Schlagwort ‘Empörung‘

Rhetorik die gen Pranger treibt

Wer die Anstrengungen der Familienministerin «Missbrauch des Missbrauchs von Kindern» bezeichne, handele verantwortungslos. Kinderpornografie im Internet nehme zu, werde immer brutaler und die Opfer würden immer jünger, schreibt Falk. Mit «fadenscheinigen Argumenten» werde trotz dieser «grauenvollen Tatsachen» versucht, die Pläne von der Leyens zu torpedieren.

heise

Im Namen von derlei Abscheulichkeiten fällt und fiel es schon immer recht leicht Kritiker staatlicher Obsessionen zu stigmatisieren. Die deutsche Geschichte springt einen dabei geradezu an, aber ansonsten war und ist das natürlich übliche Praxis — insbesondere in Demokratien, denn nur dort muß man in der Regel tatsächlich Gründe anführen. Plausibilität oder gar Logik sind dafür natürlich nicht Voraussetzung, im Gegenteil Todschlagargumente rhetorisch geschickt gesetzt bringen da so manchen Kritiker zu Fall. Nicht das jener klein bei geben würde, aber man kennt natürlich sein Staatsvolk und weiß sehr wohl welcher Hebel betätigt werden muß, um Wellen der Empörung gen Kritiker zu senden.

Und welcher Kritiker steht schon gerne als indirekter Wegbereiter in der Öffenlichkeit? Der Mißbrauch von anfallenden Daten — heutzutage längst Legion — steht demgegenüber einem mehr als fraglichen Erfolg von derlei Zensurgelüsten seitens staatlicher Organe. Ach ja und der übliche Hinweis auf andere, ominöse Erfolge diverser Nachbarstaaten … Glaubwürdigkeit macht sich da gewiß nicht breit ob dieser Heuchelei, vor allem in Anbetracht des Wissens um die tatsächlichen Erfolge dieser anderen, welche mehr im Bereich allgemeiner Zensur denn dem obigen Kampf angesiedelt sind.

–vox clamantis in deserto

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