Schlagwort ‘Kultur‘

Rocky Mountain News — Final Edition

Heute ist die letzte Ausgabe der Rocky Mountain News erschienen. Gegründet wurde die Zeitung 1859. Und wenn hier und andernorts immer flapsig über das Waldsterben gesprochen wird, möchte ich anmerken, dass damit die dilettantischen Versuche (deutscher) Großverlage gemeint sind, im Internet Fuß zu fassen oder neue, sensationelle, schon mit der ersten Ausgabe zum Scheitern verurteilte Magazine an den Mann zu bringen. Wenn wirklicher Print stirbt, wie im Fall der Rocky Mountain News, ist das kein Grund zum Feiern. Im Gegenteil. Ich liebe Print – trotz allem. Leider lohnt es in Deutschland nicht, eine kpl. Ausgabe der FAZ, der SZ oder der Zeit zu kaufen. Im Regelfall reicht es, den Gegenüber in der U-Bahn um die eine oder andere Seite zu bitten. Bei mir bleibt es zum Wochenende hin meist beim Kauf des Freitag. Die Redaktion der Rocky Mountain News hat zum Abschied ein Video online gestellt. Es zeigt die letzten Monate einer Zeitung, die gelebt hat, von den Menschen, den Machern, den Redakteuren – und natürlich von den Lesern. Eine Zeitung mit großem Herz, die aber wirtschaftlich nicht überlebt hat. Wenn eine Zeitung wie die Rocky Mountain News stirbt, verlieren die Menschen mehr als eine Zeitung. Einen täglichen Wegbegleiter, ein Stück des eigenen Lebens – es entsteht ein großes, schwarzes Loch. Für die Leser wie auch für alle Beteiligten. Wenn man das Video schaut, schnürt es einem ein wenig die Kehle zu. (via)

Weiterlesen: »Rocky Mountain News — Final Edition«

, , , ,

Hungu

via drawn!

Hungu is an animated film by Nicolas Brault inspired by African rock paintings.

, , , , , , , ,

25C3: Soviet Unterzoegersdorf

Join a glorious gala presentation with his Excellency and a battalion of members of the Soviet Unterzoegersdorf Military Enforcement Community. We will present the envious «First World» with the fruits of our techno-labor. Among other triumphs on display will be the second part of an ongoing series of so-called «Computer Games» or «Virtual Hyper-Rooms» glorifying the struggles of the Motherland, Soviet Unterzoegersdorf: Sector II. We promise not to mention the SALT II agreement.

25C3

Ich mag ja (die Jungs und Mädels von) Sowjet-Unterzögersdorf (Sektor1) – auch wenn ich wie Prospero nicht immer verstehe, was die da machen. :D

Have phun… :D

, , , , , , , , , ,

Das Internet und die Hacker

Nach einer kurzen Betrachtung der technischen Entstehungsgeschichte des Internets wird die Realität der internationalen Computernetzwerke und der speziellen Situation in Deutschland zu Beginn der 1980er Jahre beleuchtet: warum Westberlin der optimale Trainingsort für Hacker war, warum eine große Schule nur mit Computer möglich war, wie man auf der frühen Datenautobahn den Mautgebühren entgehen konnte, die Hackerfahrschulen in Deutschland und der Schweiz, die Bedeutung des Usenet für das Internet und die Geburt des «@», der Sieg des offenbar schlechten über das gut gemeinte, das elitäre Gefühl Hacker zu sein, der KGB-Hack und die Legende des Hackerjägers Clifford Stoll.

Chaosradio Express 100

Im Interview mit Tim Pritlove ist Hans Heinrich Hübner, der zusammen mit Karl Koch am KGB-Hack beteiligt war. Ein informativer Rückblick und Einblick in die Entwicklung des Internets und die Rolle die Hacker dabei spielten …

, , , , , , , , , ,

heute hätte sie Geburtstag gehabt

1992 verstarb sie 90-jährig in Paris, in Deutschland hatte sie Zeit ihres Lebens einen schweren Stand ob ihrer damaligen ausgeprägten Antipathie gegen Nazi-Deutschland. Der Begriff Vaterlandsverräterin, zu Beginn offen geäußert, hallte in den Köpfen vieler Deutscher noch bis zu dem Ableben der grande dame des Showbusiness nach. Marlene Dietrich wurde am 27. Dezember 1901 geboren …

Quelle: Youtube

, , , , , , , , ,

culture

flickr, creative commonsAcropolis (Athens, Greece), Parthenon ( additional information | Temple of Athena)

Historia est vitae magistra.

,

die Content-Mafia schlägt zurück

Our artists and copyright owners deserve to be fairly compensated for the blood and sweat that forms the core product of these businesses.

