Schlagwort ‘Journalismus‘

SZ & FAZ: Ein Großangriff auf die Pressefreiheit

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Foto: F!XMBR

Wer sich heutzutage im Internet bewegt, gar eine eigene Homepage ins Netz stellt, riskiert seine Existenz, wenn er nicht gerade ein gut gefülltes Konto sein eigen nennt. Blogger sind Abmahnungen schon fast gewohnt, immer wieder wird über juristisch Auseinandersetzungen berichtet. Das Geschäft von Abmahnanwälten blüht — Unternehmen machen Jagd auf alles, was nicht ihrem veralteten Weltbild entspricht und einen schnellen Euro verspricht. Blogger sind oftmals ein beliebtes Ziel, haben diese doch keine gut gefüllte Kriegskasse um sich zu wehren. In der Regel trifft man sich vor der Pressekammer Hamburg, wo Richter Buske Stück für Stück unsere Presse– und Meinungsfreiheit begräbt. Nachdem die Süddeutsche und die FAZ seit 2006 gegen den Perlentaucher vorgehen, war nun das junge Startup Commentarist an der Reihe. Commentarist hat sich zur Aufgabe gemacht, ausschließlich Kommentare und Meinungen der etablierten Medien in der Form von Google News zu aggregieren. Dabei wurde selbstverständlich der entsprechende Text verlinkt, die Überschrift übernommen und ein kleines Snippet gezeigt. Das war für die Süddeutsche und die FAZ zu viel — seit dem 04.02.2011 ist Commentarist offline.

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Herr Maschmeyer bestellt Frau Streisand

Aus der ARD-Programmankündigung:

ARD-exclusiv: Der Drückerkönig und die Politik

Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer

Er kennt sie alle — die Großen und Mächtigen in diesem Land. Bundespräsident Christian Wulff macht Urlaub in seiner Villa auf Mallorca, Altbundeskanzler Gerhard Schröder nennt ihn einen «Freund» und Familienministerin Köhler lässt sich von seinem Unternehmen beraten.

Dass ausgerechnet der Gründer des umstrittenen Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, ein enger Freund der Spitzen unserer Gesellschaft ist, macht seine Opfer fassungslos. Der AWD hatte vielen Kleinanlegern, die ihren Lebensabend finanziell absichern wollten, sogenannte Schrottimmobilien und Geschlossene Fonds verkauft, die längst nicht das brachten, was versprochen worden war. So klagen ungezählte Anleger über den Verlust ihrer gesamten Ersparnisse. […]

Die ARD hat nun einige anwaltliche Schreiben ins Haus bekommen:

SpOn: Maschmeyer-Anwalt bedrängt TV-Intendanten
SZ: Die Papierflut-Taktik
FR: Viele Fragen, keine Antwort
NDR: Der Drückerkönig und die Politik

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Paid Content funktioniert

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Foto: F!XMBR

Kai Diekmann hat einmal das «kostenlose Internet» einen «verfluchten Geburtsfehler» genannt. Unzählige Beispiele zeigen mittlerweile, dass diese Aussage und der Kampf der Verleger falsch ist und sie sich auf einem Irrweg befinden. Paid Content funktioniert, allerdings nicht so, wie es sich Verleger und Contentindustrie vorstellen und «uns» aufzwingen wollen. Das Internet revolutioniert die Kommunikation und unsere Demokratie. Noch nie war es einfacher, an Informationen zu kommen und selbst Informationen zu senden. Im neuen Informationszeitalter ist jeder Teilnehmer des Internets nicht nur schlichter Empfänger, sondern auch Sender. Allein dies zu akzeptieren, wird bei Verlagen und Contentindustrie sicherlich noch einige Zeit dauern — es steht zu befürchten, dass sie dies nie verstehen werden und weiter Druck auf die Politik ausüben, damit diese die Kontrolle über das Internet endlich herstellt. Dass dieser Kampf nicht zu gewinnen ist, werden sie irgendwann lernen müssen — bis dahin werden noch viele Zeitungen und Zeitschriften mit der Ausrede «das Internet sei schuld» eingestellt werden. Doch ist es nicht die Schuld des Internets, das Internet bevölkert nicht in erster Linie Raubkopierer, sondern Menschen, also potentielle Kunden. Wenn es Verleger und Contentindustrie nicht endlich schaffen, die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen, werden sie weiter einen langsamen und qualvollen Tod sterben.

