Schlagwort ‘Daten‘

Nothing to hide


Bild: Echelon, Wikimedia Commons

Mehrere Medien, wie Heise, berichten davon, dass die US-Regierung von Twitter die Herausgabe von personenbezogenen Daten verlangt. Konkret geht es um mehrere Wikileaks-Unterstützer, sowie Personen, die  Wikileaks nahe stehen sollen. «Im Einzelnen geht es um User-Namen und Nicknames sowie andere – eventuell nur vorübergehend genutzte – Identitäten, sämtliche Telefonnummern, E-Mail– und Post-Adressen, Aufzeichnungen über Zeitpunkt und Länge jedes Zugriffs, Zahlungsmodalitäten inklusive Kreditkarten-Details und Bankkonten und Angaben zu Datentransfers, darunter das Datenvolumen sowie die benutzte IP-Adresse.» Darunter befindet sich auch Birgitta Jónsdóttir, Abgeordnete des isländischen Parlaments. Diese verteidigt sich auf fatale Art und Weise: «I have nothing to hide».

Weiterlesen: »Nothing to hide«

, , , , , , , , , , , ,

Bruce Schneier: die Zukunft der Privatsphäre

Bruce Schneier spricht über die Zukunft der Privatsphäre. Via Open Rights Group

Ein Jahr später, wir veröffentlichten dieses Video letztes Jahr zur gleichen Zeit auf F!XMBR, ist Post-Privacy en vogue, sprich eine Art «Biedermeier» der digitalen Elite. Anstatt zu kämpfen, gibt man klein bei, postuliert allerlei abstruse Theorien, allen voran jener Michael Seemann (aka mspr0) mit seinem ganz persönlichen Kontrollverlust, nicht zu vergessen Zeitgenossen wie Jens Best oder auch Jeff Jarvis. Ich möchte gar nicht das Augenmerk auf jene richten, dazu ist die Zeit zu schade und deren Beiträge mehr oder weniger substanzlos. Vielmehr haben diese Vertreter der «erweiterten Öffentlichkeit» exemplarischen Charakter, interessanter hingegen ist obiger Vortrag Bruce Schneiers, der das Gut Privatsphäre thematisiert und den fundamentalen Anspruch des Einzelnen auf dieses Gut verdeutlicht, ebenso wie die sich zusehends manifestierende Bedrohung diesem gegenüber.

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Wikileaks?

Zugegeben, ich war tatsächlich gespannt auf die neueste Veröffentlichung, obwohl ich es eigentlich hätte besser wissen müssen. Mehr oder weniger haben wir es hier mit diplomatischem Randrauschen zu tun, Dinge die wir entweder schon wußten bzw. vermuteten. Zum anderen sind es Informationen, die auf Einschätzungen vor Ort beruhen, also nicht unbedingt Wahrheiten, aber dennoch erhellend. Den einen oder anderen Historiker in diesem Metier wird diese Informationslage sicherlich erfreuen, umwälzende Fakten wird man wohl mehr im Resort «Top Secret» finden.

Keine Ahnung, wie lange Assange noch den Mythos aufrecht erhalten kann. Es ist gut, wenn Informationen jedweder Natur an die Öffentlichkeit dringen, es ist wichtig, um bestimmte Vorgänge verstehen oder auch einschätzen zu können. Aber der Pathos vor jeder Veröffentlichung, die Geheimniskrämerei, die offen zur Schau getragene Paranoia etc. hinterlassen auf Dauer nur einen Faden Beigeschmack, vor allem wenn danach nicht derart viel kommt.

Und der Spiegel? Nun, der Spiegel ist das selbstdefinierte «Sturmgeschütz der Demokratie», damals, wie auch heute. Warum? Nun, wenn ich von mir behaupte ich sei ein Genie, dann kann dies durchaus stimmen, andererseits benötige ich nur ein hochgradig grenzdebiles Publikum, welches diese Aussage fortwährend postuliert. Et voila, die selbsterfüllende Prophezeiung macht sich auf den Weg. Der Spiegel war schon immer ein Magazin, daß sich verkaufen mußte … mitunter entwickelte sich jedoch deren Publikum weiter und glaubte fortan nicht mehr die Mär vom «demokratischen Sturmgeschütz». Insofern finde ich die Kooperation zwischen Wikileaks und Spiegel durchaus passend, beide sind wie füreinander geschaffen.

