
Ich habe da ZAPP mal ein paar Fragen beantwortet. Ich weiß nicht, ob ich heute Abend pünktlich zu Hause sein werde, unser Hoster wird einen Blick auf den Server haben. Anmerkungen bitte hier.

Ich habe da ZAPP mal ein paar Fragen beantwortet. Ich weiß nicht, ob ich heute Abend pünktlich zu Hause sein werde, unser Hoster wird einen Blick auf den Server haben. Anmerkungen bitte hier.

Foto: F!XMBR
Ein Nebensatz in Schirrmachers Text hat noch gar keine Beachtung bekommen. Er schreibt: » […] und das las man früher und besser auf den „Nachdenkseiten“ des unverzichtbaren Albrecht Müller, einst Vordenker von Willy Brandt.» Als erstes fällt natürlich das Lob auf, welches der konservative Schirrmacher gegenüber dem linken Sozialromantiker Albrecht Müller ausspricht — mehr als zu Recht.

Carta macht dicht. Interessiert es Irgendwen? Nein. Ich habe es schon öfters gesagt: Egal, ob nun kino.to, Carta oder auch mal F!XMBR — wenn eine Seite schließt, zieht die Karawane weiter. Oder hat Jemand (außer den Professionalisierungs-Junkies) Rivva vermisst oder die fast täglichen Artikel der Blogbar? Die Nachricht findet mittlerweile den Nutzer, nicht der Nutzer über Rivva die Nachricht. Twitter und Facebook lotsen mittlerweile mehr Leser auf die Blogs, als es Rivva jemals konnte, der Don wertet mit den Stützen faz.net auf und rebelliert noch auf seiner Blog-Heimat. Geschlossene Freundschaften, Kontakte bleiben auch nach dem Ende eines Projektes bestehen und erweisen sich eventuell sogar als nachhaltiger, wenn man nicht mehr täglich die gleiche Seite besucht. Das Ende von Carta kommt nicht überraschend. Ich habe mir immer die Frage gestellt, was Carta überhaupt sei. Ein Gruppenblog für den digitalen Medienwandel? Nein, man konnte diese Frage nie beantworten. Es waren wenige Highlights, unsäglicher Unsinn, politisch rechte und linke Artikel auf Carta zu finden. Was Carta die ganze Zeit über fehlte, war eine Seele, eine Grundausrichtung. Wurde ich gestern mit einem Artikel begeistern, kam einen Tag später unfassbarer Müll daher, so dass man sich fragen musste, «bin ich hier noch auf der selben Seite?». Robin Meyer-Lucht fungierte für Carta vielleicht als CEO, nicht aber als Herausgeber. Lucht hat Carta, das mit dem Grimme Online Award und diese Woche auch mit dem Lead Award, ausgezeichnet wurde, an die Wand gefahren. Den Beweis tritt Lucht in seinem Abschieds-Artikel an.

Die Tsunamiwelle rollt — nur nicht so, wie gedacht. Sascha Pallenberg muss sich derzeit einem Shitstorm stellen, weil er ursprünglich in einem Tweet von einem Tsunami gesprochen hat. Diese Tatsache allein reicht schon, um diverse Auswüchse zu bewerten. Wer auf Twitter jedes Wort auf die Goldwaage stellt, sollte vielleicht anfangen, zu häkeln, aber doch bitte das mit dem Internet sein lassen. Jeder Internetausdrucker da draußen weiß einen Tweet besser zu beurteilen, als die ganzen SEOs, manch pOPELiger Blogger oder andere finstere Gestalten, die mit ihrer unfassbaren Dämlichkeit dafür sorgen, dass das Internet nicht als große Chance wahrgenommen wird, sondern als gefährlich verdammt und gebrandmarkt wird. Ich habe mich auch schon einmal mit Sascha «gefetzt» — in einem Artikel sprach in vom «PR-Gebrabbel von netbooknews.de». Ehrlich gesagt, war es ursprünglich nur ein Füllwort, ich hatte mich vorher nicht mit netbooknews.de beschäftigt und wollte nur die Besonderheit von Caschy hervorheben. Wenn man denn so will, ein Stilmittel. Sascha schoss zurück, und damit war die Sache gegessen. Wenn ich mir die letzten Tage so anschaue, dann komme ich mittlerweile zu der Erkenntnis, dass Sascha durchaus eine ehrliche Haut ist, der sein Herz auf der Zunge trägt. Das muss aber kein Nachteil sein, im Gegenteil.

