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Debian: Kernel bauen

Debian gehört nicht unbedingt zu meinem bevorzugten täglich Brot, aber dennoch habe ich seit Potato mit dieser GNU/Linux-Distro desöfteren zu tun. Ich war immer mehr der Slacker seit den frühen 90ern, bin also die dortigen Wege gewohnt. Nun hier will ich kurz zeigen, wie man einen Kernel backt und zwar nach Debian-Art.

Dazu benötigt man diverse Zutaten, u.a. den Kernel-Quellcode, ein paar Debian-Werkzeuge und natürlich ein wenig Zeit. Auf heutigen Systemen geht die Zeit eher bei der erstmaligen Konfiguration des Kernels verloren, denn der Kompilation selbst. Aber wie auch sonst gilt, your mileage may vary.

Eine Anleitung für die Konfiguration des Kernels selbst werde ich hier nicht geben, da sollte jeder schon wissen was er tut.

cd /usr/src
apt-get install build-essential
apt-get install kernel-package
apt-get install libncurses5-dev
wget http://www.kernel.org/pub/linux/kernel/v2.6/linux-2.6.38.tar.bz2

 

Obige Anweisungen dienen einzig der Vorbereitung. Man navigiert zu /usr/src, installiert die für den Kernelbau notwendigen Pakete und lädt den Kernel-Quellcode per se herunter. Libncurses5-dev wird nur benötigt, wenn man den Kernel mittels make nconfig konfigurieren möchte — aber dies muß man ganz dem eigenen Gusto entscheiden.

Der eigene Bau gestaltet sich recht simpel. Da ein älterer Kernel installiert ist, nimmt man die Konfigurationsdatei von diesem und besitzt damit schon einmal eine Basis für die weitere Konfiguration.

tar xjvf linux-2.6.38.tar.bz2
ln -s linux-2.6.38 linux
cp /boot/config-2.6.32-5-amd64 /usr/src/linux/.config
cd linux
make oldconfig
make nconfig
make-kpkg -j3 --initrd --revision olhe201103 kernel_image kernel_headers

 

Als erstes wird der Kernel-Quellcode entpackt, dann erstellt man einen soft link, im Verzeichnis des Kernel-Quellcodes paßt man mit make oldconfig die alte Konfigurationsdatei an die neuen Optionen an und letztendlich muß man mit make nconfig oder auch make menuconfig die Konfiguration des Kernels gemäß dem eigenen Geschmack anpassen. Danach baue ich die Debian-Pakete mittels make-kpkg. Die Anzahl der Jobs bei j3 entsprechen dem eigenen System, hier ein Dualcore. Revision kann ebenso nach Lust und Laune angepaßt werden, siehe die manpage, sollte aber dennoch einem Muster folgen, falls man desöfteren Kernel installiert.

cd ..
dpkg -i *.deb

 

Der letzte Schritt ist die Installation der erzeugten Pakete, zum einen linux-image und zum anderen linux-headers. Falls noch andere Pakete unter /usr/src liegen, sollte man den Platzhalter entsprechend sinnvoll ergänzen. Nun kann man den Rechner neustarten, bei Problemen wählt man im Grub-Menu einfach den alten Kernel aus und begibt sich auf Fehlersuche. Viel Spaß :-)

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