Schlagwort ‘Geschichte‘

Die Herstellung eines Buchs zu Großvaters Zeiten

… ein äußerst zeitintensives Erlebnis, nicht nur für den Autor.

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Dr. Kirk McKusick: A Narrative History of BSD

Ein knapp einstündiger Vortrag von Dr. Marshall Kirk McKusick.

Zusätzliche Informationen:

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27C3: Eins, zwei, drei — alle sind dabei — Von der Volkszählung zum Bundesmelderegister

Zur Verhinderung einer zivilgesellschaftlichen Bewegung gegen eine neuerliche Volkszählung, erarbeitete die amtliche Statistik seit mehr als 10 Jahren das jetzt geplante alternative Erfassungsverfahren, genannt „registergestützter Zensus“, bei dem nur noch rund 25% der Bevölkerung mit persönlichen Fragebögen beschickt werden müssen. In der ersten Stufe der Volkszählung werden Daten von verschiedensten Stellen erfasst und bei den Landesstatistikämtern und dem Bundesstatistikamt in einer noch nie dagewesenen Datenbank zusammengeführt. Erst wenn dieser bisher unvorstellbare Datenberg angehäuft wurde, kommen die Bundesländer bzw. deren Ausführungsgesetze ins Spiel. Das führt dazu, dass die zu erwartende gesellschaftliche Diskussion erst stattfinden wird, wenn das Kind schon im Brunnen ertrunken ist.

Ein Vortrag von Oliver «Unicorn» Knapp auf dem 27C3.

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Wikileaks?

Zugegeben, ich war tatsächlich gespannt auf die neueste Veröffentlichung, obwohl ich es eigentlich hätte besser wissen müssen. Mehr oder weniger haben wir es hier mit diplomatischem Randrauschen zu tun, Dinge die wir entweder schon wußten bzw. vermuteten. Zum anderen sind es Informationen, die auf Einschätzungen vor Ort beruhen, also nicht unbedingt Wahrheiten, aber dennoch erhellend. Den einen oder anderen Historiker in diesem Metier wird diese Informationslage sicherlich erfreuen, umwälzende Fakten wird man wohl mehr im Resort «Top Secret» finden.

Keine Ahnung, wie lange Assange noch den Mythos aufrecht erhalten kann. Es ist gut, wenn Informationen jedweder Natur an die Öffentlichkeit dringen, es ist wichtig, um bestimmte Vorgänge verstehen oder auch einschätzen zu können. Aber der Pathos vor jeder Veröffentlichung, die Geheimniskrämerei, die offen zur Schau getragene Paranoia etc. hinterlassen auf Dauer nur einen Faden Beigeschmack, vor allem wenn danach nicht derart viel kommt.

Und der Spiegel? Nun, der Spiegel ist das selbstdefinierte «Sturmgeschütz der Demokratie», damals, wie auch heute. Warum? Nun, wenn ich von mir behaupte ich sei ein Genie, dann kann dies durchaus stimmen, andererseits benötige ich nur ein hochgradig grenzdebiles Publikum, welches diese Aussage fortwährend postuliert. Et voila, die selbsterfüllende Prophezeiung macht sich auf den Weg. Der Spiegel war schon immer ein Magazin, daß sich verkaufen mußte … mitunter entwickelte sich jedoch deren Publikum weiter und glaubte fortan nicht mehr die Mär vom «demokratischen Sturmgeschütz». Insofern finde ich die Kooperation zwischen Wikileaks und Spiegel durchaus passend, beide sind wie füreinander geschaffen.

In Zukunft also vielleicht weniger «Wikileaks», «Spiegel» und Co., sondern mehr der veröffentlichten Rohdaten ohne schmierigen Pathos :-)

For most of its years Wikileaks attacked journalism as untrustworthy while regularly issuing press releases and complaining of being ignored by the press, now it claims to be journalism for official protection from officials. For most of its years Wilileaks attacked spies as treacherously self-serving, now it voluminously big tweets as a public interest spy service trustworthy for faith-based investment while maintaining paranoid secrecy about its allegedly threatened operations, a spies-like-us signal to its big-brother role model which excells at marketing black magic arts and sciences.

cryptome

Addendum: Auch wenn ich grundsätzlich für jegliches Plus an Information bin, existieren immer zwei Seiten der Medaille: One day, we’ll all hate WikiLeaks. Sollte man ebenso drüber nachdenken …

Ironically, the disclosures made by WikiLeaks might promote access to information, but by doing so, reduce the information that is, in principle, accessible. It will ultimately be counter-productive. Far from making us all equal, the transparency of the internet will push the wielders of power further into the shadows of secrecy and subterfuge.

Update: Wikileaks trotz Botschaftsdepeschen tief in der Krise

Domscheit-Berg und viele weitere frühere Unterstützer planen daher eine Neugründung des Projekts, dieses Mal allerdings mit klaren Strukturen und dezentralem Aufbau. Nicht mehr nur eine Gruppe soll den Datenfluss steuern. «Diese Macht» dürfe es künftig nicht mehr geben, meint Domscheit-Berg.

Erstveröffentlichung: akephalos

Bild: Wikimedia Commons, «les petits secrets», Public Domain

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damals

Miami, Florida, ca. 1908

Herrscht Interesse an Dingen abseits von Technik-foo, Gadgets und stetigen Kassandrarufen gen Politik? Wenn ja, dann wird man wohl auf Shorpy sein kultur-historisches Eldorado finden.

Wer sich daran nicht sattzusehen vermag ;-), der findet ähnliches auch für das Zarenreich der Jahre 1905–1918 in hoher Auflösung. Nicht zu vergessen, dieses prachtvolle Farbbild Londons der 20er Jahre.

