Version 41, mußte noch käuflich erworben werden und kam mit einem vorkonfigurierten fvwm als Desktop daher. Keine Frage, ich war zu dem damaligen Zeitpunkt recht zufrieden damit, wenn auch der mangelnde ISDN-Support nervte. Heute schauen wir Red Hat und Fedora, letzteres für den Desktop optimiert und teils auch Testbett für neuere Technologien, die später in RHEL einfließen.
Scheidepunkt für mich war damals die sogenannte rpm-hell, die heutzutage beim Gros der rpm-basierten Distributionen Gott-sei-Dank der Vergangenheit angehört, dank Weiterentwicklung des Paket-Systems und diverser darüberliegender Wrapper. Ganz im Gegenteil, die Arbeit mit yum gestaltet sich recht simpel und inzwischen werden auch Delta-RPMs konsequent genutzt. Vorteil: flinkere Updates und dies ist gerade bei Desktop-Distributionen, die oftmals wöchentlich einen ganzen Schwall Updates mit sich bringen, nicht zu unterschätzen. Insbesondere Fedora bekleckerte sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm und sah gegenüber OpenSuse recht alt aus. Aber wie schon erwähnt spreche ich hier von der Vergangenheit.
Nachdem so ziemlich jede Postille im Netz nicht mit den Lobpreisungen geizte und weniger den erwarteten Sermon vergoß – Googles corporate motto Don’t be evil ist ein wahres Wunder an Nachhaltigkeit – möchte ich hier zumindest noch einiges anfügen.
Googles Betriebssystem basiert auf dem Linux-Kernel hatte bisher mehr den Geschmack von sie nahmen den Kernel und wirkten ansonsten eine Menge Google-Magie, tatsächlich jedoch werkelt darunter ein reguläres GNU/Linux, es ist quasi eine Google Distro. Der Browser dominiert, vielen schon als Google Chrome bzw. Chromium ein Begriff, und ist zugleich integraler Bestandteil des Systems — der Browser bildet somit die alleinige Schnittstelle zwischen User und Netz und ist auch die einzige lokale Applikation, die von diesem aktiv bedient wird.
Google gab heute erst einmal den Quellcode frei zu ihrem auf dem Linux-Kernel basierenden Betriebssystem. 1Bis dieses letztendlich erscheint wird noch eine Weile ins Land gehen, die FOSS-Community, sowie Firmen und andere sind aufgerufen sich aktiv an der Entwicklung zu beteiligen. Gemäß Google ist dies noch die Rohform, das endgültige Konzept wird gemeinsam mit der Community entwickelt. Primäres Ziel: Geschwindigkeit, höchstmögliche Parallelität, aber auch die Sicherheit solch nicht zu kurz kommen, d.h. das System verifiziert nach jedem Start seine Integrität.
Kurzum wir schauen eine Betriebssystemskizze. Googles Kurs indess dürfte jedoch klar sein: eine dominante Suchmaschine, wolkige Applikationen, ein eigener Browser, ein Betriebssystem für Smartphones, eine eigene Programmiersprache entwickelt u.a. von UNIX-Urgestein Ken Thompson und nun ein eigenes Betriebssystem, welches die Verquickung mit dem Netz zementiert. Grund zur Besorgnis? Maybe, auch Microsoft begann mal recht klein, erreichte jedoch nie diese Dominanz.
We will see …
mehr Infos bzw. Videos diesbezüglich findet man dort [↩]
Rundum erneuert, sprich wo sinnvoll wurden Applikationen auf neue Versionen angehoben, erstmals 64 Bit, KDE 4.x, Kernel 2.6.29.6 (Kernel 2.6.30.5 findet sich in /testing) usw. Die Releasnotes finden sich dort, was will man mehr? Die gewohnt hohe Qualität, tatsächlich UNIX-like, folgt keinem Hype, ist stabil und dennoch auf der Höhe der Zeit. Kurzum, die Mutter aller Distros.
Jedenfalls so als gesamtes System, da stimmt eigentlich alles … fast alles. Was nicht stimmt sind Dinge die importiert werden. Nennen wir mal ein paar prominente Hausnummern: dtrace, ZFS. Und ein paar Dinge unter ferner liefen wie diverse von OpenBSD/NetBSD importierte WLan-Treiber. ZFS ist in einem Zustand anhaltender Agonie – ich kann es nicht anders deuten, das Filesystem der Zukunft rockt einzig unter dem Muttersystem, sprich Sun Solaris. Klar einige haben nie Probleme damit, können alles machen – für das Gros jedoch ist es irgendwie ein Griff ins Klo. Mutet beinahe an wie hey ich überlebte 4 Promille, dir kann also gar nichts passieren.
dtrace per se ist noch jünger als Import, hat aber auch mit massiven Stabilitätsproblemen zu kämpfen – glaubt man zumindest häufigen Einträgen auf diversen Mailinglisten. Alles kein Problem, gut Ding will Weile haben. Da schauen wir also bei ZFS und dtrace vielleicht bei FreeBSD 9 oder 10 noch einmal rein – bei FreeBSD da bin ich Optimist. Sind halt nicht soviele Entwickler und auch Tester die gerne auf Produktivsystemen ihre Daten schrotten.
