Schlagwort ‘Freiheit‘

Nothing to hide


Bild: Echelon, Wikimedia Commons

Mehrere Medien, wie Heise, berichten davon, dass die US-Regierung von Twitter die Herausgabe von personenbezogenen Daten verlangt. Konkret geht es um mehrere Wikileaks-Unterstützer, sowie Personen, die  Wikileaks nahe stehen sollen. «Im Einzelnen geht es um User-Namen und Nicknames sowie andere – eventuell nur vorübergehend genutzte – Identitäten, sämtliche Telefonnummern, E-Mail– und Post-Adressen, Aufzeichnungen über Zeitpunkt und Länge jedes Zugriffs, Zahlungsmodalitäten inklusive Kreditkarten-Details und Bankkonten und Angaben zu Datentransfers, darunter das Datenvolumen sowie die benutzte IP-Adresse.» Darunter befindet sich auch Birgitta Jónsdóttir, Abgeordnete des isländischen Parlaments. Diese verteidigt sich auf fatale Art und Weise: «I have nothing to hide».

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der Mythos der freien kulturellen Entwicklung

Lauscht man heutzutage diversen Zeitgenossen, welche Urheberrecht, Copyright und ähnliche Dinge argumentativ verdammen, so wird als Argument immer gerne auf die früheren Zeiten zurückgegriffen. Jene Zeiten, in welchen ein irgendwie geartetes «Urheberrecht» jenseits der Vorstellung lag, jene Zeiten in denen Kultur sich schrankenlos verbreiten konnte und sich dem Einzelnen ein Eldorado an Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung bot.

Kurzum, wir sehen uns einem Irrglauben gegenüber, ebenso wie jener Glaube an die Unzulänglichkeit der Menschen der «Steinzeit», die Mär vom «dunklen Mittelalter», die vermeintliche «Dummheit» der Menschen in jener Zeit, der Mythos der flachen Erde, etc. pp. Unausrottbare Folklore, die wir einer nur mäßigen historischen Bildung verdanken, die immer noch große Männer und Weltpolitik absurderweise als Marksteine der Menschheitsentwicklung ansieht und die Menschheit selbst, die Kulturgeschichte, außen vor läßt.

Die Steinzeit war fortschrittlicher, als viele heute glauben mögen, das «dunkle» Mittelalter war kein Paradies, aber auch kein fundamentalistischer Albtraum, der Mythos der «flachen Erde», also der Glaube die Erde sei eine Scheibe, war eigentlich schon in der Antike bestritten und im Mittelalter keiner Diskussion mehr würdig. Was diese Beispiele jedoch zeigen, daß die Menscheit heute, trotz ihrer gewaltiger Ressourcen, nicht in der Lage ist, mit stetig steigendem Wissen adäquat umzugehen bzw. dieses entsprechend zu vermitteln. Heutzutage konkurrieren Wissen und Amusement, letzteres behält allzuoft die Überhand. War zu früheren Zeiten das Wissen spärlich aber heiß begehrt, so ist es heut mannigfaltig, jedoch oft verschmäht.

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Openleaks — coming soon…

openleaks

Openleaks — coming soon

Interview mit Daniel Domscheit-Berg beim Freitag.

Wieso erinnert mich das System an PrivacyBox.de?

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I’m not a number, I’m a free man.

Vor einiger Zeit vermochte es Google, seitens Streetview, einen schon länger schwelenden «Konflikt» in das Rampenlicht zu rücken und somit eine Art von Diskurs loszustoßen. Ein Konflikt zwischen «digitaler» und «analoger» Welt, reduziert man denn alles auf eine materielle Ebene. Dies möchte ich hier jedoch nicht tun und auch werde ich nicht explizit mit dem Finger auf die jeweiligen Antagonisten zeigen.

If there is such a phenomenon as absolute evil, it consists in treating another human being as a thing.

Was diese Leute forcieren, ist eine «Digitalisierung» der Welt wie wir sie kennen. Diese Praxis kann der Erbauung dienen, dem Komfort, aber auch der Überwachung, der Stigmatisierung, der Verleumdung usw. Andererseits sind Technologien, abseits aus der Angst geborener Kassandra-Rufe, wertfrei zu betrachten, ebenso wie die transportierten Daten. Einmal entfesselt, herausgerissen aus ihrem angestammten «Habitat», können diese aber ihr Potential entfalten — je nach Gusto, positiver, als auch negativer Natur.

