Schlagwort ‘Internet‘

bored with the internet

via xkcd

… so true 😀

, , , ,

27C3: Digitale Spaltung per Gesetz

Hartz IV-Empfangende brauchen keine internetfähigen Computer, weil sie Fernseher haben. Die Grundversorgung mit Informationen werde laut Landessozialgericht NRW durch Fernsehen und Rundfunk sichergestellt. Dementsprechend gilt auch nur ein Fernseher nicht jedoch ein internetfähiger PC als unpfändbar. In den ALG II-Regelleistungen sind Anschaffungskosten für einen PC nicht vorgesehen, lediglich 5,80 Euro im Monat für Internetdienste und Datenverarbeitung. Dass es in Hamburg mittlerweile eine „Computer-Tafel“ gibt, zeigt die Unwirklichkeit eines Beschlusses des Landessozialgerichts Bayern, laut dem Hartz IV-Empfangende die Kosten für einen PC ansparen könnten. In dieser Situation der digitalen Spaltung erforschen wir als Sozialwissenschaftlerinnen an der TU Hamburg-Harburg die Internetnutzung von Erwerbslosen und stellen erste Ergebnisse vor.

Ein Vortrag von Betje Schwarz, Doris Gerbig und Kathrin Englert auf dem 27C3.

, , , , , , , , , , , , , , , , ,

Die verschmähte Liebe des Jörg Tauss

piraten_yeaahh_620

Jörg Tauss, in den letzten zwei Jahren im politischen Berlin mehr oder weniger zum politischen Hofnarr avanciert, kritisiert in seinem aktuellen Blogartikel den Chaos Computer Club. War Jörg Tauss vor Jahren noch der einzig glaubwürdige Netzpolitiker, ist er heute zur tragischen Figur verkommen. Seine befremdlichen Recherchen im Kinderporno-Milieu sollen hier aber nicht das Thema sein. Es ist bekannt, dass Tauss mittlerweile im Heise-Forum-2.0 angekommen ist, sprich der Piratenpartei. Auch wenn er sich offiziell nach seiner Verurteilung zurückgezogen hat, so gehört er doch zu dem politischen Arm Deutschlands, der von sich behauptet, das Internet erfunden zu haben und alle netzpolitischen Forderungen, die derzeit durch die Parteien geistern, aufs politische Tableau gehoben zu haben. Tauss kritisiert in seinem Artikel die Politisierung des CCC, dessen politische Zusammenarbeit mit allen Parteien, insbesondere die Gespräche mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Die sicherlich an der einen oder anderen Stelle berechtigte Kritik wird aber ad absurdum geführt, wenn er rhetorisch fragt, ob der «CCC Verbündete oder gar einen politischen Arm, wie beispielsweise die Piratenpartei» braucht. Die Piratenpartei als politischer Arm des CCC? Das wäre ungefähr das gleiche, als wäre Paris Hilton der verlängerte Arm von Stephen Hawking.

Weiterlesen: »Die verschmähte Liebe des Jörg Tauss«

, , , , , , , , ,

die guten Vorsätze …


Bild: Caspar David Friedrich, «Der Wanderer über dem Nebelmeer», gemeinfrei

Gute Vorsätze gibt es viele, die einen möchten abnehmen, andere möchten mit dem Rauchen aufhören, wahrscheinlich existieren gar Zahlen, die eine Häufigkeit bestimmter Vorsätze belegen. Wie dem auch sei, die Mehrheit weiß sehr wohl, daß es um die Nachhaltigkeit jener zu Neujahr gefaßten Vorgaben eher schlecht bestellt ist im neuen Jahr. Drum verzichte ich auch liebend gerne auf derlei Nonsense und verfolge eine gänzlich andere Maxime, die weitaus häufiger mit Erfolg gekrönt ist.

Facta, non verba. Traditionen sind gut, solange diese nicht nur den Schatten einer Erinnerung pflegen, sondern auch zu neuem Tatendrang gereichen. Diese Tradition zu Neujahr ist solch eine liebgewonnene Erinnerung, ohne merklichen Mehrwert.

Dennoch, einen «Vorsatz» faßte ich, wenn auch nicht zu Neujahr, sondern spontan im Sommer dieses Jahres: weniger Internet, mehr andere Aktivitäten. Ich trenne nicht Reallife und Virtuallife, daß Internet ist schlicht eine Aktivität im Reallife, welche ich mehr und mehr zu Gunsten anderer Aktivitäten einzuschränken gedenke. Dies funktioniert nicht über Nacht, aber bis dato habe ich schon gute Fortschritte gemacht. Der Grund war auch eher, daß die Tat dem Vorsatz vorausschritt und das Vorhaben somit Momentum erlangte. Dies bedeutet jedoch keineswegs, daß ich eine Abstinenz pflegen werden, sondern mehr Ruhe einkehren lasse. Ich überlasse vermehrt die Banalitäten anderen, blogge weniger und schränke auch vermehrt die Vernetzungen des Web 2.0-Alltags ein. Auf der anderen Seite bin ich bei Open Source wieder aktiver, fotografiere mehr und frische teils maßvoll verloren geglaubte Web 1.0-Aktivitäten wieder auf.

