Schlagwort ‘Kritik‘

stille Feiertage

Heute ist Ostermontag, für einige schlicht ein freier Tag, für andere ein Feiertag, den sie im Rahmen des Osterfests entsprechend würdigen. Der gestrige Sonntag, ebenso wie Karfreitag, waren beispielsweise zwei dieser «stillen Feiertage», welche dieses Jahr die Gemüter einiger nimmersatter Zeitgenossen in Erregung versetzen.

Ein paar dieser Feiertage erliegen also einem Tanzverbot, welcher sich auf Teile des Tages bzw. den gesamten Tag erstreckt, je nach Bundesland. Ist dies schlimm? Nein, für mich ist es schlicht ein deal, ich habe einen freien Tag und die Gläubigen können in sich gehen oder was man auch immer sonst an dem jeweiligen Tag tut. Der Rest in der Bevölkerung hat, abgesehen von diesen wenigen Tagen, das ganze Jahr über die Möglichkeit irgendeiner Art von Gaudi nachzugehen. Beseitigt man den Charakter von Feiertagen, fällt auch die letzte Bastion und somit der Feiertag selbst. Freie Tage, gänzlich profan begangen, wird es also nicht geben. Man kann von diesen träumen, aber letztendlich ist einzig der spirituelle Charakter dieser auch eine Versicherung für den Erhalt jener Tage. Wirtschaft und Staat versuchen längst an diversen Ecken und Enden dieses letzte verbleibende Bollwerk eines möglichen Innehaltens1 niederzureißen.

Ich frage mich ohnehin, wer dieses Thema in den Mittelpunkt rückte — Sommerloch, here we come. Hatte etwa jemand dieser Tanzwütigen genug Zeit und Muße in der Wikipedia zu stöbern, um ein wenig Wissen zu erlangen? Dann bitte mehr dieser Tage! Gemeinhin lernt man derartige Dinge in der Schule, zumindest wenn man aufgepaßt hat. Man kann sich natürlich auch a la Fefe, wie bei diesem oftmals usus beispielsweise in Sachen Geschichte: «das hat man uns damals im Unterricht verschwiegen», herausreden und eine notwendige bildungstechnische Abstraktion2 zur Erlangung von Basiswissen usw. «verschwörungstechnisch» aufarbeiten. Jeder eben nach seinem Gusto. Vielleicht sollten jene Tanzwütigen, die sich eifrig jüngst zu einem Flashmob formierten, einmal ihre Prioritäten überdenken. «Hitzwellen», die es auch schon anno 2000 im April mit teils 28°C gab, waren noch nie ein adäquater Anlaß die verbliebenen Hirnzellen zu überlasten. Geht Grillen, genießt die Ruhe und verschiebt den Gaudi eben auf übermorgen — weit über 300 Tage dürften dazu mehr als genug sein. Einmal «die Beine still halten» sorgte letztendlich auch für ein Plus an Wissen :-)

Für Atheisten, Scheinheilige und andere nicht wirklich Gläubige gibt es ohnehin nur eine Lösung: die Profanation, sprich Abschaffung der Feiertage oder eben den vereinbarten Burgfrieden einhalten. Dürfte so schwer nicht sein, oder?

  1. für andere ist es u.U. auch ein Arbeitstag mit einem entsprechenden Obolus in der Lohntüte, nichtsdestotrotz etwas «besonderes» []
  2. mir verschwieg man damals im LK auch komplexe Zahlen und schob uns stattdessen arglistig Zeigerdiagramme unter, um Wechselströme zu handhaben. Freimaurer, my ass 😉 []

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Zehn Jahre Wikipedia

Zehn Jahre nun existiert diese freie Enzyklopädie, aufgebaut, gepflegt und gefördert seitens unzähliger Freiwilliger in aller Herren Länder. Nicht minder groß, wenn nicht gar gewaltiger, ist die Zahl derer, die die Wikipedia tagtäglich nutzen. Des einen Freud, ist jedoch des anderen Leid. Im Fall der Wikipedia bedeutet dies, daß man sich nicht nur mit glänzenden Augen der Wissensakquise hingeben kann, sondern auch für eine Qualitätskontrolle Sorge zu tragen hat. Letztere gereicht dieser freien Enzyklopädie häufiger zu fundamentaler Kritik z.B. in Form der Debatte Inklusionismus Vs Exklusionismus. Aber auch bei schon bestehenden Artikeln und notwendigen Korrekturen ist häufiger die «Kunst des längeren Atems» zielführender, denn die Kompetenz des Korrektors.