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Schäuble is my homeboy

Im Moment ist die Diskussion um Google Streetview im vollen Gange. Die einen würden am liebsten a la Christo das gesamte Anwesen verhüllen und selbst die verdutzt Dreinblickenden mit Gewalt von dannen jagen, andere schauen gar die letzte Bastion der Grundrechte in Streetview, die es zu verteidigen gilt.1

Ich möchte gar nicht auf die Irrungen und Wirrungen diverser Journalisten eingehen, die da einerseits vermeinen den «digitalen Einzellern» schmeicheln zu müssen bzw. jenen andere, die es Google heimzahlen möchten ob der «raubkopierten» Schlagzeilen in Form von Google News etc. Selbst die befremdliche Äußerung eines dieser Vertreter der Holzmedien, Mario Sixtus, sind mir da eigentlich schon arg abstrus, um diese denn näher zu beleuchten. Wenn jener Sixtus denn meint, dieses Recht unangepaßt in diese «digitale Welt» übertragen zu können, um damit seine absurde Betrachtungsweise vom «öffentlichen Raum» oder gar den Bürgerrechten zu rechtfertigen, dann erweist er eben jenen Kämpfern für ein Plus an Bürgerrechten mehr als nur einen Bärendienst. Plötzlich paßt auch das arg kritisierte Urheberrecht, plötzlich ist alles in Ordnung. Sinn und Unsinn liegen in der medialen Welt eng beieinander und es vergeht kaum ein Tag, an welchem nicht mindestens ein Vertreter dieser medialen Gefilde sich aufmacht, diese fragile Barriere eindrucksvoll zu durchbrechen.

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  1. Mario Sixtus: «Jeder Angriff auf Foto-Dienste wie Street View ist ein Angriff auf diese Grundrechte.» []

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Netzneutralität

Netzneutralität ist spätestens seit dem Google/Verizon-Deal in aller Munde. Doch schon die Telekom hierzulande bezog dazu Stellung und zwar klar kontra Netzneutralität, darüber hinaus auch diverse Kabelanbieter. Verständlicherweise echauffieren wir uns ob Googles fragwürdigem Vorstoß weitaus mehr, sind es doch jene, die stetig ihre Maxime «don’t be evil» propagieren. Schwerer wiegt es dennoch, wenn die Telekom derart agiert, ist diese doch für das Gros der Angebote in diesem Land zuständig.

Aber, wie dem auch sei, die Netzneutralität, also diese «wertneutrale» Übertragung von Datenpaketen jedweder Couleur, ist in Gefahr. Es handelt sich nicht um eine Notwendigkeit, wie uns viele Anbieter glauben machen möchten, sondern schlicht um eine neue Geschäftsidee oder wie es Kristian Köhntopp ausdrückte: «Deine Skype-Pakete sind Dir mehr wert als Deine P2P-Pakete. Wäre doch schade, wenn denen was passiert, oder?» Kristian beschäftigte sich darüber hinaus en detail in bis dato drei Artikeln mit der Netzneutraltität1, was an Management notwendig ist und was überhaupt nicht geht. Kurzum, ich bezeichne diese Absichten mal grob als «Zölle» für den Datenverkehr oder schlicht «Schutzgelderpressung» mittels Angstszenarien, seitens der Provider.

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  1. Vokabeln für Netzneutralität
    Netzwerk-Überlast vs. Netzwerkneutralität
    Netzneutralität — was ist okay und was ist es nicht? []

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der «digitale Bürgerrechtler» oder die unendliche Geschichte vom Scheitern

Ich bin es leid wieder und wieder Dinge zu erklären, die längst offenkundig sein sollten. Ich bin es auch leid, wieder und wieder gegen Menschen anzukämpfen, die ob ihres offensichtlichen gelebten Fun-Faktors Dinge, die sich nicht im Ansatz verstehen bzw. verstehen möchten, lobpreisen und damit einem nicht abzusehenden Kolateralschaden willfährig den Weg bereiten. Diese unbedarften Zeitgenossen, bezeichnen jene Kritiker als «analoge Menschen», «Schrebergärtner» usw. Da wird von «Gartenzwergfotografiererei» fabuliert, garniert wird dies mit Cassandra-Rufen bezüglich der Netzneutralität, gleichsam tangiert die Realität vor Ort, dieses sogenannte Reallife, nicht im geringsten. Die Vorratsdatenspeicherung wird als abstrakte Größe im «Netz» gehandhabt, ohne daß viele das Ausmaß dieser überhaupt begreifen, wie sonst wäre die Lobhudelei zu Gunsten Streetviews zu verstehen, von der virtuellen Ignoranz gegenüber der kommenden Volkszählung ganz zu schweigen?

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shiver me timbers: 10 «Thesen» zur Netzpolitik

Ich habe es mir abgewöhnt die «Piraten» Piraten zu nennen, da ich letztere spätestens seit Stevensons «Schatzinsel» recht cool finde und diese Fazination mit jenen fleischgewordnenen Jecken nicht viel gemein hat. Drum nutze ich für jene vornehmlich die Bezeichnung Likedeeler, von Kontext und Habitus her ohnehin die adäquatere Bezeichnung meiner Meinung nach.

