Schlagwort ‘Kommerzgedudel‘

Und plötzlich sitzt Du zwischen 150 Werbern

RemixEigentlich wollte ich am Donnerstag nur ein wenig beim Technik– und WLAN-Aufbau für die Remix 09 helfen. Doch dann waren noch Kleinigkeiten am Freitagmorgen zu erledigen, ein Kaffee wartete auf das Team — und kurz vor Beginn stand ich dann am Check-in und empfing die Besucher. Dann kurz Zur Arbeit, 2 Tage Urlaub beantragt, die wurden tatsächlich genehmigt, und schon war ich bis zum Sonnabend mitten drin: Umgeben von 150 Werbern verbrachte ich 3 Tage im Museum für Hamburgische Geschichte. Aus Sicht des Orga-Teams war es ein klasse Veranstaltung. Es hat Spaß gemacht. Jeder konnte sich auf den anderen verlassen, es gab keine größere Schwierigkeiten und wenn wir mal gebraucht wurden, hatten wir innerhalb weniger Minuten wieder alles im Griff. Das Team war grandios.

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Die nackte Angst

Man muss die Frage einfach stellen: Pfeift Holtzbrinck aus dem letzten (finanziellen) Loch? Wie steht es um die Zukunft des ehemals ehrwürdigen Verlages? Regiert dort schon die pure nackte Angst ums Überleben? Ich kann es mir nicht anders vorstellen, wenn ich die Pamphlete lese, die dort mittlerweile wöchentlich das Haus verlassen — natürlich geht es um das abgrundtief böse Internet. Den ersten so genannten Artikel von Adam Soboczynski hatte ich noch unkommentiert gelassen — er beklagt den Hass im Internet auf Intellektuelle. Ich habe selten Dümmeres gelesen. Der Autor hat offensichtlich vor dem Spiegel gestanden und seinen eigenen Hass auf den Internet projiziert und dann seine Zeilen geschrieben. Nicht der Rede wert. Heinrich Wefing war dann der nächste, der einmal so richtig draufhauen durfte. Oliver und meine Wenigkeit haben das entsprechend gewürdigt. Ich dachte zuerst die gehen jetzt bei der Zeit mit diesen Tiraden in Serie, so Oliver noch lachend in den Kommentaren. Wenn er da gewusst hätte, wie recht er damit haben sollte. Gestern durfte dann Kulturchef Jens Jessen in die Tasten hauen — und spricht dem Internet die Demokratie ab.

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Nicht der Hildegard erzählen

Ein sehr guter Freund von mir hat mal ein paar Jahre als Geschäftsführer in einem Pornokino gearbeitet. Vorgestern erzählte er die Geschichte vom Finanzamt-Opi. Finanzamt-Opi kam jeden Tag in seiner Mittagspause ins Pornokino, ging in die Schwulenecke, blieb dort 45 Minuten und ging wieder. Nun gibt es im Pornokino auch Einzelkabinen — und in der Schwulenecke so genannte Glory Holes. Heißt: Der Interessierte steckt seinen Finger in dieses Loch als Zeichen für seinen Nachbarn, dass dieser seinen kleinen Freund da durchstecken kann und beide erfahren wundervolle Befriedigung. An einem Tag jedoch reichte es unserem Finanzamt-Opi nicht, seinen Finger in das Glory Hole zu stecken, er nahm die ganze Hand und betatschte den Nebenmann. Dieser fand das gar nicht lustig, stürmte in die Kabine des Finanzamt-Opis und gab ihm was auf die Glocken. Als mein Kumpel gerufen wurde, hatte Finanzamt-Opi bereits das gesamte Kino vollgeblutet und lag vor der Großbildleinwand. Natürlich musste ein Arzt her, doch Finanzamt-Opi bedeckte seine Wunde mit der Hand und wiederholte immer wieder den gleichen Satz: Nicht der Hildegard erzählen, Nicht der Hildegard erzählen. An diese Geschichte musste ich denken, als ich den Artikel von Heinrich Wefing in der Zeit, Wider die Ideologen des Internets!, gelesen habe. Die offensichtliche Ahnungslosigkeit und die Ideologie, die diesem Artikel zugrunde liegen, sind erschreckend.