Es ist interessant mit anzuschauen, wenn man abseits der Oberfläche wieder deutlich Tiefe erblickt, echte Informationen, Wissen, in aller Ausführlichkeit formulierte Gedanken. Slow Media kommt mir da in den Sinn, kein Vorsatz, aber etwas, daß man einfach tun sollte. Heute, nicht morgen!

Ich werde weniger bloggen und dennoch mehr schreiben. Videos oder Lesetipps sehe ich nur als Schmankerl für zwischendurch, kaum als tatsächlichen Beitrag. Die Beiträge, welche zu einem kurzatmigen Echauffieren gereichen, sind längst Vergangenheit, dafür genügt heute das Setzen eines Links, jene nachhaltiger Natur sind rar gesät, da man sich tiefschürfende Gedanken etc. nicht einfach mal so an einem Nachmittag aus dem Ärmel schüttelt. Teils paraphrasierte und zur Noblesse erhobene Worte, mögen zwar dem einen oder anderen «Unbedarften» den Schein von Tiefe vermitteln, wie sooft in der Blogosphäre, aber dies ist nicht meine Art.

Wir lesen uns, dies mit Sicherheit — weniger im Web 2.0, aber gewiß irgendwo abseits davon. Guten Rutsch :-)

, , , , , , , , , ,

Paid Content funktioniert

area_51_620
Foto: F!XMBR

Kai Diekmann hat einmal das «kostenlose Internet» einen «verfluchten Geburtsfehler» genannt. Unzählige Beispiele zeigen mittlerweile, dass diese Aussage und der Kampf der Verleger falsch ist und sie sich auf einem Irrweg befinden. Paid Content funktioniert, allerdings nicht so, wie es sich Verleger und Contentindustrie vorstellen und «uns» aufzwingen wollen. Das Internet revolutioniert die Kommunikation und unsere Demokratie. Noch nie war es einfacher, an Informationen zu kommen und selbst Informationen zu senden. Im neuen Informationszeitalter ist jeder Teilnehmer des Internets nicht nur schlichter Empfänger, sondern auch Sender. Allein dies zu akzeptieren, wird bei Verlagen und Contentindustrie sicherlich noch einige Zeit dauern — es steht zu befürchten, dass sie dies nie verstehen werden und weiter Druck auf die Politik ausüben, damit diese die Kontrolle über das Internet endlich herstellt. Dass dieser Kampf nicht zu gewinnen ist, werden sie irgendwann lernen müssen — bis dahin werden noch viele Zeitungen und Zeitschriften mit der Ausrede «das Internet sei schuld» eingestellt werden. Doch ist es nicht die Schuld des Internets, das Internet bevölkert nicht in erster Linie Raubkopierer, sondern Menschen, also potentielle Kunden. Wenn es Verleger und Contentindustrie nicht endlich schaffen, die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen, werden sie weiter einen langsamen und qualvollen Tod sterben.

Weiterlesen: »Paid Content funktioniert«

, , , , , , , , , , ,

Das Versagen des Journalismus

area_51_620
Foto: F!XMBR

Es besteht die Gefahr, dass unsere Demokratie zur Folklore verkommt. Zu diesem Schluss kommt Harald Schumann in der Zeit. Sein Artikel «Die Einflüsterer der Republik» zeigt, wie sehr sich unsere Republik von einer Demokratie entfernt, wie unser Parlament Lobbyisten aus der Wirtschaft nur noch als Erfüllungsgehilfe dient. Und doch zeigt der Artikel nur die halbe Wahrheit. Die Frage nach dem heutigen Journalismus wird nicht gestellt. Journalisten werden nach Artikel 5 unseres Grundgesetzes besonders geschützt, ihnen kommt in einer Demokratie eine besondere Funktion, die der Kontrolle der Mächtigen, zu. Versagt unsere Demokratie also gerade in ihrem Innersten, so ist es eine direkte Folge des Versagens des Journalismus. Wird unser Parlament von mächtigen Einflüsterern gesteuert, so ist der Journalismus der verlängerte Arm des Marketings und für die PR zuständig.

