Schlagwort ‘Ausblick‘

die guten Vorsätze …


Bild: Caspar David Friedrich, «Der Wanderer über dem Nebelmeer», gemeinfrei

Gute Vorsätze gibt es viele, die einen möchten abnehmen, andere möchten mit dem Rauchen aufhören, wahrscheinlich existieren gar Zahlen, die eine Häufigkeit bestimmter Vorsätze belegen. Wie dem auch sei, die Mehrheit weiß sehr wohl, daß es um die Nachhaltigkeit jener zu Neujahr gefaßten Vorgaben eher schlecht bestellt ist im neuen Jahr. Drum verzichte ich auch liebend gerne auf derlei Nonsense und verfolge eine gänzlich andere Maxime, die weitaus häufiger mit Erfolg gekrönt ist.

Facta, non verba. Traditionen sind gut, solange diese nicht nur den Schatten einer Erinnerung pflegen, sondern auch zu neuem Tatendrang gereichen. Diese Tradition zu Neujahr ist solch eine liebgewonnene Erinnerung, ohne merklichen Mehrwert.

Dennoch, einen «Vorsatz» faßte ich, wenn auch nicht zu Neujahr, sondern spontan im Sommer dieses Jahres: weniger Internet, mehr andere Aktivitäten. Ich trenne nicht Reallife und Virtuallife, daß Internet ist schlicht eine Aktivität im Reallife, welche ich mehr und mehr zu Gunsten anderer Aktivitäten einzuschränken gedenke. Dies funktioniert nicht über Nacht, aber bis dato habe ich schon gute Fortschritte gemacht. Der Grund war auch eher, daß die Tat dem Vorsatz vorausschritt und das Vorhaben somit Momentum erlangte. Dies bedeutet jedoch keineswegs, daß ich eine Abstinenz pflegen werden, sondern mehr Ruhe einkehren lasse. Ich überlasse vermehrt die Banalitäten anderen, blogge weniger und schränke auch vermehrt die Vernetzungen des Web 2.0-Alltags ein. Auf der anderen Seite bin ich bei Open Source wieder aktiver, fotografiere mehr und frische teils maßvoll verloren geglaubte Web 1.0-Aktivitäten wieder auf.

Es ist interessant mit anzuschauen, wenn man abseits der Oberfläche wieder deutlich Tiefe erblickt, echte Informationen, Wissen, in aller Ausführlichkeit formulierte Gedanken. Slow Media kommt mir da in den Sinn, kein Vorsatz, aber etwas, daß man einfach tun sollte. Heute, nicht morgen!

Ich werde weniger bloggen und dennoch mehr schreiben. Videos oder Lesetipps sehe ich nur als Schmankerl für zwischendurch, kaum als tatsächlichen Beitrag. Die Beiträge, welche zu einem kurzatmigen Echauffieren gereichen, sind längst Vergangenheit, dafür genügt heute das Setzen eines Links, jene nachhaltiger Natur sind rar gesät, da man sich tiefschürfende Gedanken etc. nicht einfach mal so an einem Nachmittag aus dem Ärmel schüttelt. Teils paraphrasierte und zur Noblesse erhobene Worte, mögen zwar dem einen oder anderen «Unbedarften» den Schein von Tiefe vermitteln, wie sooft in der Blogosphäre, aber dies ist nicht meine Art.

Wir lesen uns, dies mit Sicherheit — weniger im Web 2.0, aber gewiß irgendwo abseits davon. Guten Rutsch :-)

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ein Weihnachts(alb)traum


Bild: Wikimedia Commons, Creative Commons

Oder kurz: heute ist Halbzeit angesagt und so manch einer erholt sich schon von der Freßorgie, ahm dem weihnachtlichen Gelage, … dem Schlemmen halt. Kurz zu Beginn der Festivitäten meint man die Leute rüsten sich für den Krieg, also nicht im Sinne von Silvester, nein eher Notvorräte — morgen, ja morgen könnte ja schon alles weg sein und überhaupt benötigt man mindestens das Vierfache des Körpergewichts an Nahrung pro Tag. Oh ich mache keinem Vorwürfe, das sind Beobachtungen bei der eigenen Verwandtschaft, Bekannten etc. — seit der unschuldigen Kindheit, da erlebte man schon einiges.

Heilig Abend, das Fest schlechthin mit den Lieben um die heimische Tanne versammelt, am ersten Weihnachtsfeiertag wird die Verwandtschaft der Güteklasse A mit der eigenen Anwesenheit beglückt — meist das obligatorische Familien-Happening bei Omi, am zweiten Weihnachtsfeiertag wird oftmals die Verwandtschaft der Güteklasse B beglückt, der Rest wird mit kurzangebundenen Anrufen oder gar nur Karten bedacht. Wiederum andere versuchen gewirkten Schaden am eigenen Körper zu kompensieren: der Ballast unzähliger Pfunde, Schädeldröhnen, Sodbrennen … das ganze Programm eben. Manch einer schleppt sich schon quasi als gezeichneter Veteran zu Silvester , nur um dort von seinen Wunden zu klagen und die Erinnerungen zu ersäufen — aber dies ist wiederum eine völlig andere Geschichte. Kurzum, alle Jahre wieder: das Fest der Liebe. Und da Liebe bekanntlich durch den Magen geht und zudem immer Höhen und Tiefen aufzeigt, verabschiedet sich auch bei vielen alle Jahre wieder der Magen mit etlichen Höhen und Tiefen 😉

Und die Moral von der Geschichte? Die Muß jeder für sich selbst herausfinden, der eine hat schon, der andere hat seinen Kreuzweg noch vor sich. Per aspera ad astra 😀

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2007, das Jahr der Jahre

Es war das Jahr der sozialen Netzwerke, wie man es mancherorts lesen kann. Genauer gesagt, das Jahr der Amigos im Netz, das Jahr der Vetternwirtschaft, der virtuellen Seilschaften. Der Quintessenz, das Blogs alles sind, nur nicht sozial oder gar Bürgerjournallie. 2007 war auch das Jahr der Amok laufenden Industrie, die da in ein Fettnäpchen nach dem anderen trat und nun vor einem Scherbenhaufen steht, denn man mit heftigter Zensur zu bekämpfen sucht. 2007 war auch der Advent umgreifender Asozialität, das Jahr der politischen Nullnummern, von der Vereinnahmung von Freiheit und Demokratie bis hin zum kappen sozialer Stützen. 2007 war nicht das Jahr, welches mit diesen Dingen begann, aber es war jenes Jahr das eine markante Zäsur aufzeigte. Blicken wir also mit Grausen gen 2008 oder vernichten die letzten Hirnzellen an Silvester …

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