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Der Hype um eine Ein-Themen-Partei

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Eines haben die Landtagswahlen in diesem Jahr gezeigt: Der Hype um die Ein-Themen-Partei neigt sich so langsam dem Ende zu. Vor einer Woche noch waren sie in aller Munde, klopften sich selbst auf die Schulter und zeigten sich als einzige Partei der Vernunft. Auch wenn man es öffentlich nicht zugibt, so hat man sich am Wochenende in Bremen durch die Berichterstattung weitaus mehr erhofft, als die paar Wähler, die es schlussendlich geworden sind. Doch ein neuer Vorsitzender reicht nicht aus, um in Bremen zu triumphieren. Als Ein-Themen-Partei liegt man am Boden — erst Recht, wenn man bedenkt, dass selbst die beiden großen Parteien, CDU und SPD, Wähler und Mitglieder verlieren, obwohl diese einen Großteil der gesellschaftlichen Themen abdecken. Eine Nische wird nicht besetzt, auch wenn man es immer wieder behauptet, man hat sich selbst schlicht und ergreifend überflüssig gemacht.

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Die Wahl 2011 in Bremen

Dort geschah eigentlich nichts wirklich Spektakuläres, die SPD "stark" wie eh und je, die Grünen legten zu, die FDP flog mal wieder raus, obwohl sie sich in der Hansestadt in früheren Zeiten durchaus stärker positionieren konnte, und die Linken sind ganz knapp dabei.

Bei soviel Nibelungentreue können die Genossen sicher frohlocken, wo kann man mit dieser Kontinuität sonst noch rechnen in der Republik?Andererseits, wen hätte man sonst pushen sollen? Die Union hatte es in Bremen immer recht schwer, da gab es halt nie wirklich eine Vertrauensbasis. Dennoch wirkt das ganze wie eine Notlösung, man vertrieb einmal mehr den Teufel mit Beelzebub, preferierte die Nostalgie gegenüber der Realität. Die Linken selbst sind halt zuviel ausschließliche Protestpartei ohne echte programmatische Ausrichtung. Man gewann an Aufwind, als es mit der SPD bergab ging, nur jetzt da die SPD quasi am Boden liegt, hilft ein wiederholtes Nachtreten kaum, um auf Stimmenfang zu gehen.

Ein Heimspiel also für die SPD, die letzte Bastion wieder die politische Vernunft. Träumereien von anno Tobak, als man die Hansestadt mit 55% nahm, sind aber wohl endgültig Geschichte. Und mit den letzten verbliebenen notorischen Traditionsgenossen wird auch irgendwann die Nostalgie versiegen.

Was nebenbei noch interessant wäre, konnten die Piraten eigentlich von ihrem Servergate profitieren? Ich glaube bei dieser Art von Heimvorteil bei den Genossen und dem momentanen bundesrepublikanischen Hoch der Grünen hatten die Piraten so oder so nie wirklich eine Chance einzuziehen. Aber ich denke, der "ewige Achtungserfolg" wird auch hier gelingen, schließlich konnten "Die Grauen"1 damals auch derartige Erfolge verbuchen.

 

Siehe auch: Till Westermayer, "Piraten! Drei Sätze anlässlich des Wahlausgangs in Bremen"

 

Original: hic sunt dracones, 2011

  1. «monothematisch», «Alleinvertretungsanspruch», «Achtungserfolge» — man beachte die Anführungszeichen []

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