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Enttäuschung des Jahres: Google Drive

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Kein Hoax, es schallt gerade durch die sozialen Netzwerke: Google Drive ist da. Seit Monaten wird über eine Dropbox– und Skydrive-Alternative spekuliert, es gab vermeintliche Screenshots, exklusive Berichte — und wie immer haben sich alle mehr oder weniger bestätigt. Google Drive kommt mit 5 GB Speicher daher, mehr Speicher lässt sich gegen Bares zusätzlich buchen. Eine Desktop-App und Android App sind bereits veröffentlicht worden, andere Plattformen sollen folgen. Und nun? Gähnende Langeweile.

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modus vivendi: wtf?

Sie werden also sagen: Wenn der Gerechte so gesinnt ist, wird er gegeißelt, gefoltert, in Ketten gelegt, an beiden Augen geblendet werden, und schließlich wird man nach allen Martern ihn ans Kreuz schlagen, damit er zur Einsicht kommt, dass es nicht das Richtige ist in dieser Welt, gerecht zu sein, sondern es nur zu scheinen.

Platon

Wie viele vielleicht wissen, war ich einige Zeit Mitglied bei den Grünen — aus Überzeugung. Dies mag für einige unverständlich sein, insbesondere für jene, die sich im Netz dem politischen Schlagabtausch hingeben auf Wahlplakat-Niveau, aber so etwas soll es im Alltag geben. Ich sah mich nie als Parteisoldat, sondern eher als kritische Stimme, welche gemeinsame Nenner fand. Dies war auch einst eine Tatsache im Zusammenhang mit den Genossen, was sich über die Jahre als Trugschluss herausstellte. Mit der Zeit verkommt man mehr und mehr zur vox clamantis in deserto, man redet gegen Wände, kämpft politisch gegen Windmühlen, sieht die Gemeinsamkeiten schwinden, fühlt sich um seine Zeit betrogen.

Jene Tatsache unterscheidet mich auch von den Parteisoldaten — Menschen, die sich der Tradition bewußt sind und bis zum bitteren Ende alles mittragen. Gemeinhin nennt man diese Gesellen auch Basis .. Kanonenfutter, Bauernopfer für parteipolitische Allmachtsfantasien. Immer muss diese Basis als Argument für die Verfehlungen der Spitze herhalten. Bei dieser Basis findet man auch die gemeinsamen Nenner, aufgrund dieser Basis tritt man in die Partei ein und letztendlich schaut man im Laufe der Zeit in dieser Basis die Grenzen politischen Wirkens.

Ein Wort zu den Piraten, erwähne ich die Wirkung der Basis komme ich ohne diese nicht wirklich aus. Ich schätze einige Zeitgenossen, die zufälligerweise bei jenen Mitglied sind, ansonsten jedoch ist mir diese Partei gleichgültig. Insofern standen diese für mich nie zur Diskussion, die gemeinsamen Nenner Computer und Netz boten mir dann auf Dauer doch zu wenig Substanz, um eine Basis für politisches Wirken zu entwickeln. Die Basis dient dort je nach Gusto schon in dieser jungen Phase einer Partei als Ausrede für allerlei Fehlungen der Spitze. Die Spitze selbst ist Hort für allerlei Meinungen, insbesondere Auffangbecken für politische Restposten anderer Parteien. Aber genug der Worte, um eine Partei die mir im Prinzip gleichgültig ist. Ich schließe mich da unisono zu 99% Chris Meinung auf dieser Publikation an.

Was mich auch zum eigentlichen Thema bringt. Die Bloggerei und die Kommentare. Vor Jahren wurde mir eine politische Webseite in der Windelphase des Webs vom Uniserver genommen, da diese doch zuviel der linken Politik darstellte und somit wohl nicht dem Leitbild entsprach. Ich fand mich nicht damit ab, sondern nutzte Protokolle wie Gopher und diverse Newsserver, um dieses Netz mit Meinung, insbesondere politischer Färbung, zu belästigen. Rückmeldungen gab es wenige, entweder war man Teil einer fortlaufenden Diskussion oder man bekam vereinzelt Mails. Diese Mails besaßen teils noch mehr Niveau, war doch dieser Mechanismus nicht Hinz und Kunz zugänglich. Dies soll nicht bedeuten, die Masse sei unwürdig, doch der kleine überschaubare Haufen machte es einfacher die Spreu vom Weizen zu trennen.