Bild: Nutzungshinweise

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vor 20 Jahren …

Um die 800$ kostete dieses mobile Telefon von Radio Shack ca. 1990. Die Miniaturisierung schritt derart rasant voran, so daß heutzutage selbst ganze Computer inklusive Telefon handlicher sind als dieses «Ungetüm» von anno Tobak.

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Der innere Reichsparteitag des ZDF #2

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Es kommt selten vor, dass ein Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft zur Nebensache gerät, wenn in der Halbzeitpause die Moderatoren vor die Kameras treten und die Zeit überbrücken müssen. Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn plauderten heute in der Halbzeitpause unsere Mannchaft gegen die Australier über das Tor Miroslav Kloses. Dem im Vorfeld der WM stark kritisierten Spieler muss nach seinem Tor ein Stein vom Herzen gefallen sein. So hätte es man zumindest ausdrücken können. Katrin Müller-Hohenstein wählte eine andere Formulierung: Für Miro Klose ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst. Selten hat man in der Folgezeit Twitter so sprachlos gesehen, in den meisten Fällen folgte erst einmal die Rückfrage, ob man das denn richtig verstanden hätte.

Weiterlesen: »Der innere Reichsparteitag des ZDF #2«

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der «innere Reichsparteitag» des ZDF

Redewendungen, die im Dritten Reich gängig waren und heute noch in der Umgangssprache weiterleben finden nicht nur über eines der reichweitenstärkste Fernsehformat einen Weg in den öffentlichen Sprachgebrauch, sondern werden auch noch als einfache Redewendung entschuldigt[…]

Reichsparteitagmärchen im ZDF

Als Historiker ist man ja vielerlei Geschichtsklitterung in den Öffentlich-Rechtlichen gewohnt, insbesondere bei diesen Spezialexperten des ZDF, gemeinhin ist dies jedoch entschuldigt, wenn größtenteils Laien oder gar Historiker, unter der Führung von Laien, angehalten werden eine größtmögliche Abstraktion zu wirken. In diesem Fall jedoch, wenn von einem inneren Reichsparteitag die Rede ist, muß man sich natürlich fragen, welche Qualitätskriterien überhaupt noch beim ZDF wirken?

Wenn man sich darüber hinaus auch noch dazu entblödet, diesen anfänglich augenscheinlichen Fauxpas zu rechtfertigen als heute übliche Redewendung, dann jedoch muß man sich doch eines Fragen: sieht man mit dem Zweiten tatsächlich besser? Eine historisch-politische Bildung sollte man sich jedenfalls anderswo suchen — nicht beim ZDF und am besten auch überhaupt erst nicht im Fernsehen.

Meiner Meinung nach kein Sturm im Wasserglas, sondern Zeichen für eine unverantwortliche laissez-faire-Attitüde, die Einzug in unsere Gesellschaft gehalten hat.

Update:

Immerhin reagierte hernach endlich auch der Sender. Schadenbegrenzung eben. ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz: »Es war eine sprachliche Entgleisung im Eifer der Halbzeitpause. Wir haben mit Katrin Müller-Hohenstein gesprochen, sie bedauert die Formulierung. Es wird nicht wieder vorkommen.«

Im Eifer dieser Zeilen: Wie zur Hölle fühlt sich so etwas eigentlich an? Ein innerer Reichsparteitag?

via 11 Freunde

Update 2:

Für mich ist das eine alltägliche Redewendung, um einen besonderen Triumph zu beschreiben, ein Gefühl von Schadenfreude oder die Genugtuung, es allen gezeigt zu haben.

Schreibt der Journalist, der auf seinem BILD-Blog nicht nur legitime Kritik übt, sondern auch allerlei Spitzfindigkeiten nachgeht. Also doch nur eine Fehde mit Axel Springer und keine exemplarische Medienkritik wie von mir naiverweise vermutet? Ich hakte auch gleich mal bei einem Bekannten in einer demokratisch gesinnten Burschenschaft nach, weil die haben es da mit vielerlei Traditionen, aber ein innerer Reichsparteitag ist auch dort kein übliches Sprachgut.

Stefan Niggemeier

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der Linux Stammbaum

Ein Klick auf obiges Bild1gewährt Einblick mittels einer höheren Auflösung, das Original findet sich auf Flickr. Wer zudem noch die UNIX History sehen möchte findet dort entsprechendes.

  1. Ian Murdock’s Linux Family Tree 0.90 []

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Schließt endlich die Stasi-Akten!

brandenb_tor 
lukelukeluke | CC-Lizenz

Vor 20 Jahren ist die Mauer gefallen – Genscher in der Prager Botschaft, ein feierndes Land, unvergessene Bilder. Ich war damals 16 Jahre alt, verfolgte vor dem Bildschirm die tanzenden Menschen auf der Mauer, in Berlin und sah diese unbändige Freude in den Gesichtern derjenigen, die mit ihrem Trabbi über die Grenze kamen und wie sich Berlin in den Armen lag. ich spürte, hier passierte etwas Großes – doch in meinem damaligen Alter erfasste man nicht wirklich, dass Geschichte geschrieben wurde und man Zeuge eines historischen Ereignisses wurde. Man hatte auch andere Sachen im Kopf.

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Schalke, Bayern und der 19. Mai 2001

Es ist kein Geheimnis, dass mein Fußballerherz für die Bayern schlägt. Die letzte Saison und auch die aktuelle Saison habe ich zugegeben nicht viel zu lachen – es scheint, als sei der Stern des Südens untrainierbar geworden. Und so nährt man sich ein wenig aus der ruhmreichen Vergangenheit, zum Beispiel das Saisonfinale 2001. Schalke 04 hatte den den Meistertitel schon gefeiert – doch dann kam Patrik Andersson.

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