Giovanni Trapattoni beendete seine legendäre Wutrede mit dem Satz: «Ich habe fertig.» Gleiches lässt sich mittlerweile über Christian Wulff sagen. Seinen Kredit hat er bereits bei der kritischen Öffentlichkeit aufgebraucht, nun kommt laut RP Online eine weitere Peinlichkeit sondergleichen hinzu: Ein Facebook-Nutzer hatte ein Ulkbild über Wulff und seine Frau veröffentlicht, welches Bettina Wulff offensichtlich beim Hitlergruß zeigt. Ob per Photoshop bearbeitet, oder für die First Lady des Staates ungünstig fotografiert, ist noch nicht klar — jedoch fühlt sich der Präsident verunglimpft und bemüht ein Gesetz welches fast so alt ist, wie der Gruß seiner Angetrauten selbst: In § 90 StGB ist die «Verunglimpfung des Bundespräsidenten» unter besonderer Strafe gestellt. Früher nannte man diese Art der kritischen Öffentlichkeit Majestätsbeleidigung, heute droht dem Urheber eine mehrjährige Haftstrafe.
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You lost, Facebook!
Cem gerade auf Google+: You lost, Facebook. Within a week. And you won’t come back again. That’s it. Ist das wirklich so? Ich denke, es ist noch viel zu früh, um eine Prognose abzugeben. Sicher, Google hat mit Google+ einen Traumstart hingelegt — noch nie habe ich es erlebt, dass ein neues Projekt, ein neuer Web-2.0-Dienst von allen Seiten diese positive Resonanz und Kritik eingeheimst hat. Es scheint so, als wäre Google+ das Netzwerk, auf das viele gewartet haben. Noch vor zwei Wochen war Facebook unantastbar, für den Börsengang sollte eine Bewertung von 100 Mrd. Dollar angestrebt werden. Heute befindet sich der Platzhirsch in der Defensive, der Videochat in Kooperation mit Skype wirkt, wie eine panische Reaktion auf Google+ und die Hangouts, obwohl Facebook sicherlich schon lange vor Google+ an der Entwicklung gearbeitet hat. In Diskussionen rund um das Internet wird häufig zwischen Onliner und Offliner unterschieden — tun wir das auch hier.
Twitter und Facebook schalten RSS ab
Via Cem wurde ich gerade auf einen Artikel bei Stay N Alive aufmerksam. Leise und weitestgehend unbemerkt haben Twitter und Facebook den RSS-Feed abgeschaltet. Während bei Facebook kein Feed mehr möglich ist, ist es bei Twitter (undokumentiert) noch möglich. Cem fragt, ob sich die beiden Großen von der Share Economy verabschieden, durch die sie selbst groß geworden sind. Gegenfrage: Ist es nicht ein zwingend notwendiger Schritt? Während Facebook profitabel läuft, das natürlich auch nur durch die Besuche auf der Webseite und der Werbeklicks, ist Twitter immer noch auf der Suche nach einem Geschäftsmodell. Um es mal polemisch auszudrücken: F!XMBR läuft wirtschaftlicher als Twitter.
Wir wollen Guttenberg zurück — der Wolf im Schafspelz
Die Titanic hatte eine wunderbare Idee: einen Artikel, ausschließlich aus Zitaten der Facebook-Gruppe «Wir wollen Guttenberg zurück», zusammengestellt. Darüber kann man mittlerweile wohl ein ganzes Buch schreiben. Es ist Realsatire pur, wie erwachsene Menschen einem Lügner und Betrüger nachlaufen, wie sie einen Politiker wie Justin Bieber oder Lady Gaga verehren. Im Übrigen sei der Hinweis gestattet, dass das rechtsextreme und rechtspopulistische Umfeld von Politically Incorrect dort mittlerweile auch mitmischt, so wurde die Gruppe «German Tea Party» gegründet, gleich mit dem Hinweis auf Fact Fiction. Das soll aber nicht das Thema sein — wer sich in seiner Liebe zu einem falschen Doktor mit solchen Leuten zusammentut, hat es nicht besser verdient. Wer solche Freunde hat, wie Karl-Theodor zu Guttenberg, der braucht wahrlich keine Feinde mehr:
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Maximilian Mengwasser singt Facebook
Maximilian Mengwasser hat zwei EPs aufgenommen. Das Verrückte: Die Texte bestehen wahllos aneinandergereiht aus den Statusmeldungen seiner 291 Facebook-Kontakte. Have phun…
Warum Facebook del.icio.us kaufen muss

Yahoo. Dead Man Walking. Ich denke, niemand der derzeitigen Web-2.0-Generation kann sich vorstellen, dass es Google einmal nicht mehr geben wird. Im Hause Googles wird man jedoch das schleichende Ende von Yahoo genau beobachten und analysieren. Dead Man Walking — Yahoo wird vielerorts nur noch als Schatten seiner selbst bezeichnet. Diese Woche wurde wieder einmal bekannt, dass mehrere Hundert Mitarbeiter ihre Kündigung unter dem Weihnachtsbaum vorfinden — zusätzlich wird Altavista, einer der Internetpioniere wohl geschlossen. Auch del.icio.us, so wurde gemutmaßt, sollte geschlossen worden. Nun heißt es, del.icio.us solle «nur» verkauft werden. Yahoo schiebt den schwarzen Peter der Presse zu — doch ist die Posse um del.icio.us nur ein weiteres Beispiel rund um die Unfähigkeit des ehemaligen Giganten. del.icio.us selbst, als eigenständiges Unternehmen, ist meiner Meinung nach nicht überlebensfähig. Deshalb kann es für einen Käufer nur darum gehen, mit del.icio.us sein Angebot an die Nutzer zu erweitern, einen zusätzlichen Service zu bieten, die Nutzer noch enger an das eigene Unternehmen zu binden. Hervorzuheben ist hier sicherlich Facebook, hier würden sich einige Vorteile ergeben.
Rohrkrepierer Web 2.0
Kris bestätigte mit «Die unerträgliche Lameness des Web 2.0″ eine meiner häufigsten Kritiken an diesem Web 2.0: eine teils unendliche und auch unerträgliche Redundanz und somit ein Input, den man kaum noch adäquat zu konsumieren vermag. Natürlich existieren einige Applikationen, die hier und da ein wenig zur Ordnung beitragen. Doch bei diesen wird mehr an Symptomen herumexperimentiert, denn die eigentliche Ursache bekämpft. Und zu letzterem ist einzig der Dienst selbst in der Lage, dort aber scheut man sich, denn man möchte Nutzer binden, nicht verteilt wissen über eine Vielzahl von Konkurrenten.
Dieses Web 2.0 ist nicht wirklich vernetzt, allenfalls recht lose Verbindungen sollen den Alleinstellungsanspruch diverser Anbieter kaschieren, dem Nutzer eine Vernetzung vorgaukeln. Bezeichnend sind dabei oftmals die äußerst ausgeprägten Fähigkeiten eines Dienstes in puncto Informationsakquise, aber die relative «Sprachlosigkeit», geht es denn darum sich anderen Diensten vernetzt mitzuteilen. Facebook ist in diesem Zusammenhang ein recht markantes Beispiel, hier versucht man quasi ein «Netz im Netz» aufzubauen, d.h. FB versucht seinen Nutzern alles zu geben, sei es der Chat, der Bilderdienst, Ersatz für Twitter/Blog etc. pp. Puristen wird immer das eine oder andere fehlen, doch die Mehrheit hat längst gewählt. Aber dies nur am Rande.