Ich will hier auch gar nicht tief auf die Strukturen oder das Anliegen jener Leute eingehen, das Netz genießt dort Priorität, Dinge der «realen Welt» werden mehr oder weniger ignoriert oder beiläufig eingeflochten. Ein Funken Wahrheit ist immer auffindbar, so auch bei jener «These»: «Gesetze der realen Welt dürften nicht einfach auf das Netz angewendet werden.» Logisch ist dies wohl, ein wenig Finetuning tut immer Not, aber allgemein paßt es.

Weitaus problematischer ist es, dem Netz eine Sonderrolle zuzuschreiben, in welcher Ausnahmen zu gelten haben, da alles irgendwie anders sei. So jedenfalls argumentiert der Staat, das BKA, der BDK und diverse andere, die in diesem Netz die Büchse der Pandora schauen. Nun diese Likedeeler forcieren diese Art von Sonderrolle für das Netz schon seit Anbeginn ihrer Existenz, nun zementierte man dieses Anliegen anhand von 10 «Thesen».

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Polizeistaat: wehret den Anfängen …

Wer zukünftig im Internet einkauft, Geld überweist, Behördengänge erledigt oder andere Geschäft abwickelt, soll sich nach dem Willen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter zuvor bei einer staatlichen Stelle registrieren lassen[…]

Liest man sich den Artikel bei heise in aller Ruhe durch, ist es mit derselbigen danach jedenfalls vorbei. Was dem BDK1 da vorschwebt ist ein Novum, denn dergleichen findet sich in dieser reellen Welt da draußen bis dato nicht in dieser Ausprägung, allenfalls wo «Willkür» an der Tagesordnung ist. Wobei die Trennung zwischen reeller und virtueller Welt absurd ist, insofern ist das Anliegen eines solchen Persilscheins per se nicht der Ruf nach einem Plus «Sicherheit», sondern die Aushöhlung von Freiheit und Demokratie in diesem Lande!

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  1. mea culpa, ich verwechsle immer den Bund mit dem Amt, da jene in der Regel ohnehin unisono vorpreschen. Höchstwahrscheinlich alternierend, damit es nicht so forsch wirkt seitens einer Gruppierung. []

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Die Piraten im Niemandsland

Europawahl 2009 0,8% 45.071
Bundestagswahl 2009 1,7% 158.585
Landtagswahl 2010 1,5% 119.581

Nach der Bundestagswahl schrieb ich, dass die Piratenpartei ihren Zenit überschritten hat. Nach dem Erdbeben gestern in NRW sehe ich meine Aussage als bestätigt an. Obige Zahlen beziehen sich, um vergleichen zu können, ausschließlich auf NRW. Bei der Europawahl holten die Piraten 0,8% der Stimmen, eine Wahl zum Warmlaufen für das große Ziel, der Bundestagswahl. Bei der Bundestagswahl konnten die Freibeuter eine kleine Sensation feiern, in NRW wurden 1,7% erreicht, landesweit sogar 2,0%. Auf dieser Erfolgswelle konnte man dann nicht mehr segeln, im Gegenteil, die Piraten verschwanden aus der öffentlichen Wahrnehmung.

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die Vorratsdatenspeicherung ist verfassungswidrig

Die Massen-Speicherung von Telefon– und Internetdaten zur Strafverfolgung ist unzulässig. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschied am Dienstag, dass die Vorratsdatenspeicherung gegen die Verfassung, verstößt. Sie ist dem Urteil zufolge mit dem Telekommunikationsgeheimnis unvereinbar.

heise

Hier auch der Link zur Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts.

Der Verstoß gegen das Grundrecht auf Schutz des Telekommunikationsgeheimnisses nach Art. 10 Abs. 1 GG führt zur Nichtigkeit der §§ 113a und 113b TKG sowie von § 100g Abs. 1 Satz 1 StPO, soweit danach Verkehrsdaten gemäß § 113a TKG erhoben werden dürfen. Die angegriffenen Normen sind daher unter Feststellung der Grundrechtsverletzung für nichtig zu erklären (vgl. § 95 Abs. 1 Satz 1 und § 95 Abs. 3 Satz 1 BVerfGG).

Ich glaube mehr muß man dazu vorerst auch gar nicht sagen, denn die Aussage ist eindeutig. Die Links zu den einzelnen Gesetzestexten im Zitat sind seitens F!XMBR hinzugefügt. Warten wir nun ab, wie die schwarz-gelbe Inkompetenz in Berlin dieses Urteil zu relativieren versucht.

Weitere Infos siehe auch ravenhorst: Das vorläufige Stopp-Schild für die Vorratsdatenspeicherung

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