SoundExchange

Aufgrund des Blutes und des Schweißes, den diese Kulturschmarotzer für die enteignenten Künstler anführen, soll ein exorbitantes Entgelt für die gespielte Musik in Webradios erhoben werden. Mehr als diese Webradios je einnehmen, somit würde ein über viele Jahrzehnte gewachsenes System, welches auch den Künstlern selbst bei der Promotion hilft, über Nacht ad absurdum geführt werden. Der Streit um die Höhe des Entgelts schwelt schon eine Weile, ein Sterben der Sender ist wahrscheinlicher, denn ein Einlenken der Content-Mafia.

«Net radio is good for musicians like me, and I think most musicians are like me,» he said. «The promotion it provides is far more important than the revenue.»

Enteignung der Künstler, Kulturraub, Wiederverkauf strangulierter Kulturgüter — letztendlich: Zerstörung all jener Dinge, deren Schutz angeblich der Anlaß für all das Bohei um die Rechte ist.

, ,

wir blicken dem Ende einer Zunft entgegen

Und zwar schauen wir das nahende™ Ende jener Vertreter der gemeinhin als Content-Mafia bekannten kulturschmarotzenden Rechtekonsumenten. Der Kampf gilt den Urheberrechtsverletzungen, das eherne Ziel ist der Schutz geistigen Eigentums oder kurz: die Pervertierung jeglicher Kultur, die totalitäre Kontrolle des Markts. Bei derart scharfen Reden geht es mir weniger um einen Persilschein für die Legionen der Jäger und Sammler, auch wenn deren Sammeltrieb mehr ein Fall für den Arzt als denn den Staatsanwalt darstellt, sondern es dreht sich alleinig um den fortwährenden Mißbrauch von Kultur. Ein Mißbrauch, der in digitalen Zeiten unlängst seinen Klimax erlangte mittels abnormer Knebelungen und im Prinzip jeglicher Verweigerung der Partizipation seitens der Rechtekonsumenten eben an dieser sooft ob perfider Absichten erwähnten Kultur.

Gewirkt mittels einer ob Lobbyisten gestählten Legislative schreitet die kulturelle Enteignung des Volkes voran. War es gestern noch ein Schutz auf Zeit, um dem Künstler eine Basis, eine Art Starthilfe zu verschaffen, mutierte diese Starthilfe im Laufe der Zeit zur Knechtung aller Konsumenten, zur erwähnten kulturellen Enteignung. Ziel ist nicht mehr der vorübergehende Schutz des Künstlers, vorbei die Zeiten da dieser überhaupt eine Rolle spielte. Die Vererbung von Rechten ist angesagt, die Ausbeutung auch längst verblichener Künstler beinahe über Jahrhunderte hinweg der Traum der Content-Mafia. Gesetze zur Bekämpfung des Terrors bzw. der schweren Kriminalität wurden und werden mißbraucht für diese genannten Zwecke. Der Aufbruch in digitale Gefilde mutierte für den Konsumenten zum Albtraum, zur digitalen Maulschelle.

Es ist an der Zeit dem ein Ende zu setzen und zwar nicht mittels ausufernder Rechteübertretungen, denn die Einhaltung geltenden Rechts hat auch etwas mit Respekt zu tun, sondern mittels Konsumverweigerung, der Partizipation des hoi polloi1 an der Kultur und der somit massiven Verbreitung freier Inhalte, die wiederum der Content-Mafia auf natürliche Art und Weise das Wasser abgräbt. Der Künstler ist wiederum ein Teil dieser kulturtragenden Menge und nur gegenseitiger Respekt, sowie die Zusammenarbeit können dem abstrakten Gebilde der Content-Mafia etwas anhaben. Kultur benötigt keine Verwerter, Kultur benötigt einfach nur gelebten Respekt für eben diese Kultur.

Die Kommentare schenken wir uns hierbei, wer etwas zu sagen hat, bemerkt dies zur Sache selbst, verbreitet dies mit eigenen Worten und partizipiert. Anlaß war übrigens dieses beinahe ungehemmte Voranschreiten der Content-Mafia, wie just von heise berichtet. Diese arbeiten daran — Tag und Nacht, die andere Seite gibt sich im Moment noch dem großangelegten Trauermarsch hin.

Kultur, verstanden als Lebensweise, ist vielleicht die glaubwürdigste Politik.

