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Mich langweilt das Internet

CosmoIch kann mich noch gut an meine ersten Gehversuche im Internet erinnern. Das Analog-Modem weckte den Nachbarn bei seinem Mittagsschlaf, der Seitenaufbau dauerte schon mal ein paar Sekunden, Geocities, Augenkrebs-Alarm und doch jeden Tag etwas Neues, etwas Innovatives – der Spaß an der Sache stand im Vordergrund. Mitte, Ende der 90’er stand ein sehr guter Freund gerade vor seinem Diplom in Biologie an der Universität Osnabrück. Um seine Kulturen im Blick zu haben, musste er zu jeder Tageszeit in die Uni können, also auch in der Nacht. Dementsprechend hatte er einen Schlüssel – und so haben wir fast schon wöchentlich zu Dritt im CIP-Pool der Universität Osnabrück, Fachbereich Biologie, eine Internet-Party veranstaltet. Eine 2-MBit-Leitung und auf ging es zu Cosmo Connor. Danach war meist Warezslutz an der Reihe – 200 Files à 1,44 MB waren binnen kürzester Zeit auf der Platte. Das Kopieren auf die Disketten nahm mehr Zeit in Anspruch als das Runterladen. Hach, was waren das noch für Zeiten. Besonders lustig war es, mitten in der Nacht in der leeren Mensa unseren mitgebrachten Kartoffelsalat mit den kalten Bockwürstchen zu verputzen.

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Das g:b macht dicht — Der Kindergarten jammert

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Nun ist es also so weit — das gulli:board schließt die Pforten. Zumindest den Teil, der dafür verantwortlich ist, dass das Board so groß wurde und diverse Herren offensichtlich davon leben konnten. Mit Warez Geld verdienen — gleich nach den Dialern die schäbigste Methode im Internet. Kein Wunder also, dass Mario D oder auch GvG und Bernhard S gern gesehene Gäste bei Randolf J und Richard J waren. Man kennt sich, man schätzt sich, man spielte sich gegenseitig die Bälle zu. So hatte es zumindest den Anschein. Die gulli:news waren für diverse Kanäle teilweise pure Propaganda — ich habe sie immer PR-Außenstelle von XYZ genannt. Blogger und andere, die sonst so gegen jegliche Unfairness, gegen Dialer und Abmahnanwälte, gegen den Überwachungsstaat argumentieren, war das alles egal — der Stuff war wichtig, man bekam ihn von den Kumpels, die Festplatte schien zu glühen. Kaffee, TV und Alkohol — man macht offensichtlich gemeinsame Sache. Und natürlich wird auch die Geschichtsklitterung gefeiert — es hat den Anschein, als hätten die Memoiren mancher Politiker mehr Wahrheitsgehalt als dieses Machwerk. Ist aber auch nur eine Vermutung — die Kommentare, die aus dem Pott kamen, haben in diversen Kreisen jedenfalls für große Heiterkeit gesorgt.

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