In letzter Instanz jedoch obliegt es dem «Konsumenten», also jener der sich an dem Wissen bereichern möchte, die Qualitätskontrolle im Kopf zu starten, mittels einer Quellenkritik. Wo Licht ist, da ist also auch Schatten. Dennoch besitzt die Wikipedia Alleinstellungsmerkmale gegenüber traditionellen Enzyklopädien: sie ist «kostenlos», sie ist nicht «endlich», sondern findet täglich Erweiterung. Insbesondere für Entwicklungsländer ist dies wichtig, denn frei erhältliches Wissen trägt maßgeblich zur Bildung bei. Aber auch in unseren Gefilden entscheidet oftmals die Stärke des Portemonnaies über den Grad des Wissens. Die Wikipedia sieht sich meiner Meinung nach einer klassischen Win-Win-Strategie gegenüber: man fördert die Wissensallmende, inklusive der genannten Risiken und Nebenwirkungen, wächst aber auch zugleich an der Kritik, reift im Laufe der Zeit.

Die Wikipedia ist nur der Anfang, nicht allein selig machend, aber notwendig und eine Bereicherung unserer Zeit … Happy Birthday :-)

Bild: Wikipedia

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Streetview: wenn die Vernunft abhanden kommt

Wie viele unserer Leser sicherlich mitbekommen haben, nehmen wir einen kritischen Stand gegenüber Google ein, ebenso gegenüber diversen anderen Firmen/Konzernen, die wirtschaftliche Effizienz u.a. Dinge über den Menschen stellen.1 Wir würzen diese Standpunkte teils mit Polemik, lassen aber auch nicht die Fakten außer acht. Kurzum, wir bieten unsere Meinung feil, versuchen auch nicht die naturgegebene Subjektivität mittels einem Schein von «Objektivität» zu überdecken.

Just brachte ich beispielsweise wieder einmal meine Kritik gegenüber der GEMA zu Wort, indem ich diese Nutznießer anderer Leute Eigentums als Krämerseelen brandmarkte. Nun, das ist nicht neues, aufmerksame Zeitgenossen haben kein Problem damit, denn die Rechteinhaber und eigentlichen Verwerter sind andere. Man muß sich nun also die Kritik anhören, daß man hier einerseits Google verdamme und andererseits als Helden der Masse bejubele. Die Kritik an Streetview, soll also mittels meiner Kritik an der GEMA als «Heuchelei» entlarvt werden. Nun, wie ich schon früher bemerkte, ist Google ebenso in die Pflicht genommen entsprechende Dinge, die sie kostenfrei verwerten seitens hinzugefügter Werbung, angemessen zu vergüten. D.h. im Klartext, wenn ein Vertrieb die Rechte eines Künstlers verwertet und jene mit Google einen Deal haben, dann hat die GEMA keinerlei Ansprüche anzumelden auf irgendwelche zusätzlichen Vergütungen. Per Gesetz ist dies natürlich anders geregelt, was jedoch nicht bedeutet, daß ich diesen Punkt nicht kritisieren darf.

Weiterlesen: »Streetview: wenn die Vernunft abhanden kommt«

  1. diese Publikation bietet eine Suche, wer mag darf diese einsetzen []

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26C3: Wikipedia — Wegen Irrelevanz gelöscht

Die Wikipedia wurde einst als Erfolgsmodell des Internets und des freien Zugangs zu Wissen gefeiert. Doch immer öfter regt sich Kritik wegen ausufernder Löschungen: Alte und neue Autoren werden verprellt, sogar der Vorwurf des Revisionismus wird laut. Ist die Zukunft der Wissensgesellschaft an Gartenzwergzüchtern gescheitert? Wir diskutieren.

