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Hey Paywall,
wir haben lange nicht mehr miteinander gesprochen. Es ist mir auch egal, ob Du für die Verleger erfolgreich bist, oder nicht. Im Moment wird halt ein politischer Kampf gekämpft, und ob sich Schwarz-Gelb nun kaufen und unter Druck setzen lässt, oder auch nicht — who cares. Du und Deine Verleger, Ihr habt schon verloren. Ihr führt einen Rückzugs– und Rechtfertigungskampf. Dass Ihr dabei jegliche Moral verloren habt, ist Euer Problem, nicht meines. Politische Mehrheiten ändern sich — und solltet Ihr es tatsächlich schaffen, unsere Demokratie und Meinungsfreiheit ein stückweit abzubauen, hoffe ich stark, dass dies dann korrigiert wird. Ich bin halt ein unerschütterlicher Optimist. Weißt Du, liebe Paywall, seitdem Du beim Abendblatt, der Berliner Morgenpost, der Financial Times oder der New York Times eingezogen bist, habe ich Dich und Deine Auftraggeber nicht mehr verlinkt. Warum sollte ich auch? Du möchtest mich nicht als Leser und meine Empfehlung? Ich kann das akzeptieren. Natürlich kommen gerade im Web 2.0 durchaus Links zu Dir an, sei es über Twitter, Facebook oder wie die Dienste alle heißen. Und soll ich Dir Etwas verraten? Ich stehe dann nicht vor einer Schranke. Wie ich das anstelle? Nun, im Gegensatz zu Dir kenne ich das Netz, seine Möglichkeiten und großen Chancen. Auch wenn mir viele Dinge nicht gefallen, so besteht mein Internet hauptsächlich aus positiven Dingen. Jeder Nutzer ist selbst dafür verantwortlich, was auf seinem Bildschirm erscheint — das gilt nicht nur für die Twittertimeline, sondern für alle Inhalte. Du, liebe Paywall, erscheinst garantiert nicht auf meinem Bildschirm.
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SZ & FAZ: Ein Großangriff auf die Pressefreiheit
Christian SickendieckFolgen8. Februar 201121 Kommentare
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Wer sich heutzutage im Internet bewegt, gar eine eigene Homepage ins Netz stellt, riskiert seine Existenz, wenn er nicht gerade ein gut gefülltes Konto sein eigen nennt. Blogger sind Abmahnungen schon fast gewohnt, immer wieder wird über juristisch Auseinandersetzungen berichtet. Das Geschäft von Abmahnanwälten blüht — Unternehmen machen Jagd auf alles, was nicht ihrem veralteten Weltbild entspricht und einen schnellen Euro verspricht. Blogger sind oftmals ein beliebtes Ziel, haben diese doch keine gut gefüllte Kriegskasse um sich zu wehren. In der Regel trifft man sich vor der Pressekammer Hamburg, wo Richter Buske Stück für Stück unsere Presse– und Meinungsfreiheit begräbt. Nachdem die Süddeutsche und die FAZ seit 2006 gegen den Perlentaucher vorgehen, war nun das junge Startup Commentarist an der Reihe. Commentarist hat sich zur Aufgabe gemacht, ausschließlich Kommentare und Meinungen der etablierten Medien in der Form von Google News zu aggregieren. Dabei wurde selbstverständlich der entsprechende Text verlinkt, die Überschrift übernommen und ein kleines Snippet gezeigt. Das war für die Süddeutsche und die FAZ zu viel — seit dem 04.02.2011 ist Commentarist offline.
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