In Zukunft also vielleicht weniger «Wikileaks», «Spiegel» und Co., sondern mehr der veröffentlichten Rohdaten ohne schmierigen Pathos :-)

For most of its years Wikileaks attacked journalism as untrustworthy while regularly issuing press releases and complaining of being ignored by the press, now it claims to be journalism for official protection from officials. For most of its years Wilileaks attacked spies as treacherously self-serving, now it voluminously big tweets as a public interest spy service trustworthy for faith-based investment while maintaining paranoid secrecy about its allegedly threatened operations, a spies-like-us signal to its big-brother role model which excells at marketing black magic arts and sciences.

cryptome

Addendum: Auch wenn ich grundsätzlich für jegliches Plus an Information bin, existieren immer zwei Seiten der Medaille: One day, we’ll all hate WikiLeaks. Sollte man ebenso drüber nachdenken …

Ironically, the disclosures made by WikiLeaks might promote access to information, but by doing so, reduce the information that is, in principle, accessible. It will ultimately be counter-productive. Far from making us all equal, the transparency of the internet will push the wielders of power further into the shadows of secrecy and subterfuge.

Update: Wikileaks trotz Botschaftsdepeschen tief in der Krise

Domscheit-Berg und viele weitere frühere Unterstützer planen daher eine Neugründung des Projekts, dieses Mal allerdings mit klaren Strukturen und dezentralem Aufbau. Nicht mehr nur eine Gruppe soll den Datenfluss steuern. «Diese Macht» dürfe es künftig nicht mehr geben, meint Domscheit-Berg.

Erstveröffentlichung: akephalos

Bild: Wikimedia Commons, «les petits secrets», Public Domain

, , , , , , , , , ,

Dropbox Forum Build

Dropbox muss wohl nicht mehr in aller Ausführlichkeit vorgestellt werden. Wer noch genauere Informationen braucht, ist bei Caschy sehr gut aufgehoben. Kurz gesagt: per Dropbox ist das Synchronisieren von Daten auf unterschiedlichen Rechnern kinderleicht, zudem ist es möglich, dass unterschiedliche Nutzer auf einen gemeinsamen Ordner zugreifen. Einfachheit ist Trumpf bei Dropbox, was sich allerdings auch auf die Sicherheit nieder schlägt. Die Wikipedia schreibt: «Dropbox wurde dafür kritisiert, dass es nicht möglich ist einen eigenen privaten Schlüssel zu wählen. Dies gefährdet die Sicherheit der eigenen Dateien, was durch das automatische Anmelden vom Client erhöht wird (Beispiel: Diebstahl vom Laptop).» Das soll aber nicht das Thema sein. Der Client von Dropbox wird eher selten aktualisiert — zumindest die offiziell zum Download angebotene Version. Allerdings gibt es die Forum Build, eine Version, die sehr oft aktualisiert wird, an der die Community beteiligt wird und die schon lange vor dem Release neue Features beinhaltet. Die derzeit aktuelle Forum Build ist hier zu finden. Zukünftig kann der User neben weiteren neuen Features den Dropbox-Ordner an einen Ort seiner Wahl verschieben und zusätzlich weitere Ordner außerhalb des Dropbox-Ordners synchronisieren. Es wird sicherlich noch ein wenig dauern, bis die Version veröffentlicht wird — oder man nutzt die Forum Build.