Wikipedia Diskussion auf dem 26C3

Ein brachialer Löschaktionismus, ein rüder Umgang mit Neuankömmlingen, ja gar der Stallgeruch einer Art Loge — betrachtet man beispielsweise die technische und intellektuelle Abgrenzung gegenüber Novizen — brachten der Wikipedia in den letzten Jahren einen stagnierenden Nachwuchs, sowie einen schlechten Leumund ein. Einen traurigen Höhepunkt stellte der im Jahr 2009 erfolgte Löschantrag auf MOGIS da — Grund: Irrelevanz. Seitdem tobt die Schlacht und während Partizipierende, sowie Nutzer konstruktive Kritik en masse liefern, mauert die Wikipedia und versucht die Problematik zu relativieren bzw. auszusitzen.

Fefes Résumé zu obiger Diskussion auf dem 26C3 ist kein kein Anlaß zum Frohlocken, dennoch ist es eine recht interessante Diskussion, die zumindest die Fronten auch für die letzten da draußen klärt. Es sind Opensourcler, Nerds, CCCler, Piraten, Geisteswissenschaftler et.al. die kritisieren, deren Intelligenz und Erfahrung wird fortwährend in Frage gestellt, wenn denn überhaupt einmal seitens der Wikipedia argumentiert wird. Ein Armutszeugnis vor dem Herrn …

Upload: F!XMBR / Quelle: 26C3 — weitere Uploads auf Sevenload.

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generation upload

via dem unvergleichlichen beetlebum, creative commons

… worum gehts? Um Werbung, hippe Menschen, usw. 😀

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Lauschattacke

Insgesamt aber taugen Depeche Mode mit ihrem seit je wuchtig zwischen euphorisierter Transzendenz und bedröppelter Introspektion mäandernden Synthie-Stil, den sie live mit tribalistisch rockender Perkussion aufpeppen[…]

taz

Es hat schon seine Gründe warum ich nie derartiges Versuche, um einen musikalischen Eindruck zu umschreiben … man macht sich damit einfach nur lächerlich. Geht gar nicht anders, wie sollen Worte auch nur ansatzweise einem möglich Hörgenuss gerecht werden? Während die einen Rezis oft mit hahnebüchenen Vergleichen aufwarten, versuchen es die anderen mit einer Art erzwungenen Sinnbefreitheit. Die Schönheit des Augenblicks, des ganz persönlichen Erlebens, kann keiner wiedergeben und wenn dieser noch so sehr an seinen Worten feilt. Ein Ding der Unmöglichkeit bei Lyrik, Prosa, Musik und auch Film. Man kann sich dem ganzen technisch nähern und zerstört dennoch ganz nebenbei jegliche innewohnende Schönheit. Es existieren Ausnahmen1, wenn ich beispielsweise die Werke eines Künstlers kenne und eine neuere Arbeit dem Gesamtschaffen gegenüberstellen möchte — Nachteil: dies nutzt wiederum nur dem Kenner etwas, eine derartig dargebotene Sinnbefreitheit versagt jedoch auch dort im Ansatz.

  1. Komparatisten verlieren sich beispielsweise gerne in Fachtermini und führen den Lesegenuß gleichsam ad absurdum, oftmals auch nebst der ureigenen Intention des Autors []

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Flashmob Grundgesetzlesen, Hamburg Rathausmarkt am 23.05.2009