Heute hingegen verleidet einem diese größtenteils BILD– und RTL-gestählte Masse die zünftige Diskussion. Man steht auf dem Marktplatz, äußert eine Meinung, bekommt auch eben diese oder teils schlicht Gelalle. Gelalle, welches man sonst ausblendet, um sich dem Kern der Sache widmen zu können. Ich habe es aufgegeben ernsthafte Diskussion politischer Natur oder auch teils geisteswissenschaftlicher Natur auf Niveau im Netz führen zu wollen. In kleiner Runde funktioniert dies, da macht es Spaß, da nimmt man gar etwas mit.

Insofern habe ich mich persönlich mehr und mehr davon verabschiedet Kommentare abzugeben bzw. auf Kommentare überhaupt einzugehen. Wohlgemerkt, ich schätze immer noch die politische Diskussion, aber in einem analogen Umfeld oder virtuell im engen Kreis. Verneine ich hier die Kommentare, so gehe ich der Meinung nicht aus dem Weg, nur dem Lärm. Die Meinung selbst kann von anderen auf einer ebensolchen Publikation feil geboten werden. Und dort hört man diese auch, dort greift gar mitunter die Vernunft. Der Kommentar verleitet doch oft auch zu unmotiviertem Gelalle bzw. schlicht die Faulheit, die geschriebenen Worthappen mit Geist zu versehen — 140 Zeichen lassen grüßen.

Politik ist mir ein zu ernstes Thema, als dieses in sinnlosen Flamewars dem Lemming gleich gen Abgrund zu schicken. Chris beispielsweise tickert hier munter Artikel um Artikel auf politischem Niveau, dem Gros schließe ich mich an, doppelt wird es auch nicht besser und wenn mir was nicht schmeckt, dann sage ich es ihm. Ich könnte es auch drunter pinnen, aber als Fressen für die Kommentargeier ist mir meine Meinung dann doch zu schade.

Allmählich muss jedoch den Bogen Spannen, was nun hat mein Rückzug aus Parteien, meine zunehmende Verachtung für diese, mit dem Netz zu tun. Nun viele Dinge spiegeln sich eben hier wieder — auf die Masse bezogen. Kleine Organisationen, nicht dem MachtWahlkampf verpflichtet, machen für mich mehr Sinn, ebenso wie die Schreiberei ohne Kommentarlärm. Ich widme mich meiner Sache und bekomme Rückmeldung mit Niveau, ich spreche mit Gleichgesinnten oder höre auch eine gegenteilige Meinung. Man muss jedoch erst aktiv werden, mir eine Mail senden, mich persönlich vor Ort ansprechen, mit mir an einer Sache arbeiten, man muss Einsatz zeigen und wird somit auch mit einer gegenteiligen Meinung von mir respektiert. Es funktioniert und jeder der halbwegs seine Sinne beisammen hat wird mir zustimmen.

Größtenteils offenbart sich auch hierbei das Dilemma der Piraten, teils kann die Basis vor Ort ganz formidable Aktionen los stossen, im Netz jedoch spricht die Masse mit einer Stimme und die Vernunft des einen oder anderen Mitstreiters fällt dem Beuteschema jener Lärmenden zum Opfer. Diesem Umstand kann ich mich hier entziehen und wer den Gaudi mag, sprich den zünftigen Flamewar, der twittert eben oder beglückt ein social network der Wahl mit seinem Senf.