Weiterlesen: »Dropbox Forum Build«

, , , , , ,

Google Street View — Wenn Realität auf Journalismus trifft

area_51_620
Foto: F!XMBR

Donnerstag — wenn nicht gerade in einem Land fern der Heimat die Welt untergeht, freut sich der Journalismus in Deutschland über jede neue Schlagzeile. Heute hat Google bekannt gegeben, dass 244.237 Haushalte Einspruch gegen Google Street View eingelegt haben und ihr Haus verpixelt sehen wollen. Die Medien nehmen diesen Ball natürlich dankend auf — vom Spiegel über Springer bis zur FAZ, überall ist zu lesen, dass «nur» 244.237 Widersprüche bei Google eingereicht wurden. Das wären «nur» 3% der Haushalte. Man kann schon eine gewisse Enttäuschung in den Medien herauslesen — und doch sind weitaus mehr Haushalte betroffen, als die kolportierten 244.237 Widersprüche. Wie so oft übernehmen die Medien unwidersprochen, ohne zu hinterfragen die Zahlen und die Argumentation eines Unternehmens. Werfen wir doch einmal einen kleinen Blick auf die Realität.

Weiterlesen: »Google Street View — Wenn Realität auf Journalismus trifft«

, , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Liebe selbst ernannte Netzelite

Unsere gesellschaftliche, menschliche und insbesondere netzpolitische Entwicklung ist viel weiter fortgeschritten als die Eure. Ihr seid die Neandertaler der digitalen Generation. Oder um es wie Marcus Schwarze von der Hannoverschen Allgemeinen (HAZ) zu sagen:

Ach, liebe Netzaktivisten, wir sind schon viel weiter als ihr. Die Umsichtigkeit einer Vorabfrage ist höher einzuschätzen als die Umsicht eines technisch ausversierten Streetview-Autos. Nicht alles technisch Mögliche ist rücksichtslos umzusetzen, da mögt ihr noch so gnadenlos drauflos knipsen. Ihr seid noch bei Hysterie und Häme, die ihr uns Kritikern vorwerft. Straßenöffentlichkeit ist etwas anderes als Netzöffentlichkeit. Tatsächlich bauen wir bereits an dem rücksichtsvollen Street-View-kompatiblen Datennetz, das Rücksicht auf Belange vieler Unbeteiligter nimmt und dennoch das neue Geschäftsfeld der location based services, der neuen Werbeflächen im lokalen virtuellen, nicht über Gebühr behindert.

Mein Unbehagen: das eines intensiven Google-Nutzers

, , , , , , , , , , , , , , , ,

Wie Jens Best mit Menschen umgeht


Bild: Echelon, Wikimedia Commons

Über Jens Best wurde hier schon geschrieben. Zugegeben, die Überschrift klingt, ohne den Artikel gelesen zu haben, polemisch – und doch habe ich mir Meinung durchaus durch das Lesen mehrerer Quellen gebildet. Vielleicht hätte ich mich anders ausdrücken sollen, doch der Text war mehr als sachlich gehalten, argumentativ, das beweist die überwiegend sachliche Diskussion, wir mussten nur wenige Kommentare löschen.1 Wie bereits erwähnt, gibt es ein Forum, indem sich diejenigen austauschen, die den Wunsch derer, die ihr Zuhause nicht bei Street View sehen wollen, nicht respektieren und akzeptieren wollen. In den Kommentaren zu meinem Artikel gibt es die eine oder andere Stilblüte aus dem benannten Forum. Im Forum hat sich nun auch eine Dame2 zu Wort gemeldet.

Weiterlesen: »Wie Jens Best mit Menschen umgeht«

  1. Im Übrigen auch Beleidigungen gegen Jens Best. []
  2. Es ist nicht geklärt, ob wirklich eine Dame hinter dem Nick steckt, wer aber die Posts liest, wird zugeben müssen, dass ihre Ausführungen authentisch klingen – zumal sie ihr persönlichstes Post selbstständig gelöscht hat. []

, , , , , , , , , , , , , , ,

Warum Google Street View gestoppt werden muss


Bild: «Echelon», Wikimedia Commons

Die ersten drei Linktipps übernehme einfach mal von Don Alphonso:

1. You Guys von nnier
Was natürlich auch nicht fehlt, ist der Hinweis darauf, das es «Bedenkenträger» ja schon immer gegeben und «Deutschland» nicht verstanden habe, dass man doch bitte «einfach machen» solle. Es ist zum Würgen.

