Schlagwort ‘Datenschutz‘

Ausreichender Datenschutz, jedoch zuviele Gefährder

Das Schäubles am vergangenen Montag anberaumter Gipfel im Rahmen von Telekomgate in der Branche nur auf wenig Gegenliebe stieß, darüber berichtete ich schon. Genauer gesagt hält die Branche dies für einen krassen Einzelfall und ob der einzigartigen Größe der deutschen Telekom mag das wahl so stimmen, aber den Datenschutz verletzt man schneller als nur mittels geheimdienstlicher Tätigkeiten. Aber seis drum, selbst Schäuble hält die Gesetze für ausreichend und sieht auch keine Veranlassung, daß sich die Branche in einer Selbstverpflichtung übt. Ich bin dafür, schnell zu handeln. Aber erst muss man prüfen und nachdenken, bevor man redet und entscheidet. Derart besonnen reagierend kennt man ihn, als Vertreter der neoliberalen Elite, natürlich nur in Zusammenhang mit der Industrie.

Wenn es aber darum geht das Volk zu kriminalisieren, noch bevor überhaupt Fakten vorliegen, spielt er gerne den Vorreiter und schickt nur allzu gerne sein Personal ins Feld. Z.B. in Form seines Paladins Jörg Ziercke, seines Zeichens SPD-Mitglied und Chef des BKA. Wie schmal übrigens der Grat zwischen SPD und CDU ist zeigt sich hier wieder einmal äußerst deutlich, wenn nicht schon anhand des BND-Chefs Ernst Uhrlau, ebenfalls SPD. Natürlich wünsche ich mir eine Regelung, um Wohnungen betreten zu können., ein oft gehörter Tenor in dieser Republik, wenn es darum geht den Mob in seine Schranken zu verweisen, während man zugleich irgendwelche Eliten, hier in Form der Wirtschaft, mit Samthandschuhen anfaßt.

Das der Zweck des Staates in Wahrheit die Freiheit ist betonte just erst wieder Jürgen Papier auf einer Tagung. Die Grundrechte sind dazu bestimmt, die Freiheitssphäre des Einzelnen vor Eingriffen der öffentlichen Gewalt zu sichern; sie sind Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat. Und ich glaube mehr braucht man dem ganzen überhaupt nicht hinzuzufügen. Das ausgerechnet der Präsident des Bundesverfassungsgerichts quasi fortwährend Partei für die Grundrechte ergreifen muß, entbehrt schon nicht einer gewissen Ironie in dieser freiheitlichen, demokratischen Republik und deren gewählten Vertretern.

Weitere Infos:

Bild: F!XMBR, Quellen: Wikipedia/Ravenhorst

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Schäubles Gipfel

Schäubles für den 02. Juni anberaumter Gipfel in puncto Datenschutz in Telekommunikationsunternehmen stößt auf wenig Gegenliebe. Sicherlich ist nicht Schäubles zweifelhafter Habitus Grund für derlei abweisendes Verhalten, aber man möchte wohl bitte schön erst mit solcherlei Thematik belastet werden, wenn das Kind auch in den Brunnen gefallen ist. Einzig René Obermann und ein paar Verbände werden sich am Montag die Ehre geben, der Rest der telekommunikativen Elite beliebt fern zu bleiben und gibt sich gepflegter Ignoranz hin. Zwar hat bisher nur die Telekom eine derartige beinahe-Geheimdiensttätigkeit offenbart, aber auch der eine oder andere der kleineren Vertreter der Branche nahm es in der Vergangenheit mit dem Datenschutz nicht immer so genau, auch wenn nicht diese Dimension ereicht wurde. Imho stellt dies der Branche ein Armutszeugnis aus und zeigt nur eines: Vertrauen sollte man als Bürger weder dem Staat noch irgendwelchen Unternehmen entgegen bringen. Ignoranz und fehlendes Unrechtsbewußtsein sind an der Tagesordnung …

via Golem

Update:

Bespitzelung usus in deutschen Konzernen?

Apropos Sicherheit: Webseite von Bundesinnenminister Schäuble gehackt

Bild: F!XMBR, Quellen: Wikipedia/Ravenhorst

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T-Geheim

In den letzten Tagen bewegt alle Datenschützer und mündigen Bürger ein Thema, die Bespitzelungsaktion der Telekom. Nicht nur das diese anscheinend schon seit anno 2000 in vollem Gange war und neben Managern auch Journalisten, deren private Kontakte etc. durchleuchtete, nein man plazierte auch mittels einer Detektei einen Maulwurf in der Redaktion des Wirtschaftsmagazins Captial. René Obermann soll beispielsweise schon 2007 davon Kenntnis gehabt haben, ließ dabei auch Köpfe rollen, vermied es jedoch die Capital-Redaktion zu informieren. Während im Zuge dieser unglaublichen Vorfälle, gerade im Zusammenhang mit einem beinahe Kommunikationsmonopolisten, weite Kreise ziehen, versuchen auch schon die ersten Kapital daraus zu schlagen und die Verbindungsdatenspeicherung zentral unter die Aufsicht des Staats zu stellen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hingegen hält davon verständlicherweise nichts und plädiert für eine unabhängige Kontrolle: Um Missbrauch vorzubeugen, könnten die bei den Unternehmen anfallenden Verbindungsdaten dort verschlüsselt werden. Der Schlüssel zur Freigabe ließe sich bei einer unabhängigen Treuhänderstelle, einer Art Datennotar, hinterlegen. Währenddessen übt sich die Telekom selbst wohl eher in Schadensbegrenzung und gibt sich dem internen Schlagabtausch in der Chefetage hin, wer denn nun verantwortlich sei und wem man den schwarzen Peter wohl geschickt in die Schuhe schieben könne. Interessant dabei, das wie so oft in derlei Konzernen anscheinend keinerlei Unrechtsbewußtsein vorhanden ist, weder im Vorfeld noch danach, jeder versucht nur den eigenen Vorteil zu mehren respektive die eigene Haut zu retten.