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Das Versagen des Journalismus

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Foto: F!XMBR

Es besteht die Gefahr, dass unsere Demokratie zur Folklore verkommt. Zu diesem Schluss kommt Harald Schumann in der Zeit. Sein Artikel «Die Einflüsterer der Republik» zeigt, wie sehr sich unsere Republik von einer Demokratie entfernt, wie unser Parlament Lobbyisten aus der Wirtschaft nur noch als Erfüllungsgehilfe dient. Und doch zeigt der Artikel nur die halbe Wahrheit. Die Frage nach dem heutigen Journalismus wird nicht gestellt. Journalisten werden nach Artikel 5 unseres Grundgesetzes besonders geschützt, ihnen kommt in einer Demokratie eine besondere Funktion, die der Kontrolle der Mächtigen, zu. Versagt unsere Demokratie also gerade in ihrem Innersten, so ist es eine direkte Folge des Versagens des Journalismus. Wird unser Parlament von mächtigen Einflüsterern gesteuert, so ist der Journalismus der verlängerte Arm des Marketings und für die PR zuständig.

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Wir befinden uns im Krieg

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Foto: F!XMBR

Befinden wir uns um Krieg? Das mag auf den ersten Blick weit hergeholt sein — und doch kämpfen weltweit die Menschen gegeneinander, virtuell wie real. Auf der einen Seite Politik und Medien, die den alten Status Quo bewahren möchten, auf der anderen Seite diejenigen, die das Informationszeitalter mit seinen positiven und auch negativen Begleiterscheinungen akzeptiert haben. Wikileaks ist derzeit in aller Munde — nach der Veröffentlichung der Diplomaten-Depeschen fordern in den USA namhafte Politiker die Tötung von Julian Assange. Und ja, wir sprechen von den USA, das große demokratische Vorbild der westlichen und freien Welt. Wikileaks ist dabei nur die Spitze des Eisberges. In Europa stehen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung auf dem Plan, im Iran schaffen es Oppositionelle immer wieder, Informationen via Internet außer Landes zu bringen. Weltweit kämpfen Regierungen verbissen gegen das Internet, sei es in Deutschland, dem Iran, den USA oder in Nordkorea. In diktatorischen Staaten und den USA müssen Aktivisten wie Julian Assange damit rechnen, getötet zu werden — soweit ist es in Deutschland noch nicht, jedoch ist der Jugendmedienschutzvertrag der erste Schritt, um unliebsame Aktivisten der Existenz zu berauben. Anwälte und Gerichte werden es möglich machen.

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Das Versagen des ehemaligen Nachrichtenmagazins

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Bild: F!XMBR

Auf vielen deutschen Blogs wird der SPIEGEL nur noch als ehemaliges Nachrichtenmagazin bezeichnet. Die Credits dafür gehen meist an Fefe — auch wenn die Bezeichnung schon ein paar Jahre länger im Netz kursiert. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich schon als kleiner Steppke immer den SPIEGEL gelesen habe. Ich komme aus einem Elternhaus, in dem eher SPD als CDU gewählt wurde. Ich würde mich selbst als sozialdemokratisch bezeichnen, auch wenn ich seit Jahren nicht mehr SPD gewählt habe. «Der SPIEGEL ist links», so habe ich es von Kindesbeinen an gelernt — er war das intellektuelle Gegenstück zu Springer und Konsorten. In den letzten Jahren jedoch ist der SPIEGEL zu einem lächerlichen Mainstream-Medium verkommen, man redet den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft nach dem Mund. Die Agenda 2010 hätte es ohne die propagandistische Begleitung des SPIEGEL nie gegeben. Unter Stefan Aust und auch dessen Nachfolger, Mathias Müller von Blumencron, abgezogen vom boulevardesken SPIEGEL Online, der nun gemeinsam mit Georg Mascolo das Blatt führt, hat sich der SPIEGEL zur rechten Speerspitze deutsche Politik gewandelt. Früher haben die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft am Sonntag gezittert, wenn der neue SPIEGEL anstand. Heute können sie sicher sein, dass ihre PR-Texte pseudo-journalistisch verpackt unter das Volk gebracht werden.