Das nun war mein Senf, mein Gedanke für eine Öffentlichkeit, nicht für die breite Öffentlichkeit. Wer mag, der versenft anderswo …

 

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Die peinlichste Partei aller Zeiten formerly known as SPD

White Star Line

Es gibt durchaus eine Menge Menschen, die den durch Zufall zum SPD-Vorsitzenden hochgespülten Sigmar Gabriel nicht ernst nehmen. Ich habe den Eindruck gewonnen, als würde Gabriel auch nicht viel dafür tun, als solle sich die Situation ändern. Heute hat er wieder den Beweis angetreten. Rund 1,5 Jahre vor der eigentlichen Bundestagswahl 2013 gratuliert er bereits der Union und Angela Merkel zum Wahlgewinn. Verklausuliert hat er der SZ gesagt: «Für mich ist es ausgeschlossen, dass die Sozialdemokraten auf Bundesebene diesen Weg gehen.». Gemeint hat er eine Koalition mit der Linkspartei, die einzige Machtoption der SPD. Das politische Chaos der letzten Jahre ist in den meisten Fällen der sogenannten Ausschließeritis geschuldet. Ich kann ehrlich gesagt nur noch über die SPD lachen. Die SPD hat aus den letzten 20 Jahren nichts gelernt. Im Gegenteil. Wie ein Junkie erhöht sie ihre Drogen Tag für Tag mehr.

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Wer gegen die Überwachung der Bevölkerung argumentiert, muss die Religion überwinden

Wir kämpfen heute an vielen Fronten gegen die Vorratsdatenspeicherung und gegen die totalitären Überwachungspläne der deutschen und internationalen Politik. Wir kritisieren Facebook und Google+, ernten bei einem Großteil der Bevölkerung aber nur ein Kopfschütteln, wir haben nichts zu verbergen ist ein weit verbreiteter Satz.

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Kommentar zum Rücktritt Christian Lindners

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Foto: F!XMBR

Ich persönlich bedaure den Rücktritt Christian Lindners als Generalsekretär der FDP. Er ist offensichtlich nicht nur sehr intelligent und kommt medial smart und intellektuell rüber, aus persönlicher Erfahrung weiß ich, er ist auch ein feiner und aufgeschlossener Kerl.

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Wir sind einem Betrüger aufgesessen

Diese klaren Worte hätte man sich schon viel früher von der Universität Bayreuth gewünscht. Professor Lepsius ist im Übrigen der Nachfolger von zu Guttenbergs Doktorvater Professor Häberle. Der, so heißt es, sei nicht untergetaucht, sondern befindet sich auf einer länger geplanten Auslandsreise.

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Universität Buyreuth — summa cum laude

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Logo: Universität Bayreuth. Satirische Verfremdung: F!XMBR

Die Universität Bayreuth hat heute, wie erwartet, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktortitel entzogen. Die Universität Bayreuth ist mit der heutigen Entscheidung den Weg des geringsten Widerstandes gegangen: sie hat zu Guttenberg den Doktortitel mit der Begründung entzogen, wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Textstellen ohne hinreichende Kennzeichnung verstoßen nach der Rechtsprechung gegen die Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit, somit ist die Annahme der Arbeit als Dissertation auszuschließen. Eine eingehende Prüfung der Doktorarbeit auf Täuschung fand nicht statt. In der Pressekonferenz hat Prof. Rüdiger Bormann auf die hohen wissenschaftlichen Standards der Universität Bayreuth hingewiesen. Ein Hohn sondergleichen, wenn man sich vor einer wissenschaftlichen Entscheidung drückt und im Grunde nur die politische Entscheidung zu Guttenbergs bestätigt. Damit hat die Universität Bayreuth den gleichen Weg beschritten, wie die CDU/CSU-Fraktion und die Verteidiger zu Guttenbergs. Ein fataler Irrweg.

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Ihr habt vielen Menschen in diesem Land die Hoffnung genommen

Facta, non verba

Ich kenne seit meiner Jugend recht viele Genossen und schätze diese sehr. Demokratisch gesinnte, äußerst soziale Menschen, die ihr Bestes geben und die Basis zur SPD bilden — ich denke, bei vielen von euch wird es ähnlich sein. Während man oft von kopflosem Handeln spricht, scheint es bei euch der Kopf der Partei zu sein, der sich zunehmend verselbstständigt.

