Schlagwort ‘Bürger‘

Dieses Land hat keine Lebensfreude mehr

Einer meiner Arbeitskollegen plant, auszuwandern. Als wir neulich im kleinen Kreis darüber sprachen, fiel der Satz: Dieses Land hat keine Lebensfreude mehr. Es gab Niemanden, der widersprochen hat. Man muss nur einmal in die Hamburger U-Bahn steigen und in die Gesichter der Menschen schauen. Es wird nicht gelacht, Fremde beäugen Fremde und wenn man es wagt, sich hinzusetzen, erntet man böse Blicke und der Nachbar rutscht so weit weg, wie möglich. Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel haben dieses Land verändert – die Politik hat den Menschen die Luft zum Atmen genommen, jegliche Lebenslust wird erstickt. Die da oben machen, was sie wollen, ist zum Standardsatz einer ganzen Generation geworden. Sieht man die Menschen, sieht man ihre Hoffnungslosigkeit. Spricht man mit ihnen, hört man ihre Wut. Redet man mit ihnen, spürt man in jedem Satz ihre Fassungslosigkeit. Unsere Gesellschaft taumelt am Abgrund entlang – und es scheint, als gäbe es kein Zurück mehr.

Weiterlesen: »Dieses Land hat keine Lebensfreude mehr«

, , , , , ,

26C3: CCC Jahresrückblick

Auch aus dem Jahr 2009 gibt es wieder über ein wahres Mammutprogramm zu berichten. Wir werden – in aller gebotenen Kürze – erzählen, was für Aktivitäten wir entfaltet haben. Wir rechnen ab.

CCC, 26C3

Upload: F!XMBR / Quelle: 26C3 — weitere Uploads auf Sevenload bzw. Vimeo.

, , , , , , , , , , , , ,

quo vadis Demokratie?

Betrachtet man das Athener Scherbengericht oder die attische Demokratie zu Zeiten Solons, so schauen wir die einstigen zarten Anfänge einer beginnenen Herrschaft seitens des Volks. Viele hunderte Jahre mußten jedoch noch verstreichen, bis man sich auf dieses noble Ansinnen zurückbesann, daraus lernte, darauf aufbaute, Schritt für Schritt ein Mehr an Volksherrschaft wagte.

Was aber gewann man tatsächlich? Heutige Demokratien definieren sich seitens einer massiven Delegation, die Entscheidungsgewalt des Einzelnen wurde — notwendigerweise — abstrahiert. Abstrahiert bis zu einem Punkt des profanen Ankreuzens am Wahltag unter der Prämisse sich zuvor eingehend informiert zu haben. Derart präsentiert sich das Gros des heutigen Volkes. Mit dieser vollzogenen Abstraktion ging jedoch eine Zäsur einher, welche Volk zum zahnlosen Papiertiger verkommen ließ — man könnte schon beinahe vermeinen oligarchische Strukturen zu schauen.

Notwendig ist eine gewisse Abstraktion sicherlich, nicht alle können gleichsam partizipieren. Kommunen, Länder und der Bund sind hierzulande der einzig gangbare Weg hin zu einer volksnahen Demokratie — der sogenannten direkten Demokratie1 . Während auf kommunaler Ebene zumindest noch wenige um ihre Möglichkeiten wissen, ist es auf Länderebene oder gar Bundesebene eher schlecht als recht bestellt.

Der Bürger hat in der Regel nur begrenzten Einfluß auf die zur Wahl stehenden Parteien, kann sich allenfalls mittels Petitionen Gehör verschaffen, Abgeordnete ansprechen etc. pp. — aber alles mehr gemäß «Hallo, wir das Volk möchten auch mal etwas sagen.» Daß man darüber hinaus jedoch heutzutage häufig die biedermeiersche «Defensive» bevorzugt und nicht einmal mehr die Möglichkeiten der direkten Mitarbeit in Parteien oder Bürgerrechtsorgansisationen nutzt läßt tief blicken — zumindest das Jammertal der Deutschen Parteilandschaft geht gerade so noch als Entschuldigung durch.

Eine gelebte Demokratie bedarf der aktiven Mitarbeit — nicht nur des ausgiebigen Zeterns. Und diese Mitarbeit kostet Zeit, Zeit die man nicht mittels weiterer Delegationen kompensieren darf, sonst besteht die Gefahr in völliger Unmündigkeit zu enden, in einer diktierten Demokratie und Freiheit zu verweilen, wie wir diese mehr und mehr erfahren in diesen Zeiten. Per aspera ad astra oder wie des Deutschen Liebling Angela Merkel einst kündete: Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Und dies sollten wir uns immer vergegenwärtigen …

Bild: Demos gekrönt von Demokratie

  1. direkte Demokratie ist in ihrer Gänze selbstredend mehr — weitaus mehr, hier schauen wir nur blaß ausgebildete Fragmente []

, , , , , , ,

RSS-Feed abonnieren