Manchmal muss man ja die Union und FDP loben — ich tue es sehr ungern, aber, wat mut, dat mut, hat mein Großvater schon immer gesagt. Der musste es wissen, er war ein ganz wunderbarer Mensch, der leider viel zu früh Harfe spielen gegangen ist. Ausgehend vom Zensurblogger und Vodafone-Testomonial Sascha Lobo geistert zurzeit in angeblicher Werbespot der SPD durch die Blogosphäre und die Twitter-Welt. Er soll zeigen, was von Schwarz-Gelb zu erwarten wäre, während die SPD sich um die schwächeren Menschen kümmert und sich um die Soziale Gerechtigkeit bemüht. Gerüchte sprechen davon, dass das Video von einer Werbeagentur im Auftrag der SPD kopiert wurde. So weit, so gut — doch ist das Video vielmehr eine Zusammenfassung dessen, was die SPD in den letzen Jahrzehnten politisch umgesetzt und den Menschen zugemutet hat. Man muss zu dem Schluss kommen, dass der Spot feines Viralmarketing von Union und FDP ist.
Schlagwort ‘Das Ende der SPD‘
Geniales Viralmarketing von Union und FDP
Das Gewissen, eine Hetzjagd und die Medien
Erinnert sich nach wer an Andrea Ypsilanti, ehemalige SPD-Chefin aus Hessen? Vier aufrechte SPD-Mitglieder, Carmen Everts, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Jürgen Walter, hatten Ypsilanti Anfang diesen Jahres gestoppt, weil diese die Bundesrepublik Deutschland in einen kommunistischen Staat umformen wollte. Andrea Ypsilanti hatte vor der Hessenwahl immer versichert, nicht mit der Linken zu koalieren oder sonst wie mit ihnen zusammen zu arbeiten. Das Ergebnis ist bekannt — der so genannte Wortbruch ging in die politische Geschichte ein, müßig zu erklären, dass Andrea Ypsilanti bei dem Wahlergebnis keine andere Wahl hatte zu handeln, wie sie es getan hat.
Harald Christ auf der Höhe der Zeit
Erinnert sich noch wer an Matthias Platzeck? Der SPD-Politiker sollte eigentlich die SPD nach der verlorenen Bundestagswahl 2005 zu neuen Ufern führen. Ihm machte die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung, so dass er nicht einmal ein Jahr lang SPD-Vorsitzender bleiben konnte. Während seiner Zeit an der Spitze der SPD aber, schrieb er ein Buch. Zusammen mit dem heutigen Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier und heutigen Finanzminister Peer Steinbrück wurde Auf der Höhe der Zeit — kurz nach seinem Rücktritt als SPD-Vorsitzender — veröffentlicht. Das Buch markiert den neoliberalen Tiefpunkt einer ehemals stolzen Sozialdemokratie. Schon in der Einleitung brechen Matthias Platzeck, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück mit der Geschichte der eigenen Partei — sie stellen sogar das in unserem Grundgesetz verankerte Sozialstaatsgebot infrage.
Manuela Schwesig — Nun hat auch die SPD ihre #Zensursuela
Als Manuela Schwesig in das so genannte Kompetenzteam der SPD aufgenommen wurde, schrieb ich: Ihre Kompetenzen: Sie ist 2003 während der wütenden Proteste gegen die Agenda 2010 in die SPD eingetreten — steht also voll und ganz gegen diese menschenunwürdige Gesetzgebung. Zu guter Letzt ist sie eine Frau und sieht ganz passabel aus — Steinmeiers Gegenmodell zu Ursula von der Leyen. Mehr ist da nicht. Kompetenz sieht anders aus. Heute sehe ich mich — fast — bestätigt: Sie ist nur nicht das Gegenmodell zu Ursula von der Leyen. Sie will diese mit aller Macht rechts überholen — und wie mehrere Verfassungsexperten mittlerweile anmerken, außerhalb unseres Grundgesetzes. Manuela Schwesig mahnte heute eine zügige Umsetzung der Internetzensur an.
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Die total hippe Internet– und Volkspartei SPD
Wenn man im Internet zu Kommentaren aufruft, dann kann es durchaus sein, dass man welche bekommt. Besonders, wenn man Vorwärts heißt und das Parteiblatt der SPD ist. Und so kam es, dass das SPD-Magazin Vorwärts über Twitter Kommentare zu dem Kompetenzteam Steinmeiers suchte. Reinhard Bütikofer, ehemaliger Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen und gerade gewählter Europaabgeordneter, fragte vorsichtig zurück, ob er denn auch kommentieren dürfe. Die total hippe und Internet– und Volkspartei SPD antwortete: Das kommt auf den Kommentar an. Ein ehrlicher und kein hämischer Beitrag von Reinhard Bütikofer bei uns wäre doch was. Und so setzte sich Reinhard Bütikofer hin — und schrieb der dahin darbenden SPD einen wunderbaren Kommentar. Hier könnte die Geschichte fast zu Ende sein — aber nur fast. Denn wir sprechen hier von der voll hippen Internet– und Volkspartei SPD. Die Ruhrbarone berichten, dass der Kommentar selbstverständlich nicht freigeschaltet wurde — der Blick soll wohl zu sehr auf den Deutschland-Plan eingegangen sein und nicht auf das so genannte Kompetenzteam. Angeblich hat das der Mann entschieden, der bei der SPD als kompetent für die neuen Medien gilt: Hubertus Heil.
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Hat die SPD noch einen Plan?
Ich muss das mal so fragen. F!XMBR war kein halbes Jahr alt, als ich die Kategorie Das Ende der SPD eingerichtet habe. Mit jeder neuen Meldung über die ehemaligen Sozialdemokraten dachte ich eigentlich, der Tiefpunkt wäre erreicht. Ich weiß zum Beispiel noch genau, wie sehr ich mich darüber amüsiert habe, als die SPD in den Umfragen bei 26% lag — meilenweit von 30% und den Menschen entfernt. Heute kämen diese 26% der SPD-Führung wohl wie der Himmel auf Erden vor. Oder wie ich Kurt Beck kritisiert habe — doch sind seine Affentänze nichts gegen das, was heute Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier aufführen.
Zitat des Tages: Gerechtigkeit für die SPD!

Es is so ein beruhjendes Jefiehl. Man tut wat for de Revolutzjon, aber man weeß janz jenau: mit diese Pachtei kommt se nich.
–Kurt Tucholsky
Das Land, das sich anschickt, die Genossen in die Marginalisierung zu entlassen, ist nach elf Jahren sozialdemokratischer Regierung ökologischer, liberaler, moderner, ökonomisch stabiler und entspannter als vor ihrem Machtantritt im Jahre 1998. Die Republik hat der SPD einiges zu verdanken.
Die Antwort auf diese Realsatire der Zeit: Das Ende der SPD.
Bild: satirische Verfremdung, F!XMBR ; Quelle: Wikimedia Commons





