Bild: taz.de (Klinsmann gefindet sich wegen dieser Karikatur im Rechtsstreit mit der taz)
Ich habe Jürgen Klinsmann noch nie leiden können. Ich halte ihn für einen egoistischen Einzelspieler, dem einzig daran gelegen ist, sein Geldschatulle zu füllen und in der Öffentlichkeit gut dazustehen. Im so angepriesenen System Klinsmann kommt es ausschließlich darauf an, Jürgen Klinsmann als den Heilsbringer aller Probleme zu feiern. Als Bayern-Fan musste ich in den letzten Monaten ganz besonders leiden — man hat von Anfang an die Tage gezählt, bis dieser Mann wieder verschwindet. Dass dies passiert, war zu erwarten. Unfähigkeit hat noch nie mit dem FC Bayern zusammengepasst. Und spätestens seit der Europameisterschaft im letzten Jahr wusste man, dass Jogi Löw die treibende Kraft bei der Weltmeisterschaft 2006 war. Das Sommermärchen war also in erster Linie ein Erfolg Löws. Jürgen Klinsmann hat nun Stern TV ein Interview gegeben. Es ist das Zeugnis eines Abgehobenen.

Da war er wieder, der Titan. Kurzzeitig hatte Oliver Kahn heute Josef Fritz von Seite 1 der Online-Medien verdrängt. Die BILD richtete einen Live-Ticker ein und alle anderen folgten: Deutschlands Welttorhüter war zurück. Was war passiert? Oliver Kahn hat sich in Rheda-Wiedenbrück mit Schalkes Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies getroffen. Er soll Nachfolger vom entlassenen Schalke-Manager Andreas Müller werden. Mehrere Stunden wurde verhandelt, bis Claus Tönnies vor die Kameras trat: Kahn ist ein geiler Typ und wir sind total d’accord. Wir haben ein Konzept besprochen und das passt alles gut. Es gab in der Vergangenheit schon weitaus zurückhaltende Äußerungen, die dann zu einem unterschriebenen Vertrag geführt haben. Der Titan also zukünftig Manager auf Schalke? Mitnichten. Sein Auftritt heute war nichts weiter als die öffentliche Bewerbung auf den Manager-Posten beim FC Bayern München.