Nach dem allgemeinen Desaster das Vater Staat unlängst anrichtete in diesen Gefilden, wundert nun auch eine solche Aktion nicht mehr wirklich. Und wie immer bleibt hier der schale Beigeschmack über, wenn schon in derlei Kreisen solche Aktionen laufen, wen kümmert dann wohl die Privatssphäre von Otto-Normal-Bürger?

Bild: DryIcons Free License

Update:

Zentrale der Deutschen Telekom durchsucht

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Privacy and Social Networks

Ein anschauliches Video, wo die Risiken und Nebenwirkungen, neben den Vorteilen, innerhalb des Web 2.0 Universums liegen, insbesondere im lukrativen Bereich der social networks.

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Warum der Journalismus in seiner heutigen Form mehr als tot ist

Einfach hier mal, wenn Zeit, die Live-Diskussion nachlesen. Die Datenschutz-Deppen des Tages arbeiten offensichtlich auch beim DJV oder deren technischen Dienstleister, ich zitiere Frank, #14 auf dem Lawblog:

Ich hatte Zugriff auf die Website, die mich ermahnte, den Flash Player zu installieren, etwas das ich nicht will und etwas das für einen Livestream auch wirklich zu bescheuert ist.

Daher dachte ich: schau mal in den Quelltext, wo denn der Datenstrom herkommt. Da steht dann als ein Parameter für den Player:

s1.addVariable(”file”,”rtmpt://rs40.stream .org/live”);

Hm, “rtmpt”? Was das denn für ein Protokoll. Naja, versuchen wir es mal mit HTTP und man erhält folgendes:

Eine _komplette_ Liste _aller_ mit diesem Stream verbundenen Clients mit IP-Adresse, Angabe des Betriebssystems und seit wann sie dabei sind.

Ansonsten erfährt man: es gibt ein “Connection Limit” von 500 Clients und diverse andere Metainformationen.

Hervorhebung von mir. Der Link funktioniert immer noch. Neben dem Aspekt, dass am Anfang der Livestream nicht funktionierte — mehr muss man über den heutigen Journalismus und seinem Verhältnis zum Internet nicht wirklich sagen… ;-)

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Quo vadis WordPress?

WP-LogoWer heute auf seinem Weblog WordPress einsetzt, sollte darüber nachdenken, ob das es nicht eine bessere Alternative gibt. WordPress tanzt zur Zeit nahe am Abgrund, ein Absturz ist nicht wirklich unwahrscheinlich. Movable Type goes Opensource und wird so zur ernsthaften Konkurenz, von Serendipity hört man auch nur Gutes, genügend andere Alternativen wie Textpattern nicht zu vergessen. Oliver sagte gestern scherzhaft, dass WordPress den Weg des Firefox geht — und das war kein Kompliment. Die aktuellen Probleme, die nicht nur wir im Moment, mit WordPress haben, lassen sich ganz einfach an zwei akuten Beispielen festmachen.

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Sensibilisierung: Schutz, Datenschutz, mündiges Verhalten

Oft genug taucht die Frage auf «wie denn nun, wie sensibilisiere ich mein Umfeld für eine bestimmte Sache?». Sensibilisierung bedeutet dabei jedoch nur plausibel aufmerksam machen, keineswegs sollte es gleichbedeutend sein mit einer massiven Abstraktion. Der Lernprozeß des zu Sensibilisierenden muß an dem Punkt einsetzen, wo es um die Einsicht geht, daß mit einer stetigen Abstraktion auch eine fortschreitende «Kastration» des Informationsgehalts einhergeht.

Desweiteren ist es essentiell die Wichtigkeit des Lernens zu vermitteln. Primäres Argument hierbei: «Wissen ist Macht» und «Unwissenheit ist Ohnmacht» — man kann es eben nicht oft genug betonen. Jegliche Information ist Macht und diese Macht wird gestärkt, je mehr Leute sich eben diesem Wissen freiwillig oder auch gezwungen verschließen und wenigen diesen Vorteil überlassen. Erlangt man also Wissen, nimmt man eben diesen Leuten teils die Macht, ihr weitaus höheres Potential in diesem Bereich alleinig zu ihrem Vorteil zu nutzen. Konsequenterweise wird man immer auf Menschem mit einem höheren Wissenspotential treffen und das ist auch nicht pauschal als negativ zu erachten. Akut wird der negative Aspekt genau dann, wenn man sich gegenüber Wissen verschließt und somit der Gefahr der Wissens/Informationskontrolle durch andere Vorschub leistet.

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wir haben etwas zu verbergen

Wir haben etwas zu verbergen. Was denn genau? Nun unsere Privatsphäre, diese ist uns heilig. Kurzum wir möchten nicht, daß der Staat oder auch irgendein multinationaler Konzern1 lustig munter Daten über uns sammelt.

Der Punkt, der viele Zeitgenossen zum Zucken der Schulter animiert: die vermeintliche Belanglosigkeit. Dem ist aber nicht so, grundlegend ist und bleibt in jedem Fall die Rasterfahndung. Dieses Mittel findet in der offensichtlichen Form oder Variationen zu genüge Anwendung beim Staat und in der Industrie — Daten sind heutzutage ein unschätzbares Gut.

Weiterlesen: »wir haben etwas zu verbergen«

  1. Google, Microsoft, Yahoo, etc. []

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