Karikatur: Pantoffelpunk

MOGIS hat dazu aufgerufen — und viele sind der Einladung gefolgt. In Hamburg und mehreren anderen Städten fand heute der Flashmob Grundgesetzlesen statt. In Hamburg trafen sich um 14.00h etwa 70 Gleichgesinnte um auf dem Rathausmarkt gegen Zensursula und allgemein gegen die Aushöhlung unseres Grundgesetzes zu demonstrieren. Und natürlich wurde gelesen. Wenn man 10 Minuten zu spät kommt, muss man sich bei einem Flashmob nicht wundern, den Hauptteil verpasst zu haben. Dass gleichzeitig die Deutsche Kinderhilfe Unterschriften pro Internetzensur gesammelt hat, hat dann bei uns Teilnehmern auch für Heiterkeit gesorgt. Es war eine kleine, aber feine Sache — demnächst sollte man sich aber vielleicht überlegen, einen anderen Platz zu wählen. Auch wenn es ca. 70 Leute waren und teilweise dicht beisammen standen, auf dem großen Rathausmarkt sahen wir doch ein wenig verloren aus. Trotzdem klasse Sache — nur muss man am Ball bleiben, die Internetzensur-Befürworter und die Lobbyisten kämpfen undemokratisch, einfach mit den Worten, es gehe um ein Gesetz gegen Kinderpornografie. Im realen Leben müssen die Leute überzeugt werden.

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Kippt die SPD die Internetsperren?

Die SPD wurde hier aus guten Grund mehrfach hart kritisiert — und wenn ich mir die Sozial– und Wirtschaftspolitik im Willy-Brandt-Haus anschaue, wird das auch noch in Zukunft der Fall sein. Vielleicht muss man sie bald aber doch loben und mit ihnen gemeinsam kämpfen. Der Frankfurter Bundestagsabgeordnete der ehemaligen Sozialdemokraten, Gregor Amann, weiß auf abgeordnetenwatch.de Erstaunliches zu berichten. Nicht nur, dass er selbst die Internetsperren für fraglich hält um erfolgreich gegen Kinderpornografie vorzugehen während das Gesetz weitreichende Verletzungen persönlicher Freiheitsrechte enthält. Nach seiner Aussage steht er innerhalb der SPD-Fraktion mit dieser Meinung nicht alleine da.

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90% gegen Internetsperren

Wir haben erlebt, wie die Deutsche Kinderhilfe durch manipulativ gestellte Fragen ein passendes Ergebnis bei Infratest dimap bestellt hat. So schien es zumindest. Jetzt scheint sich dieser Eindruck zu bestätigen. Der von Christian Bahls gegründete Verein Mogis – Missbrauchsopfer gegen Internetsperren hat seinerseits ebenfalls eine Umfrage bei Infratest dimap in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: 90% der repräsentativ Befragten haben sich gegen Internetsperren ausgesprochen.

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Ein Video für die Internetzensoren

Gestern haben sich die nächsten Internetzensoren und Kämpfer gegen die Grundrechte in diesem Land aus der Deckung gewagt. So muss man es wohl nennen. Es gehören dazu: Der Deutsche Kinderschutzbund, der Interessenverband des Video– und Medienfachhandels in Deutschland e.V. (IVD), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi). Dass es hier nicht mehr um Kinder und deren Schutz geht, wird klar, wenn man sieht, dass Innocence in Danger als auch ECPAT nichtdabei sind. Die standen vorher schon in der Kritik. Es geht offensichtlich um pure Propaganda und darum, den Gesetzgeber bei der Internetzensur zu unterstützen. Man sollte mal gewisse Geldflüsse recherchieren.

Die Forderungen:

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Die Deutsche Kinderhilfe als vermeintliches Opfer

Die so genannte Deutsche Kinderhilfe ist nach dem Hack wieder online. Die aktuelle Pressemeldung lässt dann auch nichts zu wünschen übrig — man kann schon fast von Demagogie und Tatsachenverdrängung par excellence sprechen. Es bleibt zu hoffen, dass der Journalismus in diesem Land nicht vergisst, um was für eine Institution es sich hier handelt — und vielleicht sogar noch weiter gräbt. Man mag es kaum glauben, aber die so genannte Deutsche Kinderhilfe stellt sich nun selbst als Opfer dar.

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