Wer wissen will, warum wir hier auf F!XMBR sensibel mit dem Thema Rassismus umgehen, sollte sich den neuen Film von Günter Wallraff, Schwarz auf Weiß, anschauen. Wallraff war mal wieder unterwegs, diesmal als Schwarzer in Deutschland – in der Fußgängerpassage, beim Fußball, auf dem Amt.
Und wieder einmal muss ich ein Loblied auf Günter Wallraff schreiben. Ich hatte bereits auf den Podcast SR 2 – Fragen an den Autor, Günter Wallraff – 13 unerwünschte Reportagen vom 01.02.1970 hingewiesen, der auch heute noch zeitlos aktuell ist. Heute hat das Team vom SR 2 rund um Dr. Jürgen Albers einen weiteren Klassiker online gestellt: Günter Wallraff – Der Mann, der bei BILD Hans Esser war vom 04.02.1977 (Mp3, 25,5 MB). Wie arbeitet die BILD-Zeitung? Darf ein Journalist sich einschleichen? Wie politisch ist diese Arbeit? Passen sich Schreiber an ihr Medium an? Diese Fragen wurden bereits 1977 gestellt. Günter Wallraff hat sie schon damals auf seine unnachahmliche, eindringliche Art und Weise beantwortet. Als Duellant und Moderator steht ihm wieder Heinrich Kalbfuß gegenüber. Die gesamten Podcasts vom SR 2, Fragen an den Autor Klassiker, sind Zeitgeschichte. Dafür liebe ich das Internet.
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Zumindest für sein neueste Recherche. Wallraff hat sie schon alle angeklagt, diesmal klagt er unsere Gesellschaft an. Marco, der Schweigsame, das erfahre ich zwei Wochen später, ist nach weiteren Kältenächten eines Morgens plötzlich tot zusammengebrochen. Ich habbereitsmehrfacherwähnt, dass ich Wallraff für einen der besten Journalisten dieses Landes halte. Diesmal hat er sich ins Obdachlosen-Milieu begeben, musste mit Anfeindungen und insbesondere mit der deutschen Bürokratie leben. In der derzeitigen Weltwirtschaftskrise ist davon auszugehen, dass es täglich mehr Menschen werden, die auf der Straße landen. Sie sind nicht mehr Teil unserer Gesellschaft, es sind Ausgestoßene. Und es wird ihnen fast unmöglich gemacht, wieder Teil dieser Gesellschaft zu werden.Viktor hat jetzt einen Platz in diesem Wohnheim. Am Rande der Stadt, weil Hannover wie andere Städte auch darauf bedacht ist, die City frei zu halten von Gestalten wie unsereins. Es ist mal wieder an der Zeit, auf den grandiosen Podcast Fragen an den Autor, Günter Wallraff – 13 unerwünschte Reportagen vom 01.02.1970 hinzuweisen.
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Die SZ nennt ihn Wallraffs Zögling, RP Online gar Wallraffs Enkel. Die Rede ist von Markus Breitscheidel. Auf sein neues Buch, Arm durch Arbeit: Ein Undercover-Bericht, hatte ich über den oben verlinkten SZ-Artikel schon hingewiesen. Doch gab es nicht nur das Buch – die ARD hat letzte Woche einen Bericht über den Undercover-Einsatz von Markus Breitscheidel gebracht. Verantwortlich für die Dokumentation zeichnet sich den F!XMBR-Lesern auch nicht unbekannte Julia Friedrichs. Ein Jahr Leiharbeit auf 40 Minuten gepresst – es ist das pure Grauen, die pure Realität, die den Menschen von der Agenda 2010 gebracht worden ist. Menschen wie Gerhard Schröder, Wolfgang “ich weiß von nichts, da muss man gegen vorgehen” Clement und Frank-Walter Steinmeier, die gesamte Täterpartei der SPD zeichnen sich für diese Situation verantwortlich.1 Der PR-Sprecher von Opel im Übrigen war vorher Fernsehredakteur und Moderator beim Hessischen Rundfunk. Zu seinem Spektrum gehörten Auto und Reisen, Automobilsport und Wetter. Bei dieser Verquickung von Politik, Medien und Wirtschaft ist es ein großes Wunder, dass solche Dokumentationen wie die von Julia Friedrichs und Markus Breitscheidel noch zu sehen sind. Aber – man muss sie mit der Lupe suchen. Die Menschen werden zum großen Teil von Politik, Medien und Wirtschaft hinters Licht geführt, verraten und verkauft. Auf Google Video bin ich gerade zufällig auf die Dokumentation gestoßen. Viel Spaß kann ich bei diesem Grauen nicht wünschen…