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Der Kriegsminister

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Agenda 2013

Nach Host Köhler hat nun auch Karl-Theodor von und zu Guttenberg zugegeben, dass Kriege aus wirtschaftlichen Gründe geführt werden. Das ist zwar keine Neuigkeit, aber es wird interessant sein, zu beobachten, wie die Medien die Politkasper aus Bayern wieder einmal ob seiner Ehrlichkeit hochjubeln werden, während sie Horst Köhler sturmreif geschossen haben, was schließlich zu dessen Rücktritt geführt hat. Kriege um die eigenen Wirtschaftsinteressen durchzusetzen ist nicht nur ein politisches Thema, sondern auch ein mediales. Quo vaditis, liebe Medien?

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BILD serviert Knoxville die schärfste Currywurst der Welt

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Screenshot: bild.de

Ein kleiner Gag für Zwischendurch: Johnny Knoxville bewirbt derzeit Jackass 3D und war Anfang der Woche zu Gast in Berlin. Selbstverständlich war auch die BILD anwesend und servierte Knoxville die schärfste Currywurst der Welt: die mexikanische Sauce «The Source» soll 3000 mal schärfer als Tobasco sein. Knoxville ließ sich nicht lange bitten und biss todesmutig zu. Die Gesichtszüge entgleiten, die Lippen gehen auf wie die von Angelina Jolie, mit Milch und Olivenöl wird nachgespült, dann ab auf die Toilette, wo Knoxville die Tränen nicht zurückhalten konnte. So weiß die BILD zu berichten.

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#MoralKen

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Wie immer vom großartigen Bulo:)

Ich muss zu dem Herrn Niggemeier nicht mehr viel schreiben. Schon vor Jahren schrieb ich: «Wer sich täglich mit dem Boulevardjournalismus auseinandersetzt, wird irgendwann Teil dessen. Bei Stefan Niggemeier ist dieser Prozess abgeschlossen.» Sein Verhalten gegenüber Konstantin Neven DuMont ist auf erschreckende Art und Weise eine Blaupause des Teams von Tatort Internet rund um #MoralBarbie Stephanie zu Guttenberg. Ein interessanter Nebenaspekt an der Geschichte ist das Schweigen so mancher selbst ernannter netzpolitischen Datenschützer. So ist das halt, wenn es um die eigenen Geschäftspartner geht. Oder man schreibt wieder euphorische Artikel über Google Street View…

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Tatort Internet und die Folgen

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Foto: F!XMBR

Folgende Mail habe ich gerade gerade anonym aus unserem Toten Briefkasten gefischt, ich kann sie deshalb nicht verifizieren, würde ihr aber doch Authentizität unterstellen.

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Google Street View — Wenn Realität auf Journalismus trifft

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Foto: F!XMBR

Donnerstag — wenn nicht gerade in einem Land fern der Heimat die Welt untergeht, freut sich der Journalismus in Deutschland über jede neue Schlagzeile. Heute hat Google bekannt gegeben, dass 244.237 Haushalte Einspruch gegen Google Street View eingelegt haben und ihr Haus verpixelt sehen wollen. Die Medien nehmen diesen Ball natürlich dankend auf — vom Spiegel über Springer bis zur FAZ, überall ist zu lesen, dass «nur» 244.237 Widersprüche bei Google eingereicht wurden. Das wären «nur» 3% der Haushalte. Man kann schon eine gewisse Enttäuschung in den Medien herauslesen — und doch sind weitaus mehr Haushalte betroffen, als die kolportierten 244.237 Widersprüche. Wie so oft übernehmen die Medien unwidersprochen, ohne zu hinterfragen die Zahlen und die Argumentation eines Unternehmens. Werfen wir doch einmal einen kleinen Blick auf die Realität.

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