Die Wikipedia wurde einst als Erfolgsmodell des Internets und des freien Zugangs zu Wissen gefeiert. Doch immer öfter regt sich Kritik wegen ausufernder Löschungen: Alte und neue Autoren werden verprellt, sogar der Vorwurf des Revisionismus wird laut. Ist die Zukunft der Wissensgesellschaft an Gartenzwergzüchtern gescheitert? Wir diskutieren.
Fefes Résumé zu obiger Diskussion auf dem 26C3 ist kein kein Anlaß zum Frohlocken, dennoch ist es eine recht interessante Diskussion, die zumindest die Fronten auch für die letzten da draußen klärt. Es sind Opensourcler, Nerds, CCCler, Piraten, Geisteswissenschaftler et.al. die kritisieren, deren Intelligenz und Erfahrung wird fortwährend in Frage gestellt, wenn denn überhaupt einmal seitens der Wikipedia argumentiert wird. Ein Armutszeugnis vor dem Herrn …
Upload: F!XMBR / Quelle: 26C3 — weitere Uploads auf Sevenload.
Insgesamt aber taugen Depeche Mode mit ihrem seit je wuchtig zwischen euphorisierter Transzendenz und bedröppelter Introspektion mäandernden Synthie-Stil, den sie live mit tribalistisch rockender Perkussion aufpeppen[...]
Es hat schon seine Gründe warum ich nie derartiges Versuche, um einen musikalischen Eindruck zu umschreiben … man macht sich damit einfach nur lächerlich. Geht gar nicht anders, wie sollen Worte auch nur ansatzweise einem möglich Hörgenuss gerecht werden? Während die einen Rezis oft mit hahnebüchenen Vergleichen aufwarten, versuchen es die anderen mit einer Art erzwungenen Sinnbefreitheit. Die Schönheit des Augenblicks, des ganz persönlichen Erlebens, kann keiner wiedergeben und wenn dieser noch so sehr an seinen Worten feilt. Ein Ding der Unmöglichkeit bei Lyrik, Prosa, Musik und auch Film. Man kann sich dem ganzen technisch nähern und zerstört dennoch ganz nebenbei jegliche innewohnende Schönheit. Es existieren Ausnahmen1, wenn ich beispielsweise die Werke eines Künstlers kenne und eine neuere Arbeit dem Gesamtschaffen gegenüberstellen möchte – Nachteil: dies nutzt wiederum nur dem Kenner etwas, eine derartig dargebotene Sinnbefreitheit versagt jedoch auch dort im Ansatz.
Komparatisten verlieren sich beispielsweise gerne in Fachtermini und führen den Lesegenuß gleichsam ad absurdum, oftmals auch nebst der ureigenen Intention des Autors [↩]
MOGIS hat dazu aufgerufen – und viele sind der Einladung gefolgt. In Hamburg und mehreren anderen Städten fand heute der Flashmob Grundgesetzlesen statt. In Hamburg trafen sich um 14.00h etwa 70 Gleichgesinnte um auf dem Rathausmarkt gegen Zensursula und allgemein gegen die Aushöhlung unseres Grundgesetzes zu demonstrieren. Und natürlich wurde gelesen. Wenn man 10 Minuten zu spät kommt, muss man sich bei einem Flashmob nicht wundern, den Hauptteil verpasst zu haben. Dass gleichzeitig die Deutsche Kinderhilfe Unterschriften pro Internetzensur gesammelt hat, hat dann bei uns Teilnehmern auch für Heiterkeit gesorgt. Es war eine kleine, aber feine Sache – demnächst sollte man sich aber vielleicht überlegen, einen anderen Platz zu wählen. Auch wenn es ca. 70 Leute waren und teilweise dicht beisammen standen, auf dem großen Rathausmarkt sahen wir doch ein wenig verloren aus. Trotzdem klasse Sache – nur muss man am Ball bleiben, die Internetzensur-Befürworter und die Lobbyisten kämpfen undemokratisch, einfach mit den Worten, es gehe um ein Gesetz gegen Kinderpornografie. Im realen Leben müssen die Leute überzeugt werden.
Die SPD wurde hier aus guten Grund mehrfach hart kritisiert – und wenn ich mir die Sozial- und Wirtschaftspolitik im Willy-Brandt-Haus anschaue, wird das auch noch in Zukunft der Fall sein. Vielleicht muss man sie bald aber doch loben und mit ihnen gemeinsam kämpfen. Der Frankfurter Bundestagsabgeordnete der ehemaligen Sozialdemokraten, Gregor Amann, weiß auf abgeordnetenwatch.de Erstaunliches zu berichten. Nicht nur, dass er selbst die Internetsperren für fraglich hält um erfolgreich gegen Kinderpornografie vorzugehen während das Gesetz weitreichende Verletzungen persönlicher Freiheitsrechte enthält. Nach seiner Aussage steht er innerhalb der SPD-Fraktion mit dieser Meinung nicht alleine da.