–Richard von Weizsäcker

Bild: Wikipedia

  1. und abfällig ist es auch gemeint, denn der kulturtragende Mob läßt sich fortwährend knebeln und jubelt dennoch zugleich den kulturellen Peinigern entgegen []

, , ,

die Musikindustrie läuft Amok

Plattenfirmen wollen 2008 zum Jahr der Internet-Kontrolle machen: Provider sollen den Datenverkehr ihrer Kunden überwachen, die Übertragung von Musikdateien blockieren und Webseiten sperren. So umreißt es SPON und führt es in den weiteren Zeilen noch näher aus, sprich die übliche Lobby-Arbeit in der EU, damit dieser crap möglichst in jeder Nation verankert wird. Denn auf nationaler Ebene klappts nicht immer, die EU ist da teils deutlich schmierfähiger. Man braucht gar nicht weiter über diese Feinde von Demokratie und Freiheit zu sinnieren, wie schon Dirk Bach beim ECHO 2004 treffend bemerkte, Und ihr wundert euch, dass es euch schlecht geht?. MTV schreibt heute dazu, Madonna Ditches Label, Radiohead Go Renegade: The Year The Music Industry Broke. Jeder Schuß vor den Bug kommt in dreifacher Ausführung zurück, vielleicht erleben wir ja 2008 den Untergang dieser unsäglichen Krämerseelen.

, , , , , ,

Sensibilisierung: Schutz, Datenschutz, mündiges Verhalten

Oft genug taucht die Frage auf «wie denn nun, wie sensibilisiere ich mein Umfeld für eine bestimmte Sache?». Sensibilisierung bedeutet dabei jedoch nur plausibel aufmerksam machen, keineswegs sollte es gleichbedeutend sein mit einer massiven Abstraktion. Der Lernprozeß des zu Sensibilisierenden muß an dem Punkt einsetzen, wo es um die Einsicht geht, daß mit einer stetigen Abstraktion auch eine fortschreitende «Kastration» des Informationsgehalts einhergeht.

Desweiteren ist es essentiell die Wichtigkeit des Lernens zu vermitteln. Primäres Argument hierbei: «Wissen ist Macht» und «Unwissenheit ist Ohnmacht» — man kann es eben nicht oft genug betonen. Jegliche Information ist Macht und diese Macht wird gestärkt, je mehr Leute sich eben diesem Wissen freiwillig oder auch gezwungen verschließen und wenigen diesen Vorteil überlassen. Erlangt man also Wissen, nimmt man eben diesen Leuten teils die Macht, ihr weitaus höheres Potential in diesem Bereich alleinig zu ihrem Vorteil zu nutzen. Konsequenterweise wird man immer auf Menschem mit einem höheren Wissenspotential treffen und das ist auch nicht pauschal als negativ zu erachten. Akut wird der negative Aspekt genau dann, wenn man sich gegenüber Wissen verschließt und somit der Gefahr der Wissens/Informationskontrolle durch andere Vorschub leistet.

Weiterlesen: »Sensibilisierung: Schutz, Datenschutz, mündiges Verhalten«

, , , ,

Hö? Kulturbremsen am Werk …

Am Anfang steht ein zeitgemäßer Rundfunkbegriff. Er muss technologieneutral sein. Es kommt nicht auf die Art der Verbreitung an. Sondern auf die besondere Qualität und eine entsprechende Reichweite. Da ist es dann unerheblich, ob er über Antenne, Kabel oder Satellit, Internet oder Mobilfunk kommt.

taz

Also Rundfunk = alles was im Internet postuliert wird und eine Lizenz genau dann, wenn man vielleicht 10–50 regelmäßige Leser hat?

Welche Kriterien sollten dabei im Vordergrund stehen?

Es geht um alte Bekannte: um Meinungsmacht, Relevanz, Suggestivkraft. Und um Reichweite. Aber dann kommen die Oberschlauen und fragen tückisch: Was genau ist Relevanz, wie misst man die? Denen sage ich: Es zählt eben nicht nur, was man zählen kann.

Die verwendete Technik ist irrelevant, auch der traditionelle Rundfunkbegriff etc. — sprich absahnen, regulieren, zensieren im Netz? Ob einer extra schwammig gehaltenen und somit allumfassenden Definition? Kultur bremsen, weil man selbst die Zeichen der Zeit verschlafen hat und nun hofft mit einer Regulierung die eigene Position wieder zu stärken? Das Internet ist eben kein Rundfunk und das Internet gehört auch nicht einem bestimmten Land.

Was für ein Schrott, die sollen sich Gedanken um ihren Inhalt machen und nicht versuchen Kultur gemäß ihrem begrenzten Horizont regulieren zu wollen. Irgendwie bewegt, irgendwie Ton, irgendwie Text und irgendwie News, ein Schuß Relevanz dazu und ein wenig von Rundfunk fabulieren und schwupps haben wir wieder ein mal den ÖR-Klotz am Bein.

,


RSS-Feed abonnieren