Foto: Simon Willison | CC-Lizenz
Wöchentlich schlagen hier Anfragen von irgendwelchen SEO-Agenturen auf, die auf F!XMBR werben wollen, natürlich ganz diskret. Sascha Pallenberg von netbooknews.de und anderen Bloggern wurden nun einige Unterlagen zugespielt, die zeigen, wie es so läuft im weltweiten Netz. Dass es so läuft, ist nicht wirklich eine Überraschung, überraschen tut eher, dass immer wieder Leute gibt, die für ein paar Silberlinge rechtliche Konsequenzen riskieren. Im aktuellen Fall steht eines der bekanntesten deutschen Blogs im Mittelpunkt: Basicthinking (aus SEO-Gründen
kein Link). Sascha schreibt, dass «Christoph Berger, Geschäftsführer der Onlinekosten GmbH» mehrere deutsche Blogger kontaktiert hat. In den E-Mails und auch Telefonaten ist eine Kooperation mit Basicthinking in Aussicht gestellt worden.

Ich habe hier schon an der einen oder anderen Stelle ein Blog empfohlen. So zum Beispiel Caschy, als noch lange nicht so bekannt war, wie heute. Heute ist Caschy die unumstrittene Nummer 1 unter den Techblogs in Deutschland. Caschy bloggt mit Herz und Verstand, wie ihm seine Schnauze gewachsen ist — gerade das macht ihn so sympathisch und hebt ihn gegenüber den ganzen Gadgetblogs ab, die (nicht nur) in Deutschland reine Werbe– und PR-Blogs sind. Und auch Michael Spreng, der heute das mit Sicherheit meinungsstärkste und beste deutsche Politblog führt, wurde schon auf F!XMBR empfohlen und vorgestellt, als die Zugriffszahlen beim Kollegen noch nicht allzu hoch waren.

Foto: F!XMBR
In den letzten Jahren gab es des Öfteren eine Aktion, die sich «Ein ♥ für Blogs» nannte. Wir haben uns hier nicht darum gekümmert — für die Initiatoren war es meiner Meinung nach ein reiner Linkbait, nicht mehr und nicht weniger. Unsere Linktipps sind in unsere Artikel verpackt oder in unserem Lesestoff zu finden. Wenn wir verlinken, dann machen wir das aus Überzeugung, weil es eine Bereicherung für unsere Artikel ist, nicht aber weil wir erwarten, im Gegenzug auch verlinkt zu werden. Irgendwelcher blödsinniger Blogkarneval, die Aktion «Ein ♥ für Blogs» haben keine Nachhaltigkeit, sind völlig sinnbefreit. Das zeigt sich auch in den deutschen Blogcharts — für manche Blogs ist es ein Auf und Ab, je nachdem, welche Aktion gerade gestartet und aktuell ist. Wir sind mit unserem kleinen Privatblog seit 198 Wochen, Anfang 2006, vertreten. Selbstverständlich sind die «dbc» zu hinterfragen — doch sind sie bei solchen Geschichten ein Indiz, der ein oder andere «Spion» schaffte es durch einen Linkbait bis fast ganz nach oben, mittlerweile hat sich das relativiert. Doch darum soll es nicht gehen — vielmehr startet in diesen Tagen wieder die Aktion «Ein ♥ für Blogs». Das allein wäre nicht eine Zeile wert — wäre da nicht der Initiator.

Wie immer vom großartigen Bulo…
Ich muss zu dem Herrn Niggemeier nicht mehr viel schreiben. Schon vor Jahren schrieb ich: «Wer sich täglich mit dem Boulevardjournalismus auseinandersetzt, wird irgendwann Teil dessen. Bei Stefan Niggemeier ist dieser Prozess abgeschlossen.» Sein Verhalten gegenüber Konstantin Neven DuMont ist auf erschreckende Art und Weise eine Blaupause des Teams von Tatort Internet rund um #MoralBarbie Stephanie zu Guttenberg. Ein interessanter Nebenaspekt an der Geschichte ist das Schweigen so mancher selbst ernannter netzpolitischen Datenschützer. So ist das halt, wenn es um die eigenen Geschäftspartner geht. Oder man schreibt wieder euphorische Artikel über Google Street View…
Auf zu den Nachbarn:
Frank Lübberding - Systematische Störungen bei Stefan Niggemeier
lanu - Niggemeier is "NOT MY BLOGGER!"
Fool - Tatort Internet
Frank Lübberding - Stefan Niggemeier, Georg Altrogge und Panama
Jens Berger - Die verlorene Ehre des Stefan Niggemeier
Markus Kompa - Stefan Niggemeiers Naming Names
Don Alphonso - Der fertige Franzose