Während sich Wolle Schäuble in der taz um Kopf und Kragen redet, hat der großartige Journalist Günter Wallraff der FR ein Interview gegeben. Und wie man ihn kennt, nimmt er kein Blatt vor dem Mund. Die BILD ist publizistische Umweltverschmutzung und noch immer eine Vernichtungsmaschine. Er macht sich über die Blattkritik des Frank-Walter Steinmeier lustig, um dann darauf hinzuweisen, warum es Politiker wie Steinmeier in dem Blatt so einfach haben. Im Wahlkampf ist Bild das Kampfblatt für die jeweils rechtere Position. Steinmeier wird 2009 also die volle Unterstützung haben. Wir können uns bald darauf gefasst machen, dass ein neuer Enthüllungsbericht veröffentlicht wird – nach Call Center und Backfabrik wieder ein Original Wallraff. Man darf gespannt sein. Passend zum Interview noch einmal der Podcast Fragen an den Autor, Günter Wallraff – 13 unerwünschte Reportagen vom 01.02.1970. Die Worte von damals sind heute aktueller denn je. Ich zitiere mich selbst: Ich würde die Sendung, das Gespräch nicht als Podcast bezeichnen, das würde ihr nicht gerecht werden. Es ist viel mehr, es ist eine zeitgenössisches Dokument, ein geschichtliches Dokument unserer Republik.
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Ich halte Günter Wallraff für einen der besten, mutigsten und intelligentesten Journalisten dieses Landes. Günter Wallraff verdient meiner Meinung nach diese Berufsbezeichnung wie kaum ein Kollege. Zudem hat er Eines nie vergessen: Das Menschsein. Hier hatte ich schon ein Gespräch zwischen ihm und Heinrich Kalbfuß entsprechend gewürdigt – zeitlos, auch heute noch Tipp des Tages. Günter Wallraff hat der SZ ein Interview gegeben. Wie man es von ihm schon fast gewohnt ist, findet man dort wahre, fast große Worte. Nicht nur zur SPD findet sich dort manche Stilblüte, auch zu seiner Person hat Günter Wallraff den einen oder anderen Satz parat. Zu Innenminister Schäuble und den immer ausufernden Überwachungsplänen sagt Wallraff: Innenminister Wolfgang Schäuble ist nicht korrupt, sondern meint, aus inbrünstiger Überzeugung, dem Staatswesen zu dienen – aber während der Inquisition war der Klerus genauso überzeugt, er würde dem göttlichen Recht zum Durchbruch verhelfen.
Ich war gerade ein wenig unterwegs und habe dabei einen ganz grandiosen Podcast gehört. Wobei Podcast die falsche Bezeichnung ist. Es ist eine Aufzeichnung einer Sendung des Saarländischen Rundfunks. Dort läuft wöchentlich die Sendung Fragen an den Autor. Anders als bei Kerner, Beckmann & Co. wird hier mit dem Autor über sein Buch gesprochen, kontrovers diskutiert, der Hörer wird mit eingebunden, mit Mails, mit Anrufen – eine ganz tolle Sache, über die ich (leider) kürzlich erst beim Spiegelfechter gestolpert bin. Es liegt in der Natur der Sache, dass dem Einzelnen nicht jedes Buch interessiert – und doch, wenn nur entfernt Interesse an der Thematik besteht, sollte man sich die einzelnen Podcasts anhören – der Saarländische Rundfunk bietet sie nämlich als Podcast (Achtung – Feed) zum Download an. Der Spiegelfechter hat aktuell Christoph Butterwegge – Kritik des Neoliberalismus (Mp3, 26,6 MB) empfohlen, wer nach diesen Einsichten dem Guido seine Partei wählt, ist selber schuld. Neben den aktuellen Sendungen, baut der Saarländische Rundfunk eine kleine Datenbank mit schon älteren Sendungen auf, wobei wir dann gleich zu meiner heutigen Empfehlung kommen.