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Reden wir doch mal Tacheles #2

Wie ich im ersten Teil festgehalten habe, ist das Gebilde, welches sich bedeutungsschwanger Blogosphäre nennt, innerhalb der deutschen Medien völlig irrelevant. Es hält manchmal für den einen oder anderen Treppenwitz her, das war es dann aber auch. Bei aller Kritik haben deutsche Journalisten wahrlich wichtigere Dinge zu tun, als sich mit einer (neuen) Luftblase zu beschäftigen. Und ja, natürlich gibt es Ausnahmen, aber ein ständiger Austausch von Informationen, ein regelmäßiger Ausdruck von gegenseitiger Hochachtung und gegenseitigem Respekt findet nicht statt. Es ist mehr ein Kampf, als ein Miteinander.

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Reden wir doch mal Tacheles

Chat Atkins stellt fest, dass Blogs in Deutschland regelmäßig kein Geld verdienen können. Ich interpretiere das einfach mal so. Da hat er ohne Frage recht. Es ist auch einfach zu erklären, wenn man mal den Pathos, Blogs sind der Heilsbringer der Medien, beiseite schiebt. Die Medienlese zum Beispiel soll 2.500 Leser (pro Tag) haben. Das sind doch meiner Meinung nach einfach nur lächerliche Zahlen.

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Die Medienlese stellt den Betrieb ein

Auch in der Schweiz wachsen die Bäume nicht in den Himmel — wie Blogwerkmacher, –vermarkter, –verkäufer und noch viel mehr Peter Hogenkamp heute mitgeteilt hat, wird die Medienlese geschlossen. Die Kooperation mit Null-Banner-Lieferanten Adnation war wohl ein letzter verzweifelter Versuch, bereits zum Monatsende werden die Türen geschlossen. Der Don findet es ein wenig schade, weil die Leute der Medienlese sich durchaus angestrengt haben. Nur reicht das eben nicht — selbst im Untergang beweist das Blogwerk, warum es ganz einfach nicht funktioniert.

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*** Breaking News *** Berliner Blogkartell findet Geschäftsmodell *** Breaking News ***

Lange hat es gedauert, nun ist es endlich geschehen. Nicht nur, dass der investigative Journalismus nach Deutschland zurückgekehrt ist, nein, auch hat das bekannte Berliner Blogkartell endlich sein Geschäftsmodell gefunden. Reden Sie mit Bloggern. Reden Sie mit uns. So beschallt eine kleine Gruppe von Bloggern seit ein paar Jahren Medien und Menschen in Deutschland. Nun scheint die nächste Evolutionsstufe erreicht worden zu sein. Wie die taz in einem sensationellen Artikel berichtet, werden Blogger in Deutschland von Unternehmen gekauft. Auf Bewertungsportalen wie ciao.de setzen diese ihre angeblich unabhängige Bewertung und machen damit Kasse. Unter Einsatz ihres Lebens sind die taz–Autoren in die Unterwelt eingestiegen und haben fenomenale Informationen ausgegraben. Dass dabei Begrifflichkeiten durcheinander geraten — who cares? Es sind Nichtigkeiten in einem ansonsten akribischen und unfassbaren Artikel. Bewertungen auf einem Bewertungsporal? Threads und Posts auf Foren? Kommentare wo auch immer? Egal, die skandalöse Nachricht, die die taz ausgraben hat, ist entscheidend. Alles sind Blogs. Überall. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Demnächst heißt es nicht mehr Wir sind Deutschland. Die taz plakatiert demnächst unser Land mit Wir sind Blogs.

Lesen Sie morgen auf F!XMBR: Empörend! taz-Mitarbeiter bezeichnen sich selbst als Journalisten!

Foto: stuartpilbrow unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend

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Patent zur Werbenötigung

Es gab da ja schon desöfteren mal diverse Versuche Werbung im Fernsehen automatisiert zu überspringen, auch heute existiert da Software die sich dabei mehr oder weniger gelungen digital betätigt. Manuell ist das alles nichts neues, beim Videorekorder spulte man vor, beim TV zappt man umher und beim DVD-Player springt man zum nächsten Kapitel. Mittels DRM nun will Microsoft das zumindest beim heruntergeladenen Video umgehen, Microsoft is attempting to secure a patent for technology that would prevent users from skipping ads in downloaded videos, according to a new filing with the US Patent Office.. Bedenkt man dabei noch das Werbung ohnehin von allen finanziert wird, der Traum vom kostenlosen, werbefinanzierten Angebot also auch nur Traum ist, dann kann man nur gepflegt den Kopf schütteln. Was wird die Zukunft noch bereit halten? Eine gesetzliche Verpflichtung gar? omfg

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