Ich denke mein Sermon bezüglich heutiger Hardware und Hardware vor 10+ Jahren bzw. Consumer Hardware Vs Business Hardware fand auf dieser Publikation schon desöfteren Raum und Redundanz macht sich allmählich breit, dennoch … meine neueste Errungenschaft bietet sich geradezu diesbezüglich an.
Im Prinzip ist dieser Canon IP4600, wie alle Vertreter dieser Preisklasse, mehr oder weniger tauglich drucktechnisch in recht guter Qualität zu Werke zu gehen. Ein rechter Leisetreter ist er und erledigt dennoch zügig die ihm angetragenen Aufgaben, von dieser Seite aus gibts also keine Beschwerden. Ärgerlicher wiegt der Umstand der fehlenden Kompatiblität oder besser ausgedrückt die Orientierung gen Redmond. Treiber? Treiber erwartet kein Mensch – auch wenn welche für Linux existieren und diese nur ein Bruchteil der tatsächlichen Fähigkeiten dieses Geräts ausnutzen. Aber wer nutzt schon Linux und installiert sich zugleich noch derartige eingeschränkte Blobs? Mit der Zeit wird wohl Gutenprint etwas passendens aufweisen können – aber gut Ding will Weile haben. Im Moment taugt der Gutenprint Treiber für mehr oder weniger zufällige Erfolgserlebnisse, inkl. lustigem Farbenraten etc.
Unsere kleinen Schleimkugeln von World of Goo sind nun auch für Linux erhältlich. Selbstverständlich DRM-frei. ;- Für mich immer noch das Spiel des Jahres.
The Linux version of World of Goo is finally ready for download! It’s available exclusively from our site, in three different packages depending on what your computer likes. (tar.gz, deb, rpm)
Nach grenzdebilen Ideen aus dem Hause Apple a la I’m a Mac, bescheidenen Plagiaten aus Redmondschen Gefilden die User hochzunehmen – was auf diese Art und Weise nur bei der Gattung des gemeinen Apple-Fans funktioniert, schickt sich nun auch die Linux Foundation an diese Art von Schaden zu wirken. Getreu dem Motto: Blödheit gibts nicht nur gegen Bares, sondern auch offen und frei
Sick of the airtime that Microsoft and Apple are getting with their competing ranges of “I’m a PC/I’m a Mac” adverts, the Foundation has announced a competition to create their own, open-source adverts to increase awareness of just what it means to say “I’m Linux.”
In all dem Trubel hätte ich beinahe das Gnu/Linux schlechthin übersehen: Slackware. Vor kurzem in der Version 12.2 erschienen, alles aktualisiert, KDE ist Gott-sei-Dank noch 3.5.101, ein neuer Kernel ist anbei etc. pp.
Slackware 12.2 ships with the 2.6.27.7 Linux kernel, the Xorg 1.4.2 X server (with many driver, library, and application updates), Xfce 4.4.3, KDE 3.5.10, simplified wired and wireless networking with wicd in /extra, package upgrade management with slackpkg moved into the main tree, support for non-usb-storage digital cameras through libgphoto2, pm-utils (tools to support suspend and hibernate through HAL), and much, much more. This release brings the system up-to-date without compromising stability or compatibility with the 12.x series.
Tja und weil ja gerade Weihnachten ist, gibts gleich auch mal wieder einen neuen Kernel: 2.6.28. Dieser bietet einiges an Neuerungen, viel Finetuning, Treiber, ext4 reif für großangelegte real-world-Tests usw. Heise hat in ihrem Kernellog Infos diesbezüglich aufbereitet. Alles in allem bin ich zufrieden, ich habe diesen heute morgen ohne jegliche Probleme in Betrieb genommen – was bei einer Distro wie Slackware auch nicht anders zu erwarten war. Have phun
wobei sich 4.x schon seit längerem im Test befindet [↩]
Creative Labs mag man nicht wirklich, die Treiber und die Hardware waren immer irgendwo jenseits von tatsächlicher Qualität angesiedelt im Vergleich zu anderen Herstellern. Aber man hatte Glück und konnte die Konkurrenz beiseite pfegen, manchmal auch mit langatmigen Klagen – sprich der Gewinner wurde im Nachhinein bankrott aufgekauft. Wie dem auch sei, heutzutage gibt es Karten für Profis und welche für Spieler die jede Summe hinlegen, sofern man diesen das Produkt nur passend bewirbt.
Die X-Fi ist so ein Produkt, viel gerühmt und ein Trauerspiel in puncto Treibern und zum Teil auch der Hardware – … Vista etc. pp. Zu guter letzt veröffentlichte man einen Linux-Treiber: 64 Bit, natürlich binär und dazu noch für einen alten Compiler- kurzum a pain in the ass. Nun aber gibts einen Treiber – nach laaaaanger Zeit – unter der GPL. Besser spät als nie oder wie und die Community wird sich schon alles schnappen wo GPL draufpappt? … SB8, SB16, AWE64, diverse Live/Audigy-Inkarnationen bis hin zur 4er und Tschüß, bei mir wirds so oder so keine Karte mehr aus dem Hause Creative Labs geben. Aber anderen verkauft man auch so etwas … na ja who cares =)