Weiterlesen: »Das Versagen des Journalismus«

, , , , , , , , , ,

Wir befinden uns im Krieg

area_51_620
Foto: F!XMBR

Befinden wir uns um Krieg? Das mag auf den ersten Blick weit hergeholt sein — und doch kämpfen weltweit die Menschen gegeneinander, virtuell wie real. Auf der einen Seite Politik und Medien, die den alten Status Quo bewahren möchten, auf der anderen Seite diejenigen, die das Informationszeitalter mit seinen positiven und auch negativen Begleiterscheinungen akzeptiert haben. Wikileaks ist derzeit in aller Munde — nach der Veröffentlichung der Diplomaten-Depeschen fordern in den USA namhafte Politiker die Tötung von Julian Assange. Und ja, wir sprechen von den USA, das große demokratische Vorbild der westlichen und freien Welt. Wikileaks ist dabei nur die Spitze des Eisberges. In Europa stehen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung auf dem Plan, im Iran schaffen es Oppositionelle immer wieder, Informationen via Internet außer Landes zu bringen. Weltweit kämpfen Regierungen verbissen gegen das Internet, sei es in Deutschland, dem Iran, den USA oder in Nordkorea. In diktatorischen Staaten und den USA müssen Aktivisten wie Julian Assange damit rechnen, getötet zu werden — soweit ist es in Deutschland noch nicht, jedoch ist der Jugendmedienschutzvertrag der erste Schritt, um unliebsame Aktivisten der Existenz zu berauben. Anwälte und Gerichte werden es möglich machen.

Weiterlesen: »Wir befinden uns im Krieg«

, , , , , , , , , , ,

we don’t need the Internet

via Geek and Poke

😀

, , ,

Thou Shalt Not Steal

Mimi and Eunice

😀

, , , , , , ,

Kinderpornografie politisch gewollt?

tinypolitics_gvu

Ich gebe zu, die Überschrift ist provokativ gewählt. Doch in der Diskussion um die so genannten Netzsperren wurde von den Befürwortern, der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen, anderen Unionspolitikern und diversen Behörden wie dem LKA, immer wieder behauptet, man könne nicht gegen Kinderpornografie auf der gesamten Welt vorgehen, ich erinnere mich zum Beispiel an die Indien-Lüge von der Leyens. Eine Studie der Universität Cambridge hat gezeigt (PDF), dass es möglich ist, so genannte Phishing innerhalb vier bis acht Stunden weltweit zu löschen. Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur hat mit einem Test bewiesen, dass dies auch von Deutschland aus möglich ist. Seit gestern macht die GVU von sich reden, die das Video «Du bist Terrorist» von Alexander Lehmann und vier Folgen des Elektrischen Reporters auf Vimeo hat löschen lassen. Interessant ist dabei nicht dieser «Kollateralschaden», sondern die heutige Presseerklärung der GVU.

Weiterlesen: »Kinderpornografie politisch gewollt?«

, , , , , , , , , , , , ,

shiver me timbers: 10 «Thesen» zur Netzpolitik

Ich habe es mir abgewöhnt die «Piraten» Piraten zu nennen, da ich letztere spätestens seit Stevensons «Schatzinsel» recht cool finde und diese Fazination mit jenen fleischgewordnenen Jecken nicht viel gemein hat. Drum nutze ich für jene vornehmlich die Bezeichnung Likedeeler, von Kontext und Habitus her ohnehin die adäquatere Bezeichnung meiner Meinung nach.

Ich will hier auch gar nicht tief auf die Strukturen oder das Anliegen jener Leute eingehen, das Netz genießt dort Priorität, Dinge der «realen Welt» werden mehr oder weniger ignoriert oder beiläufig eingeflochten. Ein Funken Wahrheit ist immer auffindbar, so auch bei jener «These»: «Gesetze der realen Welt dürften nicht einfach auf das Netz angewendet werden.» Logisch ist dies wohl, ein wenig Finetuning tut immer Not, aber allgemein paßt es.

Weitaus problematischer ist es, dem Netz eine Sonderrolle zuzuschreiben, in welcher Ausnahmen zu gelten haben, da alles irgendwie anders sei. So jedenfalls argumentiert der Staat, das BKA, der BDK und diverse andere, die in diesem Netz die Büchse der Pandora schauen. Nun diese Likedeeler forcieren diese Art von Sonderrolle für das Netz schon seit Anbeginn ihrer Existenz, nun zementierte man dieses Anliegen anhand von 10 «Thesen».

Weiterlesen: »shiver me timbers: 10 «Thesen» zur Netzpolitik«

, , , , , , , , , , , , ,

RSS-Feed abonnieren