Wir haben erlebt, wie die Deutsche Kinderhilfe durch manipulativ gestellte Fragen ein passendes Ergebnis bei Infratest dimap bestellt hat. So schien es zumindest. Jetzt scheint sich dieser Eindruck zu bestätigen. Der von Christian Bahls gegründete Verein Mogis – Missbrauchsopfer gegen Internetsperren hat seinerseits ebenfalls eine Umfrage bei Infratest dimap in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: 90% der repräsentativ Befragten haben sich gegen Internetsperren ausgesprochen.
Gestern haben sich die nächsten Internetzensoren und Kämpfer gegen die Grundrechte in diesem Land aus der Deckung gewagt. So muss man es wohl nennen. Es gehören dazu: Der Deutsche Kinderschutzbund, der Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland e.V. (IVD), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi). Dass es hier nicht mehr um Kinder und deren Schutz geht, wird klar, wenn man sieht, dass Innocence in Danger als auch ECPAT nichtdabei sind. Die standen vorher schon in der Kritik. Es geht offensichtlich um pure Propaganda und darum, den Gesetzgeber bei der Internetzensur zu unterstützen. Man sollte mal gewisse Geldflüsse recherchieren.
Die so genannte Deutsche Kinderhilfe ist nach dem Hack wieder online. Die aktuelle Pressemeldung lässt dann auch nichts zu wünschen übrig – man kann schon fast von Demagogie und Tatsachenverdrängung par excellence sprechen. Es bleibt zu hoffen, dass der Journalismus in diesem Land nicht vergisst, um was für eine Institution es sich hier handelt – und vielleicht sogar noch weiter gräbt. Man mag es kaum glauben, aber die so genannte Deutsche Kinderhilfe stellt sich nun selbst als Opfer dar.
Ich hatte es bereits angekündigt – es ist schmutzig geworden. Den großartigen Erfolg, der leider im Moment etwas abebbt, der Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009 konnten diverse Gruppierungen nicht auf sich sitzen lassen. Während die Petition Familienväter, Mütter, ganze Familien unterzeichnet haben, bleibt nicht viel übrig als die PR-Maschinerie anzuschmeißen und die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes zu täuschen. Das versucht die so genannte Deutsche Kinderhilfe nun offensichtlich mit ganzer Macht.
Der Chaos Computer Club hat bereits am 30. April eine Sendung zu den so genannten Netzsperren im Programm gehabt: Internetsperren – Von Laien regiert.
Was im CR142 noch Theorie war, wird jetzt Realität: die größten Internetprovider haben den Vertrag über die Sperrung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten mit der Bundesregierung unterschrieben, das Kabinett hat eine entsprechende Gesetzesvorlage verabschiedet. Die Tinte ist noch nicht trocken, da werden Forderungen laut, die Sperren auch auf ausländische Glücksspielangebote und File-Sharing-Sites auszudehnen, und die Zugriffe auf die Sperrseiten zum Zweck der Strafverfolgung mitzuprotokollieren.
Wir nehmen das zum Anlass, erneut mit euch zu diskutieren: was charakterisiert den Unterschied zwischen einer aufgrund einer Grundrechtsabwägung für notwendig gehaltenen Sperre und verfassungswidriger Zensur? Wie gehen wir mit Politikern um, die das Medium, über das sie entscheiden, nur vom Hörensagen kennen? Können wir Politikern noch trauen, die Symbolpolitik für wichtiger als verfassungskonforme Gesetze halten, und sich bereits an ihre Versprechen von letzter Woche nicht mehr erinnern können?
Überblick zum Thema Netzsperren Ich möchte aber versuchen, eine Sammlung verschiedener News & Meinungen, für alle Seiten, zusammen zu stellen. Ich hoffe, es nützt, nicht nur den Kritikern um sich aufzuregen, sondern auch den Befürwortern, sich einen Gesamteindruck zu verschaffen. Die folgenden Links dienen einer wertungsfreien Übersicht, ich möchte damit helfen, sich eine Meinung zum Thema zu bilden oder seine vorhandene Meinung noch einmal ab zu klopfen.
Ich hab politische schon viele Dinge verfolgen dürfen. Als politisch interessierter Beobachter und Kommentator, als auch aus Berichten von Freunden, die in verschiedenen Parteien aktiv sind – ich habe mir das bisher verkniffen. Allgemein wird immer gesagt, dass Politik ein dreckiges Geschäft sei. Das trifft es nur unzureichend – die Wirklichkeit ist noch viel schlimmer. Der große Erfolg der Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009 hat heute extreme Wirkung gezeigt. In die Debatte rund um die Internetzensur hat sich heute die Deutsche Kinderhilfe eingeschaltet. Kinderhilfe – das suggeriert, dass Kindern geholfen wird. Doch ist dem wirklich so? Gut, dass uns das Internet noch erlaubt wird und wir so ein wenig recherchieren können. Dann zeigt sich nämlich ein zweifelhaftes Bild.