Der Vorwärts hat einen Kommentar von Oliver zur SPD als Blog– und Diskussionsbeitrag übernommen. Mir sei der Hinweis auf meinen zeitlosen Artikel, ebenfalls auf vorwaerts.de erschienen, gestattet. Seitdem ist eigentlich gar nichts bei der SPD passiert, außer dass sich der Hartz-IV-General Olaf Scholz schon wieder der Industrie in Hamburg anbiedert. Wollen wir hoffen, dass sein Spiel nicht aufgeht. Zwischen zwei Umfragen, der ersten nach dem Bruch der schwarz-grünen Koalition und der neuesten Umfrage, hat er mit seiner unerträglichen Arroganz immerhin schon 7% eingebüßt. Es darf ruhig mehr sein, liebe Hamburgerinnen und Hamburger. Mit Olaf Scholz kommen wir vom Regen in die Traufe…

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Das Versagen des Journalismus

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Foto: F!XMBR

Es besteht die Gefahr, dass unsere Demokratie zur Folklore verkommt. Zu diesem Schluss kommt Harald Schumann in der Zeit. Sein Artikel «Die Einflüsterer der Republik» zeigt, wie sehr sich unsere Republik von einer Demokratie entfernt, wie unser Parlament Lobbyisten aus der Wirtschaft nur noch als Erfüllungsgehilfe dient. Und doch zeigt der Artikel nur die halbe Wahrheit. Die Frage nach dem heutigen Journalismus wird nicht gestellt. Journalisten werden nach Artikel 5 unseres Grundgesetzes besonders geschützt, ihnen kommt in einer Demokratie eine besondere Funktion, die der Kontrolle der Mächtigen, zu. Versagt unsere Demokratie also gerade in ihrem Innersten, so ist es eine direkte Folge des Versagens des Journalismus. Wird unser Parlament von mächtigen Einflüsterern gesteuert, so ist der Journalismus der verlängerte Arm des Marketings und für die PR zuständig.

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Die Piratenpartei liegt am Boden

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Auf am Boden Liegende soll man nicht auch noch eintreten. Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum die Piratenpartei an diesem Wochenende medial kaum stattfindet. In den letzten Monaten sind viele Dinge eingetreten, die nicht nur vom Autor dieser Zeilen befürchtet und kritisiert wurden. In den Medien finden sie bis auf wenige Ausnahmen gar nicht mehr statt, der Vorsitzende glänzt bei wichtigen Terminen mit Abwesenheit und es scheint, als wäre Jens Seipenbusch mit der Partei unzufriedener als die Partei mit ihrem Vorsitzenden. Diesen Umstand könnte man durchaus als ironisch bezeichnen. Der große Hype ist vorbei, Wahlergebnisse von 2,0% erscheinen fernab jeglicher Realität — es geht eher in Richtung 1,0% als in Richtung der propagierten 5%. Die Piraten liegen am Boden — und es schaut nicht danach aus, als würde man wieder aufstehen können.

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Die FAZ und der lästige Sozial– und Rechtsstaat

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Foto: F!XMBR

Die Kolumnen, oder auch Kommentare genannt, aus der der FAZ-Redaktion gehören zu den fragwürdigsten Texten, die man in den etablierten Medien finden kann – mal abgesehen von den Rechtsaußen-Postillen. Eine Heike Göbel beispielsweise veröffentlicht fast im Wochentakt ihre Elaborate über den deutschen Sozialstaat – so ist Hartz IV für Heike Göbel nur ein politischer Kampfbegriff, die soziale Schieflage in unserem Land ein Dauervorwurf der Opposition, der sich nicht begründen lässt und die Forderung nach 6% mehr Lohn durch die IG Metall fahrlässiger Übermut. In den Texten Göbels manifestiert sich ganz offen die Abscheu des elitären Bürgertums gegenüber den Schwachen unserer Gesellschaft. Heute hat ihr Kollege Daniel Deckers einen Kommentar veröffentlicht, der die Überschrift Das Kindeswohl am Herzen trägt.

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