2. Gugel-di-guck von mark793
Eine digitale Öffentlichkeit, deren nicht gewählte Vertreter und Vorbeter nicht vor irgendwelchen Maßnahmen der Zwangs-Eingemeindung zurückschrecken (oder gar Datenschutz und Privatheit als Diebstahl an der digitalen Öffentlichkeit deklarieren) kann mir jedenfalls gerne gestohlen bleiben.

3. Warum ich mich vor Google schütze von Don Alphonso
Street View […] liefert Anhaltspunkte, wo vorher keine waren. Sie sind nicht gut, aber sie sind für alle Bewohner dieses Landes umfassend und vergleichbar, und deshalb auch für kommerzielle Interessen von Google und vielen anderen attraktiv. Vor Street View musste man persönlich vorbeikommen, um sich vom öffentlichen Raum aus ein Bild zu machen. Mit Street View geht es immer und sofort, sobald man es mit persönlichen Daten verknüpft.

Weiterlesen: »Warum Google Street View gestoppt werden muss«

, , , , , , , , , , , , , ,

Offener Brief an Ilse Aigner

cdu_absicht

Sehr geehrte Frau Aigner,

mit großer Verärgerung muss ich immer wieder feststellen, dass die deutsche Bundesregierung, deren Mitglied Sie immerhin als Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind, ungeachtet aller Bedenken und Proteste von Bürgern und Verbraucherschützern die Bürgerrechte in unserem Land weiter abbaut. Zuletzt waren die so genannten Netzsperren und die Vorratsdatenspeicherung auf der politischen Agenda. Im Fall der Vorratsdatenspeicherung  — und nicht nur in diesem Fall — musste das Bundesverfassungsgericht uns Bürgerinnen und Bürger vor der Bundesregierung und dem deutschen Staat schützen.

Weiterlesen: »Offener Brief an Ilse Aigner«

, , , , , , ,

Das Urteil aus Karlsruhe

cdu_absicht

Sieg auf ganzer Linie, so gestern morgen meine erste Einschätzung nachdem der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, begann, die Urteilsbegründung zur Vorratsdatenspeicherung zu verlesen. Die Realität gerade gerückt hat ausgerechnet das RTL Nachtjournal, in das ich gerade zufällig reingezappt habe. Während an vielen Orten das Urteil als historisch gefeiert wird, war die Top-Meldung bei RTL explodierende Bankautomaten, es folgte der Genfer Autosalon, dann wurde in wenigen Zeilen über das Urteil berichtet. Ich gehöre zu den knapp 35.000 Klägern, die heute eine Niederlage erlitten haben. Das Bundesverfassungsgericht hat die Vorratsdatenspeicherung ausdrücklich nicht als grundgesetzwidrig eingestuft, nur die derzeitige Form. Nicht die Vorratsdatenspeicherung selbst wurde heute für nichtig erklärt, sondern die schlampige Umsetzung der Großen Koalition unter Federführung der damaligen Justizministerin Brigitte Zypries (SPD).

Weiterlesen: »Das Urteil aus Karlsruhe«

, , , , , , , ,

Urteil des Bundesverfassungsgerichts #vds #vorratsdatenspeicherung

anzeige_vds
AK Vorrat

Die PM des BVerfG – der Server wird wohl bald nicht mehr erreichbar sein:

Konkrete Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung nicht verfassungsgemäß

Die Verfassungsbeschwerden richten sich gegen §§ 113a, 113b TKG und gegen § 100g StPO, soweit dieser die Erhebung von nach § 113a TKG gespeicherten Daten zulässt. Eingeführt wurden die Vorschriften durch das Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung vom 21. Dezember 2007.

Weiterlesen: »Urteil des Bundesverfassungsgerichts #vds #vorratsdatenspeicherung«

, , , , ,

RSS-Feed abonnieren